Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)
Mit Äpfeln gefüllte Oblaten, an den Rändern in Weinteig getaucht
Moderne Übersetzung
Nimm Äpfel und richte sie zu wie für die Krapfen. Bestreiche eine Oblate damit und lege eine andere Oblate darauf, sodass sie aufeinander bleiben. Schneide sie in zwei oder drei Stücke und tauche die Ränder in den Teig, den du mit Wein angemacht hast.
Wirf sie in heiße Butter und backe sie rasch aus. Gib sie warm auf den Tisch und bestreue sie mit weißem Zucker. So ist es gut und wohlschmeckend.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Epffel | Epffel | - | - | - |
| Oblat | Oblat | - | Supermarkt (Backregal) | - |
| Wein | Wein | - | - | - |
| (erschlossen) | Teig | - | - | - |
| heisse Butter | heisse Butter | - | - | - |
| weissem Zucker | weissem Zucker | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Zwei Oblaten mit einer Apfelmasse dazwischen, in zwei oder drei Stücke geschnitten, nur an den Rändern in einen Weinteig getaucht und in heißer Butter rasch ausgebacken, dann warm mit weißem Zucker bestreut. Dasselbe Verfahren steht im Kapitel mit Weichselsauce (rum-1655) und mit Mandeln (rum-1674).
Die Apfelmasse. Rumpolt schreibt nur „richt sie zu wie zu den Krapffen“ und nennt keine Nummer. Das nächste Apfelrezept dieser Art im selben Kapitel ist rum-1663: Dort werden die Äpfel mit schwarzen Rosinen klein gehackt, in wenig Butter mit Zimt und Zucker gut geröstet und kalt werden gelassen. Wer dieser Spur folgt, bereitet die Masse genauso vor; Rosinen, Zimt und Zucker stehen im Text dieses Rezepts selbst aber nicht. Die Masse muss abgekühlt und streichfähig fest sein, sonst weicht sie die Oblaten durch.
Die Ränder in den Teig. „Stoß die oͤrter in den Teig“ heißt: die Schnittränder der gefüllten Stücke in den Teig tauchen. Der Teig klebt die beiden Oblaten zusammen und schließt die Füllung ein; im Weichselrezept begründet Rumpolt es selbst: „daß die Oblat beyeinander bleiben“. Die Mitte bleibt frei.
Der Weinteig. Der Text nennt nur einen Teig, „den du mit Wein hast angemacht“. Wenige Rezepte davor macht Rumpolt ihn „von lauter Wein vnd Mehl“ (rum-1669), ebenso bei den Wein-Oblaten (rum-1692); daher das Mehl in der Zutatenliste. Mengen nennt er nicht. Praktisch bewährt sich ein dickflüssiger Teig wie für Pfannkuchen, der am Oblatenrand haften bleibt.
Ausbacken. „Backs geschwindt hinweg“: in heißer Butter rasch ausbacken, bis der Teigrand fest und goldgelb ist. Oblate und Butter bräunen schnell, die Hitze also wach führen.
Praxis. Mengen, Teigdicke und Zeiten nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa 45 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Rösten und Abkühlen der Apfelmasse ein. Den Zucker erst beim Auftragen darüberstreuen.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/rum-1673/
fyndling.de/rezepte/rum-1673/