The Forme of Cury · England · 1390
Nimm Sahne von Kuhmilch oder Mandelmilch. Gib Eier, Zucker, Safran und Salz hinzu. Vermische alles gut miteinander. Fülle die Masse in eine Pastetenform von zwei Zoll Tiefe. Backe es gut und serviere die Daryols.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| Creme of Cowe mylke. | 200 ml Sahne von Kuhmilch | - | - |
| oþer of Almandes. | 200 ml Mandelmilch (für die Fastenvariante) | - | - |
| ayren | 3 Eier | - | - |
| sugur | 50 g Zucker | - | - |
| safroun | 1 Prise Safranfäden | Online-Gewürzhandel | - |
| salt | 1 Prise Salz | - | - |
| coffyn | Mürbeteig für Törtchenförmchen (ca. 5 cm tief) | - | - |
Welches Gericht ist das? Daryols sind gebackene Sahne-Eier-Törtchen mit Safran - der unmittelbare Vorfahr der englischen custard tart und nah verwandt mit dem französischen dariole und dem Flan. Eine süße Eiercreme stockt beim Backen in einem Teigmantel zu einer schnittfesten, goldgelben Füllung. Ein höfisches Dessert, das in der Fastenvariante (Mandelmilch statt Sahne) auch fleischlos auf den Tisch kam.
Die Creme. Creme of Cowe mylke ist die fette Sahne der Kuhmilch; alternativ Mandelmilch fürs Fasten. Mit Eiern, Zucker, einer Prise Salz und Safran verrührt entsteht die Füllung. Der Safran gibt das warme Gold und ein feines Aroma - die typische Statusfarbe der höfischen Süßspeise.
Der Teigmantel. Der coffyn ist hier eine essbare Backform: ein Mürbeteig-Napf von etwa zwei Zoll (5 cm) Tiefe, in den die Creme gefüllt und mitgebacken wird. "II ynche depe" meint die Tiefe der Form, nicht den Durchmesser.
Praxis. Mürbeteig in tiefe Törtchen- oder Muffinförmchen drücken. 200 ml Sahne (oder Mandelmilch) mit 3 Eiern, 50 g Zucker, 1 Prise Salz und in etwas warmer Flüssigkeit eingeweichtem Safran glatt verrühren, in die Teighüllen gießen. Bei 160-170 °C backen, bis die Creme gerade gestockt, aber noch leicht zittrig ist (ca. 25-35 Minuten). Lauwarm oder kalt servieren.
Im mittelalterlichen Kochkontext bezeichnet ein 'coffyn' eine Pastetenform oder einen Teigmantel, der die Füllung umschließt und oft auch als Backform dient. Es handelt sich meist um einen stabilen Mürbeteig, der die Form hält.
Ja, dieses Rezept ist für die Lagerküche geeignet, sofern ein Ofen oder ein Dutch Oven zum Backen zur Verfügung steht. Die Zutaten sind gut transportierbar und die Zubereitung ist überschaubar.
Dieses Rezept stammt aus 'The Forme of Cury', einer der ältesten und bekanntesten englischen Rezeptsammlungen. Sie wurde um 1390 für den Hof von König Richard II. verfasst und bietet einen Einblick in die höfische Küche des späten Mittelalters in England.
Ein Zoll (engl. 'inch') war eine gebräuchliche Maßeinheit. Ein mittelalterlicher englischer Zoll entsprach etwa 2,54 Zentimetern. Eine Tiefe von zwei Zoll bedeutet also etwa 5 Zentimeter.
Hier ein gebackener Teigmantel als essbare Backform - kein Sarg, sondern die Standard-Pastetenhülle. "II ynche depe" gibt die Tiefe vor (zwei Zoll, ca. 5 cm), nicht den Durchmesser.
Sahne von Kuhmilch oder Mandelmilch - die Mandelmilch macht das Törtchen fastentauglich (milchfrei), ein direkter Tausch.
Alles miteinander verrühren (yfere = zusammen) - eine glatte Eier-Sahne-Masse wie für eine moderne Quiche- oder Flan-Füllung.
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