Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch) · Kloster Tegernsee, Bayern · 1460
Eiersuppe, die man am Morgen gibt: 3 Maß Wein, dazu im Verhältnis für jeden ein Ei, und gelb gefärbt.
| Original | Modern | Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| 3 maß wein | Weißwein | 400 ml | - | halb Wein, halb Wasser |
| jedlichem 1 ay | 4 Eier (eines pro Person) | 4 Stück | - | - |
| gilbt | 1 Prise Safran | - | gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel | - |
| Salz nach Geschmack | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Eine Wein-Eier-Suppe, gereicht de mane (lateinisch: am Morgen) als klösterliche Frühstückssuppe. Im Kern eine warme Weinschorle, in die verquirltes Ei zu feinen Flocken gezogen wird - eine frühe Verwandte der Weinsuppe und der römischen Stracciatella (Eierflocken in heißer Flüssigkeit).
Die Quelle ist eine reine Mengenliste der Klosterküche: 3 maß wein, jedlichem 1 ay (für jeden ein Ei) und gilbt (gelb gefärbt, mit Safran). Wie die Suppe zubereitet wird, steht nicht da - das ist hier nachkochbar rekonstruiert.
Denoch vil steuert das Verhältnis: ein Ei je Person, passend zur Weinmenge. Gilbt meint die Gelbfärbung mit Safran, der hier zugleich als Status- und Aromagewürz dient.
Praxis. Wein mit etwas Wasser erhitzen (für 4 Personen rund 400 ml Wein, gern halb Wein, halb Wasser) und mit einer Prise Safran gelb färben. Für jede Portion ein Ei verquirlen und unter Rühren in die heiße, aber nicht kochende Suppe ziehen, damit das Ei in feinen Flocken stockt statt zu klumpen. Mit Salz abschmecken.
Damit das Ei in feinen Flocken stockt statt zu klumpen. Das verquirlte Ei langsam in die heiße, aber nicht sprudelnde Weinsuppe ziehen.
Nein - Eier sind ein Tierprodukt. Diese Suppe gehört zu den Nicht-Fasten-Tagen.
Dieses Rezept stammt aus dem Tegernseer Speisenbuch (1453-1534, Kloster Tegernsee, Bayern). Klösterliches Speisenbüchlein des Benediktiner-Klosters Tegernsee (BSB München, Cgm 8137). Das Speisenbuch (fol. 45r-85r) dokumentiert den Klosteralltag: welche Speisen zu Fastenzeiten und Festtagen aufzutischen waren. Typische bayerische Klosterküche - Fastengerichte, Fischspeisen, Milch- und Mehlspeisen. Datiert 1453-1534. Das Fischbüchlein (fol. 97r-109v) enthält Anweisungen zur Fischerei. Im CoReMA-Projekt (Uni Graz) als Manuskript M13 katalogisiert.
Lateinisch am Morgen. Die Eiersuppe wurde im Kloster als Frühstückssuppe gereicht.
Gelb gefärbt - mit Safran goldgelb getönt.
Im Verhältnis dazu - steuert die Pro-Kopf-Menge: ein Ei je Person, passend zur Weinmenge.
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