Sechstes Alter · Nürnberg 1493, Hartmann Schedel, Übersetzung Georg Alt, Druck Anton Koberger
Das sechst alter Jar der werlt. vim.vic.xci.Jar Cristi. jm.iiijc.xcij. Linea der bebst // Alexander der sechst ALexander der sechst ein Hispanier auß der statt Valentia puertig Rhodericus boria dauor genant ein Portuensischer bischoff ist nach absterben Jnnocencij des achten mit gemayner folg vnd wale in disem iar babst erkorn vnnd in sant Johanßen latronensischen Kirchen am. xxvi. tag Augusti mit der bebstlichen kron geziert worden. ein man gross gemueets vnd großer kluogheit. fuersichtigkeit vnd werltwitzigkeit. Jn seiner iugent ist er zu der lernung in der hohen schuol zu Bononia gestanden vnd wuochße in ruom der tugent. in lobe der lernung vnnd in solcher geschicklichkeit zu allen dingen also auff das er durch babst Calixtum den dritten seiner muoter bruoder zu einem cardinal gemacht wardt. vnnd ein offenbare anzaigung seiner tueglichkeit vnd schickerlichkeit was das das er noch also iunger in die zal vnd versammlung der hohwirdigen vnd vbertreffenlichen cardinel genomen ward vnd die stat eins vicecantzlers erlanget. Auß erfarung vnd erkuendung diser ding aller ist er billich vor andern zu gubernirung vnd laytung sant Peters schifleins zefordern gewesen. vnd wiewol er von angesyht ein herrlich man ist so meret doch sein lob erstlich sein Hyspanisch nation. die dann vnder andern prouintzen des gantzen ertreichs an gesuntlichkeit des lufts gemessigt vnd an gnuogsamkeit vnd sundrer gueete aller ding fuertreffende. solche mann gepiret die an tettigkeit des leibs. an wolschicklichkeit des gemueets vnd an ruom and preys aller tugent allweg die hohsten vnd namhaftigsten gewesen sind. zum andern Valentia die statt seins haymands. die dann mit irem alter vnd mit schoene irs gelegers. vnd mit menig der mann. vnd auch mit aller gestalt der kawfmanschatz andere stett in Hyspania fuertrift. Vnd zum dritten sein durchleuechtigs geschlecht Bona genant auß dem er geporn ist. vnd der warlich sein nation. vaterland vnd geschlecht erleuechtet hat. Er ist ein nachfolger babsts Calixti seins vetters seliger gedechtnus in schriftlicher weißheit. erfarung der kunst vnd auffrichtigem leben. in ime ist holdseligkeit. glawbwirdigkeit. hailperer rat gotßdienstlichkeit vnd kuntschaft aller der ding. die zu einer solchen hohen wirdigkeit vnd stand gepuerlich sind. darumb selig ist der mit souil tugenten geziert vnnd in die hoehe soelcher oeberkeit erhebt. wir hoffen das er dem gemaynen cristenlichen stannd fuerderlich vnnd nutzper sein. vnd durch die wueetenden anfelle des wallwegs. vnd vber die hohen vnd geferlichen meerfelsen wandern vnd den begerten fuoßsteige der himlischen glori ergreiffen werd. Die ding zekuerzen so befelhen wir vnßern nachkomen diss babsts kuenftige lobwirdige handlung vnnd getate zebeschreiben. Als diser babst den stuol erlanget do vnderstuond er sich sein maiestat mit gloriwirdigkeit zemeren. wiewol er in anfang seins babstthumbs widerwertigkeit empfunden hat so hat er doch ime große ding fuergenomen. got woel das er alle ding zu nuotzperkeit vnd fuerderung des gemaynen cristenlichen stands volziehe. verso: Judenfeindlichkeit WIewol das oede iamerig vnd trostlose volck die iuden in vergangnen zeiten an vil enden teuetscher land vnd andrer gegent. vnd sunderlich zu Preßlaw Passaw vnnd Regenspurg etc. mit dem allerheilligsten sacrament vergessenlich schmahlich vnd vnwirdigclich gehandelt haben darumb dann auch an inen solch vbeltaten vngerochen nicht bliben sind yedoch yetzo nehst nach der gepurt Cristi. iar. am. xxij. tag des monats Octobris in der statt Sternberg vnder der hertzogen von Megkelnburg fuerstenthumb gelegen haben Eleazar ein iud vnd sein mituerwandten durch einen briester Petrus genant das allerheilligst sacrament des fronleichnams Cristi in einer groeßern vnd klainern hostia zu inen gebracht. vnd dieselben hostien durchstochen also das dz pluot alßpald herauß floße vnd ein leineins weiß tuch dauon pluotfarb ward. Als nw die iuden ab solchem wunderzaichen erschracken do truogen sie es wider zu dem benanten briester Petro. vnd als aber die ding an die durchleuechtigen hertzogen Balthazarn vnd Mangen gebrueedere gelangt. sich der ding erkuendigten vnd die narben der wunden vnd stich sahen do hießen sie nach den iuden greiffen vnd dieselben als schmeher der goetlichen maiestat cristi vnd vnßers glawbens verprennen. darumb sol aller zweyfel des vnglawbens abgestelt sein vnd nymants zweyfeln das die ersten creatur auß willen goetlichs gewalts in gegwenertigkeit der hohsten maiestat in die natur des leibs vnßers herren geen muogen. dann was mag dem nicht leicht sein dem leicht gewest ist den merschen von der natur des erdkloss zeformirn vnd in die pildnus seiner gotheit zestellen. Vnd dem muoglich ist den menschen von dem tod herwider zerueeffen. auß der verdamnus zenemen. auß aschen wider zemachen. von der erden in den hymel zeerheben. vnd sein pildnus in der geselschaft seins reichs zeerhoehen. Daselbsthin helff vns got der do lebt vnd regirt in ewige ewigkeit Amen. der werlt Blat CCLVIII Linea der kaiser // Maximilianus MAximilianus ertzhertzog zu oesterreich vnd hertzog zu Burgundi kaiser Friderichs des dritten sun wardt noch in leben seins vaters nach der gepurt cristi vnßers haylands .M.cccc.lxxxvi. iar zu Franckfurt auß gemayner wale der churfuersten zu roemischem koenig erkorn. vnnd regiret mit demselben seinem vater syben iar. ein man mit hoehster tugent geziert. thetigs leibs. ritterlicher sachen kuendig. an tugenten nymant weichende mit holdseligkeit. gueetigkeit. senftmueetigkeit vnd miltigkeit alle koenig fuertreffende. ein koenig aller eren wirdig. in streyt glueckhaftig. in allen dingen starckmueetig. mit keinem mayl der laster gemerckt. großbehertzt vnd in weere vnd waffen gestrenng. vnd kome in seinen iungen tagen gein Burgundi vnd vermehlet sich mit Maria der durchleuechtigsten iunckfrawen hertzog Karls tochter. vnd erobert deßhalben das hertzogthumb Burgundi. vnd herrschet ettliche zeit in seinen vnderworffnen landen mit freued vnnd gerechtigkeit. wiewol koenig Ludwig zu Franckreich ettliche lanntschaft die der schweher beseßen het entwendet. In wunn freueden vnd frolocken iubilirten gantz Burgundi Brabant Limburg Lutzemburg Geldern Flandern Artoys Nanmet Haunaw Holand Seland Mecheln Hurnan Saluia vnd Friesen in zukunft vnnd gegewertigkeit dises Maximiliani irs loeblichen fuersten. Dieweil Maria sein gemahel lebet do herrschet er in frid vnd freued. Auß derselben hat er einen sun Philips vnd ein tochter Margaretha genant geporn. Die fiele sich vnlanng darnach ab eim lawffenden pferde zu tod. Diser allerdurchleuechtigst Maximilianus zohe darnach in dem iar der gepurt cristi .M.cccc.lxxxvi. an dem .xx. tag des monats Januarii mit seinem vater kaiser Friderichen dem dritten gein Franckfurt. Nachfolgend am .xvi. tag des monats Februarii ward er nach gehaltnem goetlichem ambt in sant Bartholomes kirchen durch die churfuersten des roemischen reichs nach ordnung der guldein bullen einhelligclich zu koenig erwelt. vnnd darnach am .x. tag des monats Aprilis in der statt Ach mit des grossen kaiser Karls kron (die die von Nuermberg bey irer treffenlichen ratßbotschaft daselbst hin schickten) mit großer herrlicher. solennitet vnnd zierlichkeit bekroenet. dann in ime erschyne vnerhoerte kunst vnd weißheit des herrschens. tapfferheit des bedenckens. schnelligkeit des volziehens. begirde vnd inpruenstigkeit der reiche der gerechtigkeit. sundere beschaidenheit. große gueetigkeit vnd miltigkeit mit geprauch loeblichs lebens vnnd guoter sytten. Aber nach abgang seins gemahels hat er nichtallain von dem adel der ime nicht gehorsam sein wolt vil widerstands erlidden. sunder er wardt auch von den von Prugk in Flandern gefangen vnd in erberer fangknus ettliche zeit gehalten. auß dem dann nach seiner entledigung den von Flandern vnzalliche vbel entstuonden vnd haben noch kein ende. Diser allersyghaftigst koenig Maximilianus vnder den cristenlichen fuersten der allercristenlichst hat in seinem gemueet wolbedacht wie die cristen (die dann ettwen die mechtigsten herren vnd besitzer der erden waren) von den vnglawbigen vmbgeben in einen winckel der erden gedrungen. eins solchen kaiserthumbs. souil edler stett. vnd souil reicher land vnnd gegent berawbt worden sind. Nemlich Judee des edeln vnnd heilligen lannds darinn erstlich die pluomen vnßers glawbens erschinen sind. Item vns sind entzogen Alexandria Alkeyro vnd alles egyptisch land. vnd Antiochia in der der cristenlich namen erstlich gehoert worden ist. der prunn vnd vrsprung vnßers hails ist in die hend vnßer feind gelangt. Jherusalem ein muoter des newen vnd alten testaments. vnd Constantinopel das hawbt des kriechischen lands. Vnd so nw die iuden ettwen nach verlust der archen des geluebds vnd widererobrung derselben kein geferlichkeit des kriegs gescheueht. Vnd die Kriechen von der gerawbten vnd entfueerten Helena wegen eynen zehenierigen krieg gefueert. Vnd die Carthaginenser vmb ein kleine erweyterung irer gegent mit den Cirenensern vil pluotig streyt getan. vnd die roemer offt von irer gesellen vnd puntgenossen wegen zu der weer vnd waffen gegriffen vnd gekempft haben. Demnach hat diser allercristenlichst fuerst Maximilianus solchen großen abfal der cristenheit zu hertzen genomen vnd beschlossen das schwert vnd die waffen wider die vnglawbigen besitzer ettwen cristenlicher stett land vnd gegent in die hand zenemen vnd den schaden vnd schmahe vnßerm glawben durch die feind beschehen starckmueetigclich zerechen vnd den cristenlichen namen zeerheben vnnd zeerweytern vnd darumb zu volziehung solchs heilligen cristenlichen fuermens. vnd zu abstellung aller verhinderung daran hat sein koenigclich maiestat nach der gepurt Cristi .M.cccc.xci. iar hie zu Nuermberg ein grosse versamlunng der fuersten vil tag gehabt. vnd die prelaten. fuersten vnd commun vnd ire rete vnd botschaft so in großer mercklicher zal auß teuetschen. welschen vnd gallischen nationen. vnd auß vil andern oerttern. vnd auch auß weißen rewßen der roemischen koenigclichen maiestat zu eren entgegen waren. zu ablegung irer zwitracht vnnd krieg vnd zu hilf eins cristenlichen heerzugs wider die vnglawbigen mit hohem ernst vnd fleiß vermanet. vnd das so Mathias der hungerisch koenig dem hawß oesterreich abgedrungen het widerumb erobert. vnd dem koenigreich zu hungern frid gegeben. Vnd als aber solcher
Das sechste Zeitalter der Welt. Im Jahr 1492 nach Christus. Linie der Päpste. Alexander der Sechste. Alexander der Sechste, ein Spanier, geboren in der Stadt Valencia, zuvor Rodrigo Borgia genannt, Bischof von Porto, wurde nach dem Tod Innozenz’ des Achten mit allgemeiner Zustimmung und Wahl in diesem Jahr zum Papst gewählt und am 26. Tag des August in der Lateranbasilika mit der päpstlichen Krone geschmückt. Er war ein Mann von großem Gemüt und großer Klugheit, Voraussicht und Weltgewandtheit. In seiner Jugend widmete er sich dem Studium an der Hohen Schule zu Bologna und wuchs im Ruhm der Tugend, im Lob der Gelehrsamkeit und in solcher Geschicklichkeit in allen Dingen auf, sodass er durch Papst Calixtus den Dritten, den Bruder seiner Mutter, zum Kardinal gemacht wurde. Ein offenkundiges Zeichen seiner Tüchtigkeit und Geschicklichkeit war, dass er noch so jung in die Zahl und Versammlung der hochwürdigen und hervorragenden Kardinäle aufgenommen wurde und das Amt eines Vizekanzlers erlangte. Aus Erfahrung und Erkenntnis all dieser Dinge war er billigerweise vor anderen zur Regierung und Leitung des Schiffleins Petri zu fordern. Und obwohl er von Angesicht ein herrlicher Mann ist, so mehrt doch sein Lob erstens seine spanische Nation, die dann unter anderen Provinzen des ganzen Erdreichs an Gesundheit der Luft gemäßigt und an Genügsamkeit und besonderer Güte aller Dinge übertreffend, solche Männer gebiert, die an körperlicher Aktivität, an Wohlgeschicklichkeit des Gemüts und an Ruhm und Preis aller Tugenden stets die höchsten und namhaftesten gewesen sind. Zum anderen Valencia, die Stadt seiner Heimat, die dann mit ihrem Alter und mit der Schönheit ihrer Lage und mit der Menge der Männer und auch mit aller Art des Handels andere Städte in Hispanien übertrifft. Und zum dritten sein durchlauchtigstes Geschlecht Borgia genannt, aus dem er geboren ist, und der wahrlich seine Nation, sein Vaterland und sein Geschlecht erleuchtet hat. Er ist ein Nachfolger Papst Calixtus', seines Vetters seligen Angedenkens, in schriftlicher Weisheit, Erfahrung der Kunst und aufrichtigem Leben. In ihm ist Holdseligkeit, Glaubwürdigkeit, heilsamer Rat, Gottseligkeit und Kenntnis all der Dinge, die zu einer solchen hohen Würdigkeit und Stand gebührlich sind. Darum selig ist der, der mit so vielen Tugenden geziert und in die Höhe solcher Oberkeit erhoben. Wir hoffen, dass er dem gemeinen christlichen Stand förderlich und nutzbar sein und durch die wütenden Anfälle des Wallwegs und über die hohen und gefährlichen Meerfelsen wandern und den begehrten Fußsteig der himmlischen Glorie ergreifen wird. Um die Dinge abzukürzen, so befehlen wir unseren Nachkommen, die künftigen lobwürdigen Handlungen und Taten dieses Papstes zu beschreiben. Als dieser Papst den Stuhl erlangte, da unternahm er es, seine Majestät mit Glorwürdigkeit zu mehren. Obwohl er am Anfang seines Papsttums Widerwärtigkeiten empfunden hat, so hat er doch große Dinge unternommen. Gott wolle, dass er alle Dinge zur Nützlichkeit und Förderung des gemeinen christlichen Standes vollziehe. Judenfeindlichkeit. Obwohl das öde, jämmerliche und trostlose Volk der Juden in vergangenen Zeiten an vielen Orten deutscher Lande und anderer Gegenden, und besonders zu Breslau, Passau und Regensburg etc., mit dem allerheiligsten Sakrament vergessenlich, schmählich und unwürdiglich gehandelt haben, darum dann auch an ihnen solche Übeltaten ungerochen nicht geblieben sind, jedoch jetzt nächst nach der Geburt Christi, im Jahr 1492, am 22. Tag des Monats Oktober in der Stadt Sternberg, unter dem Fürstentum der Herzöge von Mecklenburg gelegen, haben Eleazar, ein Jude, und seine Mitverwandten durch einen Priester namens Petrus das allerheiligste Sakrament des Fronleichnams Christi in einer größeren und kleineren Hostie zu ihnen gebracht und dieselben Hostien durchstochen, sodass das Blut alsbald herausfloss und ein leinenes weißes Tuch davon blutfarben wurde. Als nun die Juden ob solchem Wunderzeichen erschraken, da trugen sie es wieder zu dem benannten Priester Petrus. Und als aber die Dinge an die durchlauchtigen Herzöge Balthasar und Magnus, Gebrüder, gelangten, sich der Dinge erkundigten und die Narben der Wunden und Stiche sahen, da ließen sie nach den Juden greifen und dieselben als Schmäher der göttlichen Majestät Christi und unseres Glaubens verbrennen. Darum soll aller Zweifel des Unglaubens abgestellt sein und niemand zweifeln, dass die ersten Kreaturen aus Willen göttlichen Gewalts in Gegenwart der höchsten Majestät in die Natur des Leibes unseres Herrn gehen mögen. Denn was mag dem nicht leicht sein, dem leicht gewesen ist, den Menschen von der Natur des Erdklosses zu formen und in die Bildnis seiner Gottheit zu stellen? Und dem möglich ist, den Menschen von dem Tod herwider zu rufen, aus der Verdammnis zu nehmen, aus Aschen wieder zu machen, von der Erde in den Himmel zu erheben und sein Bildnis in der Gesellschaft seines Reichs zu erhöhen. Dorthin helfe uns Gott, der da lebt und regiert in ewige Ewigkeit. Amen. Blatt 258 der Welt. Linie der Kaiser. Maximilian. Maximilian, Erzherzog zu Österreich und Herzog zu Burgund, Kaiser Friedrichs des Dritten Sohn, ward noch zu Lebzeiten seines Vaters nach der Geburt Christi, unseres Heilands, im Jahr 1486 zu Frankfurt aus allgemeiner Wahl der Kurfürsten zum römischen König erkoren und regierte mit demselben seinem Vater sieben Jahre. Ein Mann mit höchster Tugend geziert, tätigen Leibes, ritterlicher Sachen kundig, an Tugenden niemand weichend, mit Holdseligkeit, Gütigkeit, Sanftmütigkeit und Milde alle Könige übertreffend. Ein König aller Ehren würdig, im Streit glückhaftig, in allen Dingen starkmütig, mit keinem Makel der Laster gemerkt, großherzig und in Wehr und Waffen gestreng. Und kam in seinen jungen Tagen gen Burgund und vermählte sich mit Maria, der durchlauchtigsten Jungfrau, Herzog Karls Tochter, und eroberte deshalb das Herzogtum Burgund. Und herrschte etliche Zeit in seinen unterworfenen Landen mit Freude und Gerechtigkeit, wiewohl König Ludwig zu Frankreich etliche Landschaften, die der Schwäher besessen hatte, entwendet. In Wonne, Freuden und Frohlocken jubilierten ganz Burgund, Brabant, Limburg, Luxemburg, Geldern, Flandern, Artois, Namur, Hennegau, Holland, Seeland, Mecheln, Horn, Salvia und Friesland in Ankunft und Gegenwart dieses Maximilians, ihres löblichen Fürsten. Dieweil Maria, sein Gemahl, lebte, da herrschte er in Frieden und Freude. Aus derselben hat er einen Sohn Philipp und eine Tochter Margaretha genannt geboren. Die fiel sich unlängst darnach von einem laufenden Pferde zu Tod. Dieser allerdurchlauchtigste Maximilian zog darnach in dem Jahr der Geburt Christi 1486, am 20. Tag des Monats Januar, mit seinem Vater Kaiser Friedrich dem Dritten gen Frankfurt. Nachfolgend am 16. Tag des Monats Februar ward er nach gehaltenem göttlichem Amt in Sankt Bartholomäus' Kirche durch die Kurfürsten des römischen Reiches nach Ordnung der Goldenen Bulle einhelliglich zu König erwählt. Und darnach am 10. Tag des Monats...