Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Nimm Rettich und schneide ihn klein, breit und dünn. Überbrühe ihn in Wasser und kühle ihn ab. Mache ihn an mit Öl, Essig und Salz. Du kannst ihn mit Zucker bestreuen oder es lassen.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Rettich | Rettich | - | - | - |
| Wasser | Wasser | - | - | - |
| Oel | Öl | - | - | - |
| Essig | Essig | - | - | - |
| Saltz | Salz | - | - | - |
| Zucker | Zucker | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Ein kalter Rettichsalat: Der Rettich wird in breite, dünne Scheiben geschnitten, kurz in Wasser gequellt, ausgekühlt und mit Öl, Essig und Salz angemacht. Zucker zum Bestreuen stellt Rumpolt frei. Die folgende Nummer im selben Kapitel (rum-1552) bringt den Rettich roh, klein oder würfelig geschnitten.
Quellen. Gemeint ist kurzes Überbrühen oder Abkochen in heißem Wasser, nicht kaltes Einweichen. So gebraucht Rumpolt das Wort im ganzen Salatkapitel, etwa „in gesottenem Wasser gequellt“ beim Kopfsalat, und das anschließende Auskühlen setzt Hitze voraus. Wie lange gequellt wird, sagt der Text nicht.
Praxis. Den Rettich schälen und in breite, dünne Scheiben schneiden. In kochendem Wasser kurz überbrühen, wenige Minuten, sodass er Biss behält, dann abgießen und abkühlen lassen. Mit Öl, Essig und Salz anmachen und nach Belieben mit etwas Zucker bestreuen. Weißer Rettich (Radi) oder schwarzer Winterrettich eignen sich gleichermaßen. Die Zeitangabe von etwa 15 Minuten ist eine Schätzung, der Text nennt keine.
Quellen heißt bei Rumpolt, etwas kurz in heißem Wasser zu überbrühen oder abzukochen. Danach wird der Rettich ausgekühlt und angemacht. Eine Dauer nennt der Text nicht.
Eingeschränkt. Öl, Essig und Salz sind Vorrat, der frische Rettich sollte bis zur Zubereitung kühl liegen. Zum Überbrühen reichen Topf, Messer und Schüssel.
Ja. Rumpolt schreibt ausdrücklich, man könne den Salat mit Zucker bestreuen „oder lassen“.
Hier wird der Rettich überbrüht und darf gezuckert werden. In der nächsten Nummer (rum-1552) bleibt er roh und wird klein, dünn oder würfelig geschnitten mit Essig, Öl und Salz angemacht.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 2.000 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Imperativ von quellen: in Wasser kurz überbrühen oder abkochen, nicht einweichen. So durchgehend in Rumpolts Salatkapitel, etwa „in gesottenem Wasser gequellt“ beim Kopfsalat.
„kühle ihn aus“: abkühlen lassen.
mögen heißt hier „können“: Der Zucker ist freigestellt.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| Rettich | radish Q33669098 |
| Wasser | water Q283 |
| Oel | cooking oil Q427457 |
| Essig | vinegar Q41354 |
| Saltz | table salt Q11254 |
| Zucker | unrefined cane sugar Q57656231 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
quell jhn in Wasser
Gewählte Lesart: Kurz in heißem Wasser überbrühen oder abkochen. Rumpolt gebraucht quellen im ganzen Buch so („in gesottenem Wasser gequellt“, „quell wol, doch daß du es nicht versiedest“), und das folgende „kuͤl jn auß“ setzt Hitze voraus. Die Dauer nennt der Text nicht.
Andere mögliche Lesarten:
Rettich
Gewählte Lesart: Rettich (Raphanus sativus) ohne Sortenangabe; Rumpolt sagt nur „Rettich“.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 18.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.