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Süßer Walnussbrei mit Reis

Kuchařství o rozličných krměch, kterak se užitečně s chutí strojiti mají · Prag, Böhmen · 1535

DessertNachspeiseLagerkücheLagerküche-tauglichLesartViel InterpretationsspielraumMittelBürgerliche KücheBürgerlichReisReisVeganVegan
Zubereitungszeit75 Min.Portionen2-4 PersonenBuchBöhmisches Kochbuch - Kuchařství o rozličných krměch (~1535)

Historische Illustration

Süßer Walnussbrei mit Reis - Originalseite aus Böhmisches Kochbuch - Kuchařství o rozličných krměch
Kirschen, Tacuinum Sanitatis, Codex Vindobonensis (ca. 1390)

Transkription - Frühneuzeitliches Tschechisch

Kaše z vořechuov vlaských.

Zvař ořechy vlaské v cele, potom vybeř jádra z nich, oblup a ztluc v moždíři, potom zetři v pánvici, což muožeš najlép, rozpusť vlažnú vodú a vezmi rajže tlučené a zvař, daj cukru dosti a vyvař na místo.

Čeněk Zíbrt, Staročeské umění kuchařské (1927), Zlatý fond SME - Kap. 26-27: Pavel Severin z Kapí hory

Moderne Übersetzung

LagerkücheLagerküche-Tipp: Benötigt einen Topf, Mörser (oder Alternative) und Feuerstelle.

Koche die ganzen Walnüsse. Wähle danach die Kerne aus, schäle sie und zerstoße sie in einem Mörser. Reibe sie anschließend in einer Pfanne so fein wie möglich. Löse die Masse mit lauwarmem Wasser auf. Nimm dann zerstoßenen Reis (Reismehl) und koche ihn. Gib ausreichend Zucker hinzu und koche alles zu einer festen Konsistenz ein.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
ořechy vlaské ganze Walnüsse - -
vlažnú vodú lauwarmes Wasser Leitung -
rajže tlučené Reismehl - feiner Reisgrieß
cukru Zucker - -

Anmerkungen

Kaše z vořechuov vlaských

Brei aus Walnüssen

v cele

im Ganzen

ztluc v moždíři

im Mörser zerstoßen (Mörser als großes Küchengerät)

zetři v pánvici

in einer Pfanne reiben/passieren (um eine feine Paste zu erhalten)

rajže tlučené

zerstoßener Reis (Reismehl)

vyvař na místo

einkochen bis zur gewünschten Konsistenz

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

Lesartzetři v pánvici

Gewählte Lesart: In einer Pfanne reiben/passieren, um eine feine Paste zu erhalten.

Andere mögliche Lesart:

  • In einer Pfanne trocken rösten und dann mahlen. - Dies wäre eine Möglichkeit, die Walnüsse weiter zu zerkleinern und ihr Aroma zu intensivieren, bevor sie mit Wasser aufgelöst werden. Die Formulierung ‚zetři' (reiben/zerreiben) kann beides implizieren, aber das anschließende ‚rozpusť vlažnú vodú' (mit lauwarmem Wasser auflösen) legt eine Paste nahe, die sich gut auflösen lässt.

Lesartrajže tlučené

Gewählte Lesart: Reismehl (fein zerstoßener Reis).

Andere mögliche Lesart:

  • Reisgrieß (grob zerstoßener Reis). - Während ‚tlučené' (zerstoßen) auch gröbere Partikel bedeuten kann, ist für einen Brei eine feinere Konsistenz wie Reismehl üblicher, um eine glatte Textur zu erzielen.

Lesartvyvař na místo

Gewählte Lesart: Einkochen bis zur gewünschten Konsistenz.

Andere mögliche Lesart:

  • An Ort und Stelle kochen. - Die wörtliche Übersetzung ‚na místo' bedeutet ‚an den Ort', was im kulinarischen Kontext als ‚zur richtigen Stelle' oder ‚zur richtigen Konsistenz' interpretiert wird. Eine rein wörtliche Übersetzung wäre hier nicht sinnvoll.

Häufige Fragen

Was ist ein 'Mörser' - brauche ich einen Mörser und Stößel?

Im mittelalterlichen Kochkontext ist ein 'Mörser' ein großes Küchengerät aus Stein oder Metall, das zum Zerstoßen von Fleisch, Nüssen oder Getreide zu einer feinen Paste verwendet wurde. Für dieses Rezept kannst du die Walnüsse und den Reis stattdessen in einer modernen Küchenmaschine oder einem Blender sehr fein mahlen oder pürieren. Wer authentisch arbeiten möchte, verwendet einen großen Granit-Mörser mit schwerem Holzstößel.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist gut für die Lagerküche geeignet. Die Zutaten sind haltbar und die Zubereitung über offenem Feuer oder einem Kocher ist problemlos möglich. Du benötigst einen Topf, einen Mörser (oder eine Alternative zum Zerkleinern der Walnüsse und des Reises) und eine Feuerstelle.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem 'Böhmischen Kochbuch, Kuchařství o rozličných krměch' von Pavel Severin z Kapí Hory, das um 1535 in Prag gedruckt wurde. Es ist das älteste erhaltene gedruckte tschechische Kochbuch und bietet Einblicke in die frühneuzeitliche böhmische Küche.

Wie viel Zucker und Reismehl soll ich verwenden?

Das Rezept gibt keine genauen Mengen an. Für eine Portion für 2-4 Personen kannst du etwa 200-300 g Walnusskerne, 50-100 g Reismehl und Zucker nach Geschmack verwenden. Beginne mit etwa 50 g Zucker und füge bei Bedarf mehr hinzu. Die Wassermenge passt du an, um eine cremige, breiartige Konsistenz zu erreichen.

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