Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das sechst alter Sant kaiser Heinrichs geschlecht der werlt Blat CLXXXVII DIser pawm zaigt an das geschlecht der allerdurchleuechtigisten vnd heilligsten kaiser Heinrichs vnd seiner heilligen gemaheln vnd iunckfrawen kunegundis. die dann vor andern teuetschen koenigen vnd koenigin an heilligkeit des lebens vnd in tugenten geschinen. vnd nach irem tod an vil wunderzaichen geleuechtet haben. vnd in disem pawm bey seiner wurtzel wirdt Luitolfus der hertzog zu sachsen als ein vater des geschlechts. vnnd in seinen esten seine suene vnd enicklein bis auff den heilligen kaiser Heinrichen vnderschiedlich gesetzt. vnnd da bey auch der vrsprung seiner gemahele von dem großen kaiser Karl angezaigt. Zv den zeiten des vnueberwindlichsten kaiser Karls des großen. der dann an vnderlaß wider die abgoettereyschen sachßen vil iar krieget. sie bestritte vnd zum cristenlichen glawben bezwunge hat der durchleuechtigst hertzog Luitolfus zu sachßen das regiment desselben lands angenomen. Der zohe gein rom vnd erlanget vom babst den leichnam sancti innocentii. So fueeret bruno sein eltrer sun krieg wider die Danos vnd ertruncke im meer. do gefiel das sachsisch hertzogthumb auff hertzog Otten den andern sun. Der hett einen sun Heinrich der demueetig gnannt. vnd ein tochter mit namen Baba. Graf Albrechts von Babenberg muoter von der babenberg den namen hat. den von ertoedtung wegen seins bruders cunrats kaiser lundwig (als hieuor gemelt ist) enthawbtet. Als nw derselb kaiser ludwig on Sant kunegunden der kaiserin geschlecht
Das sechste Zeitalter. Das Geschlecht des heiligen Kaisers Heinrichs der Welt. Blatt CLXXXVII. Dieser Baum zeigt das Geschlecht des allerdurchlauchtigsten und heiligsten Kaisers Heinrichs und seiner heiligen Gemahlin und Jungfrau Kunigunde an, die dann vor anderen deutschen Königen und Königinnen an Heiligkeit des Lebens und in Tugenden glänzten und nach ihrem Tod durch viele Wunderzeichen leuchteten. Und in diesem Baum wird bei seiner Wurzel Liudolf, der Herzog zu Sachsen, als ein Vater des Geschlechts, und in seinen Ästen seine Söhne und Enkel bis auf den heiligen Kaiser Heinrich unterschieden gesetzt. Und dabei wird auch der Ursprung seiner Gemahlin von dem großen Kaiser Karl angezeigt. Zu den Zeiten des unüberwindlichsten Kaisers Karls des Großen, der dann ohne Unterlass viele Jahre gegen die abgöttischen Sachsen Krieg führte, sie bestritt und zum christlichen Glauben bezwang, hat der durchlauchtigste Herzog Liudolf zu Sachsen die Herrschaft desselben Landes angenommen. Dieser zog gen Rom und erlangte vom Papst den Leichnam sancti Innocentii. So führte Bruno, sein älterer Sohn, Krieg wider die Dänen und ertrank im Meer. Da fiel das sächsische Herzogtum auf Herzog Otto, den anderen Sohn. Dieser hatte einen Sohn Heinrich, der der Demütige genannt wurde, und eine Tochter mit Namen Baba, die Mutter des Grafen Albrecht von Babenberg, von der Babenberg den Namen hat, den Kaiser Ludwig (wie zuvor gemeldet ist) wegen der Tötung seines Bruders Konrad enthauptete. Als nun derselbe Kaiser Ludwig ohne das Geschlecht der heiligen Kaiserin Kunigunde ----