Le Ménagier de Paris · Paris · 1393
Eine weitere Pastete. Beachte, dass man aus der Füllung eines Schweins eine bedeckte Pastete zubereiten kann. Sorge dafür, dass die Füllung gut gemacht ist.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| farcissure d'un cochon | Füllung eines Schweins (siehe separates Rezept) | - | - |
| tartre couverte | Pastetenteig (für eine bedeckte Pastete) | - | - |
Welches Gericht ist das? Eine gedeckte Fleischpastete - eine tartre couverte, also eine Pastete mit Teigboden und Teigdeckel, gefüllt mit der gewürzten Schweinefarce, die man sonst in ein ganzes Spanferkel füllt. Der direkte Verwandte ist die klassische gedeckte Schweinefleisch-Pastete (engl. pork pie), und im Korpus die Fleischpasteten von foc-164 oder die hohe Pastete m384-020.
Farcissure d'un cochon. Das ist die Pointe des Rezepts: Der Ménagier schreibt keine eigene Füllung, sondern verweist auf die Farce, die andernorts fürs ganze gefüllte Schwein beschrieben ist - gehacktes Schweinefleisch mit Ei, eingeweichtem Brot und Gewürzen gebunden. Statt das Schwein damit zu füllen und am Spieß zu braten, schlichtet man die Farce in eine Teighülle und backt sie als Pastete. Ein klassischer Resteverwerter-Tipp: dieselbe Masse, andere Form.
Tartre couverte. Gedeckt heißt: Boden und Deckel aus Teig. Mittelalterlich war die feste, derbe Teighülle (coffin, huff paste) oft nur Garbehälter und Transportschutz, nicht unbedingt zum Mitessen - die Farce gart darin im eigenen Saft.
Praxis. Eine kräftige Schweinefarce anrühren (ca. 600 g durchwachsenes Schweinehack, 1 Ei, 1 Handvoll in Brühe eingeweichtes und ausgedrücktes Weißbrot, Salz, Pfeffer, Ingwer, etwas Zimt und Safran). Einen festen Mürbe- oder Roggen-Wasser-Öl-Teig ausrollen, in eine Form legen, die Farce einfüllen, mit Teigdeckel verschließen und bei 180 Grad rund 60-75 Minuten backen, bis die Kerntemperatur durch ist. Die Füllung lässt sich gut zu Hause vorbereiten.
Nein, dieses Rezept ist eher ein Hinweis oder eine Variation. Es verweist auf die Füllung eines gebratenen Schweins, die in einem anderen Rezept des Ménagier de Paris detailliert beschrieben wird, und schlägt vor, diese Füllung für eine Pastete zu verwenden. Für die Zubereitung benötigst du also die Rezepte für die Schweinefüllung und einen Pastetenteig.
Nein, das direkte Backen einer Pastete erfordert einen Ofen und ist am Lager nur mit spezieller Ausrüstung (z.B. Lehmofen oder Dutch Oven) und entsprechendem Zeitaufwand möglich. Die Füllung kann jedoch vorbereitet und mitgebracht werden.
Dieses Rezept stammt aus dem 'Ménagier de Paris', einem Haushaltsbuch, das um 1393 in Paris verfasst wurde. Es bietet Einblicke in die Küche eines wohlhabenden bürgerlichen Haushalts im späten Mittelalter.
Die 'farcissure d'un cochon' bezieht sich auf die typische, gewürzte Fleischfüllung, die im Mittelalter für ein ganzes gebratenes Schwein verwendet wurde. Diese bestand meist aus gehacktem Schweinefleisch, Brot, Eiern und verschiedenen Gewürzen.
gedeckte Pastete - mit Teigboden und Teigdeckel; die Farce gart in der Hülle im eigenen Saft.
die gewürzte Füllung (Farce), die sonst in ein ganzes Spanferkel kommt - der Ménagier verweist hier auf das andernorts beschriebene Rezept, statt es zu wiederholen.
‚die Füllung sei gut gemacht‘ - der ganze Wert der Pastete steckt in der sorgfältig gewürzten und gebundenen Farce.
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