Münchner Kochbuchhandschriften (Cgm 384) (München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 384)
Mus von Krebsen
Moderne Übersetzung
Für ein Krebsmus nimm Krebse und schneide das Schlechte bis zu den Augen heraus. Das Übrige stoße in einem Mörser. Nimm ein weißes Brotkrümel darunter und treibe es dann mit Milch durch. Gib es dann in eine Pfanne und mache daraus ein Mus, das rot wird.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| kreps | Krebse | - | Fischhändler (aus Zucht), Wochenmarkt | Garnelen oder Langustenschwänze |
| wisz brosem | Weißes Brotkrümel | - | - | - |
| milch | Milch | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Ein feines Krebsmus: Flusskrebse werden von den ungenießbaren Eingeweiden im Kopfbereich (bis zu den Augen) befreit, im Mörser zerstoßen, mit weißem Brot gebunden und mit Milch durch ein Tuch passiert; in der Pfanne wird daraus ein Mus, das beim Garen rott wird (der Krebspanzer färbt sich rot). Eine vornehme Fastenspeise - der direkte Zwilling zum Krebsmus der Koch- und Kellermeisterei und zum nahezu wortgleichen Krebsmus aus Cgm 5919; technisch verwandt mit den anderen durchpassierten Tier-Musen (Mus von Fischrogen, Lebermus).
Buch-von-guter-Speise-Strang. Das Rezept ist nahezu wörtlich mit dem Reichenauer Krebsmus verwandt (dort teils mit Eigelb angereichert); Cgm 384 bleibt schlicht bei Krebs, Brot und Milch.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/m384-058/
fyndling.de/rezepte/m384-058/