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Anonimo Toscano - Libro della cocina (Libro della cocina (Anonimo Toscano))

Toskana, Italien, Ende 14. Jh. · Toskanisches Volgare (Ende 14. Jh.)

Frische Erbsen für Kranke im Teigbecher

Moderne Übersetzung

Nimm frische junge Erbsen, dicke Milch und Mandeln und gib ein wenig Salz hinzu.

Forme dann einen gut gearbeiteten Becher aus Teig. Streue, wenn du magst, Zucker darüber, setze es zum Garen und iss es.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
pesi novelli Frische junge Erbsen Markt, Saisonware; ersatzweise Tiefkühl-Erbsen Tiefkühl-Erbsen
latte spesso Dicke Milch - Sahne, Rahm oder Mandelmilch
amandole Mandeln - -
sale Salz - -
pasta Teig - Mürbeteig
zuccaro Zucker - -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Eine milde Krankenkost-Speise: frische junge Erbsen mit Mandeln und dicker Milch, in einem essbaren Becher aus Teig gegart und nach Belieben mit Zucker bestreut. Die Scan-Überschrift sagt es klar - Dei peselli freschi per li 'nfermi, „von den frischen Erbsen für die Kranken". Das Gericht gehört zum kleinen Krankenkost-Block des Anonimo Toscano (vgl. ant-104, Kichererbsen für Kranke, und die Krankenkost-Variante in ant-102).

Keine Fisch-Speise. Das Wort pesi im Manuskript ist eine Schreibvariante von piselli/peselli (Erbsen), nicht von pesci (Fische) - die Überschrift derselben Editionsseite nennt ausdrücklich Erbsen. Es ist also ein mildes, sämiges Gemüse-Milch-Gericht, kein Fischgericht.

Latte spesso und Mandeln - milde Bindung. Frische Erbsen, Mandeln und latte spesso (dicke Milch) ergeben eine sanfte, leicht süßliche, gut bekömmliche Masse - genau das Profil, das die mittelalterliche Diätetik Kranken empfahl. Die Mandeln binden und mildern, die Milch macht es cremig. Latte spesso ist mehrdeutig: Sahne/Rahm für eine glatte Creme, oder dickgelegte (gesäuerte) Milch für eine leicht säuerliche Note - bei Krankenkost spricht die Milde eher für Rahm oder Mandelmilch.

Der coppo di pasta. Ein coppo ist ein becher- oder schalenförmiges Teiggefäß, das mitgebacken wird - dieselbe Form, die das Buch mehrfach nutzt (vgl. ant-065, ant-082). Die übergreifende Form-Erklärung samt aller Varianten steht im Coppo-Cluster der Grundlagen.

Praxis. Frische (notfalls TK-)Erbsen kurz blanchieren. Mit gemahlenen Mandeln, etwas Sahne oder Mandelmilch und einer Prise Salz zu einer dicklichen Masse verrühren oder grob pürieren. Einen Becher aus Mürbeteig in einer ofenfesten Form blind anbacken (oder die Masse direkt im Teig backen), füllen, nach Geschmack mit Zucker bestreuen und im Ofen bei ca. 180 °C garen, bis der Teig goldgelb ist.

fyndling.de/rezepte/ant-106/