Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch · Württemberg / Basel · 1460
Im Mai, fang an! Ebenso sollst du kochen nach der Zeit des Jahres. Im Jahreslauf sollst du beginnen, im Mai.
Welches Gericht ist das? Kein Gericht, sondern eine reine Kalender-Rubrik: Der Kurztext markiert den Beginn eines nach Jahreszeiten geordneten Abschnitts im Kochbuch, beginnend mit dem Monat Mai. Es fehlen Zutaten, Mengen und Zubereitungsschritte vollständig - eine lebende kulinarische Verwandtschaft lässt sich daher nicht benennen, ohne etwas zu erfinden, das der Text nicht hergibt.
Praxis. Nicht anwendbar - der Eintrag beschreibt keine Zubereitung. Er dient allein als Gliederungsmarke für die folgenden, jahreszeitlich sortierten Rezepte.
Nein. Der Text ist eine kurze Kalender-Rubrik, mit der ein neuer, nach Jahreszeiten sortierter Abschnitt im Kochbuch eröffnet wird. Es fehlen Zutaten, Mengen und Zubereitungsschritte vollständig - so etwas findet sich in mittelalterlichen Kochbüchern gelegentlich als Kapitel-Überschrift.
Der Mai markierte im mittelalterlichen Jahreslauf den Beginn der Wachstums- und Weidesaison - erste Kräuter, Weideaustrieb, junge Milch - und damit einen praktischen Startpunkt für ein saisonal gegliedertes Kochbuch. Genaueres zur Motivation lässt sich aus diesem kurzen Fragment allein nicht ableiten.
Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch des Meisters Hans (Württemberg / Basel). Vollständiges Kochbuch des Küchenmeisters Graf Ulrichs V. von Württemberg, geschrieben 1460. Einzig erhaltener Textzeuge: Cod. AN V 12 der Universitätsbibliothek Basel. Enthält Senf- und Hanfspeisen, Fastenkost, Schau- und Scherzgerichte sowie ein eigenes Register vorneweg.
Der Monat Mai. Hier als Zeitmarke für den Beginn eines nach Jahreszeiten geordneten Kochbuch-Abschnitts, nicht als Zutat oder Handlung.
Lateinisch für 'ebenso, ferner' - im Mittelalter Standard-Formel, um in Listen oder Texten einen neuen Punkt einzuleiten. Hier reiner Gliederungs-Marker, keine inhaltliche Bedeutung.
Endungslose Imperativform (2. Pers. Sg.) des starken Verbs "heben" im Sinn von "anheben, beginnen" - vgl. die Parallelstelle im selben Fragment "soltu ane heben" mit explizitem "du". Der Text ist durchgehend direkte Anrede an den Koch, keine unpersönliche Feststellung.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
In dem mayen heb an
Gewählte Lesart: Als Kalender-Rubrik gelesen: 'Im Mai, fang an!' - Ankündigung eines neuen, jahreszeitlich geordneten Abschnitts im Kochbuch, keine Zubereitungsanweisung.
Andere mögliche Lesart:
Unsere Übersetzungen mittelalterlicher Rezepte können Fehler enthalten. Fällt dir etwas auf? Schreib uns an feedback@fyndling.de - wir korrigieren gerne und sind für jeden Hinweis dankbar.
Stand dieser Fassung: 13.07.2026 - 2-mal überarbeitet. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.