Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Pfirsichkern-Konfekt, wie man das Mandelkonfekt macht.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
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| Pfersig Kern | Pfirsichkerne | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Kein ausgeführtes Rezept, sondern eine Verweiszeile im Kapitel „Von anderm Confect“: Pfirsichkern-Konfekt, „wie man die Mandel Confect macht“. Mengen und Schritte nennt Rumpolt an dieser Stelle nicht. Gemeint ist das Verfahren der Nummer 13 desselben Kapitels, des Mandel-Rosinen-Konfekts auf Oblaten (rum-1878), mit Pfirsichkernen an der Stelle der Mandeln.
Welcher Kern? Der Samen im Inneren des harten Pfirsichsteins, nicht der Stein selbst. Nur der Samen lässt sich wie eine Mandel einweichen und schneiden.
Was geht aus Nummer 13 mit? Dort werden weiße, in kaltem Wasser eingeweichte Mandeln fein, länglich und dünn geschnitten, mit kleinen gewaschenen Rosinen in dick eingekochtem Sirup gesotten und auf runde, ausgestochene Oblaten gesetzt, wo die Masse kalt wird. Ob bei den Pfirsichkernen auch die Rosinen und die Oblate dazugehören, sagt diese Zeile nicht; die Zirbelnuss-Nummer gleich daneben (rum-1879) nennt die Oblate ausdrücklich, diese hier nicht.
Praxis. Wer die Nummer nachkochen will, hält sich an Nummer 13: die Pfirsichkerne einweichen, in feine Stifte schneiden, in dick eingekochtem Sirup sieden lassen und portionsweise auf Oblaten kalt werden lassen. Das ist eine Übertragung, keine Anweisung Rumpolts für diese Nummer. Pfirsichkerne enthalten wie Bittermandeln Amygdalin; wer sie nachmachen will, sollte sich vorher über verträgliche Mengen informieren.
Rumpolt gibt zu dieser Nummer nur die Zeile „Pfersig Kern Confect/ wie man die Mandel Confect macht“. Das Verfahren steht bei Nr. 13 desselben Kapitels, dem Mandel-Rosinen-Konfekt auf Oblaten (rum-1878). Ob Rosinen und Oblate auch hier dazugehören, sagt die Zeile nicht.
Nein. Das Pfirsichkonfekt der Nr. 2 (rum-1867) ist die in Sirup gegarte Frucht. Hier geht es um die Samen aus dem Pfirsichstein, die wie Mandeln behandelt werden.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 2.000 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
„Pfersig“ ist der Pfirsich, in der älteren Form, die Rumpolt durchgehend verwendet. „Kern“ meint den Samen im Inneren des Pfirsichsteins, nicht das Fruchtfleisch und nicht den Stein.
Verweis auf Nr. 13 desselben Kapitels (rum-1878): Mandelstifte und kleine Rosinen, in dick eingekochtem Sirup gesotten und auf runde Oblaten gesetzt. Nur diese Nummer führt im Kapitel das Verfahren aus.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Gewählte Lesart: Der Samen im Pfirsichstein. Der Verweis auf das Mandelkonfekt verlangt einen Kern, der sich wie eine Mandel einweichen und schneiden lässt; so liest das Buch „Pfersig Kern“ auch beim überzogenen Konfekt (rum-1851).
Andere mögliche Lesart:
wie man die Mandel Confect macht
Gewählte Lesart: Verweis auf Nr. 13 desselben Kapitels, das Mandel-Rosinen-Konfekt auf Oblaten (rum-1878): Kerne einweichen, fein länglich schneiden, in dick eingekochtem Sirup sieden, auf ausgestochene Oblaten setzen und kalt werden lassen. Nr. 13 ist das einzige Mandelkonfekt im Kapitel; die Nachbarnummer 14 (rum-1879) verweist mit derselben Formel und dem Zusatz „auff ein Oblat“ auf dasselbe Ziel.
Andere mögliche Lesarten:
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Stand dieser Fassung: 20.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.