Schedelsche Weltchronik · Blatt 146

Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 146, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 146, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Das sechst alter VItigis ein gothus ausz tunckelm oder niderm geschlecht vnder inem geporn wardt diser zeit dieweil der konig theodatus noch lebet zu rom konig erkorn vnn regiret fuenff iar.vnd was ritterlicher kunst vnd vbung ein beruembt man. Er verfueget tehodatum abzethun. Nach desselben tod eylet er gein rauenna vnd versamelet widerumb alle gothos oder gothier die durch welsch land zerstrewet warnn. Diser vitigis rayset wider belizarium mit groszem heer gein rim. belegeret. mit den gothiern diselben stat rom. vnd verheret verwueestet vnd verprennet alles das gerings vmb rom was vnn ertoedtet alle roemer mit dem schwert. vnnd berawbten vnnd emploeszeten alle heillige ding. vnd bekriegten on vnderlasz die statt. Aber belizarius (von dem hieuorsteet) hiel die statt kuenlich vor. do meret sich alleweil der hunger zu rom vnn erwuchs durch die gantzen werlt in demselben iar ein solcher groszer hunger. vnd allermayst in dem land liguria. das (als datius der heillig bischoff zu Mayland gesagt hat) ettwieuil muetter irer kinder glyder geeszen haben. Nw kom vitigis der konig mit seinem heer wider belizarium zu eim streit. aber die seinen lidden grosze niderlag. vnd er name die fluct vnd wardt in der flucht bey nach ergriffen vnd zu belizario gein rom vnd darnach gein constantinopel gefueert zu dem kaiser iustiniano. dess frewet sich iustinianus gar fast vnd und machet vnlang darnach denselben vitigium zu eim pfleger oder ambtman an den grenitzen der persier. daselbst endet er sein leben vnd auch sehier der gothier rei h. Tothila sunst auch baduilla genant wz der letst konig des volcks ostrogothorum. dann als vitigis gefangen wardt do machten die gothi ihenszhalb des fluss padus wesende inen chelpidarum zu eim konig. Nach desselben absterben wz errarius sein nachkomen. derselb wardt vor auszgang eines iars erwurgt vnnd nach ime diser totila zu konig erkorn. Diser totila versammelt eylends allenthalben ein heer vnd verfolget alles welsch land vnd auch siciliam. vnd begeret fuerdan gein rom vnd belegeret dieselben statt gerings vmb vnd wardt daselbst ein solcher hunger das die eltern irer kin flaisch eszen wolten. Als nw die roemer damit gehelligt warden vnd ire statt nit lenger beschirmen mochten do kom totila in die statt durch das hostiensisch thor vnnd liesze den roemern zu verschonung die gantzen nacht die pusawmen vnd thrumetten klingen das s e sich vor der waffen der gothier beschirmen oder verbergen moechten. Zu solcher senftmutigkeit vnn guetigkeit het ine wiewol er dauor ein grawsam man gewesen was) etwen die vermanung des heilligen vaters Benedicti gelaytet. Ettlich des tats zu rom fieln vber die mawr ausz vnd eylten gein constantinopel vnn verkundten disen iamer dem kasier. Der sendet narsem seinen gehaymen rat vnnd diener eylends mit groszer heers krafft in welscheland. der stritte mit totila vnd seim heer vnd vertilget sie schier alle ab vnd erlediget welsch land von den gothiern. die doselbst von theodrico an.lxxij.iar geherschet hetten.vnd also ist der gothier namen erloschen Also das die die im streytten bey leben bliben nit gothi sunder walhen genennt werden wolten darumb das sie in welschem land erzogen vnd geporn warn. NArses was ein verschnittner man vnd des kaisers iustiniani gehaymer diener seiner schlafkamer. vnd nachfolgend nach erkantter seiner tugent von demselben laiser zu eim ratgeben gefordert. vnd darnach allermenigclichem ein einigs ebenpild der gueetigkeit.innigkeit.barmhertzigkeit.gabmiltigkeit vnn gnad.Diser narses hat mit hilff vnd beystand der weppner die ime von albomo dem konig des volcks longobardorum die mit ime in puentnus warnn zugeschickt wurden wider die gothos gestritten vnn sie mit irem konig totila erschlagen. vnd darauff die longobardos mit gaben beladen vnn wideranhayms geschickt in pannoniam. Nw wardt sophia das weib iustini ausz neydischer einplaszung der miszguenner narfetis geraitzt denselben Narsetem ausz welschen lannd wider anhayms zefordern mit schmalischen worten. auff meynung er solt heym ziehen vnnd der wollen. enspinsz vnd spindel warten. Do antwortet narses. Er woelt ein solchs garn. wefl oder zettel spinnen der seinen miszguennern vnd feinden zu vnuetrichtlichen irrthumb gelangen solt. vnn wiewol er rachsal suochet so starb er doch pald. PAtricius ausz brittannia puertig dauor ein ertzbischoff seotorum geordnet hat.lx. iar in heilligkeit vnd lere die gantzen inseln hiberniam zu christo bekeret.vil todten erweckt.gefangen elredigt.vil kirchen erpawt.vnn vil tawsent menschen getawft. Aber nach dem daselbst ein wilds volck was die do nit glawben wolten sie sehen denn die peyn der beszen vnd die frewd der guoten. do erschine ime der herr vnd raichet ime dz euangelium vnd einen stab vnd fueret ine an ein wueeste statt vnd zaiget ime ein rotunde gruoben die was auszen finster. da dann ein warer bueszer in.rxiiij.stunden von allen suenden geraynigt vnnd solche peyn vnd frewd sehen wuerd. Daselbst hat Patricius ein kirchen gepawt vnd sant augustins chorherrnn geodrnet. vnd inen den schlueszel zu der gruoben gegeben. Zu seinen zeitten giengen vil menschen in dieselben gruoben vnnd gaben zeuegknus erfarner ding. Derselben ansag befalhe er bey der kirchen anzemercken darumb haiszt es Patricius fegfewr. der werlt Blat CXLVI ERschroeckenliche zaichen sind in welschen land nach gepurt des herrnn.vclxx.iar bey nacht gesehen worden.dann fewrig straln erschinen amm himel vnn pluotropfet vonn wolcken.menschlichs pluot bedewtende dz darnach vergoszen wardt. nachfolgend regnet es vil tag aneinander vnn meret sich die tyber mit gewalt der wasser. also das sie an nidern enden vil volcks ertrencket.deszgleichen geschahe auch in andern stetten vnd gegenten. IN eim wasserfluss erschinen thier von morgens bis zu nonzeit. die hetten mans vnd weibs gestalt vnn langs har bis zu den lenden.das vndertail wardt vomm wasser bedeckt. SIe sagen das auch ein zerriszner berg in gallia einen grozen hal gegeben hab vnd darauff vil lewt vnnd gepew verfallen seyen. LEonhardus der heiligst man ausz gallia puertig von der statt cenomanorum ist von sant remigio ausz dem tawff gehebt vnd von ime in haylpern lern vnd zuch vnder weiszt worden. Er wolt kein bischoff werden. sunder verliesz alle ding vnd wonet in einem waldt nahend bey der statt Lemona. Daselbst was ein konigclichs iaghawsz auff gerichtet. Als die konigin alda in geferlichkeit der gepurt stuond do wardt Leonhardus durch den kinig ausz den waldt hinein gefueert. vnd vomm konig geptten got fuer sein weib zebitten. Leonhardus ruoffet zu got vnnd erwarb dem konig zwifache frewd. dann die muter genase mit dem kind. der konig raichet ime gold vnd silber.das verachtet er. vermanende solchs den armen zegeben. vnnd ime allain des walds souil er des bey nacht mit seinem eselein vmbreitten moecht folgen zelaszen. Daselbst pawet er ein closter vnnd lebet mit zwayen closter bruedern in groszer massigkeit vnn leuechtet in vil wunderwercke Und welche in fangknus seinen namen anruoften die giengen alszpald von zerbrochnen panden ledig herausz. Wie grosze wunderzaichen got der herr nochmals durch ine tuot das gibt der menig vnn mancherlay gestalt des eyszens in seinen kirchen zeerkennen. MAurus der roemisch closterman was des heiligen vaters Benedicti sunderlicher iunger. dann vil ausz dem roemischen adel durch die heilligkeit Benedicti bewegt komen von gaistlichs lebens wegen auff den berg cassinum. Die galli baten Benedictum durch botschaft vnd schrift einen ausz seinen iungern zu ine zeschicken der die gallos closterlichs lebens berichtet. Dem nach schicket Benedictus disen maurum daselbsthin. der vnderrichtet menigclichen wol vnd seligclich zeleben. Pawet auch vil cloester. Also nach vil geuebten tugenten vnd wunderwercken starb er in guotem alter vnnd nit on groszen wone der heilligkeit. COlumbanus der abbt an gaistlichen leben vnn hailigkeit beruembt hat diser zeit in der inseln hibernia gereichsznet daselbst vil closter gepawt. vnd darnach in burgundi das luxiniensisch closter auffrichtende vnzallich volck gesammelt vnd menigclichem ein rechte weisz vnd form zeleben gegeben vnd den konig theodoricum zu red gehalten darumb das er sich mit eebruch der kepsweiber vermischet. do ergrymmet die anfraw brunichildis wider ine also das der konig ine ausz dem closter hiesz stoszen. das geschahe.aber theodoricus wardt ausz goetlicher rachsale mit feueer angezuend vnd verprennt. Diser heillig man lebet von den fruechten der pawmen in eim wald. Sein diener verkuendet ime wie er auf ein zeit als er die frucht samelet ein pern gefunden. der von den gesammelten fruechten geeszen het. do gepotte clumbanus seim diener die frucht vnd oepffel zetailn vnd einen tail dem pern vnd den andern tail ime zu zeaignen.do asze der per allain seinen tail vnd nichtz von dem andern. HErculanus der bischoff wardt zu perusia (als dieselb stat in dem sibenden iar irer belegerung gewunnen wardt) mit marter gekroent. dann der verweser des heers totile des konigs hat disen herculanum auf der statt mawm enthawbtet. sein hawbt zerschnitten seinen leichnam vber die mawr ausz geworffen. Ettlich truogen sein hawbt zu dem leichnam vnd begruoben den mitsambt eim kind bey der mawr. Nach.xl.tagen suchten sie den leichnaz in die kirchen zelegen do sunden sie des kids leihnam wol der wuerm krichende. aber den leib herculani alsi gantzen das sie auch keim zaichen oder narben der enthawbtung sehen mochten. Medardus der heillig tomacensisch bischof hat auch an wunderzaichen geschinen In des hinfart ausz diser werlt wardt der himel aufgetan das das goetlich liecht vor ime drey stund schein gabe. Sein bruder gildardus der rothomagensisch bischof vnn er wurden bede an eim tag geporn vnn bischof erkornn Symeon von antiochia was ausz muter leib auszerwelt. von dem sagt man wunderperliche ding. Er fueret erstlich ein abgeschaidens leben. Darnach wonet er in einem wasserlosen prunnen. Zu letst stund er.xl.iar bis in sein end auff einer seilln.

Moderne Übersetzung

Das sechste Zeitalter. Vitigis, ein Gote aus dunklem oder niederem Geschlecht, wurde zu dieser Zeit, während König Theodatus noch lebte, in Rom zum König erwählt und regierte fünf Jahre. Er war ein berühmter Mann in ritterlicher Kunst und Übung. Er veranlasste die Absetzung Theodats. Nach dessen Tod eilte er nach Ravenna und versammelte wiederum alle Goten oder Gotier, die durch das welsche Land zerstreut waren. Dieser Vitigis reiste mit großem Heer gegen Belisar nach Rom, belagerte mit den Goten dieselbe Stadt Rom und verheerte, verwüstete und verbrannte alles, was rings um Rom war, und tötete alle Römer mit dem Schwert. Sie beraubten und entblößten alle heiligen Dinge und bekriegten die Stadt ohne Unterlass. Aber Belisar (von dem zuvor die Rede war) hielt die Stadt kühn. Da mehrte sich der Hunger in Rom immer mehr und es entstand durch die ganze Welt in demselben Jahr ein solcher großer Hunger, und allermeist im Land Ligurien, dass (wie Datius, der heilige Bischof zu Mailand, gesagt hat) etliche Mütter die Glieder ihrer Kinder gegessen haben. Nun kam König Vitigis mit seinem Heer gegen Belisar zu einem Streit, aber die Seinen erlitten große Niederlage. Er ergriff die Flucht und wurde auf der Flucht beinahe ergriffen und zu Belisar nach Rom und danach nach Konstantinopel zum Kaiser Justinian geführt. Darüber freute sich Justinian sehr und machte ihn unlängst danach zu einem Pfleger oder Amtmann an den Grenzen der Perser. Daselbst endete er sein Leben und auch schier die Reihe der Goten. Tothila, sonst auch Baduila genannt, war der letzte König des Volkes der Ostrogothen. Denn als Vitigis gefangen wurde, machten die Goten jenseits des Flusses Padus den Chelpidarum zu ihrem König. Nach dessen Absterben war Errarius sein Nachfolger. Derselbe wurde vor Ablauf eines Jahres erwürgt und nach ihm dieser Tothila zum König erwählt. Dieser Tothila versammelte eilends allenthalben ein Heer und verfolgte alles welsche Land und auch Sizilien. Er begehrte fürderhin nach Rom und belagerte dieselbe Stadt ringsum, und es entstand daselbst ein solcher Hunger, dass die Eltern ihrer Kinder Fleisch essen wollten. Als nun die Römer damit gequält wurden und ihre Stadt nicht länger beschirmen konnten, da kam Tothila in die Stadt durch das Ostiensische Tor und ließ den Römern zur Verschonung die ganze Nacht die Posaunen und Trompeten klingen, damit sie sich vor den Waffen der Goten beschirmen oder verbergen mochten. Zu solcher Sanftmütigkeit und Güte hatte ihn (obwohl er zuvor ein grausamer Mann gewesen war) die Ermahnung des heiligen Vaters Benedikt geleitet. Etliche des Rats zu Rom fielen über die Mauer und eilten nach Konstantinopel und verkündeten diesen Jammer dem Kaiser. Der sendete Narses, seinen geheimen Rat und Diener, eilends mit großer Heereskraft nach Welschland. Dieser stritt mit Tothila und seinem Heer und vertilgte sie schier alle und befreite Welschland von den Goten, die daselbst von Theoderich an 72 Jahre geherrscht hatten. Und so ist der Goten Name erloschen, sodass die, die im Streite am Leben blieben, nicht Goten, sondern Walhen genannt werden wollten, darum, dass sie in welschem Land erzogen und geboren waren. Narses war ein verschnittener Mann und des Kaisers Justinian geheimer Diener seiner Schlafkammer. Und nachfolgend, nach Erkennung seiner Tugend, von demselben Kaiser zu einem Ratgeber gefordert und danach jedermann ein einziges Ebenbild der Güte, Innigkeit, Barmherzigkeit, Gabenmiltigkeit und Gnade. Dieser Narses hat mit Hilfe und Beistand der Waffenträger, die ihm von Albomo, dem König des Volkes der Langobarden, die mit ihm im Bündnis waren, zugeschickt wurden, wider die Goten gestritten und sie mit ihrem König Tothila erschlagen. Und darauf die Langobarden mit Gaben beladen und wieder heim nach Pannonien geschickt. Nun wurde Sophia, das Weib Justins, aus neidischer Einflüsterung der Missgönner Narses gereizt, denselben Narses aus welschem Land wieder heimzufordern mit schmählichen Worten, mit der Meinung, er solle heimziehen und der Wolle, Enspinse und Spindel warten. Da antwortete Narses: Er wollte ein solches Garn, Wefl oder Zettel spinnen, das seinen Missgönnern und Feinden zu unerträglichem Irrtum gelangen sollte. Und obwohl er Rachsucht suchte, so starb er doch bald. Patricius, aus Britannien gebürtig, zuvor ein Erzbischof Seotorum geordnet, hat 60 Jahre in Heiligkeit und Lehre die ganze Insel Hibernia zu Christus bekehrt, viele Tote erweckt, Gefangene befreit, viele Kirchen erbaut und viele Tausend Menschen getauft. Aber nachdem daselbst ein wildes Volk war, die nicht glauben wollten, sie sähen denn die Pein der Bösen und die Freude der Guten, da erschien ihm der Herr und reichte ihm das Evangelium und einen Stab und führte ihn an eine wüste Stätte und zeigte ihm eine runde Grube, die außen finster war. Da dann ein wahrer Büßer in 24 Stunden von allen Sünden gereinigt und solche Pein und Freude sehen würde. Daselbst hat Patricius eine Kirche gebaut und Sankt Augustins Chorherren geordnet und ihnen den Schlüssel zu der Grube gegeben. Zu seinen Zeiten gingen viele Menschen in dieselbe Grube und gaben Zeugnis erfahrener Dinge. Derselben Ansage befahl er, bei der Kirche anzumerken, darum heißt es Patricius Fegfeuer. Der Welt Blatt 146. Erschreckliche Zeichen sind in welschem Land nach Geburt des Herrn 570 Jahre bei Nacht gesehen worden. Dann feurige Strahlen erschienen am Himmel und Blut tropfte von Wolken, menschliches Blut bedeutend, das danach vergossen wurde. Nachfolgend regnete es viele Tage aneinander und mehrte sich der Tiber mit Gewalt der Wasser, sodass er an niederen Enden viele Völker ertränkte. Desgleichen geschah auch in anderen Städten und Gegenden. In einem Wasserfluss erschienen Tiere von morgens bis zur Nonzeit, die hatten Manns- und Weibsgestalt und langes Haar bis zu den Lenden. Das Unterteil ward vom Wasser bedeckt. Sie sagen, dass auch ein zerrissener Berg in Gallien einen großen Hall gegeben hat und darauf viele Leute und Gebäude verfallen seien. Leonhardus, der heiligste Mann aus Gallien gebürtig von der Stadt Cenomanorum, ist von Sankt Remigius aus der Taufe gehoben und von ihm in heilsamer Lehre und Zucht unterwiesen worden. Er wollte kein Bischof werden, sondern verließ alle Dinge und wohnte in einem Wald nahe bei der Stadt Lemona. Daselbst war ein königliches Jagdhaus aufgerichtet. Als die Königin allda in Gefahr der Geburt stand, da ward Leonhardus durch den König aus dem Wald hineingeführt und vom König gebeten, Gott für sein Weib zu bitten. Leonhardus ruft zu Gott und erwarb dem König zwiefache Freude, denn die Mutter genas mit dem Kind. Der König reichte ihm Gold und Silber, das verachtete er, ermahnend, solches den Armen zu geben, und ihm allein des Waldes so viel, als er des bei Nacht mit seinem Eselchen umreiten mochte, folgen zu lassen. Daselbst baute er ein Kloster und lebte mit zwei Klosterbrüdern in großer Mäßigkeit und leuchtete in vielen Wunderwerken. Und welche in Gefangenschaft seinen Namen anriefen, die gingen alsbald von

Anmerkungen

VItigis
Vitigis, König der Ostgoten (536–540)
theodatus
Theodahad, König der Ostgoten (534–536)
welsch land
Italien
belizarium
Belisar, oströmischer Feldherr
rim
Rom
liguria
Ligurien, eine Region in Italien
datius
Datius, Bischof von Mailand (ca. 530–552)
constantinopel
Konstantinopel, Hauptstadt des Oströmischen Reiches
iustiniano
Justinian I., oströmischer Kaiser (527–565)
Tothila
Totila, König der Ostgoten (541–552)
baduilla
Baduila, anderer Name für Totila
ostrogothorum
lat. Ostrogothorum – der Ostgoten
padus
lat. Padus – Fluss Po
chelpidarum
wahrscheinlich Ildibad, König der Ostgoten (540–541)
errarius
wahrscheinlich Erarich, König der Ostgoten (541)
siciliam
lat. Sicilia – Sizilien
hostiensisch thor
Ostiensisches Tor, ein Stadttor in Rom
Benedicti
Benedikt von Nursia, Gründer des Benediktinerordens
narsem
Narses, oströmischer Feldherr und Eunuch
theodrico
Theoderich der Große, König der Ostgoten (493–526)
lxxij.
römisch für 72
walhen
Walchen, alte Bezeichnung für romanische Völker, hier Italiener
sophia
Sophia, Ehefrau des oströmischen Kaisers Justin II. (nicht Justin I.)
iustini
Justin II., oströmischer Kaiser (565–578)
albomo
Alboin, König der Langobarden (ca. 560–572)
longobardorum
lat. Longobardorum – der Langobarden
pannoniam
lat. Pannonia – Pannonien, eine römische Provinz
Patricius
Heiliger Patrick, irischer Nationalheiliger
brittannia
Britannien
seotorum
wahrscheinlich 'Seniorum' oder 'Senonum', unklarer Bezug
lx.
römisch für 60
hiberniam
lat. Hibernia – Irland
rxiiij.
römisch für 24
Patricius fegfewr
Patricks Purgatorium, eine legendäre Pilgerstätte in Irland
Blat CXLVI
Blatt 146
vclxx.
römisch für 570
tyber
Tiber, Fluss in Italien
nonzeit
Non, die neunte Stunde des Tages, etwa 15 Uhr
gallia
Gallien, historische Region in Westeuropa
Leonhardus
Heiliger Leonhard von Limoges
cenomanorum
lat. Cenomanorum – der Cenomanen, ein gallischer Stamm, hier bezogen auf die Stadt Le Mans
sant remigio
Heiliger Remigius von Reims
Lemona
Limoges, Stadt in Frankreich