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Geformte Mandelmilch als Schauessen

Ein künstlichs vnd nutzlichs Kochbuch, vormahlens nie so leicht Mann vnd Frawen personen von jnen selbst zülernen ... · Augsburg (Druckort); Autor aus Dillingen · 1545

DessertNachspeiseAufwändigKorrekturBearbeitungsstand 8/10
Zubereitungszeit120 Min.Portionen1 SchaugerichtBuchDas Kochbuch des Balthasar Staindl (~1545)

Eine Mandelform, was auch immer es sein mag, macht man so:

Zerstoße die Mandeln zunächst grob, stoße sie dann noch einmal im Mörser. Dann nimm sie in eine Reibschale, sodass es ganz wie ein dicker Teig wird. Es muss immer ein wenig Wasser zutröpfeln. Reibe es so lange, bis es sich zu Bällen zusammenfügen lässt. Solche Bälle kannst du acht Tage lang aufbewahren.

Für Mandelsuppen: Nimm die selbige geriebene Mandel, treibe sie mit Wasser ab und seihe sie, mache so eine Milch.

Für eine Mandelmilchform: Wenn du die Mandelmilch zu einer Form machen willst, treibe sie mit Wasser ab, darin Hausenblase gesotten ist, und streiche es durch ein Tuch. Man muss auf ein halbes Pfund Mandeln vier Lot Hausenblase nehmen. Wenn du es durchgestrichen hast, so gieße das Hausenblasenwasser in die Mandelmilch und siede es lange. Du musst viel Zucker darin versieden, man muss lange sieden. Wenn es gesotten ist, so tue es in einen Kessel herab und lasse es gut abkühlen, habe ich gesehen.

Dann sieh zu, dass du ein Modell hast, von Wachs abgedrückt. Es müssen zwei Teile sein. Salbe diese mit Mandelöl und binde die selbigen zwei Teile mit einem Spagat zusammen. Kehre das Oberteil unter sich. So musst du eine blecherne Scheibe haben, die in der Mitte ein Röhrchen hat. Wenn du nun die Mandel in die Form gießt, so stecke das Röhrchen in die Form, dass es nur so fest wie Fischweiß wird, damit du es in die Scheibe steckst, es fiele sonst aus der Schüssel um.

Wenn es nun in dem wächsernen Modell gestanden ist, so lasse den Spagat auf oder hebe es in warmes Wasser, falls es sonst nicht gern herausgehen wollte. Setze es dann so auf eine Schüssel. Man mag es vergolden. Setze es an einen kühlen Ort, dass es nicht zergeht. Wenn man es auf den Tisch geben will, so musst du eine kalte Mandelmilch (darf nicht mit Hausenblase gesotten werden) in die Schüssel gießen, darin das Mandelmodell ist, sodass die Mandel ganz herauskommt. Das ist ein prächtiges, höfisches Gericht - man nennt es Schauessen.

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
mandel Mandeln, gemahlen 500 g Supermarkt (Backregal) Ganze Mandeln im Blender kurz zermahlen
waſſer Wasser - Leitung -
Hauſen plater Hausenblase 125 g Online-Handel, spezialisierter Fischhandel Blattgelatine (ca. 40 Blatt)
zucker Zucker - - -
mandel ol Mandelöl - gut sortierter Supermarkt, Reformhaus -
Spaga Spagat - Supermarkt (Haushaltswaren) -

Welches Gericht ist das? Eine aus Mandelmilch, Hausenblase und viel Zucker gelierte Formspeise: Die Masse wird in eine zweiteilige Wachsform gegossen, ausgekühlt, gestürzt, teils vergoldet und zum Servieren in eine Schale mit kalter Mandelmilch gesetzt. Das Rezept nennt sich selbst „Beschauessen“ - ein Gericht, das zeigen sollte, was die Küche formen kann, nicht in erster Linie satt machen sollte. In der modernen Küche liegt die nächste Verwandtschaft bei den gelierten, geformten Mandelmilch-Desserts der Blancmange-Familie.

Die Mandeln in drei Stufen zerkleinern. Der Text beschreibt keine Wahlmöglichkeit, sondern eine Abfolge: erst grob zerstoßen, dann noch einmal im Mörser, und erst danach in der Reibschale mit tröpfchenweise zugegebenem Wasser zu einer teigigen Paste verrieben. Erst diese dritte, feinste Stufe lässt sich zu Ballen formen und acht Tage aufbewahren.

Das Mengenverhältnis von Mandeln zu Hausenblase. Der Text nennt für ein halbes Pfund Mandeln vier Lot Hausenblase - ein Verhältnis von rund 4:1. Die Zutatenliste unten hält dieses Verhältnis ein (500 g Mandeln, 125 g Hausenblase); mit weniger Hausenblase würde das Gel beim Nachkochen nicht fest genug.

Nur so fest wie Fischweiß. Beim Eingießen soll das Röhrchen in der Blechscheibe nur gerade so weit anziehen, wie es die im Text mit „Fischweiß“ verglichene Konsistenz beschreibt - also eine bewusst begrenzte, noch nicht die volle spätere Festigkeit. Sonst lässt sich die Form nicht mehr sauber befüllen.

Lagerung - Vorrat und fertiges Modell. Für die achttägige Aufbewahrung der Mandelballen und die Kühllagerung des fertigen, gelierten Modells nennt der Text keine genaue Temperatur; historisch dürfte ein kühler Vorrats- oder Kellerraum gemeint gewesen sein.

Praxis. Die Mandeln grob zerstoßen, dann im Mörser nachstoßen und schließlich mit wenig Wasser zu einer dicken Paste verreiben. Für die Milch mit Wasser abtreiben und durch ein Tuch seihen. Die Hausenblase (ersatzweise rund 40 Blatt eingeweichte Gelatine) getrennt in Wasser auflösen, durch ein Tuch streichen und erst dann mit der Mandelmilch und reichlich Zucker lange einkochen. Die Masse vollständig abkühlen lassen, bevor sie in die mit Mandelöl ausgestrichene, mit Spagat verschlossene zweiteilige Form gegossen wird - heiße Masse würde das Wachs anschmelzen. Nach dem Erkalten im Kühlschrank die Form öffnen oder kurz in warmes Wasser halten, um das Modell zu lösen, bei Bedarf vergolden und bis zum Servieren kühl stellen. Zum Anrichten kalte, ungelierte Mandelmilch um das stehende Modell in eine Schüssel gießen.

Wo bekomme ich Hausenblase?

Hausenblase ist heute aufgrund des Artenschutzes für Störe schwer zu beschaffen. Du findest sie eventuell im Online-Handel für historische Kochzutaten oder bei spezialisierten Fischhändlern. Eine moderne Alternative ist Blattgelatine, wobei du für die im Rezept angegebene Menge (125 g Hausenblase) etwa 40 Blatt verwenden kannst, um eine ähnliche Festigkeit zu erreichen.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Nein, dieses Rezept ist nicht für die Lagerküche geeignet - es zählt zu den Schaugerichten (Beschauessen), die für Repräsentation gedacht waren und nicht für die Zubereitung am Feuer. Es erfordert eine präzise Wachsform, eine Blechscheibe mit Röhrchen und eine lange, kontrollierte Kühlphase, damit die Hausenblase fest wird und das Modell nicht zerläuft. Das ist eher etwas für eine stationäre Küche oder eine historische Vorführung unter kontrollierten Bedingungen.

Was bedeutet 'Lot' im Rezept?

Ein 'Lot' war eine historische Gewichtseinheit, die regional variierte. Im süddeutschen Raum, aus dem dieses Kochbuch stammt, entsprach ein Lot etwa 15 bis 17 Gramm. Vier Lot Hausenblase wären demnach etwa 60 bis 68 Gramm.

Was ist mit 'Fischweiß' gemeint?

Die Vorlage ist an dieser Stelle schwer lesbar; die richtige Lesart ist „Fischweiß“. Vermutlich bezeichnet der Begriff die Hausenblase selbst oder die helle, feste Konsistenz, die sie im Gel erzeugt - ganz sicher belegt ist das nicht. Klar ist der Sinn der Stelle: Das Röhrchen soll beim Eingießen nur so weit anziehen wie Fischweiß, also gerade eben fest werden, nicht schon vollständig durchgelieren, solange die geformte Mandelmilch noch in die Form läuft.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus „Das Kochbuch des Balthasar Staindl“ (Augsburg - Druckort). Das erste gedruckte Kochbuch dieser Sammlung, das sich ausdrücklich an Leute ohne Küchenmeister im Haus richtet: 1545 in Augsburg bei Hainrich Stainer erschienen, verfasst von Balthasar Staindl aus Dillingen. Acht Bücher mit 294 Rezepten - von Mandelspeisen über Fisch, Fleisch und Gebäck bis zu Suppen, dazu ein Anhang über Wein und Essig. Es lief so gut, dass bis 1596 neun Auflagen folgten, alle in Augsburg. Damit steht es neben dem Kochbuch der Sabina Welserin (1553) und dem der Maria Stenglerin (1554): dieselbe Stadt, dasselbe Jahrzehnt, aber ein bürgerlicher Haushalt statt eines Patrizierhauses.

Mandel form macht man alſo. xxix. & Die mandel foꝛm / es ſei was woͤll / die macht ma alſo. Die mandel vberſtoß / aber ſtoß in ainem moͤrſer / den ſo nimns in ein reybſcherben / das gantz wie ain dicker taig wirt / muͦß ymer ain waſſer zuͦtroͤpffeln / reibs ſo lang biß es ſich zuͦſamen laſt palle / Solch pallen magſtu acht tag behalten/ Das erſt Buͤch. VI bhalten / zuͦ mandel ſuppen / ſo nim die ſelbige geriben man del / treibs mit waſſer ab / vnd ſeichs / mach alſo ain milch/ Aber ſo die mandel milch zuͦ ainem foꝛm wilt mache / trei⸗ be es ab mit waſſer / dariñ Hauſen plater geſotten iſt / ſtrey che es durch ain tuͦch / Man muͦß auff ain halb pfuͦd man del vier lot Hauſen pl atern nemen / Dañ ſo du es durchge ſtrichen haſt / ſo geüß das Hauſen platern waſſer inn die mandel milch / vnd ſeude lang / muͤſt vil zucker dariñ ver⸗ ſieden / man muͤß lang ſieden / So es geſotten iſt / ſo thuͤs in ain keſſel herdan / laß wol vberkuͤlen / hab ich geſehen / Dañ ſo ſibe du / das du ain model habſt / von wachs abgetruckt muͤſſen zway thail ſein / die ſalb mit mandel ol / vnnd bind die ſelbigen zwaythail mit einem Spaga zuͦſamen / kere das oberthail vnderſich / ſo muͦſt ain ſcheyben haben / ain plechine / das muͦß in der mit ain roͤrlin haben / So du nun den mandel in die ſoꝛf geüſt / ſo ſteck das roͤꝛlin in die foꝛm dz nur ſouil als Fiſchweiß geſteh / das du es indie ſcheibe ſteckeſt / es fiel ſonſt auß der ſchüſſeln vmb / So es nun ge⸗ ſtanden iſt / in dem waͤchſin model / ſo laß den Spaga auf oder hebs inn ain warm waſſer / ob es ſonſt nit gerngehn wolt / Setz dan alſo auff ain ſchüſſel / man mags vergul⸗ den / Setz in ain kuͤle ſtat / d; nit zuͦgeh / So mans auff den Tiſch will geben / ſo muͤſt ain kalte mandel milch / darf nit mit Hauſen platern werden geſotten / in die ſchüſſel / dariñ die mandel model iſt / gieſſen / das der mandel aller außge⸗ het / das iſt ain hoͤflich eſſen / haiſſen Beſchaw eſſen.
Hauſen plater

Die Hausenblase ist ein traditionelles Geliermittel, das aus der Schwimmblase des Hausens (einer Störart) gewonnen wird. Sie wurde im Mittelalter häufig für Gelees, Sülzen und zum Klären von Wein verwendet. Heute ist sie aufgrund des Artenschutzes für Störe schwer erhältlich und wird meist durch Gelatine ersetzt.

Lot

Ein Lot war eine historische Gewichtseinheit, die regional variierte. Im süddeutschen Raum entsprach ein Lot etwa 15 bis 17 Gramm.

Beſchaw eſſen

Ein Schauessen (oder Schaugericht) war im Mittelalter und der frühen Neuzeit eine Speise, die weniger zum Verzehr als zur Zierde und Repräsentation diente. Oft waren es kunstvoll geformte oder gefärbte Gerichte, die den Reichtum und die Kochkunst des Hauses demonstrierten.

Spabat

Ein Spagat ist eine dünne, reißfeste Schnur, die hier zum Zusammenbinden der zweiteiligen Wachsform verwendet wird.

Fischweiß

Die Vorlage ist an dieser Stelle schwer lesbar; die richtige Lesart ist Fischweiß. Der Begriff bezeichnet vermutlich die Hausenblase selbst oder die helle, feste Konsistenz, die sie im Gel erzeugt - abschließend gesichert ist das nicht. Die Formulierung „nur so fest wie Fischweiß“ beschreibt jedenfalls eine bewusst geringe, begrenzte Festigkeit, nicht die spätere Endfestigkeit.

hoͤflich

Höflich meint hier nicht das moderne „höflich“ im Sinn von Tischmanieren, sondern die ältere Bedeutung „höfisch, prächtig, vornehm“. Ein Schaugericht heißt „höfliches Essen“, weil es die Pracht einer höfischen Tafel nachahmt - nicht, weil es besonders manierlich gegessen würde.

vberſtoß / aber ſtoß

„Aber“ bedeutet hier nicht „oder“, sondern die ältere, süddeutsche Bedeutung „wiederum, noch einmal“. Die Mandeln werden also nicht wahlweise grob zerstoßen ODER im Mörser gestoßen, sondern nacheinander: erst grob zerstoßen, dann noch einmal im Mörser - bevor sie in der Reibschale zur feinen Paste verrieben werden.

moͤiſer

OCR-Lesefehler des Kraken-Transkripts für „mörser" (Gloning 1569 liest an dieser Stelle „Mo:erser"; das r vor s fehlt im Kraken-Transkript). Ergibt im Satz „aber stoß in ainem mörser" einen sinnvollen Anschluss; „moͤiſer" ist kein Wort. Bereits in text_modern korrekt als „Mörser" übersetzt.

Albigen

OCR-Lesefehler des Kraken-Transkripts: „die ſelbigen" wurde zu „Albigen" verschliffen (Wortanfang „die" fehlt komplett, „ſelbigen" zu „Albigen" entstellt). Gloning 1569 liest an dieser Stelle „die selbigen zwey theil". Ergibt im Satz „vnnd bind die ſelbigen zwaythail" einen sinnvollen Anschluss; „Albigen" ist kein Wort. Bereits in text_modern korrekt als „die selbigen zwei Teile" übersetzt.

Spabat

OCR-Lesefehler des Kraken-Transkripts für „Spaga" (Schnur, Vorläufer von „Spagat"; g wurde als b gelesen, dazu eine überzählige Endung -at erfunden). Gloning 1569 liest beide Vorkommen dieser Stelle als „Spaga" (ohne t). Ergibt im Satz „mit einem Spaga zusamen" bzw. „laß den Spaga auf" einen sinnvollen Anschluss; „Spabat" ist kein Wort. Bereits in text_modern korrekt (modernisiert) als „Spagat" übersetzt.

e.soberchail

OCR-Lesefehler des Kraken-Transkripts: „das oberthail" wurde zu „e.soberchail" entstellt (starke Schadensklasse, zwei Wörter zu einem Fantasietoken verschmolzen). Gloning 1569 liest an dieser Stelle „kere das obertheil vndersich"; Schreibweise „-thail" wie im selben Rezept bei „zwaythail" belegt. Ergibt im Satz „kere das oberthail vnderſich" einen sinnvollen Anschluss; „e.soberchail" ist kein Wort. Bereits in text_modern korrekt als „Kehre das Oberteil unter sich" übersetzt.

Fiſchſchweiß

OCR-Lesefehler des Kraken-Transkripts: „ſch" wurde vom vorangehenden „Fiſch" versehentlich auf „weiß" dupliziert, aus „Fiſchweiß" wurde „Fiſchſchweiß". Gloning 1569 liest an dieser Stelle „souil als Visch weiß gestehe" (Fisch-Weiß, keine „Fisch-Schweiß"). Ergibt im Satz „nur ſouil als Fiſchweiß geſteh" einen sinnvollen Anschluss; „Fiſchſchweiß" (Fisch-Schweiß) ergibt hier keinen Sinn. Bereits in text_modern korrekt als „Fischweiß" übersetzt.

mit gerngehn

OCR-Lesefehler des Kraken-Transkripts: „nit" (nicht) wurde als „mit" gelesen (typische Minuskel-Verwechslung n/m). Gloning 1569 liest an dieser Stelle „ob es ſonſt nit gern gehn wolt". Ergibt im Satz „ob es ſonſt nit gerngehn wolt" einen sinnvollen Anschluss (Warnung vor dem Fall, dass die Form NICHT leicht herausgeht); „mit gerngehn" ergibt hier keinen Sinn. Bereits in text_modern korrekt als „falls es sonst nicht gern herausgehen wollte" übersetzt.

vxiv

Verstümmelte Rezeptziffer im Kraken-Transkript: „vxiv" statt der Kapitelnummer. Gloning 1569 zählt dieses Rezept („Mandel formm macht man also") explizit als „xxix." (29) - passt zur Position std-029 im Buch. Numerale wurden nie als Mengenangabe gedeutet, nur die Kapitelnummer korrigiert.

Druck
Ein künstlichs vnd nutzlichs Kochbuch, vormahlens nie so leicht Mann vnd Frawen personen von jnen selbst zülernen ...
Teil
Das erste Buch: Mandelspeisen
Folio
Fol. 005v
Sprache
Frühneuhochdeutsch (schwäbisch/augsburgisch, Mitte 16. Jh.)
Entstehung
Augsburg (Druckort); Autor aus Dillingen, 1545

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

mandelalmond Q184357
waſſerwater Q283
Hauſen platerisinglass Q1255331
zuckerunrefined cane sugar Q57656231

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

LesartLagerung der geriebenen Mandelballen (acht Tage)

Gewählte Lesart: Der Text nennt keine Lagerbedingung. Für die historische Praxis ist ein kühler Vorrats- oder Kellerraum am wahrscheinlichsten.

Andere mögliche Lesart:

  • Für die moderne Nachbereitung empfiehlt sich eine Aufbewahrung im Kühlschrank. - Ohne kühlen Kellerraum verhindert die Kühlschranklagerung, dass die feuchte Mandelpaste über acht Tage verdirbt.

LesartKühllagerung des fertigen, gelierten Mandelmodells

Gewählte Lesart: Der Text nennt „einen kühlen Ort“, ohne genaue Temperatur- oder Zeitangabe - historisch vermutlich ein kühler Keller- oder Vorratsraum.

Andere mögliche Lesart:

  • Für die moderne Nachbereitung empfiehlt sich die Lagerung im Kühlschrank. - Ohne kühlen Keller bleibt die Hausenblase-Masse im Kühlschrank formstabil und verdirbt nicht bei Raumtemperatur.

Originalwerk (~1545) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 005v (gedruckte Blattzählung V verso), Rezept läuft bis 006r, Regensburg, Staatliche Bibliothek, 999/Philos.1921/1922; bereitgestellt durch die Bayerische Staatsbibliothek München (bsb11110687) - NoC-NC 1.0 Quelle öffnen
Transkription
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Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
LagerkücheLagerküche
Die Zubereitung erfordert präzise Formen aus Wachs, eine Blechscheibe mit Röhrchen und eine lange, kontrollierte Kühlphase, damit die Hausenblase fest wird und das Modell nicht zerläuft. Als Schaugericht (Beschauessen) war es ohnehin nie für die Zubereitung am Feuer oder am Marktstand gedacht, sondern für eine stationäre Küche.
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Stand dieser Fassung: 05.09.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.