Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897 · Wien, vermutlich Augustiner-Chorherrenstift St. Dorothea (Besitzvermerke 15. Jh. auf Bl. 1r, 15r, 28v, 54v, 91v) · 1450
Grüne Erbsen bereite man auf dieselbe Weise zu.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Grun arbais | grüne Erbsen | - | - | - |
Was ist überliefert? Dieser Einzeiler ist keine selbständige Kochanweisung. ‚Grüne Erbsen bereite man auf dieselbe Weise zu‘ verweist unmittelbar auf w1-107, das Saubohnen mit einer Brot-Gewürz-Sauce beschreibt. Die parallele B4-Handschrift fasst Bohnenrezept und Erbsenvariante in b4-103 zusammen und bestätigt diesen Zusammenhang.
Was lässt sich daraus praktisch ableiten? Für die Erbsen gilt das zuvor beschriebene Verfahren: Sie werden wie die Saubohnen zubereitet und mit der dort genannten Brot-Gewürz-Masse verbunden. W1-108 nennt dafür keine eigene Menge, Garzeit oder Reihenfolge. Ob die Masse nach dem Übergießen noch einmal gemeinsam erhitzt wird oder sich ‚gesotten‘ nur auf die Bohnen bezieht, bleibt auch im Vergleich mit B4 offen.
Lagerküche. Als Variante des Bohnengerichts ist die Zubereitung mit Topf und Mörser gut am Feuer möglich. Eine eigenständige Rohkost-, Transport- oder Ersatztechnik lässt sich aus W1-108 nicht ableiten.
Nein. Der Einzeiler verweist auf das unmittelbar vorausgehende Verfahren für Saubohnen; dieses beginnt mit dem Sieden. Die Erbsen sind also als Variante dieses warmen Gerichts gemeint, nicht als eigene Rohkostanweisung.
Ja. Für die überlieferte Variante gelten die Anforderungen des vorausgehenden Bohnengerichts: ein Topf und ein Mörser reichen aus. Der Einzeiler selbst nennt keine Mengen oder Garzeit.
Die Verweisformel überträgt die unmittelbar vorausgehende Zubereitungsweise auf grüne Erbsen. Eigenständige Mengen, Zeiten oder zusätzliche Arbeitsschritte nennt dieser Einzeiler nicht.
Dieses Rezept stammt aus dem Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897 (Mitte 15. Jh. - Teil I). CoReMA-Handschrift W1 (Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897): dreiteilige Sammelhandschrift, Teil I (Kochrezepte, Bl. 1r-53v) aus der Mitte des 15. Jh., Teil III älter (Mitte 14. Jh.). Textlicher Zwilling von B4 (Berlin, Ms. germ. qu. 1187) - beide überliefern u.a. dasselbe "grün Met"-Rezeptpaar fast wortgleich.
Die Formel steht als Variante unmittelbar nach einem Rezept für gesottene Saubohnen. Sie benennt daher keine Rohkost-Anweisung, sondern überträgt dessen Verfahren auf Erbsen. Ob ‚grun‘ hier vor allem den frischen Erntezustand oder die Farbe bezeichnet, entscheidet der Einzeiler nicht selbst.
Alte bairisch-österreichische Bezeichnung für Erbsen (vgl. Arbeis/Erbeis). Die CoReMA-Glosse verlinkt zu 'garden pea'.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Gewählte Lesart: Grüne Erbsen als Variante des unmittelbar vorausgehenden Bohnengerichts.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 15.08.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.