Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897 · Wien, vermutlich Augustiner-Chorherrenstift St. Dorothea (Besitzvermerke 15. Jh. auf Bl. 1r, 15r, 28v, 54v, 91v) · 1450
Ein Fastenmus. Nimm Pfirsiche und gib dicke Mandelmilch hinzu. Zerstoße es gut und gib Zucker darauf. Das Mus isst man kalt oder warm. Übersalze es nicht.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| phirsing | Pfirsiche | - | Supermarkt | andere weiche Früchte wie Aprikosen oder Nektarinen |
| dikche mandel milch | Dicke Mandelmilch | - | gut sortierter Supermarkt, Reformhaus | - |
| czuker | Zucker | - | - | - |
| versalcz nicht (implied) | Salz (nach Geschmack) | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Ein ausdrücklich als Fastenspeise bezeichnetes Pfirsich-Mandelmus, verwandt mit Fruchtmus, Pfirsichpüree und mandelbasierten Fruchtcremes.
Dicke Mandelmilch. W1 verlangt dicke Mandelmilch, erklärt aber nicht, wie sie hergestellt wurde. Auch die Parallelfassung b4-137 lässt offen, ob damit besonders mandelreiche oder auf andere Weise konzentrierte Mandelmilch gemeint ist.
Kalt oder warm. Die Quelle nennt beide Ausgabetemperaturen, aber keinen Erwärmungsschritt.
Praxis. Verwende als moderne Praxis eine bereits dick angesetzte, mandelreiche Mandelmilch. Entferne bei den Pfirsichen nach Bedarf Steine und Schalen, zerstoße oder püriere sie mit der Mandelmilch und gib Zucker dazu. Für die warme Ausgabe kannst du das fertige Mus als moderne Rekonstruktion bei niedriger Hitze schonend erwärmen. Mit Salz sparsam umgehen und das Mus zeitnah verarbeiten; frische Pfirsiche und Mandelmilch sind verderblich.
Ja. Das Kernverfahren braucht nur ein Gefäß und ein Stoßgerät; für die warme Ausgabe zusätzlich eine Feuerstelle. Frische Pfirsiche und angesetzte oder geöffnete Mandelmilch sind jedoch verderblich und sollten zeitnah verarbeitet und bei Bedarf gekühlt werden.
Gemeint ist dicke beziehungsweise konzentrierte Mandelmilch. W1 und die Parallelfassung b4-137 erklären nicht, wie diese Beschaffenheit hergestellt wurde.
Die Quelle warnt ausdrücklich davor, das Mus zu übersalzen. Eine Salzmenge oder weitergehende Begründung nennt sie nicht.
Dieses Rezept stammt aus dem Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897 (Mitte 15. Jh. - Teil I). CoReMA-Handschrift W1 (Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897): dreiteilige Sammelhandschrift, Teil I (Kochrezepte, Bl. 1r-53v) aus der Mitte des 15. Jh., Teil III älter (Mitte 14. Jh.). Textlicher Zwilling von B4 (Berlin, Ms. germ. qu. 1187) - beide überliefern u.a. dasselbe "grün Met"-Rezeptpaar fast wortgleich.
Fastenmus; die Quelle bezeichnet das Gericht ausdrücklich als Speise für die Fastenzeit.
Dicke beziehungsweise konzentrierte Mandelmilch; wie diese Beschaffenheit erreicht wurde, bleibt in W1 und der Parallelfassung b4-137 offen.
Gut oder sorgfältig zerstoßen; die Quelle nennt kein bestimmtes Werkzeug.
Nicht übersalzen; eine genaue Salzmenge oder weitergehende Geschmacksfunktion nennt die Quelle nicht.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| phirsing | peach Q13411121 |
| dikche mandel milch | almond milk Q975953 |
| czuker | unrefined cane sugar Q57656231 |
| versalcz nicht (implied) | table salt Q11254 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
dikche mandel milch
Andere mögliche Lesarten:
kalt oder warmm
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 28.08.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.