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Karpfen auf dreierlei Art

Libro de arte coquinaria · Norditalien · 1465

FischHauptspeise · FischLagerkücheLagerküche-tauglichEinfachKorrekturBearbeitungsstand 8/10FischFastenspeiseHöfische KücheHofküche
Zubereitungszeit25 Min.Portionennach BedarfBuchLibro de Arte Coquinaria (~1465)

Karpfen. Lasse sie sieden, wenn sie groß sind. Du kannst sie auch am Spieß braten oder frittieren, wenn sie klein sind.

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
Carpani Karpfen Fischhändler -
null (implied) Salz - -
null (implied) Wasser Leitung -
null (implied) Fett zum Braten/Frittieren - Pflanzenöl

Welches Gericht ist das? Karpfen in drei größenabhängigen Garformen - die knappe Renaissance-Grundregel hinter jedem klassischen Karpfengericht: großer Fisch wird gesotten, kleinerer am Spieß gebraten oder frittiert. Karpfen war der Fastenfisch schlechthin, in Teichwirtschaft gezüchtet und überall verfügbar.

Maestro Martino bleibt hier bei den Grundlagen und nennt nur die drei Methoden. Lessare meint sieden/pochieren, arrostire das Braten am Spieß, frigere das Ausbacken in Fett. Welche Sauce dazugehört, lässt er offen - andere Quellen füllen das aus: der Pariser Ménagier gibt zum gesottenen Karpfen eine gewürzte Brotsauce, Severin von Boemia eine dunkle Apfel-Brot-Sauce mit Nelken und Pfeffer sowie eine ausgeführte Spieß-Rezeptur.

Praxis. Großen Karpfen ausnehmen, schuppen und in leicht gesalzenem Wasser knapp unter dem Siedepunkt gar ziehen lassen - dazu passt eine gewürzte Brotsauce. Kleineren Karpfen am Spieß über der Glut braten oder, in Stücke geteilt, in heißem Fett (historisch Schmalz oder Olivenöl, modern hitzebeständiges Pflanzenöl) ausbacken.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist sehr gut für die Lagerküche geeignet. Karpfen lassen sich frisch zubereiten, und die Kochmethoden Sieden, Braten am Spieß oder Frittieren sind alle mit einfacher Lagerausrüstung über offenem Feuer oder Glut umsetzbar.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem ‚Libro de Arte Coquinaria‘, verfasst um 1465 von Maestro Martino da Como, einem der bedeutendsten Köche des 15. Jahrhunderts in Italien. Es spiegelt die gehobene Küche der Renaissance wider.

Was bedeuten die Begriffe ‚allesso‘ und ‚arrosto‘ in diesem Kontext?

‚Allesso‘ bedeutet ‚gesotten‘ oder ‚pochiert‘, also in Flüssigkeit gegart. ‚Arrosto‘ bezieht sich auf das Braten oder Rösten, typischerweise am Spieß über offenem Feuer. Das Rezept bietet somit drei grundlegende Garmethoden für Karpfen an.

Welche Art von Fett sollte ich zum Braten oder Frittieren verwenden?

Historisch wären tierisches Schmalz (Schweine- oder Rinderschmalz) oder Olivenöl üblich gewesen. Für moderne Zwecke kannst du ein hitzebeständiges Pflanzenöl oder Butterschmalz verwenden.

Carpani. Falli lessare quando sonno grossi, et anche li poterai arrostire et frigiralli essendo piccini.
lessare / arrostire / frigere

Die drei Garformen: lessare = sieden/pochieren in Flüssigkeit, arrostire = braten/rösten (oft am Spieß über offenem Feuer), frigere = frittieren/ausbacken in Fett. Martino richtet die Wahl nach der Größe des Fisches.

Handschrift
Libro de arte coquinaria
Folio
Fol. 58v
Sprache
Frühitalienisch (15. Jh.)
Entstehung
Norditalien, 1465

Originalwerk (~1465) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 58v, Library of Congress, Rare Book and Special Collections Division, Washington MS (TX723 .M3 1460), Public Domain
Transkription
Uni Giessen (Gloning/Romanelli, Digitale Edition 2004, Basis: Faccioli 1966) Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
LagerkücheLagerküche
Alle drei Methoden mit einfacher Lagerausrüstung über Feuer oder Glut machbar: Topf zum Sieden, Spieß zum Braten, Pfanne oder Topf mit reichlich Fett zum Frittieren.
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