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Mr. Pierces vorzüglicher weißer Metheglin

The Closet of the Eminently Learned Sir Kenelme Digbie Kt. Opened: Whereby is Discovered Several ways for making of Metheglin, Sider, Cherry-Wine, &c. Together with Excellent Directions for Cookery: As also for Preserving, Conserving, Candying, &c. · London · 1669

BochetGetränkLesartViel InterpretationsspielraumAufwändigKorrekturBearbeitungsstand 7/10
Zubereitungszeitca. 90 Min. KüchenzeitBuchDas geöffnete Kabinett des Sir Kenelm Digby (~1669)

Bringe in einem Kupferkessel, der bequem drei Hogsheads fasst oder nahezu so viel, das beste Wasser zum Kochen (so voll, wie es sich gehört). Sobald es gut und hoch kocht, gib vier Handvoll Weinrosenblätter dazu, ebenso viel Augentrost, zwei Handvoll Rosmarin, ebenso viel Majoran und eine Handvoll breitblättrigen Thymian. Lass sie eine Viertelstunde kochen (er lässt sie nicht länger kochen, damit die Farbe des Metheglins hell bleibt). Dann schöpfe die Kräuter ab und schäume auch das Wasser klar.

Schöpfe das Wasser dann aus (lass es durch ein Ranch-Sieb laufen) in ein weites, offenes Gefäß oder einen großen Bottich zum Abkühlen und lass den Satz und die Trübstoffe zurück. (Er lässt Augentrost und Thymian oft weg, wenn es ihm vor allem auf den reinen Geschmack ankommt, obwohl der Augentrost ihm nur wenig schadet.) Wenn es blutwarm ist, gib den Honig dazu, etwa einen Teil auf vier Teile Wasser. Weil das die Mengen aber nicht genau bestimmt (mancher Honig macht ihn stärker als anderer), musst du sie mit der Eierprobe festlegen. Zuvor aber schöpfe und schaufle deine Mischung ausgiebig um (mindestens eine Stunde lang), damit der Honig nicht nur vollkommen gelöst, sondern auch gleichmäßig im ganzen Wasser verteilt ist.

Die Eierprobe: Nimm dann etwas davon in einen großen hölzernen Napf oder Eimer und lege eine gute Anzahl (zehn oder zwölf) frisch gelegte Eier hinein, möglichst runde. Denn lange täuschen dich beim Schwimmen, und alte, die leichter sind als frische, ragen um die Breite eines Sixpence aus der Flüssigkeit, wo frische nicht einmal um die Breite eines Groat herausragen. Deshalb nimmst du viele, um aus ihrem unterschiedlichen Herausragen einen Mittelwert zu bilden, es sei denn, du bist sicher, dass die verwendeten gerade erst gelegt und sehr rund sind. Die Regel lautet: Die Breite eines Groat (oder eher nur eines Threepence) von der Eierschale muss über der Flüssigkeit schwimmen. Diese gib dann wieder in den Kupferkessel zum Kochen.

Das Kochen: Es dauert eine Weile, bis sie kocht (vielleicht eine gute Viertelstunde), aber die ganze Zeit steigt Schaum auf, den du stets abschöpfst, sobald er aufsteigt, und bis sie kocht, sollte sie klar abgeschäumt sein. Sobald sie kocht, drehe ein Stundenglas um und lass sie eine gute Stunde gut kochen. Eine gute Viertelstunde vor Ablauf der Stunde gib ein Pfund weißen Ingwer dazu, überaus fein gestoßen und gesiebt (das trennt alle Häute und groben Teile vom Feinen). Hat er eine Viertelstunde mitgekocht und ist so die ganze Stunde Kochzeit voll, gieße die Flüssigkeit zum Abkühlen in weite, offene Bottiche.

Das Ansetzen: Wenn sie ganz kalt ist, gib einen Pottle frische Bierhefe in eine Pipe oder ein Butt, das aufrecht steht und dessen oberer Boden herausgenommen ist, und gieße einen Eimer voll von deiner kühlen Flüssigkeit aus einem der Bottiche darauf. Da sie von hoch oben mit Wucht darauf fällt, zerschlägt und zerteilt sie die Hefe in Atome und vermischt sie mit der Flüssigkeit. Gieße sofort den nächsten Eimer dazu und fahre so fort, bis die ganze Flüssigkeit darin ist. Bis dahin und auf diese Weise ist sie gleichmäßig mit der Hefe vermischt und beginnt zu gären. Schaufle und schöpfe sie dennoch eine Weile gut um, damit die Mischung vollkommener wird und die Gärung gut in Gang kommt.

Decke dann die Öffnung des Butts im Sommer nur mit einem Leintuch ab, im Winter aber mit Decken, und lass die Flüssigkeit etwa 24 Stunden oder länger gären. Das Maß dafür ist: bis die Hefe (die sich zu einer großen Haube erhoben hat) wieder ein wenig zu sinken beginnt. Dann schäume sofort die dicke Hefehaube ab, nimm aber nicht alles so peinlich genau weg, dass nicht ein wenig weißer Schaum auf der Oberfläche der Flüssigkeit bliebe. Diese schaufle und schöpfe kräftig um und mische alles bis zum Boden durch, damit sich die wenige verbliebene Hefe durch diese Bewegung aufs Neue mit dem Ganzen vermischt.

Auf die Fässer: Fülle die Flüssigkeit dann sofort in zwei Hogsheads, in denen spanischer Wein gelegen hat (achte darauf, sie ganz voll zu füllen), und lass sie dort zwei oder drei Tage gären. Das heißt: bis du siehst, dass alles Trübe ausgeworfen ist und das, was herausläuft, klar zu werden beginnt, wenn auch noch etwas weißlich oder schaumig auf der Oberseite des Stroms, der außen am Hogshead herunterläuft. (Sollte etwas mehr da sein, als zwei Hogsheads füllt, fülle es für sich in ein Rundlet.)

Nimm dann sehr festes, starkes Papier, befeuchte es auf einer Seite mit etwas von der Hefe, die herausgärt, und lege diese Seite über das Spundloch, sodass es dicht bedeckt ist. Die Hefe lässt es fest am Hogshead haften. Diese Abdeckung hält ein bis zwei Monate. Dann verschließe es fest mit einem starken Korken, der zum Loch passt und mit einem Leinentuch umwickelt ist, damit er fest hineingepresst wird. Lass aber an geeigneter Stelle weiter oben im Hogshead ein kleines Luftloch mit einem Pflock darin anbringen.

Gewürze und Reife: Nach fünf oder sechs Monaten kann es zum Anzapfen taugen. Drei Wochen oder einen Monat zuvor gib aber in jedes Hogshead eine halbe Unze Zimt und zwei Unzen Nelken, zu feinstem Pulver gestoßen (manchmal lässt er die Nelken weg). Das verleiht ihm ein höchst angenehmes Aroma, und sie sinken (wie der Ingwer) auf den Boden und stören die Flüssigkeit nie. Gibt man sie lange vorher hinein (erst recht, wenn man sie kocht), verlieren sie ihren ganzen Geschmack und ihre Geister vollständig.

Er hält sich sehr gut ein halbes Jahr lang, wenn man davon zapft. Wartest du aber ein Jahr mit dem Anzapfen und ziehst ihn dann auf Flaschen, hält er sich vorzüglich drei oder vier Jahre und wird dabei viel besser, als wenn er nach sechs Monaten angezapft wird. Er wird reiner, wenn du das Wasser zuerst für sich kochst, es dann 24 Stunden absetzen lässt, das Klare von dem erdigen Bodensatz abgießt (der beträchtlich sein wird) und deinen Honig darin löst.

Zusätze und Heilanwendung: Du kannst ihn mit Ambra oder Moschus oder beidem aromatisieren (wenn du sie magst), indem du sehr wenige Pastillen davon in einem Rundlet dieser Flüssigkeit auflöst, wenn du sie in kleine Gefäße abziehst (wie er es nach fünf oder sechs Monaten zu tun pflegt), oder mit einigen Tropfen ihres Extrakts.

Dieser Metheglin ist ein großer Balsam und Kräftiger der inneren Organe und ausgezeichnet bei Erkältungen, Husten und Auszehrung. Für Letzteres pflegt man ihn (wie Wein) zu brennen oder besser nur zu erhitzen. Dann löse das Eigelb von einem oder zwei Eiern in einem Pint davon auf, dazu etwas frische Butter, und trinke es warm am Morgen auf nüchternen Magen. So, wie er aus dem Fass oder der Flasche kommt, trinkt man ihn gewöhnlich in einem großen Zug (ohne jede Veränderung oder Beimischung), frühmorgens mit einem Toast (den man dazu isst), wenn man erst spät zu Mittag essen will. Überlege, den Metheglin auf diese Weise mit gereinigtem Regenwasser (der Tagundnachtgleiche) oder mit Tau zu machen.

Zu den Mengen: Die Handvoll Kräuter sind natürliche große Handvoll (so viel, wie du mit der Hand fassen kannst), nicht die Handvoll der Apotheker, die viel kleiner ist. Bringt ein Pottle Hefe ihn nicht genug nach deinem Sinn zum Gären, kannst du ein wenig mehr hineingeben. Das müssen Urteil und Erfahrung regeln.

Schwachen Met kannst du auf dieselbe Weise machen, nur mit der Hälfte der Honigmenge oder weniger. Dann musst du ihn aber nach drei Wochen oder einem Monat im Fass auf Flaschen ziehen.

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
the best water Wasser, das beste - - -
four handfuls of Sweet-bryar-leaves Weinrosenblätter 4 Handvoll Wald oder Garten -
as much of Eye-bright Augentrost 4 Handvoll Online-Gewürzhandel -
two handfuls of Rosemary Rosmarin 2 Handvoll - -
as much of Sweet-Marjoram Majoran 2 Handvoll - -
one of Broad-thyme breitblättriger Thymian 1 Handvoll - Gewöhnlicher Thymian
the honey to it, about one part, to four of water Honig, etwa 1 Teil auf 4 Teile Wasser, nach Eierprobe - - -
(ten or twelve) New-laid-eggs zehn oder zwölf frische Eier für die Eierprobe - - -
a pound of White-Ginger weißer Ingwer 1 Pfund gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel Ingwerpulver
a pottle of New-ale-barm frische Bierhefe 1 Pottle Brauerei oder Hobbybrauer-Bedarf -
half an ounce of Cinnamon Zimt je Hogshead ½ Unze - -
two ounces of Cloves Nelken je Hogshead (kann entfallen) 2 Unzen - -

Was ist das? Ein heller Metheglin in Fassgröße, also ein Met mit Kräutern und Gewürzen. Digby berichtet Mr. Pierces Verfahren in der dritten Person, mit dessen Gewohnheiten und Abweichungen. Das „white“ der Überschrift erklärt der Text über die Farbe: Die Kräuter kochen nur kurz, damit sie hell bleibt.

Honig und Eierprobe. Das Verhältnis von einem Teil auf vier ist nur der Ausgangspunkt, ob nach Maß oder Gewicht, sagt der Text nicht. Maßgeblich ist die Probe: Weil Länge und Alter der Eier das Ergebnis verfälschen, nimmt er viele und bildet einen Mittelwert. Als Maß gilt die Breite eines Groat oder eher eines Threepence, und beim Verweis in Digbys nächstem Rezept steht für diesen Met nur noch der Threepence. Was zu tun ist, wenn die Probe danebenliegt, steht nicht da, ebenso wenig, wie die gute Stunde Kochen nach der Probe in die Rechnung eingeht. Dass die Eier vor dem Zurückgießen herauskommen, setzt er stillschweigend voraus.

Hefe in die kalte Flüssigkeit. Die Hefe liegt im aufrecht stehenden, oben offenen Fass, die ganz kalte Flüssigkeit fällt eimerweise von oben darauf und zerteilt sie. Das Abschäumen nach dem Steigen und Sinken der Hefehaube folgt einem sichtbaren Zeichen, nicht der Uhr. Die Menge von einem Pottle überlässt der Text ausdrücklich dem Urteil.

Fass und Verschluss. Die Hogsheads sind randvoll, damit Trübes mit dem Schaum herauslaufen kann, und das Ende dieser Phase erkennt man am klarer werdenden Ablauf. Der Papierdeckel haftet mit Hefe, später folgen Korken und ein Luftloch mit Pflock. Wozu der Pflock dient, sagt er nicht. Heute gilt: Ein noch gärendes Fass darf nicht gasdicht verschlossen sein.

Späte Gewürze. Zimt und Nelken kommen erst kurz vor dem Anzapfen hinein, die Begründung gibt der Text selbst: Sie verlieren sonst Geschmack und Geister.

Schwacher Met auf Flaschen. Den schwachen Met mit halber Honigmenge zieht Digby schon nach drei Wochen oder einem Monat im Fass auf Flaschen. Gärt er dann noch nach, kann die Kohlensäure dieser Flaschengärung nicht entweichen und bleibt im Met.

Für Metmacher: die Zahlen

Modellrechnung mit Literaturwerten für Honig (Dichte, Zuckergehalt), keine Messung an einem angesetzten Met.

LesartZuckerSG (OG)°Oe°BrixAlkohol bis trocken
Etwa 1 Teil Honig auf 4 Teile Wasser nach Raummaß, gut eine Stunde gekocht247-381 g/l1,096-1,14796-14722,8-33,714,7-22,6 %
Etwa 1 Teil Honig auf 4 Teile Wasser nach Gewicht, gut eine Stunde gekocht190-280 g/l1,073-1,10873-10817,8-25,511,3-16,6 %
Schwacher Met mit halber Honigmenge (1 : 8 nach Raummaß)138-212 g/l1,053-1,08253-8213,1-19,78,2-12,6 %

„Alkohol bis trocken“ gilt, wenn aller Zucker vergärt. Liegt der Wert über dem, was die Hefe verträgt, hört die Gärung früher auf, und der Met bleibt süß.

Annahmen: Digby gibt nur „about one part, to four of water“ an und sagt nicht, ob nach Maß oder nach Gewicht; beide Lesarten sind gerechnet. Weil das Verhältnis in Teilen steht, spielt die Größe eines Hohlmaßes keine Rolle. Den Ausschlag gibt bei ihm die Eierprobe, die das Verhältnis je nach Honig verschiebt; diese Korrektur ist nicht eingerechnet. Das Einkochen beziffert Digby nicht (eine gute Viertelstunde bis zum Kochen, dann eine gute Stunde); die Rechnung setzt deshalb einen Einkochverlust von 15-40 % an, der die Spannen erzeugt. Beim schwachen Met steht „half the proportion of honey or less“, die Zeile gibt also die Obergrenze. Nicht eingerechnet sind Kräuter, Ingwer, Zimt, Nelken, Bierhefe, Ambra und Moschus.

Praxis. Die Zeitangabe zählt nur die Zeiten am Feuer, die der Text nennt: die Viertelstunde mit den Kräutern, die gute Viertelstunde bis zum Kochen und die gute Stunde danach. Die Heilaussagen stehen hier als Aussagen ihrer Zeit, nicht als Gesundheitsrat. Der Trunk gegen Auszehrung enthält rohes Eigelb, das nur erwärmt wird. Heutiger Hinweis, nicht bei Digby: Wer den schwachen Met nach drei Wochen oder einem Monat abfüllt, füllt Met, der noch nachgären kann. Die Flaschengärung baut Druck auf, und gewöhnliche Flaschen können dabei platzen. Man nimmt druckfeste Flaschen (Bügel- oder Sektflaschen), lagert sie kühl und öffnet sie vorsichtig.

Wie lange dauert es, bis dieser Met fertig ist?

Digby nennt eine Gärung im Butt von etwa 24 Stunden oder länger, dann zwei oder drei Tage im Hogshead. Danach kann er nach fünf oder sechs Monaten angezapft werden. Lässt man ihn ein Jahr liegen und zieht ihn dann auf Flaschen, hält er sich drei oder vier Jahre.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche geeignet?

Nein. Gärung und Lagerung über Tage bis Monate sind im Lager nicht verlässlich zu führen, und der Ansatz ist auf einen Kupferkessel für drei Hogsheads ausgelegt.

Was ist die Eierprobe?

Zehn oder zwölf frische, möglichst runde Eier kommen in eine Probe der Honig-Wasser-Mischung. Ragt die Breite eines Groat (oder eher nur eines Threepence) von der Schale heraus, stimmt die Stärke. Die Probe entscheidet also, nicht das Verhältnis von eins zu vier.

Was meint Digby mit einer Handvoll Kräuter?

Er meint ausdrücklich große, natürliche Handvoll, so viel man in der Hand fassen kann, nicht die kleinere Apothekerhandvoll.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus „Das geöffnete Kabinett des Sir Kenelm Digby“ (London). Posthum 1669 gedruckte Rezeptsammlung von Sir Kenelm Digby: zuerst rund hundert Met- und Metheglin-Rezepte, dazu Ale, Cider und Fruchtweine, danach Speisen, Eingemachtes und Konfekt. Viele Rezepte nennen, von wem Digby sie hat.

MR. PIERCE'S EXCELLENT WHITE METHEGLIN In a Copper, that holdeth conveniently three hogsheads, or near so much, boil the best water, (as full as is fitting). As soon as it boileth well and high, put to it four handfuls of Sweet-bryar-leaves, as much of Eye-bright: two handfuls of Rosemary, as much of Sweet-Marjoram, and one of Broad-thyme. Let them boil a quarter of an hour (He letteth them boil no longer, to preserve the colour of the Metheglin pale) then scum away the herbs, scuming also the water clear. Then lade out the water, (letting it run through a Ranch-Sieve) into a wide open vessel, or large Vat to cool, leaving the settlement and dregs. (He often leaves out the Eye-bright and Thyme, when he provideth chiefly for the pure tast; though the Eye-bright hurts it but little.) When it is blood-warm, put the honey to it, about one part, to four of water; but because this doth not determine the proportions exactly (for some honey will make it stronger then other) you must do that by bearing up an Egge. But first, lave and scoop your mixture exceedingly, (at least an hour) that the honey be not onely perfectly dissolved, but uniformly mixed throughout the water. Then take out some of it in a great Woodden bowl or pail, and put a good number, (ten or twelve) New-laid-eggs into it, and as round ones as may be; For long ones will deceive you in the swiming; and stale ones, being lighter then new, will emerge out of the Liquor, the breadth of a sixpence, when new ones will not a groats-breadth. Therefore you take many, that you make a medium of their several emergings; unless you be certain, that they which you use, are immediately then laid and very round. The rule is, that a Groats-breadth (or rather but a threepence) of the Egg-shel must Swim above the Liquor; which then put again into your Copper to boil. It will be some while, before it boil, (peradventure a goodquarter of an hour) but all that while scum will rise, which skim away still as it riseth; and it should be clear scummed by then it boileth: which as soon as it doth, turn up an hour Glass, and let it boil well a good hour. A good quarter before the hour is out, put to it a pound of White-Ginger beaten exceedingly small and searsed (which will sever all the skins and course parts from the fine) which having boiled a quarter of an hour, so to make up the whole hour of boiling, pour out the Liquor into wide open Vats to cool. When it is quite cold, put a pottle of New-ale-barm into a Pipe or Butt, standing endwise with his head out, and pour upon it a Pail-full of your cool Liquor out of one of the Vats; which falling from high upon it with force, will break and dissipate the barm into atoms, and mix it with the Liquor. Pour immediately another pail-ful to that, continuing to do so, till all the Liquor be in. Which by this time and this course will be uniformly mixed with the barm, and begin to work. Yet scoop and lade it well a while, to make the mixtion more perfect, and set the working well on foot. Then cover your But-head with a sheet onely in Summer, but blankets in Winter; and let your Liquor work about 24 hours or more. The measure of that is, till the barm (which is raised to a great head) beginneth a little to fall. Then presently scum of the thick head of the barm, but take not all away so scrupulously, but that there may remain a little white froth upon the face of the Liquor. Which scoop and lade strongly, mingling all to the bottom, that this little remaining barm may by this agitation be mixed a new with the whole. Then immediately Tun this Liquor into two hogsheads that have served for Spanish-wine (be sure to fill them quite full) and there let it work two or three days; that is to say, till you see that all the feculent substance is wrought out, and that what runneth out, beginneth to be clear, though a little whitish or frothy on the upperside of the stream that runs down along the outside of the hogshead. (If there should be a little more then to fill two hogsheads, put it in a Rundlet by it self.) Then take some very strong firm Paper, and wet it on one side with some of the barm that works out, and lay that side over the bung to cover it close. The barm will make it stick fast to the hogshead. This covering will serve for a moneth or two. Then stop it close with strong Cork fitted to the hole, with a linnen about it, to press it fast in: But let a little vent with a peg in it be made in hogshead, in some fit place above. This may be fit to broach in five or six moneths; but three weeks or a moneth before you do so, put into each hogshead half an ounce of Cinnamon; and two ounces of Cloves beaten into most subtile powder. (Sometimes he leaves out the Cloves) which will give it a most pleasant flavor; and they (as the Ginger did) sink down to the bottome and never trouble the Liquor. If they be put in long before (much more if they be boiled) they loose all their taste and Spirits entirely. This will last very well half a year drawing. But if you stay broaching it a year, and then draw it into bottles, it will keep admirable good three or four years, growing to be much better, then when broached at six months end. It will be purer, if you first boil the water by it self, then let it settle 24 hours; and pour the clear from the earthy sediment, which will be great, and dissolve your honey in that. You may Aromatise it with Ambergreece or Musk, or both (if you like them) by dissolving a very few Pastils in a Runlet of this Liquor, when you draw it into little vessels, (as He useth to do after five or six moneths) or with a few drops of the Extract of them. This Metheglin is a great Balsom and strengthener of the Viscera; is excellent in colds and coughs and consumptions. For which last they use to burn it (like wine) or rather onely heat it. Then dissolve the yolk of an Egge or two in a Pint of it, and some fresh Butter, and drink it warm in the morning fasting. As it comes from the Barrel or Bottle, it is used to be drunk a large draught (without any alteration or admixtion, with a toste early in the morning (eating the toste) when they intend to dine late. Consider of making Metheglin thus with purified rain water (of the Æquinoxe) or Dew. The handfuls of Herbs, are natural large handfuls (as much as you can take up in your hand) not Apothecaries handfuls, which are much less. If a pottle of Barm do not make it work enough to your mind, you may put in a little more. Discretion and Experience must regulate that. You may make small Meathe the same way, putting but half the proportion of honey or less. But then after three weeks or a months barrelling, you must bottle it.
Hogshead

Großes Fass. Digby nennt hier keine Größe. Das Rundlet ist ein kleineres Fass.

Pipe, Butt

Große Fässer, hier groß genug für den ganzen Ansatz. Ludwigs Wörterbuch von 1706 erklärt „butt“ als langes Fass, Weinfass.

Groat

Englische Silbermünze zu vier Pence. Die Eierprobe gibt die Größe des herausragenden Eistücks nur über Münzen an, Millimeter nennt Digby nicht.

Threepence, Sixpence

Silbermünzen zu drei und zu sechs Pence. Der Threepence ist kleiner als der Groat, der Sixpence größer.

Pottle

Englisches Flüssigkeitsmaß von zwei Quarts.

Augentrost

„Eye-bright“, bei Ludwig 1706 „Augentrost“, bei Phillips euphrasia.

Pastillen

„Pastils“ erklärt Ludwig 1706 als süßen Teig aus unterschiedlichen Stoffen. Hier sind es Pastillen mit Ambra oder Moschus.

Druck
The Closet of the Eminently Learned Sir Kenelme Digbie Kt. Opened: Whereby is Discovered Several ways for making of Metheglin, Sider, Cherry-Wine, &c. Together with Excellent Directions for Cookery: As also for Preserving, Conserving, Candying, &c.
Teil
Met und Metheglin
Sprache
Frühneuenglisch (London 1669, Restaurationszeit), Rezeptsammlung des Naturphilosophen Sir Kenelm Digby (1603-1665) mit vielen namentlich genannten Gewährsleuten aus England und vom Festland (Lüttich, Antwerpen); Maße nach englischem Weinmaß (Gallon, Pottle, Quart)
Entstehung
London, 1669

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

the best waterwater Q283
two handfuls of Rosemaryrosemary Q122679
as much of Sweet-Marjorammarjoram Q22694
the honey to it, about one part, to four of waterhoney Q10987

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

LesartRanch-Sieve

Gewählte Lesart: Als „Ranch-Sieb“ stehen gelassen: ein Sieb, dessen Art unklar bleibt. Das Glossar der Ausgabe 1910 sagt nur „perhaps a sieve mounted on a stand“.

Andere mögliche Lesart:

  • Grobes Sieb - Passt zur Arbeit, ist aber nicht belegt.

Lesartburn it (like wine)

Gewählte Lesart: „brennen“ wörtlich wiedergegeben. Der Vergleich mit Wein und der Zusatz „or rather onely heat it“ zeigen starkes Erhitzen an, wie genau es gemeint ist, sagt der Text nicht.

Andere mögliche Lesart:

  • Destillieren - Unwahrscheinlich: Danach folgt Eigelb im warmen Getränk, und „nur erhitzen“ gilt als gleichwertiger Ersatz.

Lesartone part, to four of water

Gewählte Lesart: Offen übersetzt: Digby sagt nicht, ob der Teil nach Maß oder Gewicht gilt, und entscheidet ohnehin über die Eierprobe.

Andere mögliche Lesart:

  • Nach Gewicht wiegen - Heutiger Weg; im Text steht es nicht.

Originalwerk (~1669) gemeinfrei.

Bildquelle
S. 50, The Closet of the Eminently Learned Sir Kenelme Digbie Kt. Opened (London 1669), Mikrofilm der Reihe Early English Books 1641-1700 via archive.org
Transkription
Project Gutenberg #16441, nach der Ausgabe von Anne Macdonell (London: Philip Lee Warner 1910) Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
Permalink
https://w3id.org/fyndling/dig-038
LagerkücheLagerküche
Ein Gärgetränk: etwa 24 Stunden oder länger im Butt, zwei oder drei Tage im Hogshead, dann fünf oder sechs Monate bis zum Anzapfen. Gärung und Lagerung über Tage bis Monate sind im Lager nicht verlässlich zu führen.
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Stand dieser Fassung: 31.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.