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Register: Speiseplan des Mondseer Kochbuchs

Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609 (CoReMA GR1) · Österreich (Mondsee, Oberösterreich) · 1480

RezeptSonstigesLesartViel InterpretationsspielraumEinfachKorrekturBearbeitungsstand 7/10
Zubereitungszeit0 Min.Portionennicht zutreffend (Register/Speiseplan)BuchMondseer Kochbuch (~1480)

Vom Rind: Flecken (Kutteln) in der Brühe, geröstete Flecken, getrocknete Flecken in Essig, Eyspayn (Bedeutung unklar), Käsefleisch (unklar, vermutlich eine Innerei-Bezeichnung), Nabelfleisch, Knopffleisch (unklar), verstohlenes Fleisch (unklar, vermutlich eine besondere Schnittbezeichnung), Küchlein zu jungen Hühnern, Zungen, Euter, Lüngerl (kleine Lungenstücke), Korel (unklar), Kriczelfleysch (unklar), Lendenbraten, fetter Lendenbraten, mit Schweineschmalz übergossen.

Vom Kalb: Kalbskopf, Knorpel, Rippenstück von der Brust, Lendenbraten, Euterstück, vom Knie, Kalbsbries, Fuß, Zwischengericht.

Vom Hammel: Brust, Schulter, Topfbraten, Herrenstück (edles Stück), geschnitten, Euterstück, Schallel (unklar), Hoden (Herkunft im Text unklar), Zwischengericht, Gebratenes.

Von Lämmern und Zicklein: Gebratenes, Gesottenes mit Mark, Gesottenes in Eierbrühe, geschnitten, mit Teig überzogener Kopf, Bolf aus dem Magen (unklar).

Vom Spanferkel: Gebratenes, Gesottenes, Bauch in Brühe, Gesülztes, als Fürhess (dunkle Pfeffer-Innereiensauce).

Vom Schwein: Ohrwange, ein Schnittstück vom Beil (unklar), Schulter, Schinken, Fuß in Pfeffer, Gebratenes, Gesottenes, Bauch in Brühe, Hirnwurst, Blutwurst, Leberwurst, Bratwurst, Fettflecken mit Rinderfett, ausgelassenes Lungenfett.

Vom Federwild: Gänse, Enten, Kapaune, alte Hühner, Turteltauben, zahme Tauben, junge Hühner, Hausgeflügelfleisch.

Allerlei Wildbret: Hirsch, Hinde (Hirschkuh), Reh, Bär, Hase, Eichhörnchen.

Weiteres Federwild: Trappe, Wildgans, ein Waldhuhn (unklar, evtl. Auerhahn), Haselhuhn, Steinhuhn, Fasan, Rebhuhn, ein weiterer Vogel (unklar), Wildente, Wachtel, ein kleiner Baumvogel (unklar), Gybis (unklar), Drossel, Amsel, Krammetsvogel (Wacholderdrossel), Star, ein weiterer kleiner Vogel (unklar).

Von Braten: Lendenbraten, ein weiterer Rindsbraten, Schweinebraten, ein Beilstück vom Schwein, Spanferkelbraten, Kalbsbraten, Hammelbraten, Lammbraten, Zickleinbraten, Gänsebraten, Entenbraten, Braten vom alten Huhn, vom jungen Huhn, Kapaunbraten, Taubenbraten, Wurstbraten, Hirschbraten, Hindenbraten, Rehbraten, Hasenbraten, Braten von allem Federwild.

Zum Fürhess (der dunklen Innereien-Pfeffersauce, je nach Fleischsorte): von Gans, von Ente, von Huhn, von Lämmern, von Zicklein, von Spanferkel, von Hase, von Bär, von Karpfen.

Zu Saucen: von Kraut, von Weichseln (Sauerkirschen), von Rosinen, von Senf, von Kren (Meerrettich), von Muskat, von Gewürz, von Berberitzen (unklar), von Agrest (Verjus aus unreifen Trauben), von Sauergemüse, von Rahm, von Herbstmilch (unklar, vermutlich eine spätsommerliche Dicklegung), sowie Mandel, Wein und Gewürz mit Zucker.

Wochenspeiseplan an Fleischtagen: Sonntag: Flecken oder Huhn, Erbsen, Rindfleisch, Reis; abends Gebratenes und Grünkraut; dazwischen Hafergrütze. Montag: Eier in Schmalz, Ohrwange, Kraut, Rindfleisch; abends Hasenbraten und Rüben; dazwischen Gemüse. Dienstag: Rindfleisch, Grünkraut, gebratenes Beilstück, Gerste; abends Lämmer in Eierbrühe und Gans; dazwischen Gebackenes. Mittwoch: Eier in der Schale, Hahn, gespaltenes Kraut, Rindfleisch; abends eingemachte Zungen, Gans, Sauersulz oder Knorpel, Eier in Essig. Donnerstag: Kalbskopf oder Spanferkel, Kraut, Rindfleisch, Gerste; abends Gebratenes und Lungenmus; dazwischen Hafergrütze. Freitag: an diesem Tag gilt bereits der Fastenplan. Samstag: Eier in der Schale, Kraut und Kuchen, Käsebrühe, Gerste in Milch; abends gefüllte Eier in gehacktem Grünkraut, Gemüse, Milch oder Krebse.

Wochenspeiseplan in der Fastenzeit: Sonntag: Mandelmilch, Fisch in Pfeffer, Erbsen mit Äpfeln und dergleichen, gebratener Fisch, trockenes Gewürz; abends gehackte Suppe mit Aal, Grünkraut mit Backfischen, trocken gesottener Fisch, Apfelmus oder Hafergrütze, trockene Feigen, gebratene Kichererbsen. Montag: ein Topfengericht (unklar) und dergleichen, Fisch in scharfer Sauce, Kraut mit Hering, Sülzfisch wenn erwünscht, gebackene Teigstreifen oder Äpfel, Hausen oder Dorsch in der Suppe, Erbsen oder Kichererbsen trocken. Dienstag: Stockfisch und dergleichen, trocken gesottener Fisch, Grünkraut mit Hausen, gebackener Fisch in gehackter Form, Reis in Mandelmilch, gebratene Feigen oder Erbsen. Mittwoch: gehackte Suppe, Fisch im Pfeffer, Erbsen, Kraut und Backfisch, gesalzener Fisch, eine gute Geislitz (saure Hafergrütze), Sülzfisch wenn erwünscht, trockenes Gewürz. Donnerstag: Nussmilch, trockener Fisch, Grünkraut, Hering, Backfisch im Pfeffer, Hanfschoten (unklar), Erbsen, Kichererbsen, in der Pfanne trocken. Freitag: Erbsensuppe im Fischsud, Potingkraut (unklar), Hausen, Gewürz im Pfeffer, Sülzfisch wenn erwünscht, gebröckelte Erbsen. Samstag: Kichererbsensuppe, kleiner Fisch trocken, Grünkraut, Backfisch, Hausen oder anderer Fisch in Senf, Hirsebrei oder Erbsen kalt mit Senf oder Wein, trockenes Gewürz.

Fisch- und Zubereitungsarten allgemein: in Sud, im Fürhess, gehackt, im Pfeffer, in scharfer Suppe, trocken, gesulzt, gekocht, geröstet, gestoßen, gebacken, gebraten, gesotten. Genannt werden unter anderem Karpfen, Aal, Hausen, Hecht, Hering, Lachs, Forelle, Schleie, Barbe, Rutte, Schill sowie zahlreiche weitere, heute nicht mehr sicher zu identifizierende regionale Fischnamen (die Handschrift listet rund achtzig Arten).

Gemüse, Kraut und Suppen: Weißkohl, Kohlrübenkraut, Spinat, Mangold, Kresse, Rübenkraut, Nesseln, Dill, Fenchel, Petersilie, Lattich, Kürbis, junge Melde (unklar), Wasserrüben, Scherrüben, gesäuerte Rüben, Beiß- und Petersilienwurzeln, Kraut und Rüben sauer untereinandergemischt, Kürbis; dazu Schwäbische Suppe, Entensuppe, rohe Milchsuppe, Eiersuppe, Hacksuppe, Zwiebelsuppe, Hanfsuppe, Erbsensuppe, Feigensuppe, Kichererbsensuppe, Weinsuppe, Käsebrühe, Mandelmilch, Molke, Nussmilch.

Gebackenes und Latwerge: Gebackene Feigen, gebackene Milch(speise), gebackene Äpfel, gebackene Birnen, gebackene Quitten, gebackene Weichseln, gebackener Salbei. Electuarium (Latwerge): von Weinbeeren, von Weichseln, von Kriechen, von Kürbis, von Quitten, von Birnen - zu süßem Gesöff; dazu Sirup von Nüssen, Sirup von Ingwer, Honig zu Gesöffen, Zucker, Zuckermehl.

Getreide, Hülsenfrüchte und Kochmus: In Suppe oder trocken: Reis, Grütze, Gerste ganz und gebrochen, Haferkerne, Buchweizen (Heiden), Hirse, Hymltaw (unklar), Phenich (unklar, evtl. eine Hirseart), Sangen (unklar), Erbsen, Kichererbsen, Linsen, Bohnen, Feigen. Kochmus-Sorten: von Stärkemehl, von Grieß, von Holunderblüte, von Habermehl, von gestoßenem Reis, von geriebenem Käse, von Eidotter, von Faruell (unklar), von Straubenteig, von Eierfladen, von Kriechen, von Birnen, von Äpfeln, von Chloczen (unklar), von Weinbeeren, von Quitten, von Mandeln, von Feigen, von welschen Weinbeeren, von Erbsen, von Linsen, von Bohnen; dazu Ruttscher, Geysli/Chlicz und Gespott (alle drei unklar).

Eierspeisen: Eier auf vielerlei Art - in der Schale, in flüssigem Schmalz, allein gerührt, gerührt mit Petersilie oder mit Zwiebeln oder mit Rahm, verlorene Eier in Wasser, Ochsenaugen, gebacken, gebraten am Spieß, gefüllte Eier, aufgehoben im Reindl, in der Sulz, im Pfeffer, in Rüben, Kuchen mit Kräutern, Kuchen mit Zwiebeln, Kuchen mit Brot, Kuchen mit Käse, sowie Gogerhandel (unklar) und Sawwen hert in Essig (unklar).

Milch- und Käseprodukte: Kuhmilch, Schafmilch, Ziegenmilch, Nussmilch, Hanfmilch, Mohnmilch, Topfen (Quark), Molke.

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
Rindt Rindfleisch - -
chalb Kalbfleisch - -
kastrawn Hammelfleisch - -
Lembern vnd chitzen Lamm- und Zickleinfleisch - -
spenferlen Spanferkel - -
Saw Schweinefleisch - -
Genns Entten chapawn Alt hunr Gänse, Enten, Kapaune, Hühner - -
hyerseins hyndens Reheins perens heseins Aychhoreins Wildbret verschiedener Arten - -
Trappen wildgens Narhan Haselhunr Staynhunr Vashunr Rephunr diverses Wildgeflügel - -
hawssen hecht haring lachs diverse Fischarten - -
Ayr Eier - -
Kumilich Schaffmilich Gaysmilich Nußmilich Haniffmilich Magmilich verschiedene Milcharten - -
Tophen Schoten Topfen und Molke - -
Kabischkrawtt Potingkrawt kolkrawtt Spenatt pyessen kressen diverses Blattgemüse und Kraut - -
Arbays zyser lynnsen Erbsen, Kichererbsen, Linsen - -
essich Essig - -
seniff Senf - -
muschkart gwurtz Muskat und Gewürz - -
zwchker Zucker - -

Welches Gericht ist das? Kein Einzelrezept, sondern das Inhalts- und Sachregister des Mondseer Kochbuchs: eine nach Tierart geordnete Übersicht aller im Buch vorkommenden Gerichte und Teilstücke, dazu ein kompletter Wochenspeiseplan für Fleisch- und Fastentage. Der lebende Nachfahre ist heute der Wochenspeiseplan einer Kantine, Mensa oder Klosterküche - eine geordnete Übersicht aller Gerichte nach Kategorie plus Menüplan für unterschiedliche Kosttage.

Struktur als Küchenwerkzeug. Die Gliederung nach Tierart (Rind, Kalb, Hammel, Lamm und Zicklein, Spanferkel, Schwein, Federwild, Wildbret, Fisch) spiegelt die tatsächliche Arbeitsteilung einer herrschaftlichen Küche: Schlachtung und Zerlegung liefen nach Tierart getrennt, ein Register das ebenso ordnet, dient dem Küchenmeister als Nachschlagewerk - man schlägt „was gibt's vom Kalb“ nach, nicht „was gibt's Gebratenes“. Innerhalb jeder Tierart folgt fast durchgehend dasselbe Muster: zuerst Innereien und Sonderstücke (Zunge, Euter, Lunge, Bries, Kopf), dann die Garmethoden (gebraten, gesotten, gesulzt, in Brühe) - das spiegelt reale Schlachtabfolge und Verwertungslogik, weil Innereien zuerst verarbeitet werden mussten.

Fürhess. Die dunkle, gebundene Pfeffer-Innereiensauce wird konsequent pro Fleischsorte getrennt geführt (Gans, Ente, Huhn, Lamm, Zicklein, Spanferkel, Hase, Bär, Karpfen) statt als ein Rezept mit Varianten - technisch folgerichtig, weil die Grundflüssigkeit (Blut oder Fond) vom jeweiligen Ausgangstier abhängt.

Wochenspeisepläne. Die parallele Fassung für Fleisch- und Fastenzeit folgt der kirchlichen Fastenordnung: Der Freitag ist im Text ausdrücklich als Fastentag markiert, an den übrigen Tagen wechseln Haupt- und Abendmahlzeit mit einem zwischengeschalteten „Vnderricht“ (Zwischengericht, oft Hafergrütze oder Gemüse) - eine praktikable Drei-Gänge-Taktung für einen herrschaftlichen Haushalt.

Praxis. Nachkochen lässt sich aus diesem Eintrag nichts direkt - er enthält keinen einzigen Zubereitungsschritt, keine Menge, keine Garzeit. Wer ein konkretes Gericht sucht, muss die hier genannten Stichworte im übrigen Kochbuch nachschlagen; dieser Eintrag dient als Landkarte, nicht als Anleitung.

Ist das hier ein Rezept, das ich nachkochen kann?

Nein. Dieser Eintrag ist ein Register beziehungsweise Inhaltsverzeichnis des Mondseer Kochbuchs: eine Liste aller Gerichte, gegliedert nach Tierart, plus ein kompletter Wochenspeiseplan für Fleisch- und Fastentage. Für konkrete Zubereitungsschritte müsstest du die einzelnen, unter diesen Stichworten im Buch verzeichneten Rezepte nachschlagen.

Warum gibt es getrennte Speisepläne für 'Fleischzeiten' und die Fastenzeit?

Im christlichen Mittelalter war der Freitag als wöchentlicher Fastentag verbindlich - im Register selbst ausdrücklich vermerkt ('an diesem Tag gilt bereits der Fastenplan'). Dazu kam die vorösterliche Fastenzeit. An Fastentagen war Fleisch verboten, Fisch aber erlaubt. Deshalb listet das Register zwei parallele Wochenpläne: einen mit Fleischgerichten und einen mit Fisch-, Ei- und Milchspeisen für die Fastentage.

Was bedeutet 'Fürhess' im Text?

Fürhess ist eine dunkle, mit Pfeffer und Gewürzen gebundene Innereiensauce, die als eigener Gang gereicht wurde - vergleichbar mit einer kräftigen Ragout-Sauce. Das Register führt sie für verschiedenste Fleischsorten getrennt auf, von Gans bis Karpfen.

Warum sind so viele Wörter in diesem Text unklar?

Das Register ist extrem dicht mit bairisch-österreichischen Fachbegriffen des 15. Jahrhunderts für Fleischstücke, Innereien und Fischarten geschrieben - viele davon sind heute nur noch in Spezialwörterbüchern oder gar nicht belegt. Wo die Bedeutung nicht sicher zu klären war, wurde dies im Text kenntlich gemacht statt eine geratene Übersetzung als gesichert darzustellen.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem Mondseer Kochbuch (2. Hälfte 15. Jh., Österreich (Mondsee, Oberösterreich)). Das Mondseer Kochbuch - eine der umfangreichsten deutschsprachigen Rezeptsammlungen des Spätmittelalters: rund 268 Kochrezepte aus dem oberösterreichischen Raum (Umkreis des Benediktinerklosters Mondsee, 2. Hälfte 15. Jh.), überliefert in der Sammelhandschrift Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609 (CoReMA-Sigle GR1, fol. 11r-94v). Das Buch deckt die ganze Bandbreite einer spätmittelalterlichen Küche ab: Mandel- und Fischmuse, Sülzen und Gallerten (u.a. vom Hasen und mit Krebsen), Hausen und andere Fische, Wildbret und Spanferkel, dazu zahlreiche Fasten- und Schauspeisen - etwa aus Fisch nachgeformte Rebhühner, Blancmanger und ein Karfreitags-Eiergericht - sowie süßes Backwerk, Lebkuchen und eingekochte Weichsel-Zubereitungen. Reiche Cross-Links zur bairisch-alemannischen Salsen-, Sülzen- und Schauspeisen-Tradition (m5919, m384, meb, kkm).

Von dem Rindt Fleckh In der prue Fleckh Gerost Fleckh Truckhen in essich Eyspayn kesfleysch Naplfleysch knopffleysch verstolnsfleysch kuckhel zw Iungen hunrren Czungen Eytter Lyechtel Korel Kriczelfleysch Lumpratten Lumpraten fayst mit sweynem schmerb gelassen Von dem chalb Chalbhawpt chrosel Gerebprust Lumpelpraten Ewterel vonn knie Brisel Fuess Vnderricht Von dem kastrawn Prust Schulter Hafenpraten herrenstuckh Gesnayt Ewterel Schallel hoden von tir?k?eys Vnderricht Gepratens Von Lembern vnd chitzen Gepratens Gesotens mit marckh Gesotens In ayrprue Gesnaytel Bezognehawbt Bolf aus den magen Von spenferlen Gepratens Gesotens Pruepauch Gesultzt In ain furhess Von der Saw Orwang Peylgepraten Schulter Hammen Fuess In pfeffer Gepratens Gesotens Pruepawch Hirnnburst Swayswurst Leberwurst pratwurst Smerfleckh mit rindrem Lumpenfayst czelassen Von feder wild Genns Entten chapawn Alt hunr Turtltawben haytawben Iungehunr Durfleysch allerlay geschlacht von wilpratt hyerseins hyndens Reheins perens heseins Aychhoreins Von federwild Trappen wildgens Narhan Haselhunr Staynhunr Vashunr Rephunr Fayger Wild amtvogel Wachtel Pawmhackhel Gybis Troschel Amsel Chraniwituogel Staren Chayneuogel Von pratem Lumpraten Ander Rindpraten Swynenpraten Peyl von sawn Spensaw Chelberpraten Castrawnpraten Lemperpraten chritzpraten Gens praten Enten praten Althunr praten Iunghunr praten Chapawn praten Tawben praten Wurst praten hirsens praten hyndens praten Rehens praten hesens praten Aller federwildt praten Czw furhess An genns An entten An hunr An lembrens An kitzens An spensaw An hesens An perben An cherpfen Czw salsen von krawtten von weygsel von weinperen von seniff von chren von muschkart von gwurtz von gepperlein von agress von kumpost von Ram von herbstmilich Mandel wein vnd speczerey mit zuckerl Czw fleyschzeyten Suntag Fleckh oder hunr Arrebays Rintfleysch Reys Abendtmall Gepratens grunkrawtt Vnderricht haberchoren Montag Ayr Inn smaltz Orwang Chrawtt Rindtfleysch Abendmal Hasepraten Rueben Vnderricht Gmues Eritag Rindtfleysch Grunchrawtt Gepratens peyl Gersten Abendtmal Lembrens In ayrbrue Gens Vnderricht Gepachens Mitichen Ayr In schalen Haennen Gespaltenkrawtt Rindtfleysch Abendtmal Czungen Ingmacht Gens Sawsultz oder chrosel Ayr In essich Phintztag Chalbshawpp oder spensaw krawtt Rintfleysch Gersten Abendtmal Gepratens Lungnmues Vnderricht Haberchoren Freytag Nym ain tag In der vasten Sambstag Ayr In schalen Chrawt vnd chuchen Chesprue Gersten In Milich Abenndtmal Gfulte ayr In ghackht Grunkrawt Gmues Milich oder chrewssen In der vasten Suntag Mandelmilich Visch In pheffer Arbays mit ephlen etc. Gepratenuisch Speczerey truckhen Abendtmall Gehackht suppen mit alen Grunkrawtt mit pachuischen Visch truckhen gsoten Opfelgmues oder haberchoren Truckhen feygen gepraten czysen Montag Topenitz etc. Visch In scharff Chrawtt mit harigen Sultzuisch si placz Pachen strpfen oder opfel Hawsen oder Tukch In suppen Arbays oder zysern truckhen Eritag Stob etc. oder kickchentel der Rappis Visch truckhen gsoten Grunkrawt mit hawsen Gepachen visch In ghackht Reys In mandelmilich Gepraten feygen oder arbays Mitichen Gehacht suppen Visch ym phefferr Arbayß ckrawt vnd pachvisch Gesaltzen visch Geysluz guett Sulczvisch si placzet Specerey trucken Phincztag Nußmilich visch truckenn Grunkrawtt haring Pach visch ym phefferr haniffschotten Arbayss zirsen pan truckenn Freytag Arbayß suppen In eber von vischenn Potingkrawt hawssen Speczerey ym phefferr Sulcz visch si placz Gepreglt arbays Sambstag Zyser suppen chlain visch trucken Grunkrawtt pach visch hawssen oder ander visch In seniff Pronprein oder arbayß kalt mit seniff oder mit wein Specerey truckenn Visch In eber In fuerhess In gehackt In pheffer In schaffer prue Grunn trucken gesotten gepachen gepratten Gekaucht Gerost gestossen gesulczt krewssenn Gepachen gepratten Gesotten Gestossen Gesulczt Geschott Kabischkrawtt Potingkrawt kolkrawtt Spenatt pyessen kressen Ruebkraw Nessel Dill Fenickel pettersill latich kurbiss Iungpluczer Wasser Rueben Scher rueben Gesewrt Ruebben Peysswurczen petersillwurczen kraw vnd ruben sawr vnderainander kurbis Swerbischsuppen Antich suppen Milich raw suppen Ayr suppen Geheckh suppen Zwifalsuppen Haniffsuppen Arbayß suppen Feygen suppen Zyser suppen Wein suppen Kasprue Mandelmilich Schottwell Nußmilich Gewaln stob mit ayren Gebraten milich mit ayren Scharff geseff an visch Gestossens Von huenren von vischen von krewssen von czyseren von linnsen Gepachens Armer ritter Affen mundt Gepranter tayg Strawben korbell Striphen Nunnenfuerczel Kestkrephell Kuchen Subtest Gefult prott Gefult oblat Gefult ophel Alnn alten aschen Berbin karphen kressling Zynner zeytasch Elenn Eschling Forhen Garewssel genthug Gerewdling Grundel hassel hawssen hecht haring hodel huntel koppenn kolhoph krewssen knoph von hawssen lachs lawbenn als plettenn Nassenn Newnayrgenn Norfling Pachvisch pirchling pratt visch pyrberczagel punckel plettern als lawben phirllenn prachssenn puckling Reinnanckenn Rorrodell Rotewgel Rothuch Rutten Rogen von hawssenn Salmen selmling Schaydt Schervisch Schyedt Schill Schraczenn Schuring Sichling Sprenczling Slam Stainpeyß Sterler Strebczagel Stur Stockuisch Tucklh Visch Grunn gesprengt gepratten gapachen Gerost gestollen In eber In pheffer In gehackt In scharfferr suppen Druckenn In fuerhess gesulczt Krewssenn gesotten geprattenn Gesulczt puerenn gepachen feygen gepachen milich gepachen ophel gepachen pieren gepachen kutten gepachen weychseln gepachen salueyn Electuria+ Von Weinperen Von Weychseln Von kriechen Von kurbiß Von kutten von pieren zw suessem gesewff Syropp von nussen Syropp von Ingrwer hanig zw gesewffen zwchker zwkkermelb In suppen oder trunckenn Reyss Gruppen Gersten gancz Geprochen gersten haberkerenn hayden hymltaw hyers phenich Sangen arbays zyssen kycheren lynnsen pan feygen Zw kochmueseren von amidum von griess von hollerpludt von habermell von gestossen reyß von geriben kes von ayr totter von faruell von strawben von ayr fladen von krichenn von pieren von ophel von chloczen von weinperen von kutten von Mandel von feygen von welhischen weinperen von arbayssen von lynnssen von pan Ruttscher Geysli/chlicz Gespott Von ayr maniger lay In schallen In fl smalcz Allain geruertt Geruertt mit pettersill oder cz mit czwifall oder mit milichrawm verloren In wasserr Ochsenaugen gepachen Gepraten amt spiß Gefulte ayr Auffhuphell in der rein In der sultz In peffer In piche?t kuchen mit krewteren kuchen mit czwiuall kuchen mit prott kuchen mit kes Gogerhandel Sawwen hert in esseich Kumilich Schaffmilich Gaysmilich Nußmilich Haniffmilich Magmilich Tophen Schoten Visch Arpeyß
fürhess

Ein Innereien-Gericht in dunkler, gebundener Pfeffersauce - im Register mehrfach als eigene Kategorie für verschiedene Fleischsorten (Gans, Ente, Huhn, Lamm, Bär, Karpfen usw.) geführt.

vnderricht

Vermutlich Bezeichnung für ein Zwischengericht innerhalb einer mehrgängigen Mahlzeit, kein Ortsbegriff.

geysluz

Wahrscheinlich 'Geislitz', eine saure Hafergrütze, kalt oder warm gegessen - im Korpus mehrfach als Fastenspeise belegt, siehe auch mha-132.

chraniwituogel

Sehr wahrscheinlich der 'Krammetsvogel' (Wacholderdrossel), ein im Spätmittelalter beliebter kleiner Speisevogel, der sich von Wacholderbeeren ernährte.

Handschrift
Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609 (CoReMA GR1)
Folio
Fol. 086v
Sprache
Frühneuhochdeutsch (bairisch-österreichisch, 15. Jh.)
Entstehung
Österreich (Mondsee, Oberösterreich), 1480

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

Lesartfleckh

Gewählte Lesart: Flecken/Kutteln (Pansen/Innereien vom Rind) - ein bis heute in Bayern und Österreich gebräuchliches Dialektwort.

Andere mögliche Lesart:

  • Allgemein 'Stück Fleisch' - Wortwörtliche Grundbedeutung von 'Fleck', aber im Kontext der übrigen Rind-Innereien-Liste (Zunge, Euter, Lunge) ist die Kutteln-Lesart deutlich plausibler.

Lesarteytter

Gewählte Lesart: Euter (Kuh-Euter als Innerei), gelesen als bairische Lautvariante zu 'euter'.

Andere mögliche Lesart:

  • Eiter (Körperflüssigkeit) - Die Wörterbuchbelege stützen nur diese wörtliche Lesart, sie ergibt aber keinen Sinn in einer Liste von Speiseteilen - daher verworfen.

Lesartlyechtel

Gewählte Lesart: Lüngerl (kleines Lungenstück), abgeleitet vom dialektalen Wort 'Licht' für Lunge (wie in 'Herz und Lunge').

Andere mögliche Lesart:

  • Etwas 'Helles/Lichtes' - Wörterbuchbeleg zu 'lieht' = hell/licht (Adjektiv), passt aber nicht in eine Liste von Fleischstücken.

Lesartchrosel

Gewählte Lesart: Knorpel (vom Kalbskopf), im Sinne von Kopf-Knorpelstücken als eigene Delikatesse.

Andere mögliche Lesart:

  • Stachelbeerstrauch - So im Idiotikon belegt, aber botanisch unpassend direkt neben 'Kalbshaupt' in einer Fleischliste.

Lesartverstolnsfleysch

Gewählte Lesart: Vermutlich Bezeichnung für ein besonderes, versteckt geschnittenes Fleischstück (wörtlich 'gestohlenes Fleisch').

Andere mögliche Lesart:

  • Schreibfehler für ein anderes Kompositum - Keine externe Bestätigung auffindbar, die wörtliche Lesart bleibt spekulativ.

Lesartherbstmilich

Gewählte Lesart: Herbstmilch, vermutlich eine im Spätsommer/Herbst gewonnene, natürlich eingedickte Milch (ähnlich der 'dicken Milch').

Andere mögliche Lesart:

  • Bloß eine saisonale Mengenangabe ohne besondere Zubereitung - Möglich, aber die Nennung neben Rahm in der Saucen-Liste spricht für eine spezifische, dickflüssige Milchform.

Lesartpotingkrawt

Gewählte Lesart: Ein Kraut- bzw. Gemüsegericht unklarer genauer Zubereitung, vermutlich ein eingemachtes oder eingelegtes Kraut.

Andere mögliche Lesart:

  • Eigenname eines regionalen Gerichts ohne übertragbare Bedeutung - Kein Wörterbuchbeleg auffindbar, Lesart bleibt spekulativ.

Lesartchraniwituogel

Gewählte Lesart: Krammetsvogel (Wacholderdrossel) - Kompositum aus 'Kranawitt' (Wacholder) und 'Vogel'.

Andere mögliche Lesart:

  • Kranichvogel - Lautliche Nähe zu 'Kranich' wäre denkbar, passt aber schlechter zur Kleinvogel-Liste (Drossel, Amsel, Star), in der der Krammetsvogel als klassischer Fanggenuss steht.

Lesartsawwen hert

Gewählte Lesart: Unklar - wörtlich am ehesten mit 'Sau' und 'hert' zusammengesetzt, exakte Bedeutung ungeklärt.

Andere mögliche Lesart:

  • Sauhoden - Bisher kolportierte Lesart, aber ohne Wörterbuchstütze: 'hert' ist im CoReMA-Glossenkorpus (u.a. gr1.112, bs1.45, er2.137/176) durchgängig als 'Herd' (Feuerstelle) belegt, nicht als 'Hoden'. Zudem schreibt dasselbe Dokument 'Hoden' an anderer Stelle ('Schallel hoden') mit abweichender Orthographie, was gegen eine unbelegte Gleichsetzung von 'hert' mit 'Hoden' spricht.

Originalwerk (~1480) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 086v, Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609; bereitgestellt durch CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Universität Graz (CC BY-NC-SA 4.0)
Transkription
CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages (Uni Graz), Ms. GR1 (Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609), hyperdiplomatische Basistranskription, CC BY 4.0 Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
LagerkücheLagerküche
Kein Kochrezept, sondern ein Inhaltsregister und Wochenspeiseplan des gesamten Kochbuchs. Lagerküche-Bewertung ist auf ein solches Verzeichnis nicht anwendbar, da keinerlei Zubereitungsschritte oder Mengenangaben enthalten sind.
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