Mr. Webbes Met des Königs
The Closet of the Eminently Learned Sir Kenelme Digbie Kt. Opened: Whereby is Discovered Several ways for making of Metheglin, Sider, Cherry-Wine, &c. Together with Excellent Directions for Cookery: As also for Preserving, Conserving, Candying, &c. · London · 1669
Das Rezept nach Mr. Webbe: Master Webbe, der den Met des Königs macht, geht so vor: Nimm so viel Wasser aus dem Hyde Park, wie für ein Hogshead Met nötig ist. Koche darin etwa zwei Unzen des besten Hopfens ungefähr eine halbe Stunde lang. Bis dahin hat das Wasser die Kraft des Hopfens ausgezogen. Schäume den Hopfen dann sauber ab, dazu allen Schaum und alles, was sonst auf dem Wasser aufsteigt.
Löse darin warm etwa einen Teil Honig auf sechs Teile Wasser auf. Schöpfe und schlage es, bis der ganze Honig vollkommen aufgelöst ist. Dann koche es, zunächst sanft beginnend, bis aller Schaum aufgestiegen und abgeschäumt ist. Insgesamt muss es etwa zwei Stunden kochen.
Eine halbe Stunde, bevor du das Kochen beendest, gib hinein: einige Rosmarinspitzen, Thymian, Majoran und einen Zweig Minze, zusammen etwa eine halbe Handvoll, dazu ebenso viele Blätter der Weinrose wie von all diesen zusammen. Das sind insgesamt etwa eine Handvoll Kräuter. Dazu kommen zwei Unzen Ingwer in Scheiben und eine Unze zerstoßener Zimt. Er pflegte ein paar Nelken und Muskatblüte hineinzutun, aber der König mochte sie nicht.
Lass das alles etwa eine halbe Stunde kochen und schöpfe dann alles sauber ab. Lass den Sud sogleich durch ein Seihtuch in einen Holzbottich laufen, damit er abkühlt und sich setzt.
Klären: Wenn du siehst, dass der Sud sehr klar und gesetzt ist, schöpfe ihn vorsichtig in einen zweiten Bottich, ohne den Bodensatz aufzuwühlen. Sobald du Bodensatz aufsteigen siehst, halte inne und lass alles unbewegt stehen, bis es sich wieder gesetzt hat. Dann schöpfe den Sud wie zuvor erneut ab und wechsle ihn, wenn nötig, noch in einen weiteren Bottich. Das alles geschieht, damit beim Füllen ins Fass kein Bodensatz mitgeht.
Fass und Gärung: Wenn der Sud kalt und vollkommen klar ist, fülle ihn in ein Fass, in dem Sack gelegen hat, und verspunde es fest. Achte darauf, ihm ein wenig Luft zu lassen, falls er gärt. Wirft er beim Gären unreine Flüssigkeit aus, fülle ihn immer sogleich mit etwas von demselben Sud wieder auf, den du dafür in Flaschen aufbewahrt hast. Hat er gegoren und sich gut gesetzt (was etwa in zwei Monaten oder zehn Wochen der Fall sein mag), zieh ihn auf Glasflaschen ab, solange er klar läuft. Er ist dann in ein oder zwei Monaten trinkreif, hält sich aber noch viel länger, wenn du es brauchst. Auf dem Boden der Flasche wird kein Bodensatz sein.
Für langes Lagern: Webbe sagte mir später, für diese Mischung aus Honig und Wasser, die ein Hogshead Met ergibt, solltest du ein halbes Pfund Hopfen im Wasser kochen, dazu zwei gute Handvoll Kräuter und sechs Unzen Gewürz aller Sorten. All das wird, ebenso wie die üppige Süße des Honigs, im Lauf von ein bis zwei Jahren vollkommen gemildert und vergangen sein. Denn so lange muss dieser Met lagern, bevor man ihn trinkt.
Für schnellere Trinkreife: Willst du ihn früher trinkfertig haben, kannst du ihn mit ein wenig Bierhefe zum Gären bringen, wenn er im Holzbottich fast kalt ist. Fülle ihn aufs Fass, sobald er zu gären beginnt, und verfahre danach wie oben gesagt, lass aber ein wenig Luft zum Auswerfen, bis er ausgegoren hat. Statt der Bierhefe kannst du auch die Dotter von vier frisch gelegten Eiern nehmen, dazu knapp ein halbes Pint feines Weizenmehl und etwas von dem Sud, den du gemacht hast. Schlage das gut zusammen, gib es zum Sud im Fass und verspunde fest, bis du siehst, dass er ein wenig Luft braucht.
Beachte: Die Hefe von gutem Bier ist besser als die von Ale.
Der Ansatz in Digbys Haus, 1663: Am ersten September 1663 kam Mr. Webb in mein Haus, um mir welchen zu machen. Er nahm dreiundvierzig Gallonen Wasser und zweiundvierzig Pfund Honig aus Norfolk. Sobald das Wasser kochte, gab er eine knappe Handvoll Hopfen hinein. Als dieser etwas über eine Viertelstunde gekocht hatte, schäumte er ihn ab. Dann gab er den Honig ins kochende Wasser. Gleich stieg weißer Schaum auf, den er fortlaufend abschäumte, und dieses Abschäumen war in etwas mehr als einer weiteren Viertelstunde beendet.
Dann gab er seine Kräuter und Gewürze hinein: Rosmarin, Thymian, Winterbohnenkraut, Majoran, Blätter der Weinrose und sieben oder acht kleine Petersilienwurzeln. Vom Bohnenkraut war am meisten darin, von der Weinrose am wenigsten. Dazu kamen drei Unzen Ingwer, anderthalb Unzen Zimt und fünf Muskatnüsse. (Eine halbe Unze Nelken hätte er noch zugeben wollen, tat es aber nicht.) Das kochte noch eine Stunde und eine Viertelstunde länger, vom ersten Aufkochen an gerechnet insgesamt etwas weniger als zwei Stunden.
Dann schöpfte er den Sud sogleich aus dem Kupferkessel in Kühlbottiche und ließ ihn dabei durch ein Haarsieb laufen. Die Kühlbottiche stellte er schräg (aufgekippt), damit der Sud später ruhiger herauslaufen konnte. Nachdem er so etwa zwei Stunden gestanden hatte, goss oder schöpfte er ihn aus einigen Bottichen sehr behutsam in andere, damit der Bodensatz nicht aufstieg. In jedem Bottich blieb zuletzt etwa ein Pint sehr dicker Bodensatz zurück. Was ablief, war sehr klar. Nach weiteren zwei Stunden Setzen, wieder in schräger Lage, goss er ihn noch einmal in andere Bottiche um. Dann blieb nur noch wenig Bodensatz übrig, in manchen Bottichen kaum etwas.
Als der Sud schon fast kalt war, nahm er die Dotter von drei frisch gelegten Eiern, einen Löffel voll feines weißes Mehl und etwa ein halbes Pint neue, frische Hefe von gutem, starkem Bier. (Du musst darauf achten, dass die Hefe sehr weiß und sauber ist, nicht verschmutzt und unrein, wie es bei nachlässigen Brauern in London üblich ist.) Schlage das mit etwas von dem Sud in einer Abschäumschale sehr gut zusammen, bis es gut vermischt ist und zu gären beginnt. Gib es dann zu einem Eimer voll des Suds, etwa zweieinhalb Gallonen, und mische es gut darunter. Lass die Abschäumschale umgekehrt in der Mitte des Suds schwimmen. So gärt die Hefe in die Höhlung der Schale und unter sie hinauf und wächst außen rundherum heraus.
Er ließ das gut und dick zugedeckt über Nacht stehen, von etwa elf Uhr nachts an. Am nächsten Morgen hatte es sehr gut gegoren. Da mischte er den Inhalt des Eimers unter den ganzen Sud und füllte ihn in ein Sack-Fass. Ich bin nicht sicher, ob er nicht einen Löffel voll feinen weißen guten Senf in seine Hefe getan hat, bevor er sie hierher brachte. (Er nahm nämlich einen Vorwand, um sich reine, saubere weiße Hefe auszusuchen.) Er beteuerte aber, es sei nichts unter die Hefe gemischt gewesen, doch ich bin im Zweifel. Er gestand mir, dass er beim Cider halb so viel Senf wie Hefe zugibt, beim Met aber nie.
Am vierten September morgens füllte er die beiden kleineren Rundlets dieses Mets auf Quart-Flaschen ab. (Den ganzen Ansatz hatte er nämlich auf ein großes und zwei kleine Rundlets gefüllt.) Das eine enthielt dreißig Flaschen, das andere zweiundzwanzig. In den Böden der Fässer blieb wenig Satz oder Bodensatz zurück, aber etwas war doch da. Die Flaschen kamen in einen kühlen Keller, und er sagte, sie seien in drei Wochen trinkreif.
Das richtige Maß an Kräutern und Gewürz: Es soll so viel sein, dass es die üppige Süße des Honigs ertränkt, aber nicht so viel, dass man beim Trinken Kräuter oder Gewürz schmeckt. Die Süße des Honigs soll ihren Geschmack töten, sodass der Met angenehm schmeckt, aber weder nach Kräutern noch nach Gewürz noch nach Honig. Deshalb nimmst du mehr oder weniger, je nachdem, wann du ihn trinken willst. Denn vieles wird in einem Jahr gemildert, was in drei Monaten unangenehm stark wäre. Und der Honig, der den Met ein oder zwei Jahre haltbar macht, verlangt die dreifache Menge an Gewürz und Kräutern. Webbe empfiehlt, die Petersilienwurzeln in größter Menge zu nehmen. Sind sie jung, kocht man sie ganz, sind sie groß und alt, geviertelt und vom Mark befreit.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Hyde-park water | Wasser aus dem Hyde Park, so viel wie für ein Hogshead Met nötig (Ansatz von 1663: 43 Gallonen Wasser) | - | - | - |
| one part of Honey to six of water | 1 Teil Honig auf 6 Teile Wasser (Ansatz von 1663: 42 Pfund Honig aus Norfolk) | - | - | - |
| about two Ounces of the best Hopp's | etwa 2 Unzen bester Hopfen (für die lange Lagerung ein halbes Pfund; Ansatz von 1663: eine knappe Handvoll) | 2 Unzen | Brauereibedarf, Online-Handel | - |
| Rosemary-tops, Thyme, Sweet-marjorame | Rosmarinspitzen, Thymian, Majoran (zusammen mit dem Zweig Minze etwa eine halbe Handvoll) | - | - | - |
| one Sprig of Minth | Minze | 1 Zweig | - | - |
| Sweet-bryar-leaves | Blätter der Weinrose, so viele wie alle übrigen Kräuter zusammen (Ansatz von 1663: am wenigsten davon) | - | Garten oder Staudengärtnerei | - |
| Winter-savory | Winterbohnenkraut (Ansatz von 1663, davon am meisten) | - | - | - |
| seven or eight little Parsley-roots | 7 oder 8 kleine Petersilienwurzeln (Ansatz von 1663) | - | - | - |
| two Ounces of sliced Ginger | Ingwer in Scheiben (Ansatz von 1663: 3 Unzen) | 2 Unzen | - | - |
| one Ounce of bruised Cinamon | zerstoßener Zimt (Ansatz von 1663: anderthalb Unzen) | 1 Unze | - | - |
| five Nutmegs | Muskatnüsse (Ansatz von 1663) | 5 | - | - |
| a few Cloves and Mace | ein paar Nelken und Muskatblüte (Webbe gab sie früher zu, der König mochte sie nicht) | - | - | - |
| a little yeast | ein wenig Bierhefe (für schnellere Trinkreife; Ansatz von 1663: etwa ein halbes Pint frische Hefe von gutem, starkem Bier) | - | Brauereibedarf, Online-Handel | - |
| the yolks of four New-laid-eggs | Eigelb von frisch gelegten Eiern, statt der Bierhefe (Ansatz von 1663: 3 Eigelb zusätzlich zur Hefe) | 4 | - | - |
| almost half a pint of fine Wheat-flower | knapp ein halbes Pint feines Weizenmehl, statt der Bierhefe (Ansatz von 1663: 1 Löffel voll feines weißes Mehl zusätzlich zur Hefe) | - | - | - |
Was ist das? Ein gehopfter Met mit Kräutern und Gewürzen, den Digby trotzdem Meath nennt und nicht Metheglin. Das Rezept besteht aus Webbes Anweisung mit zwei Zusätzen und dem Bericht über den Ansatz vom 1. September 1663. Die beiden gehen ähnlich vor, unterscheiden sich aber in den Mengen und Zeiten.
Hopfen zuerst. In beiden Fassungen wird der Hopfen im Wasser gekocht und abgeschäumt, bevor der Honig hineinkommt. Bis dahin, sagt Digby, hat das Wasser die Kraft des Hopfens ausgezogen. In der ersten Fassung dauert das etwa eine halbe Stunde, 1663 etwas über eine Viertelstunde.
Honig und Schaum. Die Anweisung löst den Honig im warmen Wasser durch Schöpfen und Schlagen und fängt danach sanft zu kochen an. Der Bericht gibt ihn ins kochende Wasser. In beiden Fällen wird abgeschäumt, bis nichts mehr aufsteigt: Das Ende bestimmt der Schaum, nicht die Uhr.
Kräuter und Gewürz. In der Anweisung kochen sie die letzte halbe Stunde mit und werden dann abgeschöpft, bevor der Sud durch das Seihtuch läuft. 1663 kochen sie eine Stunde und eine Viertelstunde, und Petersilienwurzeln und Muskatnuss kommen dazu. Die Menge richtet sich nach der Trinkzeit: Die Würze soll die Süße des Honigs ertränken und selbst nicht schmecken. Was in drei Monaten zu stark wäre, ist nach einem Jahr gemildert.
Absetzen statt Filtern. Der Sud steht und wird dann vorsichtig umgeschöpft, damit der Bodensatz liegen bleibt. Sobald Bodensatz aufsteigt, hört man auf und wartet. 1663 stehen die Kühlbottiche schräg, sodass der Sud ruhiger abläuft. Der Zweck steht im Text: Es soll kein Bodensatz mit ins Fass.
Drei Wege zur Gärung. Die Grundfassung setzt keine Hefe zu. Für schnellere Trinkreife kommt Bierhefe dazu oder statt ihrer eine Mischung aus Eigelb, Mehl und Sud. 1663 nimmt Webbe alles zusammen und zieht die Hefe erst über Nacht in einem Eimer des fast kalten Suds an, bevor er sie unter den ganzen Ansatz mischt.
Gärung mit der Fasshefe. Wo keine Bierhefe dazukommt, in der Grundfassung und bei Eigelb und Mehl, kommt die Gärung aus dem Fass. Der gekochte Sud ist steril und bringt selbst keine Hefe mit. Das Fass, in dem Sack gelegen hat, trägt im Holz eine eingefahrene Hefe: Über die vielen Ansätze haben sich darin die gärkräftigen Stämme durchgesetzt, und sie gären den Ansatz zuverlässig durch. Das Fass wird fest verspundet, der Met gärt also unter Druck. Deshalb soll man ihm ein wenig Luft geben, wenn er arbeitet („having an eye to give it a little vent, if it should work“).
Der Senfverdacht. Digby kann nur vermuten: Webbe bestreitet Senf in der Hefe beim Met und gibt ihn beim Cider zu. Dass Senf die Gärung anregen soll, sagt Digby an anderer Stelle selbst, beim Hydromel des Lord Hollis: Toast mit Senf ins Fass, "to make it work".
Zwei Zeitpläne. In der Anweisung liegt der Met etwa zwei Monate oder zehn Wochen im Fass und ist dann in ein oder zwei Monaten trinkreif; stark gehopft und gewürzt soll er ein oder zwei Jahre lagern. Vom Ansatz von 1663 gehen die beiden kleinen Rundlets schon am 4. September in Flaschen, trinkreif in drei Wochen. Drei Tage nach dem Füllen ins Fass gärt der Met noch und gärt auf der Flasche weiter; die Kohlensäure dieser Flaschengärung kann nicht entweichen und bleibt im Met. Er trägt auch deutlich weniger Honig, als ein Teil auf sechs ergäbe, gleich wie man die Teile misst. Im Abschnitt über Webbes Ale nennt Digby den Met, den Webbe ihm machte, "small Mead", also einen schwachen.
Für Metmacher: die Zahlen
Modellrechnung mit Literaturwerten für Honig (Dichte, Zuckergehalt), keine Messung an einem angesetzten Met.
| Lesart | Zucker | SG (OG) | °Oe | °Brix | Alkohol bis trocken |
|---|---|---|---|---|---|
| Webbes Anweisung: "one part of Honey to six of water", etwa zwei Stunden gekocht | 177-272 g/l | 1,068-1,105 | 68-105 | 16,6-24,9 | 10,5-16,2 % |
| Ansatz 1663: 42 Pfund Honig auf 43 Gallonen Wasser, Weingallone | 97-142 g/l | 1,037-1,055 | 37-55 | 9,3-13,5 | 5,7-8,5 % |
| Ansatz 1663: 42 Pfund Honig auf 43 Gallonen Wasser, Ale-Gallone | 80-118 g/l | 1,031-1,046 | 31-46 | 7,8-11,3 | 4,8-7,0 % |
„Alkohol bis trocken“ gilt, wenn aller Zucker vergärt. Liegt der Wert über dem, was die Hefe verträgt, hört die Gärung früher auf, und der Met bleibt süß.
Annahmen: Bei "one part of Honey to six of water" sind Honig und Wasser im selben Maß gemessen, die Gallonenfrage kürzt sich heraus. Beim Ansatz von 1663 steht der Honig in Pfund (Avoirdupois-Pfund angenommen) gegen Wasser in Gallonen, deshalb sind beide Gallonen gerechnet. Digby beziffert das Einkochen nicht, er nennt nur etwa zwei Stunden beziehungsweise etwas weniger als zwei; die Rechnung nimmt daher einen Einkochverlust von 15-40 % an, der die Spannen erzeugt. Nicht eingerechnet sind Hopfen, Kräuter, Gewürze, Petersilienwurzeln, Eigelb, Mehl und Hefe sowie der Rest im Sackfass.
Praxis. Heutiger Hinweis, nicht bei Digby: Ohne ein eingefahrenes Fass setzt man Weinhefe zu. Wer so früh abfüllt wie 1663, füllt Met, der noch gärt. Die Flaschengärung baut Druck auf, und gewöhnliche Flaschen können dabei platzen. Man nimmt druckfeste Flaschen (Bügel- oder Sektflaschen), lagert sie kühl und öffnet sie vorsichtig. Eigelb und Mehl kommen erst in den fast kalten Sud und werden nicht mehr gekocht, deshalb heute nur frische Eier und sauberes Gerät. "New-laid-eggs" und saubere Hefe verlangt schon Digby.
Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?
Nein. Es ist ein Gärgetränk: Selbst vom schnellen Ansatz von 1663 gehen die kleinen Fässer erst nach drei Tagen in Flaschen und brauchen dann noch drei Wochen, die Anweisung liegt zwei Monate oder zehn Wochen im Fass. Gärung und Lagerung sind im Lager nicht verlässlich zu führen.
Wie lange muss dieser Met lagern?
Digby nennt drei Zeiten. Nach etwa zwei Monaten oder zehn Wochen im Fass ist der Met auf Flaschen in ein oder zwei Monaten trinkreif, hält sich aber auch länger. Mit einem halben Pfund Hopfen, zwei guten Handvoll Kräutern und sechs Unzen Gewürz soll er ein bis zwei Jahre lagern. Beim Ansatz von 1663 sagte Webbe, die Flaschen seien in drei Wochen trinkreif.
Gärt die Grundfassung ohne Hefe?
Ja. Digby setzt dort keine Hefe zu, die Gärung kommt aus dem Fass, in dem Sack gelegen hat: Es trägt im Holz eine eingefahrene Fasshefe. Weil das Fass fest verspundet wird, gärt der Met unter Druck, und man gibt ihm ein wenig Luft, wenn er arbeitet. Wer heute ohne ein solches Fass arbeitet, setzt Weinhefe zu.
Warum Eigelb und Mehl statt Hefe?
Digby nennt die Mischung als andere Möglichkeit, den Met früher trinkreif zu machen: vier Eigelb, knapp ein halbes Pint feines Weizenmehl und etwas von dem Sud, gut verschlagen und ins Fass gegeben. Was Eigelb und Mehl bewirken, erklärt er nicht. Die Gärung kommt in diesem Fall aus dem Sackfass, von der im Holz eingefahrenen Fasshefe. Beim Ansatz von 1663 verwendete Webbe Eigelb und Mehl zusammen mit Bierhefe.
Was ist ein Kiver und wozu dient er?
Ein Holzbottich, in den der gekochte Sud durch ein Seihtuch läuft, um abzukühlen und sich zu setzen. Webbe schöpft den klaren Sud von einem Bottich in den nächsten, damit kein Bodensatz mit ins Fass gelangt. Beim Ansatz von 1663 heißen die Gefäße Coolers und stehen schräg.
Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?
Dieses Rezept stammt aus „Das geöffnete Kabinett des Sir Kenelm Digby“ (London). Posthum 1669 gedruckte Rezeptsammlung von Sir Kenelm Digby: zuerst rund hundert Met- und Metheglin-Rezepte, dazu Ale, Cider und Fruchtweine, danach Speisen, Eingemachtes und Konfekt. Viele Rezepte nennen, von wem Digby sie hat.
- Gallon
Englisches Hohlmaß, deutsch Gallone. Digby sagt nicht, welche Gallone er meint: Die Weingallone fasste rund 3,8 Liter, die Ale-Gallone rund 4,6 Liter.
- Hogshead
Großes Fass. Digby nennt für dieses Rezept keine Größe. Ludwigs englisch-deutsches Wörterbuch von 1706 gibt ein Fass von 63 Gallonen an, das ist nur ein ungefährer Anhaltspunkt.
- Hyde-park water
Wasser aus dem Hyde Park in London. Welche Quelle oder welchen Brunnen Webbe meint, sagt Digby nicht.
- Sweet-bryar-leaves
Blätter der Weinrose (Rosa rubiginosa), keine Brombeerblätter. Im Bericht von 1663 nennt Digby dieselbe Pflanze auch Eglantine.
- Kiver
Holzbottich zum Abkühlen, Absetzen und Gären, ohne Deckel. Im Text übersetzt mit Holzbottich.
- Sack
Süßer, gespriteter Weißwein aus Spanien oder von den Kanaren. Hier geht es um ein Fass, in dem Sack gelegen hat.
- Coolers
Englisches Brauerwort für offene Gefäße zum Abkühlen, hier mit Kühlbottich übersetzt.
- barm
Bierhefe, Oberhefe aus der Brauerei. Digby zieht ausdrücklich Hefe von gutem Beer der von Ale vor, das sagt er auch im Abschnitt über Webbes Ale.
- skiming dish
Schale zum Abschäumen. Digby spricht von ihrer Höhlung ("the hollow of the dish"), sie schwimmt umgekehrt auf dem Sud.
- Rundlets
Kleine Fässer. Die Größe ergibt sich nur aus dem Text: Die beiden kleinen fassen hier dreißig und zweiundzwanzig Quart-Flaschen.
Normdaten der Zutaten
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| one part of Honey to six of water | honey Q10987 |
| one Sprig of Minth | mint Q27640062 |
| five Nutmegs | nutmeg Q83165 |
| almost half a pint of fine Wheat-flower | wheat flour Q2249305 |
Lesarten
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
one part of Honey to six of water
Gewählte Lesart: Ein Teil Honig auf sechs Teile Wasser, ohne Angabe, wonach gemessen wird. Die Übersetzung bleibt beim Wortlaut.
Andere mögliche Lesarten:
- Teile nach Raum - Andere Met-Rezepte des Buchs nennen Honig in Quart oder Gallon. Für diese Stelle belegt ist das nicht.
- Teile nach Gewicht - Der Bericht von 1663 misst den Honig nach Pfund, das Wasser aber nach Gallonen. Das entscheidet die Frage nicht, denn dieser Ansatz ist so oder so schwächer.
then scum them clean away
Gewählte Lesart: "Them" meint "all these", also Kräuter und Gewürz: Sie werden nach der halben Stunde abgeschöpft, danach läuft der Sud durch das Tuch.
Andere mögliche Lesart:
- Nur der Schaum wird abgenommen, die Kräuter bleiben bis zum Seihtuch. - Passt zum sonstigen Gebrauch von "scum", aber das Pronomen bezieht sich auf das unmittelbar zuvor Genannte.
Gewählte Lesart: Eigelb, Mehl und Sud stehen an der Stelle der Bierhefe. Die Gärung trägt dann die Fasshefe, also die im Holz eingefahrene Hefe des Sackfasses; was Eigelb und Mehl dazu beitragen, sagt Digby nicht. Es wird keine Hefe ergänzt.
Andere mögliche Lesart:
- Die Mischung soll selbst die Gärung in Gang bringen. - So lässt sich „in stead of yeast“ wörtlich verstehen. Eigelb und Mehl bringen aber keine Hefe mit, die Gärung braucht das Fass.
quarterred and pithed
Gewählte Lesart: Geviertelt und vom Mark befreit, bei großen, alten Wurzeln. Ludwig 1706 gibt für "pith" das Mark.
Andere mögliche Lesart:
- Geviertelt und von Fasern befreit - Ohne Wörterbuchbeleg, dass "pith" die Fasern meint.
Unsere Übersetzungen mittelalterlicher Rezepte können Fehler enthalten. Fällt dir etwas auf? Schreib uns an feedback@fyndling.de - wir korrigieren gerne und sind für jeden Hinweis dankbar.
Stand dieser Fassung: 31.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.
