Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Schlehenkonfekt, wie man Kirschkonfekt macht.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Schlehen | Schlehen | - | Wildsammlung im Herbst, Wochenmarkt | - |
Welches Gericht ist das? Kein ausgeführtes Rezept, sondern eine Verweiszeile im Kapitel „Von anderm Confect“: Schlehenkonfekt, „wie man Kirschen Confect macht“. Mengen und Schritte nennt Rumpolt an dieser Stelle nicht. Heute erinnert das Ergebnis an Früchte, die in ihrer eingedickten Brühe kalt angerichtet werden; das ist ein Vergleich, keine Herleitung.
Welches Kirschkonfekt? Ein Rezept mit dem Namen „Kirschen Confect“ steht im Buch nicht. Das einzige Kirschkonfekt des Kapitels mit ausgeführtem Verfahren ist das Weichselkonfekt der Nr. 6 (rum-1871): die Früchte mit Wasser sieden, bis die Brühe dick wird, herausnehmen, nebeneinander in eine Schüssel oder Schachtel setzen, die Brühe darübergießen und kalt werden lassen. Das Amarellenkonfekt (Nr. 7) und das Pelzkirschenkonfekt (Nr. 19) sind nur Überschriften. Dass Nr. 6 gemeint ist, ist deshalb eine Lesart, allerdings die naheliegendste.
Zucker. Weder diese Zeile noch das Weichselkonfekt nennen Zucker. Andere Nummern des Kapitels arbeiten mit Zuckersirup, etwa das Spillingkonfekt (Nr. 21, rum-1886). Ob Rumpolt die Süße voraussetzt, lässt der Text offen.
Praxis. Wer die Nummer nachkochen will, hält sich an das Weichselkonfekt: die Schlehen mit Wasser sieden, bis die Brühe dick ist, herausheben, in eine flache Schale setzen, die Brühe darübergießen und kalt werden lassen. Schlehen sind herb; wer süßen will, gibt Zucker mit ins Wasser, das ist dann eine eigene Zugabe und keine Anweisung Rumpolts.
Rumpolt gibt zu dieser Nummer nur die Zeile „Schlehen Confect/ wie man Kirschen Confect macht“. Ein Rezept mit genau diesem Namen gibt es im Buch nicht; am nächsten liegt das Weichselkonfekt der Nr. 6 (rum-1871). Dass die Schlehen genau so behandelt werden sollen, ist eine Lesart, Rumpolt sagt es nicht ausdrücklich.
Nein. Die Latwerge der Nr. 25 (rum-1890) ist ein gekochtes Mus mit Zimt, Nelken und Zucker. Hier geht es um ganze Früchte als Konfekt.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 2.000 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Die Früchte des Schwarzdorns (Prunus spinosa), kleine blaue, herbe Steinfrüchte.
Konfekt meint in diesem Kapitel („Von anderm Confect“) Obst, das in eingedickter Brühe oder Sirup gegart und kalt angerichtet wird, keine Pralinen und kein Zuckerwerk im heutigen Sinn.
Ein Rezept dieses Namens steht im Buch nicht. Am ehesten gemeint ist das Weichselkonfekt der Nr. 6 desselben Kapitels (rum-1871), das einzige ausgeführte Kirschkonfekt dort.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| Schlehen | sloe Q12059685 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
wie man Kirschen Confect macht
Gewählte Lesart: Verweis auf das Weichselkonfekt der Nr. 6 desselben Kapitels (rum-1871): die Früchte mit Wasser sieden, bis die Brühe dick wird, nebeneinander in eine Schüssel oder Schachtel setzen, die Brühe darübergießen und kalt werden lassen. Es ist das einzige Kirschkonfekt im Kapitel mit ausgeführtem Verfahren; Amarellen (Nr. 7) und Pelzkirschen (Nr. 19) stehen nur als Überschrift da.
Andere mögliche Lesarten:
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Stand dieser Fassung: 20.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.