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Gebratene Butter-Küchlein

Le Viandier de Guillaume Tirel, dit Taillevent · Frankreich · 1300

DessertNachspeiseLesartViel InterpretationsspielraumMittelKorrekturBearbeitungsstand 7/10Höfische KücheHofkücheVegetarischVegetarisch
Zubereitungszeit45 Min.Portionen2-4 PersonenBuchLe Viandier de Taillevent (~1300)

Um frische Butter in der Pfanne zuzubereiten, nimm hartes Weißbrot und zerbrösle die Krume sehr fein. Nimm zwei Unzen Stärke und Zucker, vermische es mit der Butter. Die Masse soll mit Eiern und Zucker angefeuchtet werden, ohne Wasser hinzuzufügen. Forme sie so dünn wie ein Blatt Papier. Befeuchte den Teig mit Eigelb und wickle dann ein Stück davon ein. Danach frittiere es in der Pfanne mit weiterer Butter. Anschließend auf Teller legen und servieren.

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
pain blanc dur Hartes Weißbrot - -
la mye Brotkrume - -
mydon deux onces 60 g Stärke - Weizenstärke
succre Zucker - -
beurre Butter - -
doeufz Eier - -
moyeux doeufz Eigelb - -
autre beuf Butter - -
Was ist ‚beure fraiz‘ in diesem Rezept?

Obwohl der Name ‚frische Butter‘ lautet, handelt es sich hier um ein süßes, frittiertes Gebäck, das in der Pfanne zubereitet wird. Es ist keine tatsächliche Butter, sondern ein Gericht, das möglicherweise butterähnlich schmeckt oder geformt ist.

Was bedeutet ‚coing‘ im Rezept?

‚Coing‘ kann ‚Quitte‘ oder ‚Ecke/Keil‘ bedeuten. Da Quitte nicht als Zutat genannt wird, ist es hier wahrscheinlich als ‚ein Stück‘ des Teiges zu verstehen, das gefaltet oder um eine Füllung gewickelt wird. Es könnte auch eine spezifische Form des Gebäcks meinen.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Nein, dieses Rezept ist nicht ideal für die Lagerküche. Zutaten wie Butter und Eier erfordern Kühlung, die im Lager oft nicht gegeben ist. Zudem sollte das Gebäck frisch zubereitet und warm serviert werden, was unter Lagerbedingungen schwierig ist.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus ‚Le Viandier de Taillevent‘, einem der bedeutendsten mittelalterlichen Kochbücher Frankreichs. Es wird dem Koch Guillaume Tirel, genannt Taillevent, zugeschrieben und entstand um 1300, wobei die vorliegende Version aus dem späten 14. Jahrhundert stammt.

Was bedeuten ‚deux onces‘ im Rezept?

‚Deux onces‘ bedeutet zwei Unzen. Eine mittelalterliche französische Unze entsprach etwa 28 Gramm, sodass zwei Unzen ungefähr 56 Gramm oder gerundet 60 Gramm sind.

Pour faire beure fraiz a la paelle prenes du pain blanc dur & esmie la mye bien menu. & prenes de la mydon deux onces succre parmy & mectes ensemble parmy le beurre & soit destrempe la paste auec doeufz et du sucre sans y mectre point deaue & la faictes tendre comme vne aueille de papier & arouses la paste de moyeux doeufz & puis enueloppes le coing dedans / & puis le mectes en frire a la paelle auec autre beuf et apres mettes en platz & serues.
beure fraiz

Wörtlich ‚frische Butter‘, bezeichnet hier jedoch ein frittiertes Gebäck.

mydon

Stärke, wahrscheinlich Weizenstärke.

aueille de papier

Alte Form von ‚feuille de papier‘, also ‚Blatt Papier‘.

coing

Wörtlich ‚Quitte‘ oder ‚Ecke/Keil‘. Im Kontext dieses Rezepts wird es als ‚ein Stück‘ des Teiges interpretiert, das gefaltet oder gefüllt wird.

paelle

Pfanne.

Handschrift
Le Viandier de Guillaume Tirel, dit Taillevent
Folio
Fol. 009v
Sprache
Moyen Français (ca. 1300-1400)
Entstehung
Frankreich, 1300

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

Lesartbeure fraiz

Gewählte Lesart: ‚Frische Butter‘ als Name für ein frittiertes Gebäck.

Andere mögliche Lesart:

  • ‚Frische Butter‘ als Zutat, die in der Pfanne zubereitet wird. - Der Kontext der Zubereitung mit Brot, Stärke, Eiern und Zucker sowie das Frittieren deutet jedoch stark auf ein Gebäck hin, nicht auf die Herstellung von Butter.

Lesartaueille de papier

Gewählte Lesart: ‚Blatt Papier‘, um die gewünschte Dünne des Teiges zu beschreiben.

Lesartcoing

Gewählte Lesart: ‚Ein Stück‘ des Teiges, das gefaltet oder gewickelt wird.

Andere mögliche Lesart:

  • ‚Quitte‘ als Füllung. - Obwohl ‚coing‘ auch Quitte bedeutet, ist diese Frucht nicht als Zutat im Rezept aufgeführt. Die Interpretation als ‚Stück‘ oder ‚Ecke‘ des Teiges, das gefaltet wird, ist im Kontext der Gebäckzubereitung plausibler.

Lesartautre beuf

Gewählte Lesart: ‚Weitere Butter‘ zum Frittieren.

Originalwerk (~1300) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 009v, Bibliothèque nationale de France, Manuscrit Français 19791, Gallica (ark:/12148/btv1b10501680z) - Domaine public Quelle öffnen
Transkription
Pichon & Vicaire 1892 (kritische Edition), Project Gutenberg #26567 Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
LagerkücheLagerküche
Zuhause vorbereiten.
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