Schedelsche Weltchronik · Blatt 231

Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger

Schedelsche Weltchronik Blatt 231, linke Seite Schedelsche Weltchronik Blatt 231, rechte Seite
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Transkription (Frühneuhochdeutsch, 1493)

Das sechst alter 400px DAs ellend iamerig vnd trostlose volck der iuden hat nach der gepurt cristi. M.ccc.xxxvij. iar zu Deckendorff an der thonaw im bayerland zu uerschmehung vnnd belachung der goetlichen mayestat vnnd hohwirdigkeit desselben vnsers herrñ Jhesu cristi vnd vnsers heilligen cristenlichen glawbens. das allerhailligst sacrament vilfeltigclich gestochen. darnach in einen glueenden ofen gelegt. vnnd zu letst als er vnuersert blibe auff eim anpays mit hemern geschlagen. Als aber auß goetlichem willen solchs offenbar wardt do warden die iuden von Hartman von degenberg dem pfleger vnnd den burgern da sebst angenomen vnd auf erfarung der warheit mit gepuerlicher peen des tods gestraft. vnnd dieselb hostia des sacraments daselbst zumb heilligen grab wesende wirdt mit vil wunderwercken geeret. left ITem alle iuden in teuetschen landen warden darnach im iar cristi. M.ccc.xlviij. verprennt vnd beschuldigt das sie die prunnen vergiftet hetten. als denn ir vil des bekentlich warn. HEwschrecken vnd gewuerme an zal vomb auffgang bis zumb nidergang wie ein dicker wolck den himel vberziehende haben diser zeit alle krewter vnd frucht der erden veroesigt. vnnd nach zerstoerung vnd gestanck derselben ein grawsame pestilentz geursacht. EJn erbermdliche clegliche pestilenz fieng sich an in disem. M.cc.xlviij. iar vnd weeret drey iar durch die gantzen werlt auß von des ob genanten gewuerms oder hewschrecken wegen. Erstlich in India anhebende vnnd von dannen bis in brittannia. darnach in welsche land vnd franckreich vnd zu letst in teuetsche vnd hungerische land kriechende. vnd was bey allen volckern ein solcher geher vnd großer sterb das auß tawsent menschen kawm der zehend in leben blib. An ettlichen enden blib kawm der drittail menschen lebendig. vil stett. schloeßer. merckt. vnd doerffer starben gar auß vnd bliben oede. Ettlich maynten die iuden hetten disen iamer mit vergiftung der prunnen gemeret. Gerhardus augustiner ordens GErhardus senensis augustiner ordens ein erleuechter außleger der heilligen schrift ein syñreicher man vnd sancti Egidij romani ein nachfolger ist diser zeit zu mal alt gestorben vnd also ein hohgelert man gewest das er vil nutzperer vnnd loeblicher schriften gemacht vnd hinder ime gelaßen. der sich dann der heillig Bernhardinus sein landßman in begreiffung ettlicher seiner schriften gepraucht. vnd den auch Johannes andree fast gelobt hat. GErhardus auch desselbens ordens vnd lerer der heilligen schrift ein Sauonensischer bischoff was diser zeit in achtunng vnnd mer geflißen sein volck zu nutz zefuerdern dann vber sie zeherrschen. So was er auch in gaistlichen rechten hohgelert. darinn er auch ettlich außlegung gemacht hat. THomas von Florentz ein artzt weylend Dyni des artzts sun ist diser zeit an synnschicklichkeit nicht in mynderm ruom dann sein vater dauor gewesen. Bartolus ein doctor BArtholus de saxo ferrato ein fuerst der rechtgelerten verschynner zeit vnd ein vbe fließender außleger der rechten vnd ein iunger vnd zuhoerer Cyni vnd Jacobi bothigarij der doctoren. was diser zeit in schriftlicher erfarung verstentnus vnnd erklerung der rechte der gantzen werlt wunderperlich vnd hoh achtper. der dann vor andern außlegern der geschriben recht fuertreffenliche erklerung vber die kaiserliche vnnd werltliche rechte begriffen vnd vil außpuendiger loeblicher guoter ratschleg beschriben hat. Er starb aber imb. lvi. iar seins alters. FRanciscus albergotus ein aretiner ein fester doctor vnd außleger der kaiserlichen recht was ein gehaymer vnd nachfolger Bartoli. IAcobinus carrariensis herr zu Padua. der Marsilium erschlueg ward in disem iar als er vier iar daselbst geregirt het von Guilhelmo seinem sun den er auß einer zufrawen geporn het auch ertoedt darumb das er ine einen panckart gescholten het. dem nach forderet er den vater auff ein haymlichs ort vnd erstache ine mit eim schwert vnd hieß ine in sant Augustins kirchen begraben vnnd darumb nicht eytels noch vergebens hat der herr gesprochen. Welcher mit dem schwert schlecht der wirdt mit dem schwert vergeen. der werlt Blat CCXXXI CArolus der vierdt des namens ein hohberuembter kaiser kome mit seinem gemahel vnd suenen zu babst vrbano gein Rom nach der gepurt des herren. M.ccc.lxviii. iar. Nw zohe er durch Paduam vnd Bononiam in ethruriam. vnd als er gein Pisa kome do ergaben sich ettliche stett an ine zu dem Roemischen reich. Er bracht auch ettlich gelt auß den Florentinern die sich der widerspennigkeit ettlicher inen vnderworffner Ethrurischer voelcker besorgten. die inen denn begegnet weer wo allain der kaiser verwilliget het. Dieweil aber Carolus zu rom was do manet er babst Vrbanum die hawbter der heilligen appostel Petri vnd Pauli zesuchen. die warden auß goetlichem willen gefunden vnd in sant Johansen lateranensis kirchen an ein syhtpere statt gesetzt mit vil silber gold vnd edelm gestayn gezieret. Diser Carolus gieng eins malß zu Prag in die hohen schuol. darinn er dann die mayster der freyen kunst disputiren bey vier vren hoeret do wurde sein ritterschaft vngedueldig vnd sprachen zu ime. es wer nachtmals zeit. do antwurtet er vnd sprach. es ist mir noch nit zeit sunder euch dann diss ist mein nachtmal. Diser Carolus forderet eins mals zu ime einen menschen der ine vomm leben zumm tod bringen wolt vnd raychet ime tawsent guldein mit denselben sein manpere tochter zebestatten. vnd sprach das er sich vber die erparmet die als die eltere doheym beschlossen wer. do dancket derselb man dem koenig vnd gieng zu den die ine auff des koenigs todt bestellet hetten vnd sprach. ich weßte nicht wer Carolus was aber nw mag ich den milten vnd barmhertzigen fuersten in kein weyße toedten noch vmbbringen. Zu diss kaiser Karls zeitten enstund in der kayserlichen reichßstatt Nuermberg große zwittracht darumb das die des rats vnd die erbern demselben kaiser Karl anhiengen. das was der gemaynde nit gewillt. vrsacher solcher auffruor waren ettlich auß der schmitzunft gaißpert genant. aber die sachen warden durch fleiß kaiser karls gestillet. die zuenft der handwerck abgestellet. die stat mit beßerer pollicey auffgerichtet. vnd die flaischhacker die dem kaiser vnd den des rats anhiengen mit eim ewigen faßnacht spil gefreyhet. Orden der Iniesuatorum genant. DIser orden hat vnder dem hernachgeschriben babst Vbano zu Sena der statt Ethrurie anfang genomen. die person desselben ordens fiengen an in den hewßern in werltlicher klaidung nach sytten der gaistlichen mit großer lieb vnd einer einfeltigen gaistlichkeit in dem schways vnd arbait irer hend versamenltlich zeleben vnd got zedienen. Als nw der benant babst sie fuer sich forderet do empfieng er ab irem leben ein gross wolgefallen, vnd gabe inen zu einer klaidung einen weyßen rock vnd ein verachtliche kappen. vnd verordnet inen zu eim schirmherrn einen tapffern vnd fast gaistlichen man der sein gesypter freuend was. Derselb gabe inen auß seim befolhnen gewalt ein groes klaid ob dem weyßen rock on geschuehe zetragen. vnd begabet sie mit vil freyheiten vnd gnaden also das sie nwmaln schier durch alle welsche stett fast gemert. guots lebens in hoher achtunng gehalten werden. DEr orden der geregelten chorherren scopetini genant vnnd den man sant saluators haist hat auch diser zeit in dem senensischen feld von ettlichen gaistlichen vetern sant Augustins ordens vrsprung gehabt. Dieselben versamlung hat darnach babst Gregorius der .xi. angenomen bestettigt gefreyet vnd vnder den geregulirten chorherren gezelet. Dieselben personen tragen zu gedechtnus vnd eren irs ersten gaistlichen stannds ein weiß klaid mit eim weißen schepler ob eim weyßen leynin hembd. Sie geleben irer rennt vnd gullt vnd predigen nit. Sie hoern aber beichte. Biss heer sind die in großem werde vnnd achtperkeit gewest. dann diser orden hat an schriftlicher weißheit vnd an heilligkeit des lebens ettwieuil hohberuembt mann erzogen. Johannes koenig zu franckreich JOhannes der koenig zu franckreich hat nach der gepurt cristi .M.ccc.l. iar nach absterben seins vaters philipsen in franckreich zeregiren angefangen vnd .xxv iar geregirt. vnd den krieg so sein vater mit Eduardo den koenig zu engelland anfienge fueroan gefueert. aber er wardt im sechsten iar seins reichs von demselben koenig Eduardo in dem pituriensischen feld vberwunden: vnd mitsambt Philipsen seinem sun gefangen. vnnd Gualterus der Athenisch hertzog mit .xxm. frantzosen in demselben streyt erschlagen. aber in dem dritten iar diser fengknus ließe koenig Eduardus disen Johannem mitsambt allen gefangen ledig. doch mit dem geding das Johannes sich nymmermer vndersteen solt einichen krieg wider Eduardum zefueeren. aber Johannes wardt vnlang darnach treuepruechig vnd vrsachet Eduardum von newen zu der waffen zegreiffen. also das Eduardus mit eim großen mechtigen heer in Franckreich zohe vnnd dasselb koenigreich mit großer nyderlag vnd schlacht langzeit beschediget.

Moderne Übersetzung

Das sechste Zeitalter. Das elende, jämmerliche und trostlose Volk der Juden hat nach der Geburt Christi im Jahre 1337 zu Deggendorf an der Donau im Bayernland zur Verhöhnung und Verachtung der göttlichen Majestät und Hochwürdigkeit unseres Herrn Jesus Christus und unseres heiligen christlichen Glaubens das allerheiligste Sakrament vielfach gestochen, danach in einen glühenden Ofen gelegt und zuletzt, als es unversehrt blieb, auf einem Amboss mit Hämmern geschlagen. Als aber durch göttlichen Willen solches offenbar wurde, da wurden die Juden von Hartmann von Degenberg, dem Pfleger, und den Bürgern daselbst gefasst und nach Erforschung der Wahrheit mit gebührender Todesstrafe bestraft. Und dieselbe Hostie des Sakraments, die daselbst zum Heiligen Grab wurde, wird mit vielen Wunderwerken geehrt. Ebenso wurden alle Juden in deutschen Landen danach im Jahre Christi 1348 verbrannt und beschuldigt, dass sie die Brunnen vergiftet hätten, wie denn viele von ihnen dies bekannten. Heuschrecken und Gewürm in unzähliger Menge vom Osten bis zum Westen, wie eine dicke Wolke den Himmel überziehend, haben zu dieser Zeit alle Kräuter und Früchte der Erde verzehrt und nach Zerstörung und Gestank derselben eine grausame Pestilenz verursacht. Eine erbärmliche, klägliche Pestilenz begann sich in diesem Jahre 1348 und währte drei Jahre lang durch die ganze Welt, wegen des oben genannten Gewürms oder der Heuschrecken. Zuerst in Indien beginnend und von dannen bis nach Britannien, danach in welsche Länder und Frankreich und zuletzt in deutsche und ungarische Länder kriechend. Und es war bei allen Völkern ein solches großes Sterben, dass aus tausend Menschen kaum der zehnte am Leben blieb. An etlichen Orten blieb kaum der dritte Teil der Menschen lebendig. Viele Städte, Schlösser, Märkte und Dörfer starben ganz aus und blieben öde. Etliche meinten, die Juden hätten dieses Elend mit Vergiftung der Brunnen vermehrt. Gerhardus vom Augustinerorden, Gerhardus von Siena vom Augustinerorden, ein erleuchteter Ausleger der Heiligen Schrift, ein sinnreicher Mann und ein Nachfolger des heiligen Ägidius Romanus, ist zu dieser Zeit sehr alt gestorben und war ein so hochgelehrter Mann, dass er viele nützliche und lobenswerte Schriften verfasst und hinterlassen hat, dessen sich der heilige Bernhardin, sein Landsmann, bei der Abfassung etlicher seiner Schriften bediente, und den auch Johannes Andreae sehr gelobt hat. Gerhardus, auch desselben Ordens und Lehrer der Heiligen Schrift, ein Bischof von Savona, war zu dieser Zeit in Achtung und mehr darauf bedacht, seinem Volk zu nützen, als über sie zu herrschen. So war er auch in geistlichen Rechten hochgelehrt, worin er auch etliche Auslegungen verfasst hat. Thomas von Florenz, ein Arzt, der Sohn des weiland Arztes Dino, ist zu dieser Zeit an Geistesgabe nicht in geringerem Ruhm als sein Vater zuvor gewesen. Bartolus, ein Doktor, Bartolus de Saxoferrato, ein Fürst der Rechtsgelehrten seiner Zeit und ein überaus fleißiger Ausleger der Rechte und ein Schüler und Zuhörer des Cino und des Jacobus Butrigarius, der Doktoren, war zu dieser Zeit in schriftlicher Erfahrung, Verständnis und Erklärung der Rechte der ganzen Welt wunderbar und hochachtbar, der dann vor anderen Auslegern des geschriebenen Rechts vortreffliche Erklärungen über die kaiserlichen und weltlichen Rechte verfasst und viele ausgezeichnete, lobenswerte, gute Ratschläge beschrieben hat. Er starb aber im 56. Jahre seines Alters. Franciscus Albergotus, ein Aretiner, ein fester Doktor und Ausleger des kaiserlichen Rechts, war ein vertrauter Freund und Nachfolger Bartolus'. Jacobinus Carrariensis, Herr zu Padua, der Marsilius erschlug, wurde in diesem Jahr, als er vier Jahre daselbst regiert hatte, von Wilhelm, seinem Sohn, den er mit einer Nebenfrau gezeugt hatte, auch getötet, darum, weil er ihn einen Bastard gescholten hatte. Danach forderte er den Vater an einen heimlichen Ort und erstach ihn mit einem Schwert und ließ ihn in Sankt Augustins Kirche begraben. Und darum hat der Herr nicht eitel noch vergebens gesprochen: „Wer mit dem Schwert schlägt, der wird mit dem Schwert vergehen.“ Der Welt. Blatt 231. Karl der Vierte dieses Namens, ein hochberühmter Kaiser, kam mit seiner Gemahlin und Söhnen zu Papst Urban nach Rom nach der Geburt des Herrn im Jahre 1368. Nun zog er durch Padua und Bologna nach Etrurien. Und als er nach Pisa kam, da ergaben sich etliche Städte ihm dem Römischen Reich. Er brachte auch etwas Geld von den Florentinern, die sich der Widerspenstigkeit etlicher ihnen unterworfener etrurischer Völker besorgten, die ihnen dann begegnet wäre, wo allein der Kaiser eingewilligt hätte. Während aber Karl in Rom war, da mahnte er Papst Urban, die Häupter der heiligen Apostel Petrus und Paulus zu suchen. Die wurden durch göttlichen Willen gefunden und in der Lateranbasilika Sankt Johannes an eine sichtbare Stelle gesetzt, mit viel Silber, Gold und edlem Gestein geziert. Dieser Karl ging einmal nach Prag in die Hohe Schule, darin er dann die Meister der freien Künste vier Stunden lang disputieren hörte. Da wurde seine Ritterschaft ungeduldig und sprach zu ihm: Es sei Zeit für das Nachtmahl. Da antwortete er und sprach: Es ist mir noch nicht Zeit, sondern euch, denn dies ist mein Nachtmahl. Dieser Karl forderte einmal einen Menschen zu sich, der ihn vom Leben zum Tod bringen wollte, und reichte ihm tausend Gulden, um damit seine heiratsfähige Tochter auszustatten, und sprach, dass er sich über die erbarmte, die als die Ältere daheim eingeschlossen war. Da dankte derselbe Mann dem König und ging zu denen, die ihn auf den Tod des Königs bestellt hatten, und sprach: Ich wusste nicht, wer Karl war, aber nun kann ich den milden und barmherzigen Fürsten in keiner Weise töten noch umbringen. Zu dieser Kaiser Karls Zeiten entstand in der kaiserlichen Reichsstadt Nürnberg große Zwietracht, darum, weil die Ratsherren und die Ehrbaren demselben Kaiser Karl anhingen. Das war der Gemeinde nicht recht. Verursacher solcher Aufruhr waren etliche aus der Schmiedezunft, Gaispert genannt. Aber die Sachen wurden durch den Fleiß Kaiser Karls gestillt. Die Zünfte der Handwerke wurden abgeschafft. Die Stadt wurde mit besserer Ordnung eingerichtet. Und die Metzger, die dem Kaiser und den des Rates anhingen, wurden mit einem ewigen Fasnachtsspiel befreit. Orden der Ingesuaten genannt. Dieser Orden hat unter dem nachher beschriebenen Papst Urban in Siena, der Stadt Etruriens, seinen Anfang genommen. Die Personen desselben Ordens begannen in den Häusern in weltlicher Kleidung, nach Sitten der Geistlichen, mit großer Liebe und einer einfältigen Geistlichkeit im Schweiß und der Arbeit ihrer Hände gemeinschaftlich zu leben und Gott zu dienen. Als nun der benannte Papst sie vor sich forderte, da empfing er an ihrem Leben ein großes Wohlgefallen und gab ihnen als Kleidung einen weißen Rock und eine einfache Kappe. Und verordnete ihnen zu einem Schirmherrn einen tapferen und sehr geistlichen Mann, der sein Blutsverwandter war. Derselbe gab ihnen aus seiner befohlenen Gewalt ein grobes Kleid über dem weißen Rock ohne Schuhe zu tragen und begabte sie mit vielen Freiheiten und Gnaden, so dass...

Anmerkungen

M.ccc.xxxvij.
römisch für 1337
Deckendorff
historischer Name für Deggendorf
thonaw
historischer Name für Donau
bayerland
historischer Name für Bayern
anpays
historisches dt. für Amboss
Hartman von degenberg
Hartmann von Degenberg, Pfleger (Verwalter) von Deggendorf
pfleger
historische Bezeichnung für einen Verwalter oder Amtmann
hostia
lat. Hostie, die geweihte Oblate in der Eucharistie
M.ccc.xlviij.
römisch für 1348
teuetschen landen
historisches dt. für deutschen Landen
prunnen
historisches dt. für Brunnen
HEwschrecken vnd gewuerme
Heuschrecken und Gewürm
an zal
historisches dt. für unzählig, in großer Zahl
vomb auffgang bis zumb nidergang
historisches dt. für vom Osten bis zum Westen (wörtlich: vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang)
veroesigt
historisches dt. für verzehrt, aufgefressen
pestilentz
historisches dt. für Pest, Seuche
M.cc.xlviij. iar
römisch für 1248; im Kontext der Pest von 1348 ist dies wahrscheinlich ein Schreibfehler für M.ccc.xlviij. (1348)
brittannia
lat. Britannien
welsche land
historisches dt. für romanische Länder (z.B. Italien, Frankreich)
franckreich
historisches dt. für Frankreich
hungerische land
historisches dt. für ungarische Länder
geher vnd großer sterb
historisches dt. für großes Sterben, Massensterben
drittail
historisches dt. für dritter Teil
Gerhardus senensis
Gerhardus von Siena, Augustinereremit (gest. 1336)
sancti Egidij romani
lat. des heiligen Ägidius Romanus (Ägidius von Rom, Aegidius Romanus, ca. 1245–1316, Philosoph und Theologe)
begreiffung
historisches dt. für Abfassung, Niederschrift
Bernhardinus
Bernhardin von Siena (1380–1444), italienischer Wanderprediger und Heiliger
Johannes andree
Johannes Andreae (ca. 1270–1348), italienischer Kanonist
Sauonensischer bischoff
Bischof von Savona
Dyni des artzts
Dino del Garbo (gest. 1327), italienischer Arzt und Philosoph
synnschicklichkeit
historisches dt. für Geistesgabe, Verstand
Bartolus de saxo ferrato
Bartolus de Saxoferrato (1313–1357), italienischer Rechtsgelehrter
Cyni
Cino da Pistoia (ca. 1270–1336/37), italienischer Jurist und Dichter
Jacobi bothigarij
Jacobus Butrigarius (gest. 1348), italienischer Jurist
lvi.
römisch für 56
FRanciscus albergotus ein aretiner
Franciscus Albergotus (gest. 1376), italienischer Rechtsgelehrter aus Arezzo
gehaymer
historisches dt. für vertrauter Freund, Vertrauter
IAcobinus carrariensis
Jacobinus Carrariensis (Jacopino da Carrara, gest. 1350), Herr von Padua
Marsilium
Marsilius (Marsilio da Carrara, gest. 1338), Herr von Padua
Guilhelmo
Wilhelm (Guglielmo da Carrara, gest. 1350), Sohn des Jacopino
zufrawen
historisches dt. für Nebenfrau, Konkubine
panckart
historisches dt. für Bastard, uneheliches Kind
eytels noch vergebens
historisches dt. für eitel noch vergebens (nicht vergeblich)
Welcher mit dem schwert schlecht der wirdt mit dem schwert vergeen.
Zitat aus Matthäus 26,52: „Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.“
CCXXXI
römisch für 231
CArolus der vierdt des namens
Karl IV. (1316–1378), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
gemahel
historisches dt. für Gemahlin, Ehefrau
babst vrbano
Papst Urban V. (1310–1370)
M.ccc.lxviii.
römisch für 1368
Paduam
lat. Padua
Bononiam
lat. Bologna
ethruriam
lat. Etrurien (historische Region in Mittelitalien)
Pisa
Pisa, Stadt in Italien
Florentinern
Einwohner von Florenz
widerspennigkeit
historisches dt. für Widerspenstigkeit, Aufsässigkeit
Ethrurischer voelcker
etrurischer Völker
hawbter der heilligen appostel Petri vnd Pauli
Häupter der heiligen Apostel Petrus und Paulus (Reliquien)
sant Johansen lateranensis kirchen
Lateranbasilika Sankt Johannes (San Giovanni in Laterano), die Kathedrale des Bischofs von Rom
syhtpere statt
historisches dt. für sichtbare Stelle
hohen schuol
historisches dt. für Universität
freyen kunst
historisches dt. für freie Künste (liberal arts)
vier vren
historisches dt. für vier Stunden
ritterschaft
historisches dt. für Gefolge, Ritterschaft
nachtmals zeit
historisches dt. für Zeit für das Abendessen, Nachtmahl
manpere tochter
historisches dt. für heiratsfähige Tochter
zebestatten
historisches dt. für auszustatten, zu verheiraten
Nuermberg
historischer Name für Nürnberg
zwittracht
historisches dt. für Zwietracht, Uneinigkeit
die des rats vnd die erbern
die Ratsherren und die Ehrbaren (angesehene Bürger)
der gemaynde nit gewillt
historisches dt. für der Gemeinde nicht recht, nicht genehm
schmitzunft
historisches dt. für Schmiedezunft
gaißpert
Gaispert (Personenname)
pollicey
historisches dt. für Polizei, Ordnung, Verwaltung
flaischhacker
historisches dt. für Fleischhacker, Metzger
faßnacht spil gefreyhet
mit einem Privileg für ein Fasnachtsspiel befreit (Fasnachtsspiel als Recht oder Brauch)
Orden der Iniesuatorum
Orden der Ingesuaten (auch Jesuiten oder 'Gelati' genannt, eine Laienbruderschaft, die 1360 gegründet wurde)
Sena der statt Ethrurie
Siena, Stadt in Etrurien
hewßern
historisches dt. für Häusern
werltlicher klaidung
historisches dt. für weltlicher Kleidung
sytten der gaistlichen
historisches dt. für Sitten der Geistlichen
einfeltigen gaistlichkeit
historisches dt. für einfältige Geistlichkeit, schlichte Frömmigkeit
schways vnd arbait irer hend
Schweiß und Arbeit ihrer Hände
versamenltlich
historisches dt. für gemeinschaftlich
verachtliche kappen
historisches dt. für einfache, schlichte Kappe
gesypter freuend
historisches dt. für Blutsverwandter
groes klaid
historisches dt. für grobes Kleid
on geschuehe
historisches dt. für ohne Schuhe