Schedelsche Weltchronik · Blatt 147

Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 147, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 147, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Das sechst alter Iar der werlt.vm.vijc.liij. Iar christi.vc.liiij. Pelagius der erst ein roemer ward nach vigilio ein babst vnn setzet das die ketzer vnd abtruennigen auch mit werltlichem gewalt gezwungen werden moechten wo sie sich zu widerbekerung mit vernuenftigen vrsachen nit bringen laszen wolten. Das auch die geweyhten die siben zeit taglich volbringen solten. Er wardt beschuldigt das er der verhandlung vigilij seins vorfarnn vrsach gewesen wer. also in angesyht des volcks vnd der pfafheit rueret er das creuetz vnd euangeli vnd tayniget sich mit geschwornem ayd von solcher beschuldigung. Darnach kom narses gein rom vnd ordnet mitsampft disem pelagio das nymant von eregirigkeit oder bette wegen zu einicher heilligen weyhe zugelaszen werden solt. Zu lest starb er imm.xi.iar.x. monat vnnd.xxviij.tag seins babstthumbs vnnd der stuol feyret deszmals drey monat vnnd.xxvi.tag. Iar der werlt.vm.viijc.lxiij. Iar christi.vc.lxiiij. Iohannes der drit auch ein roemer ausz edelm geschlecht geporn ist zu der zeit des kaisers Iustini babst gewesen. Diser was ein hohweiser vnd gueetiger man vnn hat vil gotzhewszer gepeszert. vnd narsetem der wider die roemer zuernet von neapolis wider gein rom gefueert. daselbst starb narses vnlang darnach vnd wardt sein leichnam gein Constantinopel gebracht. Zu diss babsts zeiten haben die armeni den cristenlichen glawben angenomen. Deszmals hat welschlannd vil niderlag durch uberfal des barbarischen volcks erlidden als dann solchs die erschrockenlichen zaychen amm himel wie hieuro gemeldt ist erschinen vorbedewtet haben. Diser Iohannes starb in groszem alter vol betrueebnus vnd schmertzen.imm.xij.iar.xi monat vnn.xxvi.tag seins babstthumbs. vnd ruoet der stuol deszmals.x.monat vnd drey tag. Iar der werlt.vm.vijc.lxxiij. Iar christi.vc.lxxiiij. Benedictus der erst ein babst vnd roemer ist zu den zeiten kaiser tyberij des andern gewesen. gar ein frumm man vnd solcher eren wol wirdig. der mitsampt kaiser tyberio zu der zeit des hungers welschem land vnd sunderlich rom zu hilfkomen ist vnd ausz egypten getrayd gein rom geschickt hat. dann disen Benedictum het der kaiser tiberius vber diesmasz lieb vnd hielt in auch grosz vor awgen. Aber vnlang darnach ist er von sorgen vnd schmerzen. den er (als ettlich schreiben) in dem iamer der stat rom vnd welschs lands empfieng gestorben. Als er vier iar einen monat vnd.xxviij.tag geseszen wz. vnn der babstlich stuol seyret deszmals.ij.monat vnn.x.tag Iar der werlt.vm.viic.lxxxiij. Iar christi.vc.lxxxiiij. Pelagius der ander ein roemer ist von der zeit tiberij bis in die zeit des kaisers mauricij desselben tiberij tochterman in babstlicher wirdigkeit geseszen. Diser ist ausz gescheft oder gehaisze des kaisers zu babst geschoepft dieweil nymant ausz der belegerten statt rom gesendet werden mocht. dann deszmals wer von der pfafhey mit erwelung eins babst nichtz gehandelt worden. so der kaiser solche erwelung nit bestettigt het. Also wardt der tuetlich hohgelert man Gregorius ein closterman vnd dyacon gein constantinopel den kaiser zeersenftigen gesendet. Als er nw alle ding nach willen des babsts auszgericht het do wolt er dannoch eder sein mueeszigkeit noch synnreichigkeit miszbrauchen. sunder er hat die buecher moralium vber den iob gemacht. vnd Euticium den constantinopolitanischen bischof in beywesen des kaysers also vberwunden das er alle ding die er in seim buch von der vrsten geschriben het zewiderruoffen gezwungen wardt. Dann er sprach das vnser leichnam in der glori der vrstend in dem wind vnd luft subtiler sein wurdt. darumb moecht er mit berueert werden. das dann wider die wort des herrnn ist. do er spricht. greyft vnn seht dann der gaist hat nit flaisch vnd payn als ir mich seht haben. Als nw Pelagius denselben gregorium von bette wegen des roemischen volcks wider gein rom gefordert vnnd sein vaterlich hawsz zu einer herberg armer alter lewt geordnet. vnd sand lauretzen kirchen ausz dem grund aufgepawt het do starb er an der pestilentz. die desmals gantz Europam engstet imm zehenden iar seins babstthumbs. vnnd der stuol ruoet deszmals vi.monat.xxviij.tag. der werlt Blat CXLVII Ivstinus der iunger empfieng das regiment des kaiserthumbs zu constantinopel auff absterben des kaisers valentiniani. Er was ime in keinem ding gleich. sunder ein geitzig rewbisch man vnd ein verschmaher der goetter vnd menschen. ein entsetzer der alten rattgeben. Er tobet in geitzgirigkeit also sere das eysznein sarch zemachen verschaffet vnnd das gold das er rarbet darein sammelt. Er soll auch (als man sagt) in die pelagianischen ketzerey gefallen sein. Als er nw das or seins hertzens von goeettlichen dingen abkeret do kome er auzs gerechtem gottes gericht zu verlust seiner vernunft vnd wardt vnsinnig. Diser forderet tiberium den gerechten vnnd gestrengen menschen seinem pallast oder die landschaft zegubernirnn. Sophia sein weib regiret das kaiserthumb bis an die zeit Tiberij des andern. Ausz welcher ungkluockheit das welsch konigreich von der constantinopolitanischen gehorsam entwendet ist.als nw iustinus.xi.iar geregieret het do endet er sein vnsinnigkit mit dem leben Aberius constantinus hat nach absterben iustini den gewalt der roemischen konig angenomen. vnd (als vorgemelt ist) des kaisers iustini hoff oder pallast geregirt. vnd ine derselb iustinus zu eim zugewuenschten sun vnd erben des reichs auffgenomen. vnd nit vnbillich dann in disem menschen warnn vil zierde die eim solchen fuersten wol anstuonden. als miltigkeit. gerechtigkeit gueetigkeit. andechtigkeit zu got. weiszheit. bestendigkeit vnd ewige sterck. vnd er was sunderlich guotwillig vnn miltreich gegen menigclichein vnd zuuoran gegen armen lewten. Vnnd als er nw von dem gesamelten schatz iustini den armen vil auszgegeben het do redstraffet ine sophia die kaiserin mermals. das er den gemeynen stand zu armuot gebracht het. do sprach er. Ich getraw in den herrn das vnserm gemainen seckel nicht gelts gebrechen werd die armen mit almusen zebegaben vnd die gefangen zeerloesen. das isst ein grosser schatz. Auff ein zeit spaciret er in seim pallast vnd sahe auff dem estrich in einer mamorstainin tafeln das creuetz des herrnn gegraben. vnd gepote dasselb creuetz an ein anders vnd erlichers ende zethun. vnd sprach. das woel got nit dz wir dz creuetz mit fueszen tretten da mit wir vnser stirn vnd prust bezaichnen. Darnach wardt aber eins vnd dannoch ein anders creuetzzaichen gefunden. darunter fund er souil golds vnn silbers als die grosz mitgabigkeit diss menschens erfordert. douon raichet er einen groszen tail den armen. Deszgleichen hat er auch (als man sagt) die schatz narsetis ime ausz welschem land zugebracht zu groszgabigkeit vnd mitligkeit gepraucht. vnd zu anzaignung seiner gluecksaligkeit so hat sein heer das er wider die persas sendet nach obsigung von ine souil habe vnnd gueter mit.xx. helffanten haym gebracht als vormals nie mer beschehen was. solch glueck begegnet ime ausz seiner verdienstnus gegen den menschen vnd ausz andacht die er zu got vnserm hayland het. vnd auch ausz gueetigkeit gein dem roemischen volck. die er nach vernueglichkeit mit gewappenter hand beschuetzet. Als er nw das kaiserthumb siben iar geregirt het do erwelet er Mauricium zu eim nackomen vnnd starb selligclich vnd menigclicher bewaynet eins solchen frummen fuersten todt. Longobardi von iren langen perten nach lanntlicher sprach also genant haben iren vrsprung ausz Scandinauia einer inseln zu teuetschem land gehoerende gehabt. Als sie ausz derselben inseln zohen do hetten sie zwen hertzogen. nemlich Aionem vnd thatonem. Nach absterben diser beder do weleten sie inen einen agelmundus genant zu eim konig. der wardt von dem volck bulgarorum an der thonaw wonende erschlagen vnd lamission an sein statt gesatzt. Der vnderstuond sie die ertoedtung agelmundi seins vorfarnn zerechen vnnd leget die bulgaros mit groszer schlacht ernider vnd regiret.xl.iar Nach ime herrschet der drit konig lethu genant. der regiret auch.xl.iar. vnnd setzet seinen sun hildooch zu eim nachkomen amm reich. Nach demselben regiret der fuenft konig Godooch. Darnach claffo der sechst.vnd nach ime sein sun thato der sibend konig. Der acht konig hiezs vnacho. vnn nach ime sein sun valtharith der newndt. Der zehend konig longobardorum hiesz andom. von demselben ist diss volck zu erst in pannoniam gefueert worden. als sie dauor.xxxviij.iar in der prouinz Rugilanda gewonet hetten. vnder disem andonio vnd darnach vnder alboino seim sun dem.xi.konig longobardorum haben sie.xlij.iar gewonet. vnd an wirdigkeit vnd machtigkeit zugenomen. Der eingang diss volcks longobardorum in welsche land ist beschehen imm anfang des babstthumbs Benedicti. Imm.xiij.iar des kaiserthumbs iustini des iungern durch oftetreich vnd foriaul vnd lieszen sich bey dem fluss plane nider.

Moderne Übersetzung

Das sechste Zeitalter der Welt. Im Jahre 8753 der Welt, 554 nach Christus. Pelagius der Erste, ein Römer, wurde nach Vigilius Papst und setzte fest, dass die Ketzer und Abtrünnigen auch mit weltlichem Gewalt gezwungen werden könnten, wo sie sich nicht mit vernünftigen Ursachen zur Widerbekehrung bringen lassen wollten. Auch, dass die Geweihten die sieben Horen täglich verrichten sollten. Er wurde beschuldigt, die Ursache der Verhandlung seines Vorgängers Vigilius gewesen zu sein. Also, im Angesicht des Volkes und der Priesterschaft, berührte er das Kreuz und das Evangelium und reinigte sich mit geschworenem Eid von solcher Beschuldigung. Danach kam Narses nach Rom und ordnete zusammen mit diesem Pelagius an, dass niemand aus Ehrgeiz oder wegen Bitten zu irgendeiner heiligen Weihe zugelassen werden sollte. Zuletzt starb er im elften Jahr, zehnten Monat und achtundzwanzigsten Tag seines Papsttums, und der Stuhl war damals drei Monate und sechsundzwanzig Tage vakant. Im Jahre 8863 der Welt, 564 nach Christus. Johannes der Dritte, auch ein Römer, aus edlem Geschlecht geboren, war zu der Zeit des Kaisers Justin Papst gewesen. Dieser war ein hochweiser und gütiger Mann und hat viele Gotteshäuser verbessert. Und Narses, der den Römern zürnte, wurde von Neapel wieder nach Rom geführt. Daselbst starb Narses unlängst danach, und sein Leichnam wurde nach Konstantinopel gebracht. Zu dieses Papstes Zeiten haben die Armenier den christlichen Glauben angenommen. Damals hat Welschland viele Niederlagen durch Überfall des barbarischen Volkes erlitten, als dann solches die erschrecklichen Zeichen am Himmel, wie hierüber gemeldet ist, erschienen und vorherbedeutet haben. Dieser Johannes starb in großem Alter, voll Betrübnis und Schmerzen, im zwölften Jahr, elften Monat und sechsundzwanzigsten Tag seines Papsttums. Und der Stuhl ruhte damals zehn Monate und drei Tage. Im Jahre 8773 der Welt, 574 nach Christus. Benedikt der Erste, ein Papst und Römer, war zu den Zeiten Kaiser Tiberius des Zweiten gewesen. Ein sehr frommer Mann und solcher Ehren wohl würdig, der zusammen mit Kaiser Tiberius zur Zeit des Hungers Welschland und besonders Rom zu Hilfe gekommen ist und aus Ägypten Getreide nach Rom geschickt hat. Denn diesen Benedikt hatte der Kaiser Tiberius über die Maßen lieb und hielt ihn auch hoch in Ehren. Aber unlängst danach ist er von Sorgen und Schmerzen, die er (wie etliche schreiben) in dem Jammer der Stadt Rom und Welschlands empfing, gestorben. Als er vier Jahre, einen Monat und achtundzwanzig Tage gesessen war, und der päpstliche Stuhl war damals zwei Monate und zehn Tage vakant. Im Jahre 8783 der Welt, 584 nach Christus. Pelagius der Zweite, ein Römer, hat von der Zeit Tiberius bis in die Zeit des Kaisers Mauricius, desselben Tiberius' Schwiegersohn, in päpstlicher Würdigkeit gesessen. Dieser ist aus Geschäft oder Geheiß des Kaisers zum Papst erwählt worden, weil niemand aus der belagerten Stadt Rom gesendet werden konnte. Denn damals wäre von der Priesterschaft mit Erwählung eines Papstes nichts gehandelt worden, wenn der Kaiser solche Erwählung nicht bestätigt hätte. Also wurde der tüchtige, hochgelehrte Mann Gregorius, ein Klostermann und Diakon, nach Konstantinopel gesendet, um den Kaiser zu besänftigen. Als er nun alle Dinge nach Willen des Papstes ausgerichtet hatte, da wollte er dennoch weder seine Müßigkeit noch seine Gelehrsamkeit missbrauchen. Sondern er hat die Bücher Moralia über Hiob verfasst. Und Eutychius, den konstantinopolitanischen Bischof, in Beisein des Kaisers so überwunden, dass er alle Dinge, die er in seinem Buch von der Auferstehung geschrieben hatte, zu widerrufen gezwungen wurde. Denn er sprach, dass unser Leichnam in der Glorie der Auferstehung im Wind und Luft subtiler sein würde, darum könnte er nicht berührt werden. Das ist dann wider die Worte des Herrn, wo er spricht: Greift und seht, denn der Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr mich seht haben. Als nun Pelagius denselben Gregorius auf Bitten des römischen Volkes wieder nach Rom gefordert und sein väterliches Haus zu einer Herberge armer, alter Leute geordnet und Sankt Laurentius' Kirche aus dem Grund aufgebaut hatte, da starb er an der Pestilenz, die damals ganz Europa ängstigte, im zehnten Jahr seines Papsttums. Und der Stuhl ruhte damals sechs Monate, achtundzwanzig Tage. Blatt 147 der Welt. Justin der Jüngere empfing die Regierung des Kaisertums zu Konstantinopel auf das Absterben des Kaisers Justinian. Er war ihm in keinem Ding gleich, sondern ein geiziger, räuberischer Mann und ein Verächter der Götter und Menschen, ein Entsetzer der alten Ratgeber. Er tobte in Geizigkeit also sehr, dass er eiserne Särge machen ließ und das Gold, das er raubte, darein sammelte. Er soll auch (wie man sagt) in die pelagianische Ketzerei gefallen sein. Als er nun das Ohr seines Herzens von göttlichen Dingen abkehrte, da kam er aus gerechtem Gottesgericht zu Verlust seiner Vernunft und wurde unsinnig. Dieser forderte Tiberius, den gerechten und strengen Menschen, seinen Palast oder die Landschaft zu regieren. Sophia, sein Weib, regierte das Kaisertum bis an die Zeit Tiberius des Anderen. Aus welcher Unklugheit das welsche Königreich von der konstantinopolitanischen Gehorsamkeit entwendet ist. Als nun Justin elf Jahre regiert hatte, da endete er seine Unsinnigkeit mit dem Leben. Tiberius Constantinus hat nach Absterben Justins die Gewalt der römischen Könige angenommen. Und (wie vorgemeldet ist) des Kaisers Justins Hof oder Palast regiert. Und ihn derselbe Justin hat zu einem zugewünschten Sohn und Erben des Reiches aufgenommen. Und nicht unbillig, denn in diesem Menschen waren viele Zierden, die einem solchen Fürsten wohl anstanden, als Milde, Gerechtigkeit, Gütigkeit, Andächtigkeit zu Gott, Weisheit, Beständigkeit und ewige Stärke. Und er war besonders gutwillig und freigiebig gegen jedermann und zuvorderst gegen arme Leute. Und als er nun von dem gesammelten Schatz Justins den Armen viel ausgegeben hatte, da rügte ihn Sophia, die Kaiserin, mehrmals, dass er den Staatsschatz zur Armut gebracht hätte. Da sprach er: „Ich vertraue auf den Herrn, dass unserem gemeinsamen Säckel nicht an Geld gebrechen wird, die Armen mit Almosen zu begaben und die Gefangenen zu erlösen. Das ist ein großer Schatz.“ Auf eine Zeit spazierte er in seinem Palast und sah auf dem Estrich in einer Marmorsteintafel das Kreuz des Herrn eingegraben. Und gebot, dasselbe Kreuz an ein anderes und ehrlicheres Ende zu tun, und sprach: „Das wolle Gott nicht, dass wir das Kreuz mit Füßen treten, womit wir unsere Stirn und Brust bezeichnen.“ Danach wurde aber ein weiteres und dann noch ein anderes Kreuzzeichen gefunden. Darunter fand er so viel Gold und Silber, als die große Freigiebigkeit dieses Menschen erforderte. Davon reichte er einen großen Teil den Armen. Desgleichen hat er auch (wie man sagt) den Schatz Narses', ihm aus Welschland zugebracht, zu Großzügigkeit und Mitleid gebraucht. Und zur Anzeige seiner Glückseligkeit so hat sein Heer, das er wider die Perser sendete, nach Obsiegung von ihnen so viel Habe und Güter mit zwanzig Elefanten heimgebracht, als vormals nie mehr geschehen war. Solch Glück begegnete ihm aus seiner Verdienstlichkeit gegen die Menschen und aus Andacht, die er zu Gott, unserem Heiland, hatte.

Anmerkungen

vm.vijc.liij
römisch für 8753
vc.liiij
römisch für 554
Vigilio
Vigilius, Papst (537–555)
siben zeit
die sieben kanonischen Horen (Stundengebet)
pfafheit
Priesterschaft, Klerus
Euangeli
Evangelium
Narses
Narses, oströmischer Feldherr (ca. 480–573)
Rom
Rom, Stadt in Italien
eregirigkeit
Ehrgeiz, Streben nach Ehre
imm.xi.iar.x. monat vnnd.xxviij.tag
römisch für 'im 11. Jahr, 10. Monat und 28. Tag'
stuol feyret
der päpstliche Stuhl war vakant (wörtl. 'feierte')
drey monat vnnd.xxvi.tag
römisch für '3 Monate und 26 Tage'
vm.viijc.lxiij
römisch für 8863
vc.lxiiij
römisch für 564
Iohannes der drit
Johannes III., Papst (561–574)
Iustini
Justin II., oströmischer Kaiser (565–578)
gotzhewszer
Gotteshäuser, Kirchen
Neapolis
Neapel, Stadt in Italien
Constantinopel
Konstantinopel, Hauptstadt des Oströmischen Reiches
Armeni
Armenier, Volk
welschlannd
Welschland, alte Bezeichnung für Italien
barbarischen volcks
barbarische Völker, hier insbesondere die Langobarden
hieuro gemeldt
wie hierüber (zuvor) gemeldet
imm.xij.iar.xi monat vnn.xxvi.tag
römisch für 'im 12. Jahr, 11. Monat und 26. Tag'
ruoet der stuol
der päpstliche Stuhl war vakant (wörtl. 'ruhte')
x.monat vnd drey tag
römisch für '10 Monate und 3 Tage'
vm.vijc.lxxiij
römisch für 8773
vc.lxxiiij
römisch für 574
Benedictus der erst
Benedikt I., Papst (575–579)
Tyberij des andern
Tiberius II. Constantinus, oströmischer Kaiser (578–582)
getrayd
Getreide
vber diesmasz lieb
über die Maßen lieb, sehr lieb
vier iar einen monat vnd.xxviij.tag
römisch für '4 Jahre, 1 Monat und 28 Tage'
ij.monat vnn.x.tag
römisch für '2 Monate und 10 Tage'
vm.viic.lxxxiij
römisch für 8783
vc.lxxxiiij
römisch für 584
Pelagius der ander
Pelagius II., Papst (579–590)
Mauricij
Maurikios, oströmischer Kaiser (582–602)
babstlicher wirdigkeit geseszen
in päpstlicher Würde amtiert
ausz gescheft oder gehaisze
aufgrund einer Angelegenheit oder eines Befehls
Gregorius
Gregor der Große, später Papst Gregor I. (590–604)
closterman
Klostermann, Mönch
dyacon
Diakon
zeersenftigen
zu besänftigen
mueeszigkeit
Müßiggang, freie Zeit
synnreichigkeit
Gelehrsamkeit, Scharfsinn
moralium vber den iob
Moralia in Iob (Moralia in Hiob), ein Hauptwerk Gregors des Großen
Euticium
Eutychius, Patriarch von Konstantinopel (552–565, 577–582)
constantinopolitanischen bischof
Bischof von Konstantinopel
vrsten
Auferstehung
flaisch vnd payn
Fleisch und Bein (Lukas 24,39)
sand lauretzen kirchen
Kirche des Heiligen Laurentius
pestilentz
Pest, Seuche
Europam
Europa
imm zehenden iar
römisch für 'im 10. Jahr'
vi.monat.xxviij.tag
römisch für '6 Monate und 28 Tage'
Blat CXLVII
Blatt 147
Ivstinus der iunger
Justin II., oströmischer Kaiser (565–578)
valentiniani
Justinian I., oströmischer Kaiser (527–565) – hier fälschlicherweise für Justins II. Vorgänger genannt.
rewbisch
räuberisch
entsetzer
jemand, der entsetzt, hier: entlässt, verjagt
eysznein sarch
eiserner Sarg
rarbet
raubte
pelagianischen ketzerey
Pelagianische Häresie, theologische Lehre, die die Erbsünde leugnet und den freien Willen des Menschen überbetont.
Tiberium
Tiberius II. Constantinus, oströmischer Kaiser (578–582)
Sophia
Sophia, Kaiserin, Ehefrau Justins II.
ungkluockheit
Unklugheit, Ungeschicklichkeit
welsch konigreich
das italienische Königreich (hier: die byzantinischen Besitzungen in Italien)
iustinus.xi.iar
römisch für 'Justinus 11 Jahre'
Aberius constantinus
Tiberius Constantinus, oströmischer Kaiser (578–582) – hier fehlerhaft als 'Aberius' geschrieben.
miltreich
freigiebig, mildtätig
menigclichein
jedermann
redstraffet
rügte, tadelte
gemeynen stand
der allgemeine Stand, hier: der Staatsschatz
gemainen seckel
der gemeinsame Säckel, hier: der Staatsschatz
almusen zebegaben
Almosen zu geben
estrich
Estrich, Fußboden
mamorstainin tafeln
Marmorsteintafel
prust
Brust
mitgabigkeit
Freigiebigkeit
mitligkeit
Mitleid, Barmherzigkeit
Persas
Perser
obsigung
Obsiegung, Sieg
habe vnnd gueter
Habe und Güter, Besitz und Reichtum
xx. helffanten
römisch für '20 Elefanten'
haylan
Heiland