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Pfirsichkonfekt

Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581

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BuchEin new Kochbuch (~1581)

Pfirsichkonfekt mach, wie zuvor vermeldet ist.

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Pfersig Pfirsiche - Supermarkt, Wochenmarkt -

Welches Gericht ist das? Kein ausgeführtes Rezept, sondern eine Verweiszeile im Kapitel „Von anderm Confect“: Pfirsichkonfekt, „wie zuvor vermeldt ist“. Mengen, Zutaten außer dem Pfirsich und Schritte nennt Rumpolt an dieser Stelle nicht. Heute erinnert das Ergebnis an in Sirup pochierte Pfirsiche oder ein Pfirsichkompott; das ist ein Vergleich, keine Herleitung.

Worauf verweist „zuvor vermeldt“? Im selben Kapitel geht nur Nummer 1 voraus, die gezuckerten Äpfel mit Sirup (rum-1866). Dort werden Wasser und Zucker aufgekocht, die Früchte darin weich gesotten und herausgenommen, der Sirup wird eingekocht, die Früchte kommen noch einmal kurz hinein, dann wird alles in der Schüssel mit dem Sirup übergossen und kalt gestellt. Rumpolt nennt die Nummer nicht; die Zuordnung ist eine Lesart, allerdings die einzige, die das Kapitel hergibt.

Ganz, halbiert oder geschält? Darüber sagt die Zeile nichts. Nummer 1 lässt beim Apfel beides zu, Schnitze oder ganze Früchte.

Praxis. Wer die Nummer nachkochen will, hält sich an Nummer 1: Zucker in Wasser aufkochen, die Pfirsiche darin weich ziehen lassen, herausheben, den Sirup einkochen, die Früchte kurz zurückgeben und mit dem Sirup kalt anrichten. Pfirsiche sind weicher als Äpfel und brauchen deutlich kürzer. Das ist eine Übertragung, keine Anweisung Rumpolts für diese Nummer.

Warum gibt es hier kein eigenes Rezept?

Rumpolt gibt zu dieser Nummer nur den Verweis „mach wie zuvor vermeldt ist“. Das Verfahren steht bei Nummer 1 des Kapitels, den gezuckerten Äpfeln mit Sirup (rum-1866). Dass die Pfirsiche genau so behandelt werden sollen, ist eine naheliegende Lesart, Rumpolt sagt es nicht ausdrücklich.

Was heißt hier „Konfekt“?

In diesem Kapitel meint Konfekt in Zuckersirup gegartes Obst, das kalt mit dem eingekochten Sirup angerichtet wird. Mit Pralinen oder Zuckerwerk hat es nichts zu tun.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 2.000 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.

2. Pfersig Confect mach wie zuvor vermeldt ist.
Pfersig

Pfirsich. Ältere Schreibform des Wortes, die Rumpolt durchgehend verwendet, etwa auch bei der Pfirsichtorte und dem Pfirsichmus.

Confect

Konfekt meint in diesem Kapitel („Von anderm Confect“) gezuckertes Obst, das in Zuckersirup gegart und mit dem eingekochten Sirup kalt angerichtet wird, keine Pralinen und kein Zuckerwerk. Nur das „kleine vberzogene Confect“, mit dem Nummer 1 bestreut wird, ist Zuckerware im heutigen Sinn.

wie zuvor vermeldt ist

„wie oben beschrieben“. Rumpolt nennt die Stelle nicht. Im selben Kapitel geht nur Nummer 1 voraus, die gezuckerten Äpfel mit Sirup (rum-1866); sie ist am ehesten gemeint.

Druck
Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle
Teil
Von anderem Konfekt
Sprache
Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)
Entstehung
Frankfurt am Main, 1581

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

Pfersigpeach Q13411121

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

Lesartwie zuvor vermeldt ist

Gewählte Lesart: Verweis auf Nummer 1 desselben Kapitels (rum-1866): Früchte in aufgekochtem Zuckerwasser weich sieden, herausnehmen, den Sirup einkochen, die Früchte kurz zurückgeben und mit dem Sirup kalt anrichten. Nummer 1 ist das einzige vorangehende Rezept im Kapitel „Von anderm Confect“ mit ausgeführtem Verfahren; Rumpolt nennt die Nummer allerdings nicht.

Andere mögliche Lesarten:

  • Allgemein irgendein vorheriges Konfekt-Rezept, also das Kapitel als Ganzes - Die Formel „zuvor vermeldt“ nennt kein Ziel. Da im Kapitel vorher nur Nummer 1 ein Verfahren hat, läuft diese Lesart praktisch auf dasselbe hinaus.
  • Das Überziehen mit Zucker aus dem vorangehenden Kapitel „Von allerley Zucker Confect auß der Apotecken“ - Dort steht für den Pfirsich ausdrücklich nur der Kern („Pfersig Kern vberzogen“, rum-1851), nicht die Frucht. Für das Fruchtfleisch ist das Garen im Sirup die näherliegende Lesart.

Originalwerk (~1581) gemeinfrei.

Bildquelle
Bl. CLXXIXb, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, PPN824825497 Quelle öffnen
Transkription
Deutsches Textarchiv (DTA), Transkription Justus-Liebig-Universität Gießen 2013 Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
Permalink
https://w3id.org/fyndling/rum-1867
LagerkücheLagerküche
Verweisrezept, die Zubereitung steht bei den gezuckerten Äpfeln mit Sirup (rum-1866) und wird von dort übernommen: Pfirsiche, Wasser und Zucker, ein Topf am Feuer, kein frisches Fleisch oder Fisch. Frische Pfirsiche gibt es nur im Sommer, und sie sind druckempfindlich; der fertige Sirup muss vor dem Anrichten erkalten.
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Stand dieser Fassung: 19.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.