Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Nimm eine Krautsuppe und lass sie aufsieden. Gib Baumöl hinein und lass sie damit aufsieden. Ist sie zu wenig gesalzen, so salze sie besser. So nennt man sie eine Ölsuppe.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Krautsuppen | Krautsuppe | - | - | - |
| Baumoͤl | Baumöl | - | Supermarkt | - |
| saltz | Salz | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Eine Kurzformel aus Rumpolts Suppenkapitel: Eine fertige Krautsuppe wird aufgekocht, mit Baumöl versetzt, noch einmal aufgekocht und bei Bedarf nachgesalzen. Rumpolt nennt das Ergebnis selbst „Ölsuppe“. Die Krautsuppe setzt er als bekannt voraus. Ausgeführt steht sie in Nr. 5 desselben Kapitels: Dort wird Kraut als Suppe angesetzt und mit ganzem Pfeffer und ganzer Muskatblüte gesotten. Nr. 49 macht dasselbe mit Butter statt Öl.
Baumöl. Gemeint ist Olivenöl, wie überall im Buch. Das Öl bringt Fett und Geschmack in die Suppe. Das zweite Aufsieden „darmit“ heißt nur, dass das Öl mit der Suppe zusammen heiß wird. Eine Menge nennt Rumpolt nicht.
Welche Krautsuppe? Der Text legt die Basis nicht fest. Am nächsten liegt die Krautsuppe aus Nr. 5; ob frisches Kraut oder Sauerkraut, bleibt offen.
Praxis. Die Krautsuppe zuerst kochen. Dann aufkochen lassen, Olivenöl hineingeben, noch einmal aufkochen, abschmecken und nachsalzen. Ein Topf oder Kessel über dem Feuer genügt.
Ja. Das Rezept setzt eine fertige Krautsuppe voraus, wie sie Rumpolt in Nr. 5 desselben Kapitels beschreibt, und übernimmt deren Einstufung. Hinzu kommen nur Olivenöl und Salz, beides Vorrat. Schnell fertig ist die Ölsuppe nur, wenn die Krautsuppe schon gekocht ist.
Olivenöl, das Öl vom Ölbaum. So verzeichnet es das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch, und so gebraucht Rumpolt das Wort im ganzen Buch. Das Deutsche Wörterbuch kennt das Wort vereinzelt auch für Öl anderer Baumfrüchte; bei Rumpolt spricht nichts dafür.
Rumpolt gibt den Namen am Schluss selbst: „Also nennet mans ein Oelsuppen.“ Das Öl unterscheidet sie von der Krautsuppe, die er in Nr. 49 mit Butter schmälzt.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 2.000 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Rumpolts Wort für die Suppe aus gesottenem Kraut, also Kohl. Ausgeführt steht sie in Nr. 5 dieses Kapitels; hier wird sie als fertig vorausgesetzt.
Öl vom Ölbaum, also Olivenöl. Im Text bleibt das Wort „Baumöl“ stehen, wie im ganzen Buch.
„besser“, hier im Sinn von: mehr, kräftiger.
Rumpolts eigener Name für das Gericht: Ölsuppe.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| saltz | table salt Q11254 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Baumoͤl
Gewählte Lesart: Olivenöl: Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch und das Deutsche Wörterbuch führen Baumöl als Olivenöl, und Rumpolt gebraucht das Wort im ganzen Buch so.
Andere mögliche Lesart:
Krautsuppen
Gewählte Lesart: Eine fertige Kohlsuppe, am nächsten die in Nr. 5 desselben Kapitels ausgeführte Krautsuppe (Kraut mit ganzem Pfeffer und Muskatblüte gesotten).
Andere mögliche Lesarten:
thu Baumoͤl darein
Gewählte Lesart: Rumpolt nennt keine Menge Öl.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 19.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.