Wel ende edelike spijse · Gent, Flandern · 1475
xxiiij Amiroen inden pot gemaect wrijft wel ende tempert met amandel melke ende doet zieden in eenen pot ende doeter in sukers genouch latet wel binden dan settet of
Coquinaria.nl - Christianne Muusers, Digitale Edition 2020 (Hs. UB Gent 1035)
Lagerküche-Tipp: Benötigt einen Topf und eine Feuerstelle. Für die feine Konsistenz empfiehlt es sich, die Mandeln bereits gemahlen mitzubringen oder eine Küchenmaschine zu nutzen.
Um Amiroen im Topf zuzubereiten, reibe die Mandeln gut zu einer feinen Paste und vermische sie dann mit Mandelmilch. Lass die Mischung in einem Topf sieden und gib genügend Zucker hinzu. Lass sie gut eindicken, dann nimm den Topf vom Feuer.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| (implied) | Mandeln | - | - |
| amandel melke | Mandelmilch | - | - |
| sukers genouch | Zucker | - | - |
Eine Art dicke Creme oder Brei, oft auf Basis von Mandeln oder Reis und Mandelmilch, ähnlich dem Blanc Manger.
Sieden, kochen.
Eindicken, andicken.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Amiroen inden pot gemaect wrijft wel
Gewählte Lesart: Die Phrase ‚wrijft wel' wurde als Anweisung interpretiert, die Mandeln für die Basis des Amiroen fein zu mahlen oder zu reiben, bevor sie mit Mandelmilch vermischt werden. Dies ist eine gängige Zubereitungsmethode für ähnliche mittelalterliche Cremes und Pürees, und die Zutat ‚Mandeln' wurde als implizit angenommen.
Andere mögliche Lesart:
Amiroen ist eine mittelniederländische Bezeichnung für eine Art dicke Creme oder Brei, die oft aus gemahlenen Mandeln oder Reis und Mandelmilch zubereitet wird. Es ist vergleichbar mit dem bekannteren Blanc Manger und konnte sowohl süß als auch neutral gewürzt werden.
Ja, dieses Rezept ist sehr gut für die Lagerküche geeignet. Die Zutaten sind haltbar und die Zubereitung erfordert lediglich einen Topf und eine Feuerstelle. Für eine besonders feine Konsistenz empfiehlt es sich, die Mandeln bereits gemahlen mitzubringen.
Dieses Rezept stammt aus der Handschrift UB Gent 1035, bekannt als „Wel ende edelike spijse“, einer mittelniederländischen Rezeptsammlung aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Sie ist die einzige vollständig erhaltene Sammlung dieser Art aus Flandern und wurde von Christianne Muusers (coquinaria.nl) digital ediert.
‚Wrijft wel' bedeutet ‚reibe es gut'. Im Kontext dieses Rezepts, das eine feine Creme beschreibt, bezieht sich dies auf das feine Mahlen oder Zerstoßen der Mandeln, um eine glatte Paste zu erhalten. Dies war ein wichtiger Schritt, um die gewünschte Textur zu erzielen.