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Gebackene Äpfel im Teig (Apfelküchlein)

Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch) · Kloster Tegernsee, Bayern · 1460

LesartRekonstruktion aus ZutatenlisteDessertNachspeiseLagerkücheLagerküche-tauglichLesartViel InterpretationsspielraumEinfachKorrekturBearbeitungsstand 8/10Höfische KücheHofkücheVegetarischVegetarisch
Zubereitungszeit30 Min.Portionen2 PersonenBuchTegernseer Speisenbuch (~1460)

Gebackene Äpfel - 40 Eier, ein Schöpfmaß Wein; zuweilen kein Ei.

OriginalModernMengeWo kaufenAlternative
öpfl 3 säuerliche Äpfel, in Ringen 3 Stück - -
40 ayr 2 Eier (Quelle: 1 Ei pro Person, 40 Eier für 40 Personen; hier auf 2 Personen skaliert) 2 Stück - -
trinkel wein Weißwein (für den Teig) 100 ml - -
Weizenmehl 130 g - -
Schmalz zum Ausbacken - Supermarkt -

Welches Gericht ist das? Apfelringe im Ausbackteig, in Schmalz frittiert - die direkten Vorfahren der bis heute beliebten Apfelküchlein. Eine enge Variantenkette läuft quer durchs Korpus (vgl. Apfelküchlein mar-165, kkm-093).

Trinkel wein. Ein Schöpfmaß Wein - der Wein ist fester Bestandteil des Ausbackteigs, nicht eine Beigabe. Mit Mehl und Ei ergibt er einen dünn-cremigen Teig.

Zu zeitt kain ay. „Zuweilen kein Ei" - die Quelle vermerkt eine eilose Variante. Damit ist das Ei die optionale Zutat, nicht der Wein. Die magere Mehl-Wein-Variante eignet sich für Fastentage - allerdings nur, wenn auch das Ausbackfett angepasst wird: an strengen Fastentagen ist Schmalz nicht erlaubt, dann muss man in Öl backen.

Praxis. 3 säuerliche Äpfel in Ringe schneiden. Aus rund 130 g Mehl, 100 ml Weißwein und 2 Eiern einen glatten, dünn-cremigen Teig rühren. Apfelringe durchziehen, in reichlich heißem Schmalz (oder Öl) goldgelb ausbacken, mit Zucker bestreuen und sofort servieren.

Mit oder ohne Ei im Teig?

Das Original vermerkt zu zeitt kain ay - „zuweilen kein Ei“. Der Wein (trinkel wein, ein Schluck Wein) ist fester Teigbestandteil; das Ei ist die optionale Zutat. Die ei-lose Variante aus Mehl und Wein ist magerer und an Fastentagen verwendbar - vorausgesetzt, man backt auch in Öl statt Schmalz.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem Tegernseer Speisenbuch (1453-1534, Kloster Tegernsee, Bayern). Klösterliches Speisenbüchlein des Benediktiner-Klosters Tegernsee (BSB München, Cgm 8137). Das Speisenbuch (fol. 45r-85r) dokumentiert den Klosteralltag: welche Speisen zu Fastenzeiten und Festtagen aufzutischen waren. Typische bayerische Klosterküche - Fastengerichte, Fischspeisen, Milch- und Mehlspeisen. Datiert 1453-1534. Das Fischbüchlein (fol. 97r-109v) enthält Anweisungen zur Fischerei. Im CoReMA-Projekt (Uni Graz) als Manuskript M13 katalogisiert.

pachen opfl 40 ayr, trinkel wein zu zeitt kain ay.
pachen öpfl

Gebackene Äpfel - Apfelscheiben im Ausbackteig, in Schmalz frittiert.

zu zeitt kain ay

„Zuweilen kein Ei" - eine eilose Teigvariante (Mehl + Wein) für magere Tage; das Ei ist die optionale Zutat, der Wein bleibt fester Bestandteil.

Handschrift
Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch)
Folio
fol. 56v
Sprache
Frühneuhochdeutsch (Ostmittelbairisch, 15./16. Jh.)
Entstehung
Kloster Tegernsee, Bayern, 1460

Originalwerk (~1460) gemeinfrei.

Bildquelle
Tegernseer Speisenbuch, BSB Cgm 8137, fol. 56v - Münchener Digitalisierungszentrum Quelle öffnen
Transkription
BSB Cgm 8137, Kochbüchlein (fol. 45r-85r). Edition: Anton Birlinger, Kalender und Kochbüchlein aus Tegernsee, Germania 9 (1864), S. 192-207. Gemeinfrei. Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
LagerkücheLagerküche
Äpfel und Mehl gut transportierbar; das Frittieren im heißen Fett gelingt am Feuer.
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