Libro della cocina (Anonimo Toscano) · Toskana, Italien · 1390
Lege eine durchbohrte Nuss in den Topf, und sie wird den Rauch an sich ziehen.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| una noce forata | 1 Nuss | - | - |
Welches Gericht ist das? Kein Gericht, sondern ein Küchen-Kniff: Eine durchbohrte Nuss in den Topf gelegt soll den Rauch- bzw. Brandgeschmack ‚an sich ziehen'. Verwandt mit dem Brandgeschmack-Trick via-120.
Funktioniert das? Volksglaube ohne belegte Wirkung - eine poröse Nuss bindet kaum Rauchpartikel. Bei wirklich angebranntem Topf hilft eher: Topf vom Feuer nehmen, nicht umrühren und den oberen, nicht angebrannten Teil abschöpfen (so via-120).
Einordnung. Ein hübscher Beleg für mittelalterliche Haushalts-Kniffe - als historisches Kuriosum zu lesen, nicht als brauchbare Methode.
Es ist kein Lebensmittel, sondern ein mittelalterlicher Haushaltstrick. Eine durchbohrte Nuss sollte den Rauch- und Brandgeschmack des offenen Feuers aus dem Topf ‚an sich ziehen‘ - ein Glaubenssatz aus der Sympathielehre der Zeit, kein wirksamer Küchengriff.
Nein, da es sich nicht um ein Kochrezept handelt. Es ist eine Kuriosität aus einem mittelalterlichen Haushaltsbuch.
Es stammt aus dem ‚Libro della cocina‘ des Anonimo Toscano, einem toskanischen Kochbuch aus der Zeit um 1390. Es spiegelt die Alltagskultur und die kleinen Haushaltstricks der Zeit wider.
‚Noce forata‘ heißt wörtlich ‚durchbohrte Nuss‘ - eine Nuss, in die ein Loch gebohrt wurde, damit sie nach damaliger Vorstellung den Rauch besser ‚aufnehmen‘ kann.
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