Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das sechst alter Suncassianus ein koenig Persarum. SVncassianus der glueckhaftigst koenig Persarum vnd armenie mit aigem namen Assimbeus genant hat im .M.cccc.liiii. iar nach bestreytung vnd erschlahung Zenza des koenigs Persarum vber die Persier zeherrschen angefengt. Diser wz erstlich ein koeniglein armenie. ein kuenmueetig. kriegßmechtig vnd lewfftig man. vnnd bestritte gar oft große heer mit wenig volcks. Als er den koenig zenza erschlagen het do ließ er sich mercken als ob er desselben Zenze gefangnen sun zu eim koenig Persarum bekroenen wolt. Nw rayset er fuero an bis gein Thauris in die hawbtstatt Persarum. mit erobrung aller stett vnd schloeßer. vnd als er maynt das er sich gnuogsammlich versicheret het do ertoedtet er den newen koenig vnd eroberet das koenigreich Persarum. Diser Suncassianus (das souil bedeuet als ein großer man) hat darnach die Bactrianos Medos vnd Parthos vnd einen großen teyl des orients vnder sich gebracht. Mit disem koenig hat babst Calixtus freuentschaft angefenngt. vnd derselb koenig dem babst vil ere bewisen. vnd auff des babsts anraytzung den Tuercken große beschwerde zugefueegt. Vnd auch auff der Venediger anrueffen (als nigropont verlorn wardt) wider Othomannum den tuercken mit heereßkraft gekriegt vnd ime bey .xxxm. tuercken erschlagen. Vnlanng darnach macheten er vnd der Tuerck hayrat. zwischen iren kinderen. Johannes capistranus JOhannes Capistranus auß Aprucio dem stettlein nit verne von der statt Aquila gelegen puertig sant Franciscen ordens ist diser zeit ein ernstlicher vnnd fuerpuendiger prediger des cristenlichen glawbens gewesen vnd auß bebstlichem befelhe in teuetsche land gezogen vnd durch Kerndten vnd Steyer in oesterreich komen. vnd von der briesterschaft mit heilthumb vnd allem volck entgegen geende als ein legat des babstlichen stuols vnd ein sendbot gottes empfangen worden. Ime warden vil krancker menschen fuer seine fueeß gelegt. auß denen weren vil (als man sagt) gesund worden. Er blybe also ettwe vil tag in teuetschen landen den weg des herren lerende. vnd die menschen zu buoßwertigkeit berueeffende. Er kome auch geladen gein Nuermberg. vnnd vil volcks von seiner lere vnd werck wegen auß vmbgelegnen gegenten daselbsthin in großem gedrenge disen man zesehen vor frewden vnd andacht waynende. ire hennd gein hymel auffhebende. disen man benedeyende. got lobende. seine klaider anrueerende vnnd kuessende. vnd ine als einen von himelgesandten vnd engel gottes anschawende. Diss was die weiß seins lebens. in dem klaid zeschlaffen. vor tags auff zesteen. Metten Laudes Preym Tertz zebetten. darnach mess zehalten. Nachfolgend lateinisch zepredigen. vnd durch einen tulmetschen zu teuetsch zesagen. Nach ende der predig in seins ordens closter zegeen. Sext vnd None zebetten. vnnd darnach die krancken haymzesuchen. lang bey inen zeharren. die hend auff sie zelegen. Sant Bernardins pyret vnnd das pluot das ime also todten auß seinen naßloechern gefloßen sol sein auff alle krancken zelegen. fuer allermenigclichen flehlich zebitten. Darnach das nachtmal nemende. vnd zu letst die ihenen die zu ime komen zeuerhoeren. vnd denn alßpald vesper zebetten. vnd darnach wider zu den krancken zegeen. vnd sich in disen dingen bis an die nacht zeueben. vnd nach der complet nicht der ruoe vnd des schlafs sunder souil ime der zeit zuckender weyß werden mocht des leßens der heilligen schrift zefleißen. vnnd also gleich ein himlisch leben zefueeren. Disen man haben wir zu Nuermberg gesehen .lxv. iar alt. klains. magers. duerrs. außgeschoepfts. allain von hawt. geedere vnd gepayn zesammengesetzts leibs. doch froelich vnd in arbait starck. alle tag on vnderlaß predigende. vnd hoh vnd tieffe materi fueerende. Disen man hat kaiser Friderich gern gehoert. Darnach ist er gein Hungern gezogen vnd hat ein groß heer wider die Tuercken sammlende bey sechßtawsenten erschlagen. Franciscus philelphus ein poet FRanciscus philelphus von Ancona ein rittermessig man. ein gekroenter poet vnd tichter. beder Lateinischer vnnd kriechischer schrift vbertreffenlich hohgelert. hat mit großem ruom vnd preyße bis in dise zeit gelebt vnd sich alweg in kriechischem. vnd auch in lateinischem getichte geuebt. vnd ist des maisters Crisolore von Constantinopel leriunger vnd tochterman gewesen. Von demselben wardt er also gelert dz eer erstlich bey den Venedigern. darnach bey den Florentinern Senensischen. Bononiern. vnd zu letst zu Mayland vil lewt der kriechischen vnnd lateinischen schrift berichtet. vnd daselbst von vier hertzogen einen ierlichen sold gehabt vnd vil treffenlicher bueecher gemacht hat. vnd starb nach der gepurt cristi .M.cccc.lxxxi. iar in dem .xc. iar seins alters. LEonhardus de Vtino prediger ordens ein lerer der heilligen schrift ein wolberedter vnd hohgelerter man. fuersyhtig vnd angeneme hat auß erleuechtung seiner hohuerstentnus vil predig zu vnderrichtung des volcks. vnnd von den heilligen durch das gantz iar gemacht vnd nach ime gelassen. der werlt Blat CCL MAn hat nye erfarn das kaiser Friderich der dritt ye geschworn hab. dann allain in der statt Ach vnd zu Rom als er gekroent wardt. vnd denselben ayd hat er gar bestendigclich gehalten. dann als er bey geschwornem ayde gelobt het das er die gueter des roemischen kaiserthumbs in keinem weg verendern woelte. wiewol dann yetzo diss denn ihens an ine geforderet wardt so wolt er doch versagende lieber geytzig dann wilfarende maynaydig gesehen werden. Demnach verzohe er Borsio dem Ferrariensischen marggrafen vber sein vilfeltigs ansynnen die lehenschaft des hertzogthums der statt Mutine vnd Regii so lang bis disem kaiser Friderichen angezaygt wardt. das solcher hertzogthumb so der vmb einen ierlichen tribut verliehen wuerd die gestalt mer eins nutzs denn einer verenderung vom reich het. Disem kaiser Friderichen sagten einßmals sein hoflewt wie ime so schmahlich von ettlichen personen nach gered wuerd. do sprach er zu denselben seinen hoflewten. Wißt ir nicht das die fuersten als ein zuestat zum geschoss gesetzt sind. Die plitzen schlahen in die hohen thuern vnd verschonen der nydern gepew. vnßer sachen steen wol so wir allain mit worten angefochten werden. Laßlaw koenig zu Beheim vnd Hungern LAßlaw zu hungern vnnd Beheim koenig. auch hertzog zu oesterreich koenig Albrechts sun vnd kaiser Sigmunds enicklein nach absterben seins vaters geporn hat alßpald er an das liecht herfuer kome zu Stuolweissenburg den cristenlichen tawff vnd die guertel der ritterschaft. vnd auch die heilligen des Hungerischen koenigreichs kron (die sein muoter bey ir het) auff einen einigen tag empfangen. darnach was er von dannen genomen schier .xii. iar in kaiser Friderichs wartt vnd pfleg. dem dann die muoter den sun vnd die kron befolhen het. Als Vladislaus koenig zu Poln (der sich dann des Hungerischen koenigreichs vnderfangen het) in eim streyt zu tod geschossen wardt do wardt diser Laßlaw mit gemayner folg vnd wilkuer des adels vnd der lantherren zu koenig geordnet. Der name ime fuer wider die Tuercken zefechten. Vnlanng darnach zohe er mit eim großen herrlichen zeueg zu Prag ein vnd empfieng daselbst in großen eren vnd wirden die kron des behmischen koenigreichs vnd blybe nicht ein kleine zeit alda. aber er gieng nye in der ketzer kirchen. So zohe er vor gein Preßlaw ee dz er wider gein oesterreich keret. Darnach wardt der graff von cili von Ladislao des Huniadis sun in dem koenigclichen schloß ertoedt. dess empfieng koenig Laßlaw großen schmertzen. vnd fueeget sich gein Ofen vnd hiess die suene des Huniadis zu fangknus nemen. den todschlaher Ladislaen enthawbten vnnd Mathiam gefanngnen. in oesterreich fueeren. In oesterreich wardt geratschlagt dem koenig eine gemahel zegeben. darzu wardt auß vil edeln hohgeporn iunckfrawen Margaretha koenig Karls zu Franckreich tochter als die wirdigst disem koenig Laßlawen zu gemahel vnd eegenossen erkorn. vnnd treffenliche botschaft nach der gesponsen gein Franckreich geschickt. So erhuoben sich spenn vnd zanckerey in welcher statt die hohzeit gehalten werden solt. die Hungern maynten Ofen. die oesterreicher Wienne. die Beheim Prag zu solchem hohzeitlichem geprengk fuogsamm vnd schickerlich zesein. Doch wardt durch verfueegung Georgen von Pogieprad die statt Prag darzu bestymmbt. Als nw der koenig sein sachen in oesterreich geordnet het do zohe er mit eim großen mechtigen zeueg gein Beheim. Vnd von dannen auß warden zwuo botschaft gesendt. eine zu kaiser Friderichen von frids wegen zehandeln. Die andern zu koenig Karln gein Franckreich mit achthundert pferden. mit guldinen wegen mit frawen vnnd iunckfrawen die prawt zebelayten. Darzu warden gefordert. der kaiser. die kaiserin. bede des koenigs schwestere vnd alle teuetsch fuersten. aber solch fuernemen wardt durch vnzeittigen tod des koenigs vnderzuckt. dann er fiel in ein kranckheit daran die ertzt verzweifelten vnd het mit Georgen pogieprad ein langs heimlichs gespreche. darnach ließ er sich mit den sacramenten bewaren. vnnd als er empfunde seins lebens nicht mer zesein do name er ein geweyhte kertzen in die hand vnd fieng an das vater vnßer zebetten. vnnd als er die wortt. Sunder erloeße vns von vbel gesprochen het do wer er verschieden. ettlich sagen auß einer kranckheit. ettliche auß vergiftung im .xviii. iar seins alters. O ere. wirdigkeit. reichthuemer vnd gewalt diser werlt wie eytel. vnbleiblich. awgenplicklich. vngewiß. hinfellich vnd onmechtig seyt ir. left MAncherlay wundergestalte ding sind im .M.cccc.lvi. iar in dem monat februario erschynen. Nemlich in dem Sabinischen land ein kalb mit zwayen koepffen. So sol es zu Rom pluot. Vnd in dem land Liguria flaisch geregnet haben. vnd ein kind mit sechs zenen vnd großem angesyht geporn sein. EIn comet sol auch in dem monat Junio. vnd darnach vber ein iar aber ein andrer comet erschynen sein vnd die menschen sere bekuemert haben. MAchomet der Tuerckisch kaiser wardt bey kriechischen weyssenburg an dem ende gelegen da die zway wasser Saw vnd die Thonaw zusamen fliessen von wenig creuetzern zertrennt vnd veriagt. vnd das geschahe (als Johannes capistranus daselbst was) an sant Sixts tag. darumb setzet babst calixtus der dritt an demselben tag die verklerung des herren. NAch der gepurt Cristi .M.cccc.lvi. iar am fuenften tag des monats Decembris zur .xi. stund der nacht. vnd darnach am .xxx. tag desselben monats zur .xvi. stunnd was ein soelcher großer erdpidem. vnd sunderlich in Apulia Neapolis Beneuento vnd in andern stetten. dergleichen nicht in menschlicher gedechtnus was noch in der schrift gefunden ward. also das vil gotzhewßer. gepewe vnd die pallacia zu Neapolis einfieln vnd vil menschen vnd thier darunter verfieln.
Das sechste Zeitalter. Suncassianus, ein König der Perser. Suncassianus, der glücklichste König der Perser und Armeniens, mit eigenem Namen Assimbeus genannt, hat im Jahre 1453 nach der Bestreitung und Erschlagung Zenzas, des Königs der Perser, über die Perser zu herrschen angefangen. Dieser war ursprünglich ein Königlein Armeniens, ein kühnmutiger, kriegsmächtiger und gewandter Mann und bestritt sehr oft große Heere mit wenig Volk. Als er den König Zenza erschlagen hatte, da ließ er sich merken, als ob er desselben Zenzas gefangenen Sohn zu einem König der Perser krönen wollte. Nun reiste er voran bis gen Thauris, in die Hauptstadt der Perser, mit Eroberung aller Städte und Schlösser. Und als er meinte, dass er sich genügsamlich versichert hatte, da ertötete er den neuen König und eroberte das Königreich der Perser. Dieser Suncassianus (was so viel bedeutet wie ein großer Mann) hat darnach die Bactrianos, Medos und Parthos und einen großen Teil des Orients unter sich gebracht. Mit diesem König hat Papst Calixtus Freundschaft angefangen, und derselbe König hat dem Papst viel Ehre erwiesen und auf des Papstes Anreizung den Türken große Beschwerde zugefügt. Und auch auf der Venezianer Anrufen (als Nigropont verloren ward) wider Othomannum, den Türken, mit Heereskraft gekriegt und ihm bei 30.000 Türken erschlagen. Unlängst darnach machten er und der Türke Heirat zwischen ihren Kindern. Johannes Capistranus. Johannes Capistranus, aus Apruzio, dem Städtlein nicht ferne von der Stadt Aquila gelegen, gebürtig, des heiligen Franziskus Ordens, ist dieser Zeit ein ernstlicher und fürbündiger Prediger des christlichen Glaubens gewesen und aus päpstlichem Befehl in deutsche Lande gezogen und durch Kärnten und Steiermark nach Österreich gekommen. Und von der Priesterschaft mit Heiltum und allem Volk entgegengehend, als ein Legat des päpstlichen Stuhls und ein Sendbote Gottes empfangen worden. Ihm wurden viele kranke Menschen vor seine Füße gelegt, aus denen viele (wie man sagt) gesund geworden waren. Er blieb also etliche viele Tage in deutschen Landen, den Weg des Herrn lehrend und die Menschen zur Bußfertigkeit berufend. Er kam auch geladen gen Nürnberg, und viel Volk von seiner Lehre und Werk wegen aus umliegenden Gegenden dorthin in großem Gedränge, diesen Mann zu sehen, vor Freuden und Andacht weinend, ihre Hände gen Himmel aufhebend, diesen Mann benedeiend, Gott lobend, seine Kleider anrührend und küssend und ihn als einen von Himmelgesandten und Engel Gottes anschauend. Dies war die Weise seines Lebens: in dem Kleid zu schlafen, vor Tagesanbruch aufzustehen, Metten, Laudes, Prim, Terz zu beten, darnach Messe zu halten. Nachfolgend lateinisch zu predigen und durch einen Dolmetscher zu Deutsch zu sagen. Nach Ende der Predigt in seines Ordens Kloster zu gehen, Sext und Non zu beten und darnach die Kranken heimzusuchen, lange bei ihnen zu verharren, die Hände auf sie zu legen. Des heiligen Bernhardins Birett und das Blut, das ihm also tot aus seinen Nasenlöchern geflossen sein soll, auf alle Kranken zu legen, für jedermann flehentlich zu bitten. Darnach das Nachtmahl nehmend und zuletzt diejenigen, die zu ihm kommen, zu verhören. Und dann alsbald Vesper zu beten und darnach wieder zu den Kranken zu gehen und sich in diesen Dingen bis an die Nacht zu üben. Und nach der Komplet nicht der Ruhe und des Schlafs, sondern so viel ihm an Zeit noch vergönnt war, des Lesens der heiligen Schrift zu befleißen und also gleich ein himmlisches Leben zu führen. Diesen Mann haben wir zu Nürnberg gesehen, 65 Jahre alt, klein, mager, dürr, ausgeschöpft, allein von Haut, Adern und Gebein zusammengesetzten Leibes, doch fröhlich und in Arbeit stark, alle Tage ohne Unterlass predigend und hohe und tiefe Materien führend. Diesen Mann hat Kaiser Friedrich gern gehört. Darnach ist er gen Ungarn gezogen und hat ein großes Heer wider die Türken sammelnd bei sechstausend erschlagen. Franciscus Philelphus, ein Poet. Franciscus Philelphus von Ancona, ein rittermäßiger Mann, ein gekrönter Poet und Dichter, beider, lateinischer und griechischer Schrift, übertrefflich hochgelehrt. Hat mit großem Ruhm und Preis bis in diese Zeit gelebt und sich allweg in griechischem und auch in lateinischem Gedichte geübt. Und ist des Meisters Chrysoloras von Konstantinopel Lehrjünger und Tochtermann gewesen. Von demselben ward er also gelehrt, dass er erstlich bei den Venezianern, darnach bei den Florentinern, Sienesen, Bolognesen und zuletzt zu Mailand viele Leute der griechischen und lateinischen Schrift unterrichtet hat. Und daselbst von vier Herzögen einen jährlichen Sold gehabt und viele treffliche Bücher gemacht hat. Und starb nach der Geburt Christi im Jahre 1481, in dem 90. Jahr seines Alters. Leonardus de Utino, Predigerordens, ein Lehrer der heiligen Schrift, ein wohlberedter und hochgelehrter Mann, fürsichtig und angenehm, hat aus Erleuchtung seiner Hochverständnis viele Predigten zur Unterrichtung des Volkes und von den Heiligen durch das ganze Jahr gemacht und nach ihm gelassen. (Seite 250 der Weltchronik). Man hat nie erfahren, dass Kaiser Friedrich der Dritte je geschworen habe, dann allein in der Stadt Aachen und zu Rom, als er gekrönt ward. Und denselben Eid hat er gar beständiglich gehalten. Denn als er bei geschworenem Eide gelobt hatte, dass er die Güter des römischen Kaisertums in keinem Weg verändern wollte, wiewohl dann jetzt dies denn jenes an ihn gefordert ward, so wollte er doch versagend lieber geizig denn willfahrend meineidig gesehen werden. Demnach verzog er Borsio, dem ferrarischen Markgrafen, über sein vielfältiges Ansinnen die Lehenschaft des Herzogtums der Stadt Modena und Reggio so lang, bis diesem Kaiser Friedrich angezeigt ward, dass solches Herzogtum, so es um einen jährlichen Tribut verliehen würde, die Gestalt mehr eines Nutzens denn einer Veränderung vom Reich hätte. Diesem Kaiser Friedrich sagten einstmals seine Hofleute, wie ihm so schmählich von etlichen Personen nachgeredet würde. Da sprach er zu denselben seinen Hofleuten: „Wisst ihr nicht, dass die Fürsten als ein Ziel zum Geschoss gesetzt sind? Die Blitze schlagen in die hohen Türme und verschonen die niederen Gebäude. Unsere Sachen stehen wohl, so wir allein mit Worten angefochten werden.“ Ladislaus, König zu Ungarn und Böhmen. Ladislaus, zu Ungarn und Böhmen König, auch Herzog zu Österreich, König Albrechts Sohn und Kaiser Sigmunds Enkel, nach Absterben seines Vaters geboren, hat alsbald er an das Licht hervorkam, zu Stuhlweißenburg den christlichen Taufe und die Gürtel der Ritterschaft und auch die heilige Krone des ungarischen Königreichs (die seine Mutter bei ihr hatte) auf einen einzigen Tag empfangen. Darnach war er von dannen genommen, schier zwölf Jahre in Kaiser Friedrichs Wart und Pflege, dem dann die Mutter den Sohn und die Krone befohlen hatte. Als Vladislaus, König zu Polen (der sich dann des ungarischen Königreichs unterfangen hatte), in einem Streit zu Tod geschossen ward, da ward dieser Ladislaus mit allgemeiner Zustimmung und freier Wahl des Adels und der Landherren zu König geordnet. Der nahm ihm vor, wider die Türken zu fechten. Unlängst darnach...