Clutius: Von den Bienen (Buch 3: Vom Honig) (Van de Byen, Hare wonderlicke oorspronc, Natuer, Eygenschap, crachtige, ongehoorde ende seltsame wercken ... Gestelt in forme van een Tsamen-sprekinge (Het derde Boec: Vanden Honich))
Unreife Feigen, Mandeln, Birnchen, Quitten und Zitronenschalen in Honig einmachen
Moderne Übersetzung
Um unreife Feigen, Mandeln, Birnchen, Quitten und andere Zitronenschalen einzumachen: Man soll die genannten Früchte zum Einweichen in eine leichte Salzlake oder in Lauge setzen, zehn oder zwölf Tage lang. Danach soll man die Lauge oder Lake abgießen und die genannten Früchte erneut in klarem Regenwasser einweichen, bis die Salzigkeit oder Schärfe weg ist.
Dann soll man die Früchte in Regenwasser in einem irdenen Topf sieden, bis sie mürbe sind. Auf jedes Pfund Früchte soll man 2 Pfund Honig nehmen und sie zubereiten, wie wir es bei den Walnüssen gelehrt haben.
Diese eingemachten Früchte gebraucht man bei Banketten und anderen Mahlzeiten.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| onrijpe Vijgen | Unreife Feigen | - | - | - |
| Amandelen | Unreife Mandeln | - | - | - |
| Peerkens | Unreife Birnchen | - | - | - |
| Queen | Quitten | - | Wochenmarkt (Herbst) | - |
| andere Cytroenſchellen | Andere Zitronenschalen | - | - | - |
| lichte pekel van ſout | Salz für eine leichte Salzlake | - | - | - |
| loge | Lauge, wahlweise statt der Salzlake | - | - | - |
| claer regenwater | Klares Regenwasser | - | - | Weiches, kalkarmes Wasser (heutiger Ersatz) |
| 2. pont Honichs | Honig auf je 1 Pfund Früchte | 2 Pfund | - | - |
Zubereitungshinweis
Was ist das? Früchte und Schalen, die erst lange gebeizt und gewässert, dann weich gesotten und in Honig eingekocht werden. Der Eintrag beschreibt nur die Vorbehandlung, für den Honig verweist er auf die Walnüsse (clu-005). Dieselbe Vorbehandlung mit demselben Honigverhältnis steht gleich danach bei Kalmus und Alant (clu-007).
Lake und Lauge. Den Zweck des langen Beizens nennt Clutius hier nicht. Beim Wässern der Orangenschalen (clu-002) soll die Bitterkeit weichen, für unreife Früchte liegt das nahe, ausdrücklich steht es hier nicht. Das Wässern danach hat einen genannten Zweck: Salz oder Schärfe müssen heraus. Wie viel Salz eine „leichte“ Lake enthält und woraus die Lauge gemacht ist, sagt der Text nicht.
Der Honigschritt. Bei den Walnüssen kommt der Honig auf die kalten Stücke: Die gesottenen Stücke werden vom Kochwasser getrennt und abgekühlt, dann gießt man den geläuterten Honig darüber. Wird er wässrig, kocht man ihn wieder ein, bis er so dick ist wie Terpentin. Das Walnuss-Rezept verweist für diesen Ablauf seinerseits auf die Orangenschalen, und dort wird das Einkochen und Wiederaufgießen wiederholt, bis der Honig nicht mehr dünn wird.
Praxis. Heute nimmt man die Salzlake, die der Text gleichrangig nennt, denn Lauge ist ätzend und braucht Handschutz und ein passendes Gefäß. Gewässert wird, bis eine Kostprobe nicht mehr salzig schmeckt. Dann im Regenwasser oder weichem Wasser sieden, bis sich die Stücke leicht eindrücken lassen, und abkühlen lassen. Geläuterten Honig (clu-001) daraufgießen und nach dem Walnuss-Verfahren einkochen, bis er dick bleibt. Ob die Früchte zusammen oder getrennt eingemacht werden, lässt der Text offen. Wegen der Reifezeit im Jahr wird man sie heute getrennt ansetzen.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/clu-006/
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