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Der Flays-Fisch

Le Ménagier de Paris · Paris · 1393

RezeptSonstigesLesartViel InterpretationsspielraumEinfachKorrekturBearbeitungsstand 5/10Bürgerliche KücheBürgerlich
BuchMénagier de Paris (~1393)

Flays. Von diesem Fisch braucht man keine genaue Kenntnis zu haben, denn er ist nur in Saison, wenn das 'quarrel' unter dem Fuß ist. Dieser Fisch ist nicht rot gesprenkelt auf dem Rücken wie die 'quarreletz', und er hat einen sehr schwarzen Rücken.

Was ist ein 'Flays' und ein 'quarreletz'?

Der 'Flays' ist eine Art Plattfisch, wahrscheinlich eine Flunder oder Scholle. Der Text beschreibt ihn als Fisch mit schwarzem Rücken, der nicht rot gesprenkelt ist. 'Quarreletz' sind ebenfalls Plattfische, die sich durch rote Sprenkel auf dem Rücken vom Flays unterscheiden. Es handelt sich vermutlich um eine kleinere oder junge Form des Flays oder eine verwandte Art.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Nein, dies ist keine Kochanleitung, sondern eine Beschreibung eines Fisches und seiner Saison. Es gibt keine Zubereitungsschritte. Zuhause vorbereiten.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem 'Ménagier de Paris', einem Haushaltsbuch, das um 1393 in Paris verfasst wurde. Es richtete sich an eine junge Ehefrau und enthält neben Kochrezepten auch Ratschläge zur Haushaltsführung und Moral.

Was bedeutet 'quarrel font soubz le pié' im Rezept?

Dies ist eine mittelalterliche Umschreibung für die Saison des Fisches. 'Quarrel' kann verschiedene Bedeutungen haben (Armbrustbolzen, quadratischer Stein, eine Art Pflanze). Im Kontext der Fischsaison ist die plausibelste Interpretation eine bestimmte Pflanze oder ein Unkraut, das zu einer spezifischen Jahreszeit wächst und somit den Beginn der Fangsaison anzeigt. Es ist eine Art volkstümlicher Kalender.

Flays. De ce ne couvient faire nul compte, car ilz ne sont en saison fors quant le quarrel font soubz le pié. Ce poisson n'est point tavellé de rouge sur le dos comme sont quarreletz, et si ont le dos bien noir.
Flays

Eine Art Plattfisch, möglicherweise Flunder oder Scholle.

quarrel

Mittelfranzösischer Begriff, hier wahrscheinlich eine Art Unkraut oder Pflanze, die zu einer bestimmten Jahreszeit wächst und die Saison für den Fisch anzeigt. Es kann auch ein quadratischer Stein oder eine Armbrustbolzen sein, aber im Kontext der Saisonalität einer Pflanze ist es am plausibelsten.

quarreletz

Eine kleinere Art Plattfisch, möglicherweise eine junge Scholle oder Flunder, die sich durch rote Sprenkel auf dem Rücken vom Flays unterscheidet.

tavellé

Gesprenkelt, getupft.

Handschrift
Le Ménagier de Paris
Folio
Fol. 155r
Sprache
Moyen Français
Entstehung
Paris, 1393

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

LesartFlays / quarreletz

Gewählte Lesart: Der 'Flays' wird als Plattfisch (Flunder/Scholle) und 'quarreletz' als eine kleinere, rot gesprenkelte Variante davon interpretiert.

Lesartquarrel font soubz le pié

Gewählte Lesart: Die Phrase wird als volkstümlicher Saisonindikator verstanden, der sich auf das Erscheinen einer bestimmten Pflanze oder eines Unkrauts bezieht.

Andere mögliche Lesart:

  • Es könnte sich auf das Erscheinen von quadratischen Steinen oder Fliesen unter den Füßen beziehen, was auf eine bestimmte Bodenbeschaffenheit oder Jahreszeit hindeutet. - Das Wort 'quarrel' kann auch 'quadratischer Stein' oder 'Fliese' bedeuten. Dies wäre eine metaphorische Beschreibung einer Jahreszeit, in der der Boden hart oder gefroren ist.

Originalwerk (~1393) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 155r, Scan: Bibliothèque nationale de France, Gallica (BnF Manuscrit Français 12477)
Transkription
Base de Français Médiéval (BFM), ENS Lyon - TEI P5, Lizenz Etalab Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
LagerkücheLagerküche
Zuhause vorbereiten.
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Aus unseren ersten Übersetzungen. Dieses Rezept gehört zu unseren früh erschlossenen Texten und wird vielleicht noch einmal überprüft. Wir gehen die Rezepte gelegentlich erneut durch, wenn wir neue Erkenntnisse gewinnen.

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