Wildschweinskopf mit Zwiebeln und Pfeffer
Kunstbuch Von mancherley Essen, Gesotten, Gebraten, Posteten, von Hirschen, Vogelen, Wildtprat, vnd andern Schawessen, so auff Fürstlichen, vnd andern Pancketen zuzurichten gehörich · Wolfenbüttel · 1598
Den Wildschweinskopf mit Zwiebeln und Pfeffer zubereiten und warm zu Tisch geben.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Schweinßkopff | Wildschweinskopf | - | Beim Wildhändler oder Jäger vorbestellen | - |
| Zwibeln | Zwiebeln | - | - | - |
| Pfeffer | Pfeffer | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Ein Wildschweinskopf, mit Zwiebeln und Pfeffer zubereitet und warm aufgetragen. Mehr sagt der Text nicht: Er nennt weder Garflüssigkeit noch Garweise, und er sagt nicht, ob die Zwiebeln mitgaren oder über den Kopf kommen.
Das Garen. In den Nachbarrezepten derselben Reihe wird der Kopf fast immer in Wasser und Essig gar gekocht und danach oft auf dem Rost gebraten. Ob Rontzier hier dasselbe meint, bleibt offen; das Wort „machen“ steht nur allgemein für zubereiten.
Zwiebeln und Pfeffer. Pfeffer ist das Gewürz, nicht eine Pfeffersauce. Ob die Zwiebeln im Sud mitsieden oder gesondert gegart und obenauf gegeben werden, legt der Text nicht fest.
Praxis. Naheliegend ist, den Kopf wie in den Nachbarrezepten in Wasser mit etwas Essig gar zu sieden, geschnittene Zwiebeln mitzugaren und mit Pfeffer zu würzen; das ist eine Ergänzung, keine Angabe Rontziers. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; den größten Teil davon braucht das Sieden des Kopfes.
Wo bekomme ich einen Wildschweinskopf?
Beim Wildhändler oder direkt beim Jäger, am besten rechtzeitig vorbestellen, denn Köpfe liegen selten im Angebot.
Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?
Nein. Ein ganzer Wildschweinskopf ist heute kaum zu bekommen; an der Verfügbarkeit scheitert das Rezept, nicht am Feuer.
Ist mit „Pfeffer“ das Gewürz oder eine Pfeffersauce gemeint?
Das Gewürz. In älteren oberdeutschen Kochbüchern kann „Pfeffer“ auch eine gebundene, würzige Sauce bezeichnen. Bei Rontzier steht das Wort aber als Gewürz, und dieselbe Verbindung kehrt bei ihm wieder: Aale macht er „ab mit Zwibeln vnd Pfeffer“, für Gründlinge brät er „Zwibeln vnd Pfeffer in Buttern“.
Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?
Dieses Rezept stammt aus dem Kunstbuch von mancherley Essen. Kochbuch des braunschweigisch-lüneburgischen Mundkochs Frantz de Rontzier, gedruckt 1598 in Wolfenbüttel. Höfische Bankett- und Schauessen-Küche: Gesottenes, Gebratenes, Pasteten, Hirsch, Geflügel und Wildbret für fürstliche Tafeln. Rontzier konnte nicht schreiben und hat das Buch diktiert.
Normdaten der Zutaten
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| Zwibeln | onion Q3406628 |
| Pfeffer | pepper Q3143131 |
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Stand dieser Fassung: 28.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.
