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Saurer Zitronensaft mit Quitten-, Pfirsich- oder Apfelsaft

Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581

RezeptKellerhandwerkEinfachKorrekturBearbeitungsstand 6/10
BuchEin new Kochbuch (~1581)

Saurer Zitronensaft mit Quitten-, Pfirsich- oder Apfelsaft.

Welches Gericht ist das? Eine Zeile aus Rumpolts kurzer Saftreihe im Kapitel „Von allerley Eyngemachten“: saurer Zitronensaft, dazu Quitten-, Pfirsich- oder Apfelsaft. Ein Verfahren, eine Hitze, ein Gerät oder eine Reihenfolge nennt die Zeile nicht.

Gemischt oder zur Auswahl? Ob die drei Fruchtsäfte zusammen oder einzeln zum Zitronensaft kommen, lässt der Text offen. Für die Praxis liest man die Zeile am einfachsten als drei Varianten: Zitronensaft mit Quittensaft, mit Pfirsichsaft oder mit Apfelsaft. Ein Mischverhältnis gibt Rumpolt nicht an.

Praxis. Wer die Zeile nachvollziehen will, mischt frisch gepressten Zitronensaft mit einem der drei Fruchtsäfte nach Geschmack. Die Nachbarnummern 11 und 13 lassen ihre Säfte sieden; hier steht davon nichts.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 2.000 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.

12. Saur Limoniensafft mit Quitten, Pfersig oder Epffelsafft.
Limoniensafft

Limonien = Zitronen; Rumpolt verwendet das Wort durchgehend für die Zitrone. „Saur“ beschreibt den Saft.

Druck
Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle
Teil
Von allerlei Eingemachtem
Sprache
Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)
Entstehung
Frankfurt am Main, 1581

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

LesartVerfahren und Verhältnis der Säfte

Gewählte Lesart: Die Zeile nennt nur die Säfte, kein Verb und kein Verhältnis; text_modern bleibt deshalb wörtlich. Rumpolts Nachbarn Nr. 11 („Zitronsafft sieden/ so nim̃ Quittensafft darvnter“) und Nr. 13 (Pomeranzensaft mit Pfirsichsaft sieden) zeigen das Muster, einen sauren Zitrussaft mit einem milderen Fruchtsaft zu sieden.

Andere mögliche Lesarten:

  • Als drei Varianten ohne Sieden lesen: Zitronensaft mit Quitten-, Pfirsich- oder Apfelsaft gemischt, Verhältnis nach Geschmack. - Moderne Praxis-Lesart; sie ergänzt nichts, was nicht dasteht.
  • Wie Nr. 11 und 13 sieden. - Nahe Serienparallele, steht in Nr. 12 aber nicht und wird deshalb nicht in den Text übernommen.

Originalwerk (~1581) gemeinfrei.

Bildquelle
Bl. CLXXXIIa, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, PPN824825497 Quelle öffnen
Transkription
Deutsches Textarchiv (DTA), Transkription Justus-Liebig-Universität Gießen 2013 Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
Permalink
https://w3id.org/fyndling/rum-1906
LagerkücheLagerküche
Nein: Rumpolt nennt nur die Säfte, keine Mengen und keine Zubereitung.
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Stand dieser Fassung: 20.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.