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Mandelbrei für die Fastenzeit

Kuchařství o rozličných krměch, kterak se užitečně s chutí strojiti mají · Prag, Böhmen · 1535

DessertNachspeiseLagerkücheLagerküche-tauglichLesartViel InterpretationsspielraumEinfachKorrekturBearbeitungsstand 8/10Bürgerliche KücheBürgerlichVegetarischVegetarisch
Zubereitungszeit15 Min.Portionen2-3 PersonenBuchBöhmisches Kochbuch - Kuchařství o rozličných krměch (~1535)

Zerreibe die Mandeln sauber und gib sie in eine Pfanne. Löse sie mit kochendem Wasser auf, sodass eine dünne Mandelmilch entsteht. Süße die Milch mit Honig oder Zucker und koche sie auf. Gib geriebene Brötchen hinzu, so viel, wie dir zum Eindicken passend erscheint. Wenn der Brei zu kochen beginnt, koste, ob er süß genug ist. Sobald er aufkocht, nimm ihn vom Herd, gib ihn auf eine Schale und iss ihn.

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
mandli čistě Mandeln - -
úkropem Kochendes Wasser Leitung -
medem Honig - -
cukrem Zucker - -
žemle sstrúhané Geriebene Brötchen - Paniermehl

Welches Gericht ist das? Ein schlichter, gesüßter Mandelmilch-Brei für die Fastenzeit - die böhmische Variante der quer durchs Korpus verbreiteten Mandelmus-Familie. Eng verwandt sind rfk-017 (der kuratierte Hub dieser Tradition), mha-002, das Jerusalemer Mandelmus bgs-062, der böhmische sev-154 und der flämische wes-014.

Mandelmilch statt Kuhmilch. Weil in der Fastenzeit tierische Milch verboten war (v postě dělaná), entsteht die Milch aus den Mandeln selbst: fein gerieben, mit kochendem Wasser (úkropem) zur dünnen Mandelmilch aufgegossen. Gesüßt wird mit Honig oder Zucker.

Gebunden mit Brötchen. Geriebene Weißbrötchen (žemle sstrúhané) dicken den Brei an - ‚so viel, wie dir passend erscheint‘. Das Rezept arbeitet bewusst nach Augenmaß und Geschmack: zwischendurch kosten, ob es süß genug ist, und gleich nach dem Aufkochen vom Feuer nehmen, damit nichts ansetzt.

Praxis. Etwa 100 g fein gemahlene Mandeln mit rund 500 ml kochendem Wasser zur dünnen Mandelmilch verrühren, mit Honig oder Zucker süßen, aufkochen. Geriebene Brötchen (oder Paniermehl) löffelweise einrühren, bis ein cremiger Brei entsteht. Kurz durchkochen, abschmecken, vom Feuer nehmen und warm auf einer Schale servieren.

Wie viel Mandeln, Wasser und Brötchen soll ich verwenden?

Das Rezept gibt keine genauen Mengen an. Für eine Portion Mandelbrei kannst du etwa 100 g gemahlene Mandeln, 500 ml kochendes Wasser und 2-3 Esslöffel geriebene Brötchen als Ausgangspunkt nehmen. Passe die Mengen nach Geschmack und gewünschter Konsistenz an.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist sehr gut für die Lagerküche geeignet. Es benötigt nur wenige, haltbare Zutaten und kann schnell über offenem Feuer oder auf einem Kocher zubereitet werden. Gemahlene Mandeln und Paniermehl lassen sich gut transportieren.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem „Böhmischen Kochbuch, Kuchařství o rozličných krměch“ von Pavel Severin z Kapí Hory, das um 1535 in Prag gedruckt wurde. Es ist das älteste erhaltene gedruckte tschechische Kochbuch und bietet Einblicke in die frühneuzeitliche böhmische Küche.

Was bedeutet 'Kaše mandlová v postě dělaná' im Rezept?

Der Titel bedeutet wörtlich „Mandelbrei, in der Fastenzeit zubereitet“. Dies weist darauf hin, dass es sich um eine Fastenspeise handelt, die ohne tierische Produkte wie Milch oder Butter auskommt und somit für die christliche Fastenzeit geeignet war.

Kaše mandlová v postě dělaná. Rozetři mandli čistě v pánvi, a rozpusť úkropem, aby bylo židké mléko, oslaď medem neb cukrem, i zavař, a daj tam ty žemle sstrúhané, coť se zdá, že by se zahustilo. A když počne vříti, koštuoj, dosti-li bude sladko, a jakž zevře, tak odstav, a daj na misu a jez.
úkropem

kochendes Wasser. Damit werden die geriebenen Mandeln zur dünnen Mandelmilch aufgegossen.

žemle sstrúhané

geriebene (Weiß-)Brötchen. Binden den Brei und geben ihm Substanz - die übliche mittelalterliche Verdickung.

v postě dělaná

‚in der Fastenzeit gemacht‘. Mandelmilch ersetzt die in der Fastenzeit verbotene Tier-/Kuhmilch.

Handschrift
Kuchařství o rozličných krměch, kterak se užitečně s chutí strojiti mají
Sprache
Frühneuzeitliches Tschechisch
Entstehung
Prag, Böhmen, 1535

Originalwerk (~1535) gemeinfrei.

Bildquelle
Safran (Crocus), Tacuinum Sanitatis (ca. 1390)
Transkription
Čeněk Zíbrt, Staročeské umění kuchařské (1927), Zlatý fond SME - Kap. 26-27: Pavel Severin z Kapí hory Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
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