Schedelsche Weltchronik · Blatt 230

Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 230, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 230, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Das sechst alter PRag ein hawbtstatt des Behmischen koenigreichs ist ein fast große stat. der beschreibung von irs alters wegen billich vorlangst gesetzt solt worden sein. Aber nach dem kaiser Karl der vierd: der behmisch koenig vil großtetiger gedechtnußwirdiger sachen bey diser statt geuebet hat so ist ir beschreibung bis nach meldung solcher seiner henndel ansteend bliben. Nw dise statt Prag hat (als die behmischen historien sagen) nach den zeitten des patriarchen Abrahe anfang gehabt. vnd ist ein erber koenigclicher bischoflicher stuol. vnd in drey tayl. nemlich in klein prag. alt prag vnd new prag getailt. Klein prag begreift die lingken seytten der Mulda vnd beruert den berg auff dem dann der koenigclich hoff vnnd sant Veits bischofliche thumkirch ligt. Alt prag ligt gantz in einer ebne. mit großtatigen hohloeblichen gepewen gezieret. Auß derselben alten statt kombt man in die klainen vber ein staynine prugken. die hat .xxiiii. schwinbogen. So ist die new statt von der alten mit eim tieffen graben gesuendert. vnd vmb vnd vmb mit mawrn bewaret. Dise statt ist fast weyt vnd streckt sich bis an sant Karls vnd sant Katherinen berg vnd bis an den vischerat. der dann in gestalt eins schloss gepawt ist. Daselbst ist das collegium der schuol. Dise statt ist hohberuembt vnd namhaftig in behmerland. das dann zu teuetschen lannden gehoert. vnnd ligt schier alle gein den lueften mitternacht. vnd hat ein rotunde gestalt. vnd allenthalben vom mittel an die oerter drey tagrayse vnd einen wald gantz vmb sich. vnd wirdt mit vil flueßen befeuechtigt. darunder ist die Mulda der groesist. die dann in die hawbtstatt Prag fleueßt. Als nw des namenshalben diser stat wie die gehaißen werden solt zwaiung entstund do verordnet Libussa die fuerstin das man auß der wercklewten einen der zum ersten begegnet fragen solt was er machet. alßdann solt die statt nach dem ersten wort desselben werckmans antwurt genambt werden. also ward erstlich ein zymmerman gefragt. der sprach er machet ein geschwel. das heißt nach behmischem gezuenge praha. von dannen her wardt dise statt mit verzucktem wort Praga genannt. In disem land haben die Amasonischen weiber ettliche zeit. vnnd darnach hertzogen geherrschet bis auff Vratislaum den ersten koenig. der dann nach der gepurt cristi .M.lxxxvi. zu Mayntz in versamlung der fuersten von kaiser Heinrichen dem fuenfften zu koenig zu beheim erklert. vnd merhern. schlesia vnd lausitzerland demselben behmischen koenigreich zugewendt ward der werlt Blat CCXXX Darauff ward Gilbertus ertzbischoff zu Tryer mit disem Vratislao gein Prag gesendet. denselben Vratislaem vor der landschaft zu koenig zesalben vnd mit koenigclichen wirden zezieren. Derselb Vratislaus hat mit verwilligung babsts Alexandri des dritten ein versamlung geregelter chorherren in dem Pragischen schloss auffgerichtet. darinn sich dann nicht allain der probst sunder auch der techant vnnd der briester. ewangelier vnnd epistler so sie die goettlichen ambt halten bischoflicher zierde geprauchen. vnd der probst ein cantzler des koenigreichs genannt gepraucht sich auch fuerstlicher wirdigkeit. Ettlich sagen Behmer land sey durch kaiser Friderichen den ersten auß eim hertzogthumb zu eim koenigreich erhebt worden. Darnach hat graff Vlrich zu kerndten der keynen manlichen erben het von Othocaro dem behmischen koenig gelt empfangen vnd ime darfuer Kerndten Crayn die Windischen marck vnd Portunaw vbergeben. Zu letst bey zeiten kaiser Karls des vierden ist das behmisch koenigreich in großer mechtigkeit glori vnd wunderperlicher zunemung gestanden. also das kein koenigreich in gantzem Europa dem behmischen gegleichen mocht. an manigfeltigkeit. koestlichkeit. vnd zierlichkeit der kirchen vnd gotzhewser. mit hohen. herrlichen. weyten. huebschen. wercklichen. liechten vnnd scheinperlichen gepewen auffgerichtet. vnd mit schoenen koestlichen silberinen vnd guldinen ornaten. klaynaten. edelmgestayn. klaydungen vnd zierden begabet. vnd nicht allain in stetten sunder auch in doerffern. Vnder andern was ein koestlich closter zu Prag an der Mulda gelegen. daselbstinn hetten die behmischen koenig ire begrebnus. In demselben closter was außerhalb anders seins koestlichen vnd gedechtnußwirdigen gepews ein weyter schoener vieregketer creuetzgang. darinn was das alt vnd new testament von anbegynn des geschoepfs bis auff sant Johans heymliche offenbarung in tafeln mit soelchen schoenen foelligen buochstaben geschriben das es ein yeder vom hoehsten bis herab leichtlich lesen mocht Diss behmer land was ein plumm der sueßigkeit. das ettwen vnder den fuersten vnd koenigen einen sueßen ruoch vnd geschmack von ime gabe. Aber nw hat es layder einen vberrueechenden gestanck. got woel das er schier widerumb zu sueßem geruechde vnnd schmack gelang. Die historien diss bemischen lands vnnd geschihten seiner koenig hat babst Pius der ander gar treffenlich beschriben. Prag

Moderne Übersetzung

Das sechste Zeitalter. Prag, eine Hauptstadt des Böhmischen Königreichs, ist eine sehr große Stadt. Ihre Beschreibung hätte ihrer Bedeutung und ihres Alters wegen billigerweise schon längst erfolgen sollen. Aber nachdem Kaiser Karl IV., der böhmische König, viele großartige, denkwürdige Taten in dieser Stadt vollbracht hat, ist ihre Beschreibung bis nach der Erwähnung solcher seiner Handlungen aufgeschoben worden. Nun, diese Stadt Prag hat (wie die böhmischen Historien berichten) nach den Zeiten des Patriarchen Abraham ihren Anfang genommen und ist ein ehrwürdiger königlicher und bischöflicher Stuhl (Sitz) und in drei Teile, nämlich in Klein Prag, Alt Prag und Neu Prag geteilt. Klein Prag umfasst die linke Seite der Moldau und berührt den Berg, auf dem dann der königliche Hof und die bischöfliche Domkirche des heiligen Veit liegt. Alt Prag liegt ganz in einer Ebene, mit großartigen, hochlöblichen Gebäuden geziert. Aus derselben alten Stadt gelangt man in die Kleinseite über eine steinerne Brücke, die 24 Schwibbögen hat. So ist die Neustadt von der Altstadt mit einem tiefen Graben getrennt und ringsum mit Mauern bewehrt. Diese Stadt ist sehr weitläufig und erstreckt sich bis an den Berg des heiligen Karl und der heiligen Katharina und bis an den Fischerhut, der dann in Gestalt eines Schlosses gebaut ist. Daselbst ist das Kollegium der Schule. Diese Stadt ist hochberühmt und namhaft in Böhmen, das dann zu den deutschen Landen gehört und liegt fast ganz gegen Norden und hat eine runde Gestalt, und ringsum vom Mittelpunkt an die Orte drei Tagesreisen und einen Wald ganz um sich und wird mit vielen Flüssen bewässert, darunter ist die Moldau der größte, die dann in die Hauptstadt Prag fließt. Als nun wegen des Namens dieser Stadt, wie sie heißen sollte, Zwietracht entstand, da ordnete Libussa, die Fürstin, an, dass man von den Werkleuten einen, der zuerst begegnet, fragen sollte, was er machet. Als dann sollte die Stadt nach dem ersten Wort der Antwort desselben Werkmanns benannt werden. Also wurde erstlich ein Zimmermann gefragt, der sprach, er mache ein Geschwell, das heißt nach böhmischem Zungenfall „Praha“. Von dannen her wurde diese Stadt mit dem verkürzten Wort „Praga“ genannt. In diesem Land haben die Amazonischen Weiber einige Zeit und darnach Herzöge geherrscht bis auf Vratislav I., den ersten König, der dann nach der Geburt Christi 1086 zu Mainz in einer Versammlung der Fürsten von Kaiser Heinrich V. zum König von Böhmen erklärt und Mähren, Schlesien und das Lausitzer Land demselben böhmischen Königreich zugewendet wurde. (Weltchronik, Blatt 230) Daraufhin wurde Gilbert, Erzbischof zu Trier, mit diesem Vratislav nach Prag gesandt, denselben Vratislav vor der Landschaft (dem Land) zum König zu salben und mit königlichen Würden zu zieren. Derselbe Vratislav hat mit Einwilligung Papst Alexanders III. eine Versammlung geregelter Chorherren im Prager Schloss aufgerichtet (gegründet), darin sich dann nicht allein der Propst, sondern auch der Dechant und die Priester, Evangelisten und Epistelschüler, wenn sie die göttlichen Ämter halten, bischöflicher Zierde bedienen. Und der Propst, ein Kanzler des Königreichs genannt, bedient sich auch fürstlicher Würdigkeit. Etliche sagen, Böhmen sei durch Kaiser Friedrich I. aus einem Herzogtum zu einem Königreich erhoben worden. Darnach hat Graf Ulrich von Kärnten, der keine männlichen Erben hatte, von Ottokar, dem böhmischen König, Geld empfangen und ihm dafür Kärnten, Krain, die Windische Mark und Portenau übergeben. Zuletzt, zu Zeiten Kaiser Karls IV., ist das böhmische Königreich in großer Macht, Ruhm und wunderbarer Zunahme gestanden, so dass kein Königreich in ganz Europa dem böhmischen gleichen mochte an Mannigfaltigkeit, Köstlichkeit und Zierlichkeit der Kirchen und Gotteshäuser, mit hohen, herrlichen, weiten, hübschen, kunstvollen, lichten und prächtigen Gebäuden aufgerichtet und mit schönen, köstlichen silbernen und goldenen Ornamenten, Kleinodien, Edelsteinen, Kleidern und Zierden begabt, und nicht allein in Städten, sondern auch in Dörfern. Unter anderem war ein köstliches Kloster zu Prag an der Moldau gelegen, daselbst hatten die böhmischen Könige ihre Begräbnisstätte. In demselben Kloster war, abgesehen von seinen anderen köstlichen und denkwürdigen Gebäuden, ein weiter, schöner, viereckiger Kreuzgang, darin war das Alte und Neue Testament vom Anbeginn der Schöpfung bis auf die geheime Offenbarung des heiligen Johannes in Tafeln mit solchen schönen, vollen Buchstaben geschrieben, dass es ein jeder vom Höchsten bis herab leichtlich lesen mochte. Dieses Böhmen war eine Blume der Süßigkeit, die ehedem unter den Fürsten und Königen einen süßen Geruch und Geschmack von sich gab. Aber nun hat es leider einen überriechenden Gestank. Gott wolle, dass er schier wieder zu süßem Geruch und Geschmack gelange. Die Historien dieses böhmischen Landes und die Geschichten seiner Könige hat Papst Pius II. gar trefflich beschrieben. Prag ----

Anmerkungen

sechst alter
sechstes Zeitalter (der Weltgeschichte, nach der Einteilung der Schedelschen Weltchronik)
PRag
Prag
hawbtstatt
Hauptstadt
Behmischen koenigreichs
Böhmisches Königreich
fast
sehr
irs alters wegen
ihres Alters wegen, wegen ihrer Bedeutung und ihres Alters
billich
billigerweise, zu Recht
vorlangst gesetzt solt worden sein
schon längst hätte gesetzt/erwähnt werden sollen
kaiser Karl der vierd
Kaiser Karl IV. (1316–1378), römisch-deutscher Kaiser und König von Böhmen
großtetiger
großtätiger, großartiger
gedechtnußwirdiger
gedächtniswürdiger, denkwürdiger
geuebet
geübt, vollbracht
henndel
Handlungen, Taten
ansteend bliben
anstehend geblieben, aufgeschoben
Nw
Nun
behischen historien
böhmische Historien/Geschichtsschreibung
patriarchen Abrahe
Patriarch Abraham
erber
ehrbar, ehrwürdig
koenigclicher
königlicher
bischoflicher stuol
bischöflicher Stuhl, Bischofssitz
tayl
Teile
nemlich
nämlich
klein prag. alt prag vnd new prag
Klein Prag (Malá Strana), Alt Prag (Staré Město) und Neu Prag (Nové Město), historische Stadtteile Prags
lingken seytten
linke Seite
Mulda
Moldau, Fluss in Tschechien
beruert
berührt
koenigclich hoff
königlicher Hof, die Prager Burg
sant Veits bischofliche thumkirch
bischöfliche Domkirche des heiligen Veit, der Veitsdom in Prag
ebne
Ebene
großtatigen hohloeblichen gepewen
großartigen, hochlöblichen Gebäuden
klainen
die Kleine, hier: Kleinseite (Malá Strana)
staynine prugken
steinerne Brücke, die Karlsbrücke in Prag
.xxiiii.
römisch für 24
schwinbogen
Schwibbögen, Brückenbögen
new statt
Neustadt (Nové Město)
gesuendert
gesondert, getrennt
vmb vnd vmb
ringsherum
mawrn bewaret
mit Mauern bewehrt/geschützt
fast weyt
sehr weitläufig
streckt sich bis an
erstreckt sich bis an
sant Karls vnd sant Katherinen berg
Berg des heiligen Karl und der heiligen Katharina, bezieht sich auf Kirchen und Klöster in der Prager Neustadt
vischerat
Fischerhut, ein Ortsteil oder Gebäude in Prag
gepawt
gebaut
collegium der schuol
Kollegium der Schule, hier wohl die Karls-Universität
hohberuembt
hochberühmt
namhaftig
namhaft, bekannt
behmerland
Böhmen
teuetschen lannden
deutsche Lande
schier alle
fast ganz
gein den lueften mitternacht
gegen die Lüfte Mitternacht, d.h. gegen Norden
rotunde gestalt
runde Gestalt
allenthalben vom mittel an die oerter
ringsherum vom Mittelpunkt an die Orte
drey tagrayse
drei Tagesreisen, eine alte Maßeinheit für Entfernung
flueßen befeuechtigt
Flüssen bewässert
groesist
größte
namenshalben
namenshalber, wegen des Namens
gehaißen werden solt
heißen sollte
zwaiung entstund
Zwietracht entstand
verordnet
verordnete, anordnete
Libussa die fuerstin
Libussa, die Fürstin, mythische Stammmutter der Přemysliden
wercklewten
Werksleute, Arbeiter
begegnet
begegnet
machet
macht
alßdann
als dann
antwurt genambt werden
Antwort benannt werden
zymmerman
Zimmermann
geschwel
Geschwell, Türschwelle
behischem gezuenge
böhmischem Zungenfall/Sprache
praha
Praha, tschechischer Name für Prag
verzucktem wort
verkürztem Wort
Amasonischen weiber
Amazonische Weiber, Amazonen, mythisches Volk von Kriegerinnen
ettliche zeit
einige Zeit
geherrschet
geherrscht
bis auff
bis auf
Vratislaum den ersten koenig
Vratislav I. (ca. 1032–1092), erster König von Böhmen
gepurt cristi
Geburt Christi
.M.lxxxvi.
römisch für 1086
Mayntz
Mainz
versamlung der fuersten
Versammlung der Fürsten, Reichstag
kaiser Heinrichen dem fuenfften
Kaiser Heinrich V. (1086–1125), römisch-deutscher Kaiser
zu koenig zu beheim erklert
zum König von Böhmen erklärt
merhern
Mähren, historische Region
schlesia
Schlesien, historische Region
lausitzerland
Lausitzer Land, historische Region
zugewendt ward
zugewendet wurde
der werlt Blat CCXXX
der Welt Blatt 230, Verweis auf die Schedelsche Weltchronik, Blatt CCXXX = 230
Gilbertus ertzbischoff zu Tryer
Gilbert, Erzbischof zu Trier (Amtszeit 1089–1124)
gein Prag gesendet
nach Prag gesandt
zesalben
zu salben
koenigclichen wirden zezieren
mit königlichen Würden zu zieren
verwilligung babsts Alexandri des dritten
Einwilligung Papst Alexanders III. (Amtszeit 1159–1181)
versamlung geregelter chorherren
Versammlung geregelter Chorherren, d.h. ein Chorherrenstift
auffgerichtet
aufgerichtet, gegründet
nicht allain der probst sunder auch der techant vnnd der briester
nicht allein der Propst, sondern auch der Dechant und die Priester
ewangelier vnnd epistler
Evangelisten und Epistelschüler, d.h. die, die Evangelium und Epistel lesen
goettlichen ambt halten
göttliche Ämter halten, Gottesdienst feiern
bischoflicher zierde geprauchen
sich bischöflicher Zierde bedienen
cantzler des koenigreichs
Kanzler des Königreichs
gepraucht sich auch fuerstlicher wirdigkeit
sich auch fürstlicher Würdigkeit bedient
Ettlich sagen
Etliche sagen
Behmer land
Böhmen
kaiser Friderichen den ersten
Kaiser Friedrich I. Barbarossa (ca. 1122–1190), römisch-deutscher Kaiser
hertzogthumb
Herzogtum
erhebt worden
erhoben worden
graff Vlrich zu kerndten
Graf Ulrich von Kärnten, vermutlich Ulrich III. von Kärnten (ca. 1220–1269)
keynen manlichen erben het
keine männlichen Erben hatte
Othocaro dem behmischen koenig
Ottokar, dem böhmischen König, vermutlich Ottokar II. Přemysl (ca. 1232–1278)
gelt empfangen
Geld empfangen
ime darfuer
ihm dafür
Kerndten
Kärnten, Herzogtum
Crayn
Krain, Markgrafschaft
Windischen marck
Windische Mark, historische Region
Portunaw
Portenau, historischer Name für Pordenone oder eine ähnliche Region
vbergeben
übergeben
Zu letst bey zeiten
Zuletzt, zu Zeiten
mechtigkeit glori vnd wunderperlicher zunemung
Macht, Ruhm und wunderbarer Zunahme
gegleichen mocht
gleichen mochte
manigfeltigkeit
Mannigfaltigkeit
koestlichkeit
Köstlichkeit
zierlichkeit der kirchen vnd gotzhewser
Zierlichkeit der Kirchen und Gotteshäuser
huebschen
hübschen
wercklichen
kunstvollen, werkgerechten
liechten vnnd scheinperlichen gepewen
lichten und scheinbaren/prächtigen Gebäuden
koestlichen silberinen vnd guldinen ornaten
köstlichen silbernen und goldenen Ornamenten
klaynaten
Kleinodien
edelmgestayn
Edelsteinen
klaydungen vnd zierden begabet
Kleidern und Zierden begabt
nicht allain in stetten sunder auch in doerffern
nicht allein in Städten, sondern auch in Dörfern
koestlich closter
köstliches Kloster
begrebnus
Begräbnisstätte
außerhalb anders seins koestlichen vnd gedechtnußwirdigen gepews
abgesehen von seinen anderen köstlichen und denkwürdigen Gebäuden
weyter schoener vieregketer creuetzgang
weiter, schöner, viereckiger Kreuzgang
anbegynn des geschoepfs
Anbeginn der Schöpfung
sant Johans heymliche offenbarung
geheime Offenbarung des heiligen Johannes, d.h. die Apokalypse
tafeln
Tafeln
schoenen foelligen buochstaben
schönen, vollen Buchstaben
ein yeder vom hoehsten bis herab
ein jeder vom Höchsten bis herab, d.h. von oben bis unten
plumm der sueßigkeit
Blume der Süßigkeit
ettwen
ehedem, einst
sueßen ruoch vnd geschmack
süßen Geruch und Geschmack
nw hat es layder
nun hat es leider
vberrueechenden gestanck
überriechenden Gestank
got woel
Gott wolle
schier widerumb
schier wieder, bald wieder
sueßem geruechde vnnd schmack gelang
zu süßem Geruch und Geschmack gelange
historien diss bemischen lands vnnd geschihten seiner koenig
Historien dieses böhmischen Landes und die Geschichten seiner Könige
babst Pius der ander
Papst Pius II. (1405–1464), auch bekannt als Enea Silvio Piccolomini
gar treffenlich beschriben
gar trefflich beschrieben