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Güldene Schnitten (Arme Ritter)

Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch) · Kloster Tegernsee, Bayern · 1460

LesartRekonstruktion aus ZutatenlisteDessertNachspeiseLagerkücheLagerküche-tauglichLesartViel InterpretationsspielraumEinfachKorrekturBearbeitungsstand 7/10Höfische KücheHofkücheVegetarischVegetarisch
Zubereitungszeit15 Min.Portionen4 PersonenBuchTegernseer Speisenbuch (~1460)

Güldene Schnitten - 40 Eier.

OriginalModernMengeWo kaufenAlternative
altbackenes Weißbrot 8 Scheiben - -
40 ayr 4 Eier 4 Stück - -
Schmalz oder Butter zum Backen - Supermarkt -
Zucker und Zimt zum Bestreuen - - -

Welches Gericht ist das? Der mittelalterliche Vorfahr der Armen Ritter beziehungsweise des French Toast: Weißbrotscheiben werden in Ei gewendet und goldgelb gebacken. Ein enger Zwilling der goldenen Schnitten aus dem Rheinfränkischen Kochbuch (rfk-043) und Martinos vergoldeten Brotschnitten (mar-159).

Gülden schnittl. Güldene Schnitten - gülden meint die goldene Bräune des in Fett gebackenen, mit Ei überzogenen Brotes. Die Quelle notiert nur die Eiermenge der Klosterküche; Brot, Fett und das süße Topping ergeben sich aus dem Gerichtsnamen und den Parallelen im Korpus.

Praxis. Altbackenes Weißbrot in Scheiben schneiden, durch verquirltes Ei ziehen und in Schmalz oder Butter goldgelb ausbacken. Mit Zucker und Zimt bestreuen - oder mit Honig, der im klösterlichen Alltag wahrscheinlicher war als teurer Zucker.

Sind das schon Arme Ritter?

Ja - güldene Schnitten sind die mittelalterliche Form der Armen Ritter (French Toast): altbackenes Weißbrot, in Ei gewendet und in Fett gebacken.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem Tegernseer Speisenbuch (1453-1534, Kloster Tegernsee, Bayern). Klösterliches Speisenbüchlein des Benediktiner-Klosters Tegernsee (BSB München, Cgm 8137). Das Speisenbuch (fol. 45r-85r) dokumentiert den Klosteralltag: welche Speisen zu Fastenzeiten und Festtagen aufzutischen waren. Typische bayerische Klosterküche - Fastengerichte, Fischspeisen, Milch- und Mehlspeisen. Datiert 1453-1534. Das Fischbüchlein (fol. 97r-109v) enthält Anweisungen zur Fischerei. Im CoReMA-Projekt (Uni Graz) als Manuskript M13 katalogisiert.

gülden schnittl, 40 ayr.
gülden schnittl

Güldene Schnitten - in Ei gewendete, goldgelb gebackene Brotscheiben; der direkte Vorläufer der Armen Ritter. Gülden meint die goldene Bräune.

Handschrift
Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch)
Folio
fol. 56v
Sprache
Frühneuhochdeutsch (Ostmittelbairisch, 15./16. Jh.)
Entstehung
Kloster Tegernsee, Bayern, 1460

Originalwerk (~1460) gemeinfrei.

Bildquelle
Tegernseer Speisenbuch, BSB Cgm 8137, fol. 56v - Münchener Digitalisierungszentrum Quelle öffnen
Transkription
BSB Cgm 8137, Kochbüchlein (fol. 45r-85r). Edition: Anton Birlinger, Kalender und Kochbüchlein aus Tegernsee, Germania 9 (1864), S. 192-207. Gemeinfrei. Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
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