Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das sechst alter empfangen ward. dieweil er zu Senis was do kome seine vertrewte gespons Leonora des koenigs von Portugalia tochter gein Pisa. Ein person mittelmassiger lenge ein iunckfraw. xvi. iar alt. froelichs anplicks. schwartzer vnd durchleuechtiger awgen. kleins munds. roetleter wanng. weiß nacks vnd antlitzs. gantz wolgestalt. An dem andern tag der fasten wardt sie gein Senis gefueert. Ir komen entgegen erstlich die foerdersten burger daselbst. darnach koenig Laßlaw vnd hertzog Albrecht. vnd nachfolgennd die pfafheit. So harret ir Friderich der roemisch koenig mit den babstlichen legaten außerhalb der zwayer thor der statt. Als sie einander ansihtig warden do vmbfienngen sie bede aneinander. Nach disen geschihten richteten die von Senis einen marmorstayn auff. Als nw diser Friderich seinen weg fueroan gein rome nam do wardt ime vnder wegen zu Viterbio auß befelhnus des babsts vberschwenckliche große ere erbotten. Vnd do er sich gein Rom zuonahnet do komen ime aller adel. vnd auch die wirdigst versammlung der bebstlichen rete vnd cardinel. vnd der Spoletanisch bischoff des babsts vicari. vnd vil ander bischoff vnd ebbt haylthumb tragende entgegen. Also zohe diser Friderich in wunderperlichem schoenem geschick vnd ordnung der seinen gein Rom ein mit vorgetragnem ploßem schwert. mit zwayen panyern Sant Georgen vnd des adlers des roemischen reichs neben der koenigclichen gesponsen vnnd koenig Laßlawen. auch hertzog albrechten. in gepuerlichem geschick yeder person an irem ort. Vnd koenig Friderich wardt vnder einm guldein tuch bis an die staffeln sannt Peters kirchen gefueert. alda saß babst Nicolaus in babstlichem zierde auff eim helffantpaynin stuol vnder der versammlung der cardinel vnd empfieng disen Friderichen mit veterlichen vnd vber die maß gueetigen wortten. vnnd von ime nach kuoß der fueess ein kuogel golds. Darnach kuesseten Laßlaw vnd Albrecht vnd zu letst Leonora dem babst die fueeß. Darnach bate Friderich den babst Nicolaum ine zu eim Lampartischen koenig zekroenen. das erlannget Friderich vom babst. also das er am xv. tag des monats Marcii zu Lampartischem koenig gekroenet wardt. So wardt ime Leonora vnder dem ambt der mess von newem widerumb vermehlet vnnd die eegemahelschaft gebenedeyet. Nach dreyen tagen wardt die kaiserlich kroenung fuergenomen. dermaß der babst saße vor dem hohen altar sant Peters kirchen in eim hohen thron. so waren zwen stuel beraytet. einer dem kuenftigen kaiser Friderichen. der ander Leonore seiner gemahel Als nw Friderich die ayds pflicht sant Petern vnd dem babst Nicolao gewoenlicher weys gethan het do ward er mit weyssem klaid beklaidet zu einem geordenten chorman sancti Petri auffgenomen. darnach mit dem kayserlich klayd geziert. mytten in die kirchen gefueert vnd dreymal gebenedeyet. darnach bey sant Mauricien altar mit dem heilligen oel gesalbet (deßgleichen auch Leonora) vnd nachfolgend vnder dem ambt der heilligen mess (so der babst selbs anfieng) mit einer guldein mit perlein vnd edelm gestayn gezierten kron zu kayser gekroent. vnnd mit eim scepter. apfel. vnd schwert geeret. in bedeuetnus bey dem scepter des koenigclichen gewalts. bey dem apfel der herrschaft der werlt. vnd bey dem schwert der waffen vnd krieg. So empfieng auch Leonora nach dem kayser auß des babsts henden die kron die kaisers Sigmunds gemahel gewesen was. Vnd wiewol kaiser Friderich ime mit großer kostung selbs koestlichen geschmuock vnd gezierde bestellet het so hieß er ime doch auch des grossen kaiser Karls mantel. schwert. scepter. apfel vnd kron von Nuermberg gein Rom zu der solennitet seiner kayserlichen bekroenung bringen. Nach volendung des heilligen ambts zohe die kaiserin Leonora in ire herberg. so ryten babst vnd kaiser miteinander zu sant Marie kirchen. daselbst schieden sie sich. Vnd der kayser ryte auf die Tyberprugken adriani genant vnd schluog daselbst albrechten seinen bruder. vnnd vil hertzogen vnd grafen zu rittern. nemlich bey dreyhunderten. Also ist diser kaiser Friderich nach der gepurt Cristi .M.cccc.lii. iar. an dem xviii. tag des monats Marcii mit der kaiserlichen kron begabt worden. Darnach ward diser kaiser mitsambt der kaiserin von Alphonso dem arrogonischen koenig gein Neapolis geladen. vnd mit großer ere erbietung empfangen. vnd blibe alda die heilligen marterwochen. bis achttag darnach do zaiget der koenig alphonsus seinen schatz vnnd was er koestlichs het. Der kaiser zohe wider gein Rom. so blibe die kaiserin noch acht tag bey irem vetter dem koenig. Darnach zohe sie gein Mamfredoniam. vnd von dannen auff dem meer gein Venedig. So keret der kaiser von Rom vnd machet Borsium estensem zu einem hertzogen der stet Mutine vnd Regii lepidii. darumb gab er dem kaiser ein kleinat das sein vater vmb .xxim. guldein gekauft het. Darnach schiffet der kaiser gein Venedig. Von dannen komen ime der hertzog vnd dreyhundert ratßherren mit ime. vnd vil vnzallichs erbers vnd gemayns volcks mit wunderlichen vnd seltzamen spiln auff dem wasser entgegen vnd erzaigten ein vnerhoerte vnd vngewoenliche hohzeitlichkeit. daselbst blibe der kaiser zehen tag. vnnd ime vnnd seiner gemahel wardt alle zerung. nicht allain in der statt Venedig. sunder auch in allem der Venediger lannd von inen geschennckt. Als nw kaiser Friderich auß Welschem lannd an die oerter Teuetscher nation gelannget. do entstunnde ein grawsamm wunderperlich vngewytter vnnd verwanndlung des luffts am hymel zu anzaygunng kuenfftigs vbels. das dann hernach folget. dann die fuersten in Teuetschen vnnd Hungerischen lannden vnderstunnden sich newer dinng von des iunngen koenigs Laßlawen wegen. dann als Friderich in welsche lannd ziehen wolt do batten ine die oesterreicher das er denselben Laßlawen in seinem vetterlichen erblichen land bey ine lassen solt. Als aber der kaiser den oesterreichern ir begern abschluoge do setzten sie sich auß verlaytung graff Vlrichs von Zili vnd Vlrichs eytzingers in widerspennigkeit gegen dem kaiser vnd belegerten ine in der newen statt als er auß welschen landen wider komen was. Dem nach ließe inen der kaiser den iungen koenig Laßlawen folgen. Diser gloriwirdig kaiser Friderich hat auß Leonora seiner kaiserlichen gemahel drey erben gehabt. den ersten Cristoferum der starb vnzeittigs tods. vnd Maximilianum hertzogen zu Burgundi yetzo roemischen koenig. vnd Margaretham hertzog Albrechts zu bayern gemahel. Vnd wiewol die oesterreicher disen kaiser Friderich mit beystand vnd hilff der behem in der newen statt vnd zu wienne belegereten so sind sie doch zu letst dar zu gebracht worden das sie als obsyger von ime als eim vberwundnen frids begereten. vnd darumb alle iar ierlich sechßtawsent guldein bezalen muosten. Diser kaiser Friderich hat zum iungsten mit Mathia dem koenig zu hungern mancherlay krieg gefueert. vnd derselb Mathias ime vnd sunderlich den oesterreichern ettlichen schaden zugefuegt. vnd die stett Wien vnd Newenstatt entwendet. Aber Maximilianus die selben stett dem vater nach absterben Mathie wider erobert. Diser Friderich hat auch zu hinlegung der zwittrechtigkeit cristenliche fuersten vnd commun zu bestettigung des friden zwischen inen vnd zu rettung vnßers cristenlichen glawbens an manchen enden in dem roemischen reich oeffenlich teg mit versammlung des reichs verwandten. vnd sunderlich zu Regenßpurg im iar Cristi .M.cccc.lxxi Vnd vber ettliche iar darnach zu Nuermberg gehalten. vnd zu letst im .M.cccc.lxxxvi. iar Cristi den benannten seinen sun Maximilianum zu eim mitgenossen des roemischen reichs gemacht. in der gestalt was sein kaiserliche person vor beschwerde des alters nicht volbringen moecht das doch solchs durch seinen sun verstreckt wuerde Diser allerdurchleuechtigst kaiser Friderich der drit ist nach der gepurt Cristi .M.cccc.xciii. iar an dem .xix. tag des augst monats vmb mittentag zu Lintz in oesterreich. im .lxxviii. iar seins alters nach andechtiger empfahung der heilligen sacrament in cristo entschlaffen. Sein leichnam von dannen gein Wienne gefueert vnd daselbstt in sant Stephans kirchen bestattet worden. Dess vnd aller glawbigen sele got ewigclich troeste. Sant Bernardinus BErnardinus von Senis sant Franciscen ordens vnd ein merer desselben vnnd ein fuertreffenlicher prediger seiner zeit auß erbern eltern geporn. der gaistlichen recht gelert hat erstlich nicht ein kleine vetterliche vnd mueterliche erbschaft nach absterben seiner eltern vnder die armen cristi außgespendet. der werltlichyn ere vnnd geprenngks entslahen vnd disen orden angenomen vnd denselben (der an vil ennden geprechlich worden vnd von erster aufsatzung vnd ordnung entwichen was) wideraufgerichtet vnd zu beßerung gebracht. vnd sein brueeder nach sannt Franciscen regel gemeße dem heilligen euangelio zeleben vermanet. vnd vber .xxx. iar alles welschs land predigende durchloffen. vnnd damit den orden vnnd die gaistlichkeit also geauffet vnd gemeret das er mer dann fuenftzig cloester seins ordens durch welsche lannd von grund aufgerichtet vnd mit brueedern erfuellt hat. Wenn er prediget so was sein gewonheit dem voleck den namen Jhesus mit guldinen buchstaben in einer tafeln gemalet zezaigen. Er hat (vngezweifelt) in dem namen Jhesu kranckheiten gehailet vnd wunderwerck gethan. vnd starb in dem .lxiii. iar sein alters an wunderzaichen scheinenende. darumb wardt er von babst Nicolao in der heilligen zal geschriben im iar des herren .M.cccc.l. GNadenreichs iar was in disem .M.cccc.l. iar zu Rom. vnd diss was das gross iar der gnaden. dann gleicherweis als auß dem alten gesetz alle dienstperkeit des leibs vnd des gaists sich in dem fuenftzigisten iar endet also solten auch alle schuld vnd puerde der suend den ihenen die die geschwelle der heilligen appostel mit andechtigem innigem gemueete besuchten gelassen werden. Darumb kome auß aller cristenlicher gegent diss iars ein vnzallich volck gein Rom. also das teglich vber .xlm. menschen durch die statt hin vnd her giengen. aber vnlanng vor außgang desselben iars begabe sich ein großer iamer zu Rom. dann als vmb vesper zeit ein gross menig volcks in sant Peters kirchen vnd nicht mynnder menschen wider herauß gienngen. do wardt auff der Tyber prugk ein sollhs gross gedrenge des hin vnd her geenden volcks mitsambt iren eseln. pferden vnd meuelern das die wende derselben prugken ein fieln. also das vil menschen in die Tyber fallende ertruncken vnnd vil auff der prugken heroben zertretten wurden. IN dem iar dauor entstund ein gross pestilentz in Asia. die kruche darnach durch das windisch land vnd durch Dalmaciam in Welsche land. vnd darnach in Teuetsche vnd Gallische land. vnd solchs kome auß tewrung vnd mangel. auch von wegen der finsternus der sunnen vnd manigfeltiger erdpidem.
Das sechste Zeitalter begann. Während er in Siena war, kam seine vertraute Braut Leonora, die Tochter des Königs von Portugal, nach Pisa. Eine Person von mittlerer Größe, eine Jungfrau, sechzehn Jahre alt, von fröhlichem Aussehen, mit schwarzen und leuchtenden Augen, kleinem Mund, geröteten Wangen, weißem Nacken und Antlitz, ganz wohlgestaltet. Am zweiten Tag der Fastenzeit wurde sie nach Siena geführt. Ihr kamen entgegen zuerst die führenden Bürger daselbst, danach König Ladislaus und Herzog Albrecht, und anschließend die Geistlichkeit. Es erwartete sie Friedrich, der römische König, mit den päpstlichen Legaten außerhalb der zwei Tore der Stadt. Als sie einander ansichtig wurden, umfingen sie sich beide. Nach diesen Ereignissen errichteten die von Siena einen Marmorstein. Als nun dieser Friedrich seinen Weg fortan nach Rom nahm, wurde ihm unterwegs in Viterbo auf Befehl des Papstes überaus große Ehre erwiesen. Und als er sich Rom näherte, kamen ihm der gesamte Adel, und auch die würdigste Versammlung der päpstlichen Räte und Kardinäle, und der Bischof von Spoleto, der Vikar des Papstes, und viele andere Bischöfe und Äbte, die Heiligtümer trugen, entgegen. So zog dieser Friedrich in wunderbar schöner Aufstellung und Ordnung der Seinen nach Rom ein, mit vorangetragenem bloßem Schwert, mit zwei Bannern, dem des Heiligen Georg und dem des Adlers des Römischen Reiches, neben der königlichen Braut und König Ladislaus, auch Herzog Albrecht, jede Person an ihrem gebührenden Platz in entsprechender Ordnung. Und König Friedrich wurde unter einem goldenen Tuch bis an die Stufen der Sankt Peterskirche geführt. Dort saß Papst Nikolaus in päpstlichem Ornat auf einem Elfenbeinstuhl inmitten der Versammlung der Kardinäle und empfing diesen Friedrich mit väterlichen und überaus gütigen Worten, und von ihm nach dem Fußkuss eine goldene Kugel. Danach küssten Ladislaus und Albrecht und zuletzt Leonora dem Papst die Füße. Danach bat Friedrich Papst Nikolaus, ihn zum König der Langobarden zu krönen. Das erreichte Friedrich vom Papst, sodass er am fünfzehnten Tag des Monats März zum König der Langobarden gekrönt wurde. So wurde ihm Leonora während des Messamtes von Neuem wieder vermählt und die Ehe gesegnet. Nach drei Tagen wurde die kaiserliche Krönung vorgenommen. Dergestalt saß der Papst vor dem Hochaltar der Sankt Peterskirche auf einem hohen Thron. Es waren zwei Stühle bereitet, einer für den zukünftigen Kaiser Friedrich, der andere für Leonora, seine Gemahlin. Als nun Friedrich die Eidespflicht dem Heiligen Petrus und Papst Nikolaus in gewohnter Weise geleistet hatte, wurde er mit weißem Gewand bekleidet als geordneter Chormann von Sankt Peter aufgenommen. Danach mit dem kaiserlichen Gewand geschmückt, mitten in die Kirche geführt und dreimal gesegnet. Danach beim Altar des Heiligen Mauritius mit dem heiligen Öl gesalbt (desgleichen auch Leonora), und anschließend während des Amtes der heiligen Messe (die der Papst selbst begann) mit einer goldenen, mit Perlen und Edelsteinen verzierten Krone zum Kaiser gekrönt, und mit einem Zepter, Apfel und Schwert geehrt, in der Bedeutung: beim Zepter die königliche Gewalt, beim Apfel die Herrschaft über die Welt, und beim Schwert die Waffen und Kriege. So empfing auch Leonora nach dem Kaiser aus den Händen des Papstes die Krone, die die Gemahlin Kaiser Sigismunds gewesen war. Und obwohl Kaiser Friedrich für sich selbst mit großem Aufwand kostbaren Schmuck und Zierrat bestellt hatte, so ließ er ihm doch auch den Mantel, das Schwert, das Zepter, den Apfel und die Krone des großen Kaisers Karl von Nürnberg nach Rom zur Feier seiner kaiserlichen Krönung bringen. Nach Vollendung des heiligen Amtes zog die Kaiserin Leonora in ihre Herberge. Papst und Kaiser ritten miteinander zur Sankt Marienkirche. Daselbst trennten sie sich. Und der Kaiser ritt auf die Tiberbrücke, genannt des Hadrian, und schlug daselbst Albrecht, seinen Bruder, und viele Herzöge und Grafen zu Rittern, nämlich etwa dreihundert. So ist dieser Kaiser Friedrich nach der Geburt Christi im Jahre 1452, am achtzehnten Tag des Monats März, mit der kaiserlichen Krone begabt worden. Danach wurde dieser Kaiser mitsamt der Kaiserin von Alfons, dem König von Aragon, nach Neapel eingeladen und mit großer Ehrerbietung empfangen. Und er blieb dort die Heilige Karwoche, bis acht Tage danach, da zeigte König Alfons seinen Schatz und was er Kostbares hatte. Der Kaiser zog wieder nach Rom. Die Kaiserin blieb noch acht Tage bei ihrem Vetter, dem König. Danach zog sie nach Manfredonia und von dort auf dem Meer nach Venedig. So kehrte der Kaiser von Rom zurück und machte Borso d'Este zu einem Herzog der Städte Modena und Reggio Emilia. Dafür gab er dem Kaiser ein Kleinod, das sein Vater für 22.000 Gulden gekauft hatte. Danach schiffte der Kaiser nach Venedig. Von dort kamen ihm der Doge und dreihundert Ratsherren entgegen, und viel unzähliges ehrbares und gemeines Volk mit wunderlichen und seltsamen Spielen auf dem Wasser, und sie zeigten eine unerhörte und ungewöhnliche Feierlichkeit. Daselbst blieb der Kaiser zehn Tage, und ihm und seiner Gemahlin wurde die gesamte Verpflegung, nicht allein in der Stadt Venedig, sondern auch im gesamten Land der Venezianer, von ihnen geschenkt. Als nun Kaiser Friedrich aus dem welschen Land an die Orte deutscher Nation gelangte, da entstand ein grausames, wunderbares Unwetter und eine Veränderung der Luft am Himmel zur Anzeige künftigen Übels, das dann hernach folgte. Denn die Fürsten in deutschen und ungarischen Landen unternahmen neue Dinge wegen des jungen Königs Ladislaus. Denn als Friedrich in das welsche Land ziehen wollte, da baten ihn die Österreicher, dass er denselben Ladislaus in seinem väterlichen Erbenland bei ihnen lassen sollte. Als aber der Kaiser den Österreichern ihr Begehren abschlug, da setzten sie sich auf Verleitung des Grafen Ulrich von Cilli und Ulrich Eytzingers in Widerspenstigkeit gegen den Kaiser und belagerten ihn in der Neustadt, als er aus den welschen Ländern wieder gekommen war. Danach ließ ihnen der Kaiser den jungen König Ladislaus folgen. Dieser glorwürdige Kaiser Friedrich hatte aus Leonora, seiner kaiserlichen Gemahlin, drei Erben: den ersten, Christoph, der eines unzeitigen Todes starb, und Maximilian, Herzog von Burgund, jetzt römischer König, und Margarethe, Gemahlin Herzog Albrechts von Bayern. Und obwohl die Österreicher diesen Kaiser Friedrich mit Beistand und Hilfe der Böhmen in der Neustadt und zu Wien belagerten, so sind sie doch zuletzt dazu gebracht worden, dass sie als Besiegte von ihm, als einem Überwundenen, Frieden begehrten, und darum alle Jahre jährlich sechstausend Gulden bezahlen mussten. Dieser Kaiser Friedrich hat zuletzt mit Matthias, dem König von Ungarn, mancherlei Kriege geführt. Und derselbe Matthias fügte ihm und besonders den Österreichern etlichen Schaden zu und entwendete die Städte Wien und Wiener Neustadt. Aber Maximilian eroberte dieselben Städte dem Vater nach dem Absterben des Matthias wieder zurück. Dieser Friedrich hat auch zur Hinterlegung