München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 5919 · Regensburg, Bayern · 1505
Nimm Krebse und siede sie. Wenn sie gar gekocht sind, dann schäle ihre Schwänze. Lege die geschälten Schwänze in ein kleines Gefäß und gieße Gewürz und Essig darüber.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| kreussen | Krebse | - | gut sortierter Supermarkt, Fischhändler | Garnelen |
| gburcz | Gewürz | - | gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel | Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken |
| essig | Essig | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Ein schlichtes, frisches Krebsschwanz-Gericht: gekochte Flusskrebse, ausgelöste Schwänze, kalt mit Gewürz und Essig angemacht - im Grunde ein früher Krebs-Salat bzw. eine Krebs-Vorspeise. Engste Verwandte: men-186 (Krebse in Weinwasser mit Essig) und kkm-017 (Gekochte Krebse mit Sauce).
reindlein. Ein kleines bairisches Reindl - flache Schale/Pfanne; hier nur als Anrichtgefäß, in das die Schwänze zum Marinieren gelegt werden.
Praxis. Flusskrebse (ersatzweise Flusskrebs- oder Garnelenschwänze) in Salzwasser kochen, Schwänze auslösen, in ein Schälchen geben, mit gutem Essig und Gewürz (Pfeffer, etwas Ingwer) marinieren. Kühl servieren.
Ja, Krebse waren im Mittelalter eine beliebte Speise, besonders während der Fastenzeit, da sie als ‚Fisch‘ galten. Sie wurden oft in Flüssen und Teichen gefangen und waren eine geschätzte Delikatesse.
Das Rezept nennt kein spezifisches Gewürz. Typisch für die Zeit und den sozialen Kontext (gehobene Küche um 1500) wären Gewürze wie Pfeffer, Ingwer, Zimt oder Nelken gewesen. Eine Mischung aus diesen Gewürzen würde dem Gericht einen authentischen Geschmack verleihen.
Ja, gut geeignet. Frische Krebse benötigen zwar Kühlung bis zur Zubereitung, aber das Kochen und Schälen ist am Lagerfeuer gut machbar. Das Gericht wird kalt serviert und ist eine erfrischende Beilage oder Vorspeise.
Dieses Rezept stammt aus dem Regensburger Kochbuch (Cgm 5919) (Regensburg, Bayern). Umfangreiche mittelbairische Festküche um 1500: 104 Rezepte aus Regensburg (BSB München, Cgm 5919, datiert um 1500-1510), hyperdiplomatisch transkribiert. Die Kochrezepte stehen auf Bl. 15r-27r. Schwerpunkt auf repräsentativer, gehobener Küche: Pasteten (Hecht, Rindfleisch), Torten von Geflügel, zahlreiche Sülzen und Gallerte (gesülzte Kalbsfüße, Morcheln, Schlehen), Schauspeisen (ein ganzes Huhn in einem Glasgefäß, die Verdopplung eines Aals), Senf sowie Mandel- und Eierspeisen. Im CoReMA-Projekt (Uni Graz) als Handschrift M9 ediert. Anders als die sechs Münchner Ehlert-Handschriften NICHT in der gedruckten Edition von Trude Ehlert (1999) enthalten - die CoReMA-TEI ist die alleinige Textbasis.
Mittelhochdeutsch für ‚Schwanz‘ oder ‚Schweif‘. Hier sind die Schwänze der Krebse gemeint, die das essbare Fleisch enthalten.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| kreussen | crayfish Q210959 |
| gburcz | spice Q42527 |
| essig | vinegar Q41354 |
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Stand dieser Fassung: 22.06.2026 - 2-mal überarbeitet. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.