Schedelsche Weltchronik · Blatt 206

Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 206, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 206, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Linea der bebst // Clemens der dritt CLemens der dritt ein roemer. als er nach empfangnem babstthumb verstund das der cristen sachen in asia teglich mer vnd mer in verlichkeit fieln do vermanet er die cristenlichen fuersten mit gemayner auffordnung das zaichen des haylpern creuetzs an die klaider vnd in das hertz zenemen. vnd gegen den vnglawbigen vmb der glori der ewigen seligkeit willen zu der waffen vnd weer zegreiffen. Solche vermanung des roemischen bischoffs machet auffwegig den roemischen kaiser Friderich barbarossa genant. vnd Philippsen zu franckreich. Richardum zu engelland koenige vnd Oddonem hertzogen zu burgundi. denen dann ein vnzalliche menig der ertzbischofe. bischofe vnnd andrer fuersten nachfolgeten. So zohen auch auß welschem land die Venediger vnd Pisaner. vnd auß Frießland Flandern vnd Dacia mechtige heerßkreftige schiffung zu. So befridet Gwilhelmus der koenig Sicilie dz meer vor den vnglawbigen vnd rawbern. vnd fueeret auß apulia vnd sicilia getrayd zu. Dise fuersten haben darnach in geprauch mancherlay gluecks in asia manlich gefochten. Aber Clemens hat sein gemueet zu richtung vnd ordnung pfaflicher vnd gaystlicher sachen geschickt. vnd ettlicher derselben vnsytten vnd vnwesen mit seiner ernstlichkeit gebessert. Auch sant Laurencien closter außerhalb der mawer gepawt. vnd sant Johanßen tempel mit gewuermeltem werck gezieret. vnnd starb darnach im vierden iar seins babstthumbs. Celestinus der dritt CElestinus der dritt auch ein roemer dauor iacinctus genant vnnd ein cardinal ein alter vnd tugentreicher man nach clemente zu babst erkorn het ein mercklich mißfallen ab der offenbaren widerspennigkeit der von Sicilia die sie wider seinen vorfarn geuebt hetten. also das er ime fuersetzet diselben zestillen vnd zegeschwaygen. Er was ein guot man. der den hernach benanten koenig Heinrichen zu kayser bekroenet. vnd dieweil er leben allen fleiß zu widererobrung der statt Jherusalem vnd des gelobten lands ankeret. Er hat der statt Viterbio den namen gegeben vnnd alda ein bischofliche kirchen gemacht vnd starb im sibenden iar seins babstthumbs. vnd wardt von allen frummen menschen schmertzlich bewaynet. Saladinus koenig SAladinus der koenig egypti wardt nach absterben Noradini des koenigs der sarracen an sein stat als ein starcker vnd in allen dingen gestrenger man erkorn vnd regiret. xvi. iar. alßpald nach angenomnem koenigreich hat er sich gegen dem koenig der egyptier in einen krieg gegeben. ine gefangen vnd erschlagen. vnd alles egyptier land vnd das gantz Syriam erkrieget vnd vnder seinen gewalt bracht. vnd in dem land des koenigreichs Jherusalem mit großem mechtigem heer an vih vnnd lewten rawb vnnd mordt begangen. aber doch dauor zu zwayen maln von Balduino dem koenig (als hieuor steet) niderlag erlidden. Darnach tet er einen heerzug auff Emanuelem den kriechischen koenig. den vberwunde vnd erschluog er. Auß solcher vberwindung wardt er also stoltz vnd hohtragend das er mit heereßkraft wider die cristen fuer Jherusalem zohe vnd dieselben heilligen statt (die die cristenlichen koenig nach koenig Gottfrid. lxxxviii iar inngehabt hetten) als hieuor gemeld ist erobert. vnd vor vnd ee er in den tempel Salomonis gieng den selben tempel mit rosen wasser waschen vnd mit seinem gespenst rainigen hieße. Disem mangelte nichts zu hoehstem lob dann der tittel des cristenlichen namens. Do er sterben solt do schaffet er das man vor seinem leichnam zum grab ein schwartz tuch an einer lantzen vortragen vnd ein scherg vorhergeende schreyen solt. Ich zemer gantzs Asier lands. bring hin allain diss flecklein gewands. wiewol ich was so mechtig reich. das mir kawm ymant wardt gleich. Alpaidis ein fraw ALpaidis die heillig fraw von Cudota lebet vil iar on leipliche speyß. was von schlechten lewten geporn vnd ein vihhuetterin. vnd am leib mager vnd außgehungerts ingewayds. aber von angesihte also schoen vnd leibig als ob sie in vberfluss der wollustperkeit schwebte. Sie ward oft auß englischer laytung in die hoehe gezuckt vnd wiewol sie auff dem gew geporn vnd erzogen was so was sie doch wundeperlicher kluoger rete vnnd fuersichtiger wort. Linea der kaiser // Heinrich der sechst HEinrich der sechst. kaiser Friderichs des ersten sun wardt nach der gepurt cristi tawsent hundert vnnd in dem newntzigisten iar durch wal der churfuersten zu roemischem kuenftigem kaiser erwelet. vnd regiret. viii. iar. Aber er als dauor zu koenig vom vater geordnet empfieng die kron zu Ach. Er het erstlich einen krieg mit den von Coelne. aber er name sie nach ertoedtung des bischofs zu Luettich widerumb zu gnaden Nachfolgend wardt er von babst celestino zu kaiser gekroenet mit dem gedinng das er nach widererobrung des koenigreichs herdißhalb vnnd ihenßhalb des Sicilischen meers mit aigner zerung einen ierlichen zinss bezalen. vnd die land zu der kirchen gehoerende dem babst einantwurten solt. Damit aber solchs destleichtlicher beschehen moecht so verfueeget er das constantia die iunckfraw koenig Normans tochter zu Parnormo in einem closter wesende haymlich darauß gefueert. vnd ime (wiewol sie eltrer dann zu geperung schicklich geachtet was) auß bebstlicher erlawbnus zu der ee vermehelt wardt Also im ersten iar des koenigreichs haben Heinrich vnd sein gemahle Neapolim die stat belegert. aber doch auß vrsachen der zufallenden pestilentz wider in teuetsche lannd gekert. Darnach hat diser Heinrich abermals auff erforderung babsts celestini ein groß mechtigs heer in welsche land gefueert. vnd mit ime daselbst hinein Constanciam seine gemahel. vnd Friderichen seinen sun (den sie vber allermenigclichs hoffnung also alte geporn het) gebracht. vnd on sunder große muoe die statt Neapolim vnd was in welschem land zu dem koenigreich Sicilie gehoert vnd darnach auch dasselb land Sicilie in seinen gewalt gezogen. vnd man saget stettlich das diser heinrich einen vberschwencklichen reichen schatz durch die Normannischen koenig lannge zeit gesammelt haymlich zu seinen handen gebracht. vnd in teuetsche land gesendet het. er wardt von dem babst celestino auß Panormo gein rom gefordert vnd daselbst mancherlay zu widererobrung des heilligen lands vnd Jherusalem gehandelt. Aber wiewol diser Heinrich derselben sachen persoenlich nit vndersteen wolt so saget er doch zu dieselben ding durch sein botschaft vnd anwalt zehandeln. demnach ordnet er den ertzbischoff zu Maintz vnd den hertzogen zu sachßen zu hanndelern diser ding mit befelhe das volck vnd heer auß allem teuetschem lannd zesameln. Zu derselben zeit zohen die sarracen mit großer mechtiger schiffung in hindern Hispaniem vnd legten den koeig castelle in eim streyt ernyder vnd brachten vil land vnd lewt daselbst vnder sich. alda sie dann die großen stat Granatam bis in das. M.cccc.xcii. iar inngehabt haben. Als aber heinrich herwider in das reich keret vnd zu messana in Sicilia schwerlich in krankheit gefallen was. do sendet er sein botschaft zu babst innocentio. dem befalh er sein weib vnd sun. vn Philipsen seinen bruder. dem er die herrschung des gantzen ethrurischen lands vnder dem tittel eins hertzogthumbs verlihen. vnd die pflegnus des roemischen reichs. vnd das regiment des koenigreichs zu sicilia bis zu seins suns vogtpern iaren befolhen het. vnnd als er nw sein gescheft vnnd testament verordnet hett do starb er zu Panormo. Dasselb sein absterben vrsachet in asia vnd auch in teuetschen landen nit wenig zerruedung vnd auffruor. Diser Heinrich was in seinen sachen gestreng. wider die feind kuenmueetig. gabreich. gesprech. von antlitz schoen. mittelmassiger person. kluoger synn. vnd wardt in der Panormitanischen kirchen erlich begraben. Heylynandus ein closterman HElinandus ein closterman ein redper gaistlich vnd gelert mensch hat diser zeyt wesennde ein cronick von allen geschichten des anfangs der werlt bis auff die selben zeit beschriben. vnnd ein groß buoch dauon gemacht. aber dasselb buch ist also zertrennet vnd zertaylet das man es nyndert gantz finden mag. Sunst hat er auch vil anders treffenlichs dings beschriben Azo ein rechtgelerter PApias ein lombardier hat diser zeit als einer in lateinischer vnd kriechischer zungen geuobt einen vocabulari gesamelt vnnd sunst vil schoener sendbrieff gedicht. AZo von Bononia puertig in kaiserlichen werltlichen rechten ein hohgelert man hat diser zeit vil treffenlicher erklerung vnnd außlegung derselben rechten also schoen beschriben das er von andern lerern der rechten ein prunn kaiserlicher gesetz genennt wirdt. MArtinus Basianus ein treffenlicher lerer derselben recht hat auch diser zeit gereichßnet. vnnd wardt von eim andern rechtgelerten ein lucern des rechten vnnd spigel der werlt genant.

Moderne Übersetzung

Abschnitt der Päpste // Clemens III. Clemens III., ein Römer. Als er nach Empfang des Papsttums verstand, dass die christlichen Angelegenheiten in Asien täglich mehr und mehr in Verfall gerieten, da ermahnte er die christlichen Fürsten mit allgemeiner Anordnung, das Zeichen des heilbringenden Kreuzes an die Kleider und in das Herz zu nehmen und gegen die Ungläubigen um der Glorie der ewigen Seligkeit willen zu den Waffen und zur Wehr zu greifen. Solche Ermahnung des römischen Bischofs bewegte den römischen Kaiser Friedrich, genannt Barbarossa, und die Könige Philipp von Frankreich und Richard von England sowie Herzog Otto von Burgund. Diesen folgten dann eine unzählige Menge von Erzbischöfen, Bischöfen und anderen Fürsten. So zogen auch aus Welschland die Venezianer und Pisaner, und aus Friesland, Flandern und Dacia mächtige, heereskräftige Schiffe hinzu. So befriedete Wilhelm, der König von Sizilien, das Meer vor den Ungläubigen und Räubern und führte aus Apulien und Sizilien Getreide zu. Diese Fürsten haben danach im Wechsel mancherlei Glücks in Asien mannhaft gefochten. Aber Clemens hat seinen Sinn auf die Regelung und Ordnung geistlicher Angelegenheiten gerichtet und etliche Unsitten und Missstände derselben mit seiner Ernsthaftigkeit gebessert. Auch baute er das Kloster Sankt Laurentius außerhalb der Mauern und zierte den Tempel Sankt Johannes mit gewundenem Werk und starb danach im vierten Jahr seines Papsttums. Coelestin III. Coelestin III., auch ein Römer, zuvor Hyazinth genannt und ein Kardinal, ein alter und tugendreicher Mann, wurde nach Clemens zum Papst erwählt. Er hatte ein merkliches Missfallen an der offenbaren Widerspenstigkeit der Sizilianer, die sie gegen seinen Vorgänger geübt hatten, so dass er sich vornahm, diese zu stillen und zu besänftigen. Er war ein guter Mann, der den hiernach benannten König Heinrich zum Kaiser krönte und solange er lebte, allen Fleiß auf die Wiedereroberung der Stadt Jerusalem und des Gelobten Landes richtete. Er gab der Stadt Viterbo den Namen und errichtete dort eine bischöfliche Kirche und starb im siebten Jahr seines Papsttums und wurde von allen frommen Menschen schmerzlich beweint. Saladin, König Saladin, der König Ägyptens, wurde nach dem Ableben Nur ad-Dins, des Königs der Sarazenen, an dessen Stelle als ein starker und in allen Dingen strenger Mann erwählt und regierte 16 Jahre. Sogleich nach der Annahme des Königreichs begab er sich in einen Krieg gegen den König der Ägypter, nahm ihn gefangen und erschlug ihn und eroberte das ganze Ägyptenland und ganz Syrien und brachte es unter seine Gewalt und im Land des Königreichs Jerusalem mit großem, mächtigem Heer Raub und Mord an Vieh und Leuten beging, aber doch zuvor zweimal von König Balduin (wie zuvor steht) eine Niederlage erlitten hatte. Danach unternahm er einen Feldzug gegen Manuel, den griechischen König; diesen überwand und erschlug er. Aus solcher Überwindung wurde er so stolz und hochmütig, dass er mit Heereskraft gegen die Christen vor Jerusalem zog und dieselbe heilige Stadt (die die christlichen Könige nach König Gottfried 88 Jahre innegehabt hatten), wie zuvor gemeldet, eroberte und bevor er in den Tempel Salomos ging, befahl er, denselben Tempel mit Rosenwasser zu waschen und mit seinem Weihwasser zu reinigen. Diesem mangelte nichts zum höchsten Lob als der Titel des christlichen Namens. Als er sterben sollte, befahl er, dass man vor seinem Leichnam zum Grab ein schwarzes Tuch an einer Lanze vortragen und ein Herold vorangehend rufen sollte: „Ich, der ich ganz Asienland beherrsche, bringe nur dieses Fleckchen Gewand mit. Obwohl ich so mächtig und reich war, dass mir kaum jemand gleichkam.“ Alpaidis, eine Frau Alpaidis, die heilige Frau von Cudota, lebte viele Jahre ohne leibliche Speise. Sie war von einfachen Leuten geboren und eine Viehhüterin und am Leib mager und mit ausgehungertem Eingeweide, aber von Angesicht so schön und wohlgenährt, als ob sie im Überfluss der Wollust schwebte. Sie wurde oft durch engelhafte Leitung in die Höhe entrückt und obwohl sie auf dem Land geboren und erzogen war, so war sie doch voll wunderbar kluger Ratschläge und vorausschauender Worte. Abschnitt der Kaiser // Heinrich VI. Heinrich VI., Sohn Kaiser Friedrichs des Ersten, wurde nach der Geburt Christi im Jahr 1190 durch Wahl der Kurfürsten zum zukünftigen römischen Kaiser erwählt und regierte 8 Jahre. Aber er, wie zuvor vom Vater zum König bestimmt, empfing die Krone in Aachen. Er hatte erstlich einen Krieg mit den Kölnern, aber er nahm sie nach der Tötung des Bischofs von Lüttich wieder zu Gnaden. Nachfolgend wurde er von Papst Coelestin zum Kaiser gekrönt mit der Bedingung, dass er nach Wiedereroberung des Königreichs diesseits und jenseits des Sizilischen Meeres mit eigener Kosten einen jährlichen Zins zahlen und die der Kirche gehörenden Länder dem Papst übergeben sollte. Damit aber solches desto leichter geschehen möge, verfügte er, dass Constantia, die Jungfrau, Tochter eines normannischen Königs, die in Palermo in einem Kloster lebte, heimlich daraus geführt und ihm (obwohl sie älter war, als dass sie zur Geburt geeignet schien) aus päpstlicher Erlaubnis zur Ehe vermählt wurde. Also im ersten Jahr des Königreichs belagerten Heinrich und seine Gemahlin die Stadt Neapel, kehrten aber doch aus Ursachen der zufallenden Pestilenz wieder in deutsche Lande zurück. Danach führte dieser Heinrich abermals auf Anforderung Papst Coelestins ein großes, mächtiges Heer in welsche Lande und brachte mit sich dorthin Constantia, seine Gemahlin, und Friedrich, seinen Sohn (den sie wider aller Leute Hoffnung so alt geboren hatte). Und ohne besondere große Mühe zog er die Stadt Neapel und was in welschem Land zum Königreich Sizilien gehört, und danach auch dasselbe Land Sizilien in seinen Gewalt. Und man sagt allgemein, dass dieser Heinrich einen überaus reichen Schatz, der von den normannischen Königen lange Zeit gesammelt worden war, heimlich in seine Hände gebracht und in deutsche Lande gesendet hatte. Er wurde von Papst Coelestin aus Palermo nach Rom gefordert und dort mancherlei zur Wiedereroberung des Heiligen Landes und Jerusalems verhandelt. Aber obwohl dieser Heinrich sich derselben Sache persönlich nicht unterziehen wollte, so sagte er doch zu, dieselben Dinge durch seine Botschaft und seinen Anwalt zu behandeln. Demnach ordnete er den Erzbischof von Mainz und den Herzog von Sachsen als Unterhändler dieser Dinge an, mit dem Befehl, Volk und Heer aus allem deutschen Land zu sammeln. Zu derselben Zeit zogen die Sarazenen mit großer, mächtiger Flotte ins hintere Hispanien und besiegten den König von Kastilien in einem Streit und brachten viel Land und Leute dort unter sich, wo sie dann die große Stadt Granada bis ins Jahr 1492 innegehabt haben. Als aber Heinrich wieder in das Reich zurückkehrte und in Messina auf Sizilien schwer erkrankt war, da sandte er seine Botschaft zu Papst Innozenz, dem er seine Frau und seinen Sohn und Philipp, seinen Bruder, befahl, dem er die Herrschaft des ganzen Etrurien...

Anmerkungen

Linea der bebst
Abschnitt der Päpste
babstthumb
Papsttum
verlichkeit
Verfall, Niedergang
gemayner auffordnung
allgemeine Anordnung
zaichen des haylpern creuetzs
Zeichen des heilbringenden Kreuzes
weer zegreiffen
zur Wehr greifen
auffwegig
bewegte, veranlasste
Friderich barbarossa
Friedrich I. Barbarossa, römisch-deutscher Kaiser
Philippsen zu franckreich
Philipp II. August von Frankreich
Richardum zu engelland
Richard I. Löwenherz von England
Oddonem hertzogen zu burgundi
Otto I. von Burgund
vnzalliche menig
unzählige Menge
welschem land
Welschland (historische Bezeichnung für romanischsprachige Gebiete, hier Italien)
Pisaner
Einwohner von Pisa
Frießland
Friesland
Dacia
Dänemark (historische Bezeichnung)
mechtige heerßkreftige schiffung zu
mächtige, heereskräftige Flotte hinzu
Gwilhelmus der koenig Sicilie
Wilhelm II., König von Sizilien
dz meer
das Meer
rawbern
Räubern
Apulia
Apulien
getrayd zu
Getreide hinzu
geprauch mancherlay gluecks
im Wechsel mancherlei Glücks
manlich gefochten
mannhaft gefochten
gemueet zu richtung vnd ordnung pfaflicher vnd gaystlicher sachen geschickt
seinen Sinn auf die Regelung und Ordnung geistlicher Angelegenheiten gerichtet
vnsytten vnd vnwesen
Unsitten und Missstände
sant Laurencien closter
Kloster Sankt Laurentius
mawer gepawt
Mauern gebaut
sant Johanßen tempel
Tempel Sankt Johannes
gewuermeltem werck
gewundenem, ornamentiertem Werk
iar
Jahr
Celestinus der dritt
Coelestin III., Papst
dauor iacinctus genant
zuvor Hyazinth genannt
cardinal
Kardinal
babst erkorn
zum Papst erwählt
mercklich mißfallen ab
merkliches Missfallen an
offenbaren widerspennigkeit
offenbaren Widerspenstigkeit
vorfarn
Vorgänger
ime fuersetzet diselben zestillen vnd zegeschwaygen
sich vornahm, diese zu stillen und zu besänftigen
hernach benanten koenig Heinrichen
hiernach benannten König Heinrich VI.
bekroenet
krönte
ankeret
richtete, wandte
Jherusalem
Jerusalem
Viterbio
Viterbo
bischofliche kirchen gemacht
bischöfliche Kirche errichtet
schmertzlich bewaynet
schmerzlich beweint
Saladinus koenig
Saladin, Sultan von Ägypten und Syrien
egypti
Ägypten
absterben Noradini
Ableben Nur ad-Dins, Sultan von Syrien
sarracen
Sarazenen (historische Bezeichnung für Muslime)
xvi.
römisch für 16
alßpald
sogleich
angenomnem koenigreich
Annahme des Königreichs
ine gefangen vnd erschlagen
ihn gefangen und erschlug ihn
Syriam
Syrien
erkrieget
eroberte
vih vnnd lewten
Vieh und Leuten
rawb vnnd mordt begangen
Raub und Mord beging
dauor zu zwayen maln
zuvor zweimal
Balduino dem koenig
Balduin IV., König von Jerusalem
hieuor steet
wie zuvor steht
niderlag erlidden
Niederlage erlitten
heerzug auff
Feldzug gegen
Emanuelem den kriechischen koenig
Manuel I. Komnenos, byzantinischer Kaiser
vberwunde vnd erschluog er
überwand und erschlug er
hohtragend
hochmütig
heereßkraft
Heereskraft
fuer Jherusalem zohe
vor Jerusalem zog
heilligen statt
heilige Stadt
koenig Gottfrid
Gottfried von Bouillon, erster Herrscher des Königreichs Jerusalem
lxxxviii
römisch für 88
inngehabt hetten
innegehabt hatten
hieuor gemeld
wie zuvor gemeldet
vor vnd ee
bevor
tempel Salomonis
Tempel Salomos
gespenst rainigen hieße
Weihwasser zu reinigen befahl
Disem mangelte nichts zu hoehstem lob dann der tittel des cristenlichen namens
Diesem mangelte nichts zum höchsten Lob als der Titel des christlichen Namens
Do er sterben solt do schaffet er das man vor seinem leichnam zum grab ein schwartz tuch an einer lantzen vortragen vnd ein scherg vorhergeende schreyen solt
Als er sterben sollte, befahl er, dass man vor seinem Leichnam zum Grab ein schwarzes Tuch an einer Lanze vortragen und ein Herold vorangehend rufen sollte
Ich zemer gantzs Asier lands. bring hin allain diss flecklein gewands. wiewol ich was so mechtig reich. das mir kawm ymant wardt gleich
„Ich, der ich ganz Asienland beherrsche, bringe nur dieses Fleckchen Gewand mit. Obwohl ich so mächtig und reich war, dass mir kaum jemand gleichkam.“ (Saladins Todesruf)
ALpaidis
Alpaidis von Cudota (Heilige)
Cudota
Cudota (Ort, Herkunft der Heiligen Alpaidis)
on leipliche speyß
ohne leibliche Speise
schlechten lewten
einfachen Leuten
vihhuetterin
Viehhüterin
am leib mager vnd außgehungerts ingewayds
am Leib mager und mit ausgehungertem Eingeweide
von angesihte
von Angesicht
schoen vnd leibig
schön und wohlgenährt
vberfluss der wollustperkeit
Überfluss der Wollust
englischer laytung
engelhafter Leitung
hoehe gezuckt
in die Höhe entrückt
auff dem gew geporn vnd erzogen
auf dem Land geboren und erzogen
wundeperlicher kluoger rete vnnd fuersichtiger wort
wunderbar kluger Ratschläge und vorausschauender Worte
Linea der kaiser
Abschnitt der Kaiser
Heinrich der sechst
Heinrich VI., römisch-deutscher Kaiser
Friderichs des ersten sun
Sohn Kaiser Friedrichs I. Barbarossa
gepurt cristi tawsent hundert vnnd in dem newntzigisten iar
nach der Geburt Christi im Jahr 1190
wal der churfuersten
Wahl der Kurfürsten
roemischem kuenftigem kaiser erwelet
zum zukünftigen römischen Kaiser erwählt
viii.
römisch für 8
kron zu Ach
Krone in Aachen
Coelne
Köln
ertoedtung des bischofs zu Luettich
Tötung des Bischofs von Lüttich
widerumb zu gnaden
wieder zu Gnaden
gedinng
Bedingung
widererobrung des koenigreichs herdißhalb vnnd ihenßhalb des Sicilischen meers
Wiedereroberung des Königreichs diesseits und jenseits des Sizilischen Meeres
aigner zerung
eigener Kosten
ierlichen zinss bezalen
jährlichen Zins zahlen
land zu der kirchen gehoerende dem babst einantwurten solt
der Kirche gehörenden Länder dem Papst übergeben sollte
constantia die iunckfraw koenig Normans tochter zu Parnormo in einem closter wesende haymlich darauß gefueert
Constantia, die Jungfrau, Tochter eines normannischen Königs (Wilhelm II. von Sizilien), die in Palermo in einem Kloster lebte, heimlich daraus geführt wurde
ime (wiewol sie eltrer dann zu geperung schicklich geachtet was) auß bebstlicher erlawbnus zu der ee vermehelt wardt
und ihm (obwohl sie älter war, als dass sie zur Geburt geeignet schien) aus päpstlicher Erlaubnis zur Ehe vermählt wurde
Neapolim
Neapel
aus vrsachen der zufallenden pestilentz
aus Ursachen der zufallenden Pestilenz
teuetsche lannd
deutsche Lande
abermals auff erforderung
abermals auf Anforderung
Constanciam seine gemahel
Constantia, seine Gemahlin
Friderichen seinen sun (den sie vber allermenigclichs hoffnung also alte geporn het) gebracht
Friedrich, seinen Sohn (den sie wider aller Leute Hoffnung so alt geboren hatte)
on sunder große muoe
ohne besondere große Mühe
stettlich
allgemein, ständig
vberschwencklichen reichen schatz
überaus reichen Schatz
Normannischen koenig lannge zeit gesammelt
von den normannischen Königen lange Zeit gesammelt
haymlich zu seinen handen gebracht
heimlich in seine Hände gebracht
Panormo
Palermo
gein rom gefordert
nach Rom gefordert
mancherlay zu widererobrung des heilligen lands vnd Jherusalem gehandelt
mancherlei zur Wiedereroberung des Heiligen Landes und Jerusalems verhandelt
wiewol diser Heinrich derselben sachen persoenlich nit vndersteen wolt so saget er doch zu dieselben ding durch sein botschaft vnd anwalt zehandeln
obwohl dieser Heinrich sich derselben Sache persönlich nicht unterziehen wollte, so sagte er doch zu, dieselben Dinge durch seine Botschaft und seinen Anwalt zu behandeln
ertzbischoff zu Maintz
Erzbischof von Mainz
hertzogen zu sachßen
Herzog von Sachsen
hanndelern diser ding
Unterhändler dieser Dinge
befelhe das volck vnd heer auß allem teuetschem lannd zesameln
Befehl, Volk und Heer aus allem deutschen Land zu sammeln
schiffung
Flotte
hindern Hispaniem
hinteres Hispanien (Südspanien)
koeig castelle
König von Kastilien
in eim streyt ernyder
in einem Streit besiegten
Granatam
Granada
M.cccc.xcii.
römisch für 1492
messana
Messina
babst innocentio
Papst Innozenz III.
Philipsen seinen bruder
Philipp von Schwaben, seinen Bruder
ethruri
Etrurien (historische Region in Italien, Textende)