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Hühnertopf im Teigmantel

Kogebog / Libellus de arte coquinaria · Dänemark · 1300

GeflügelHauptspeise · GeflügelMittelKorrekturBearbeitungsstand 9/10Höfische KücheHofkücheHülsenfrüchteHülsenfrüchte
Zubereitungszeit60 Min.Portionen4-6 PersonenBuchKogebog (Harpestreng-Handschrift NKS 66) (~1300)

Bereite einen Topf aus Teig. Schneide ein ganzes Huhn in Stücke und gib es in den Teigtopf. Füge gut geschnittenen Speck hinzu, erbsengroß. Würze mit Pfeffer und Kümmel. Schlage Eigelb gut mit Safran und gib es ebenfalls hinzu. Nimm den Teigtopf und lasse ihn in einem Ofen backen. Das nennt man ‚Koken wan Honer‘.

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
degh Teig - - -
et høns Huhn 1 Metzger -
spæk wæl skoren sum ærtær Speck, erbsengroß geschnitten - Metzger -
pipær Pfeffer - - -
komiæn Kümmel - - -
æggi blomæ Eigelb - - -
safran Safran - gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel -

Welches Gericht ist das? Ein in einem selbstgebauten Teigtopf gebackenes Hühnergericht - „Koken wan Honer“ -, gefüllt mit Hühnerstücken, erbsengroßem Speck, Pfeffer, Kümmel und safrangelbem Eigelb. Es ist die geschlossene Topf-Variante der Teigmantel-Pasteten und steht direkt neben hkb-024 sowie mha-076 „Rehrückenbraten im Teigmantel“, mha-151 „Gebackener Fisch im Teigmantel“ und mar-148 „Aalpâté im Teigmantel“.

Grytæ af degh („Topf aus Teig“): aus festem Teig wird ein Behälter geformt - ein essbarer oder als Garhülle dienender Teigtopf (engl. coffin), in dem die Füllung im eigenen Saft gart. Das ist die nordische Entsprechung der mit dem Messer geformten Pastetenform.

Spæk wæl skoren sum ærtær („Speck, gut geschnitten wie Erbsen“): der Speck wird erbsengroß gewürfelt und über die Füllung verteilt; sein Fett hält das magere Huhn beim Backen saftig. Komiæn ist Kümmel.

Æggi blomæ wæl slaghæn mæth safran („Eigelb gut geschlagen mit Safran“): das safrangefärbte Eigelb wird über die Füllung gegossen - es bindet beim Backen, gibt Farbe und eine reichhaltige Note.

Praxis. Aus festem Weizenmehl-Wasser-Teig einen stabilen Topf mit Boden und Wand formen. Hühnerstücke einlegen, erbsengroße Speckwürfel, Pfeffer und Kümmel darüber. Eigelb mit etwas Safran verquirlen und über die Füllung gießen. Mit einem Teigdeckel verschließen und bei 180-200 °C backen, bis der Teig fest und die Füllung durchgegart ist. (Hinweis: Der Transkripttext enthält am Ende ein lateinisches Schreiber-Kolophon und - als Extraktionsartefakt der Online-Edition - eine Website-Fußzeile; beide gehören nicht zum Rezept.)

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Nein, dieses Rezept ist nicht direkt für die Lagerküche geeignet, da es die Zubereitung in einem Ofen erfordert. Ein Teigtopf muss gebacken werden, was am Lagerfeuer ohne speziellen Lehmofen oder Dutch Oven schwierig ist. Zuhause vorbereiten.

Was bedeutet der lateinische Rezepttitel?

Der lateinische Titel „De cibo qui dicitur koken wan honer“ bedeutet übersetzt „Über die Speise, die ‚Koken wan Honer‘ genannt wird“. ‚Koken wan Honer‘ ist der altdänische Name des Gerichts, der sich als ‚Gekochtes/Gebackenes vom Huhn‘ oder ‚Hühnerkuchen‘ interpretieren lässt.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem Kogebog (Harpestreng-Handschrift NKS 66) (Dänemark). Älteste erhaltene nordeuropäische Rezeptsammlung (~1300). Überliefert in der Harpestreng-Handschrift (NKS 66, 8vo, Det Kongelige Bibliotek Kopenhagen). ~25 Rezepte: höfische Saucen, Geflügel, Fisch, Süßspeisen - mit Safran, Kardamom und Nelken als Fernhandelsgewürzen. Altdänischer Text mit lateinischen Rubriken.

De cibo qui dicitur koken wan honer Man skal gøræ en grytæ af degh. oc skær et høns thær .i. alt .i. styki. oc latæ thær .i. spæk wæl skoren sum ærtær. pipær oc komiæn oc æggi blomæ. wæl slaghæn mæth safran. oc takæ thæn grytæ oc latæ bakæ .i. en ofn. Thæt hetær kokæn wan honer. Explicit libellus de arte coquinaria. Tu autem domine? miserere nostri. Deo gracias. Explicit per manum Explicit expliceat ludere scripter eat. ameN © 2026 Det Danske Sprog- og Litteraturselskab. Copyright Tekstnet drives af Hugo v0.134.2Hosting: Det Danske Sprog- og Litteraturselskab
grytæ af degh

Ein Topf oder eine Form aus Teig, ähnlich einer Pastetenhülle.

høns

Huhn.

spæk

Speck oder tierisches Fett.

æggi blomæ

Eigelb, wörtlich ‚Eierblume‘.

ofn

Ofen.

Handschrift
Kogebog / Libellus de arte coquinaria
Folio
Fol. 147v
Sprache
Altdänisch (ca. 1300)
Entstehung
Dänemark, 1300

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

et hønschicken Q864693
spæk wæl skoren sum ærtærbacon Q11106
pipærpepper Q3143131
komiæncaraway Q22978145
æggi blomæyolk Q16336079
safransaffron Q25434

Originalwerk (~1300) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 147v, Det Kongelige Bibliotek Kopenhagen, NKS 66, 8vo (ca. 1300), Public Domain
Transkription
Tekstnet.dk / DSL - Diplomatische Transkription nach NKS 66, 8vo. Ed. Jonathan Adams & Ebba Hjorth (2006) Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
LagerkücheLagerküche
Nicht für die Lagerküche - der gebackene Teigtopf braucht einen geregelten Backofen. Zuhause backen, kalt mitnehmen.
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Stand dieser Fassung: 15.08.2026 - 2-mal überarbeitet. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.