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Eier in heißer Asche

Libro de arte coquinaria · Norditalien · 1465

RezeptSonstigesLagerkücheLagerküche-tauglichEinfachKorrekturBearbeitungsstand 8/10Höfische KücheHofkücheVegetarischVegetarisch
Zubereitungszeit10 Min.Portionennach BedarfBuchLibro de Arte Coquinaria (~1465)

Lege die frischen Eier in die heiße Asche. Wende sie oft und sorgfältig, damit sie die Hitze des Feuers von allen Seiten gleichmäßig aufnehmen. Sobald die Eier stark schwitzen, nimm sie heraus; sie sind dann gar.

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
ova fresche Frische Eier - -
cenere calda Heiße Asche (von einem Holzfeuer) - -

Welches Gericht ist das? Das schalengegarte Ei - in der heißen Holzasche statt im Wasserbad. Es ist eine der ältesten und gerätelosesten Eierzubereitungen überhaupt und gart das Ei wie ein langsam gekochtes, weich bis wachsweich. Der lebende Verwandte ist schlicht das gekochte Ei; verwandt ist auch das in der Glut gegarte Ei (siehe Martinos folgende Rezepte).

Der Schlüssel liegt in cenere calda - heißer Asche, nicht offener Glut. Die Asche umschließt das ganze Ei und gibt eine gleichmäßige, milde Hitze ab, sodass die Schale nicht platzt. Deshalb das voltandole spesso (häufiges Wenden): damit alle Seiten gleich viel Hitze bekommen.

Martinos Garprobe ist anschaulich: quando sudano ben forte - wenn die Eier „stark schwitzen", also Feuchtigkeit durch die Schale tritt, sind sie gar.

Praxis. In ein heruntergebranntes Holzfeuer mit reichlich heißer, feiner Asche (nicht in die offenen Flammen) die rohen Eier ganz hineinlegen und mit Asche bedecken. Alle paar Minuten vorsichtig wenden. Nach etwa 8-12 Minuten zeigt sich an der Schale feiner Schweiß - dann herausholen, abklopfen, pellen. Ergebnis wie ein gekochtes Ei mit dezent rauchiger Note. Ein angepiekstes Loch am stumpfen Ende verhindert Platzen zuverlässiger.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist hervorragend für die Lagerküche geeignet, da es lediglich eine gute Glut und frische Eier benötigt. Es ist eine einfache und effektive Methode, Eier ohne Kochgeschirr zuzubereiten.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem berühmten Kochbuch „Libro de Arte Coquinaria“ von Maestro Martino da Como, verfasst um 1465 in Norditalien. Es ist ein frühes Zeugnis der italienischen Kochkunst der Renaissance.

Ova in cenere calda. Metti le ova fresche ne la cenere calda voltandole spesso con diligentia, che da ogni parte sentano il caldo del foco equalmente. Et quando sudano ben forte, cavale che son cotte.
cenere calda

Heiße (Holz-)Asche - das Garmedium. Gemeint ist die feine, durchglühte Asche, nicht die offene Flamme; sie umhüllt das Ei und gart es schonend.

sudano ben forte

„schwitzen stark" - Martinos Garprobe: tritt Feuchtigkeit durch die Schale, ist das Ei gar.

Handschrift
Libro de arte coquinaria
Folio
Fol. 48v
Sprache
Frühitalienisch (15. Jh.)
Entstehung
Norditalien, 1465

Originalwerk (~1465) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 48v, Library of Congress, Rare Book and Special Collections Division, Washington MS (TX723 .M3 1460), Public Domain
Transkription
Uni Giessen (Gloning/Romanelli, Digitale Edition 2004, Basis: Faccioli 1966) Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
LagerkücheLagerküche
Am Lagerfeuer ideal - braucht nur eine gute, heiße Holzasche und etwas Geduld beim Wenden. Kein Geschirr nötig.
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