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Met nach Digbys eigenen Überlegungen

The Closet of the Eminently Learned Sir Kenelme Digbie Kt. Opened: Whereby is Discovered Several ways for making of Metheglin, Sider, Cherry-Wine, &c. Together with Excellent Directions for Cookery: As also for Preserving, Conserving, Candying, &c. · London · 1669

BochetGetränkLesartViel InterpretationsspielraumAufwändigKorrekturBearbeitungsstand 8/10
Zubereitungszeitca. 30 Min. KüchenzeitBuchDas geöffnete Kabinett des Sir Kenelm Digby (~1669)

Koche so viel Quellwasser, wie du magst, drei- oder viermal zum Aufwallen. Lass es dann vierundzwanzig Stunden stehen und gieße das Klare vom Bodensatz ab. Nimm sechzehn Gallonen von dem Klaren und koche darin zehn Handvoll Weinrosenblätter, fünf Handvoll Leberkraut, fünf Skabiose, vier Melisse, vier Rosmarin, zwei Lorbeerblätter, eine Handvoll Thymian, eine Majoran und fünf gespaltene Mannstreu-Wurzeln. Hat das Wasser die Kraft der Kräuter ausgezogen, was in einer halben Stunde Kochen geschieht, lass es durch ein Seihtuch oder Sieb laufen und absetzen, so dass du das Klare vom Bodensatz abgießen kannst.

Nimm auf je drei Gallonen des Klaren eine Gallone Honig. Schöpfe das Ganze mit sauberen, hochgekrempelten Armen zwei oder drei Stunden lang um, damit sich der Honig im Wasser auflöst. An diesem Tag schöpfst du es zwei- oder dreimal um.

Am nächsten Tag koche es ganz sanft, damit der Schaum aufsteigt, und schäume die ganze Zeit ab. Gieße ab und zu eine Kelle kaltes Wasser dazu, das den Schaum noch stärker steigen lässt. Ist die Flüssigkeit ganz klar vom Schaum, darfst du kräftiger kochen, bis sie ein Ei sehr hoch trägt, so dass die Breite eines Groat aus der Flüssigkeit ragt. Sie muss dabei hoch kochen, mit großem Aufwallen in der Mitte des Kessels. Dieses Kochen mit großen Blasen in der Mitte ist das Zeichen, dass sie auf ihre Höhe gekocht ist.

Lass sie dann abkühlen, bis sie lauwarm ist. Gib in diesem Augenblick etwas Bierhefe hinein, damit sie gärt, so wie du es bei Ale tun würdest. Fülle sie dann in ein passendes Fass, das du zuvor mit gutem süßem Weißwein, etwa Canary-Sack, behandelt hast. Lass das Spundloch offen, bis die Gärung abgeschlossen ist. Fülle dabei mit einem ebensolchen Honiggetränk nach, angewärmt, so wie du es durch das Überschäumen absinken siehst.

Gegen Ende der Gärung hängst du einen Beutel aus dünnem Tuch, wie es Bäcker zum Beuteln des Mehls benutzen, mit einer Schnur am Spund ins Fass. Darin sind zwei Teile geschnittener Ingwer und je ein Teil Zimt, Gewürznelken und Muskatnüsse, dazu ein Kieselstein, damit der Beutel sinkt. Verspunde das Fass fest für sechs Monate oder ein Jahr, dann kannst du den Met auf Flaschen ziehen.

Magst du Kardamomsamen, kannst du etwas davon zu den Gewürzen geben. Manche mögen es sehr, wenn Minze zu den anderen Kräutern kommt.

Gärung ohne Hefe: Ist keine Hefe zu haben, gärt die Flüssigkeit auch, wenn du sie einige Tage in die heiße Sonne stellst. Setze ein Dach wie ein Hausdach darüber, das den Regen abhält. Dann musst du aber sorgfältig nachfüllen, wie sie schwindet, und das Fass etwas vor Ende der Gärung fest verspunden und es sofort in einen kühlen Keller stellen. Mir wurde erzählt, dass der Sauerteig von Brot ebenso gut zum Gären bringt wie Hefe, aber ich habe es nicht erprobt.

Stärke und Machart: Willst du ihn nicht so stark, ist er viel früher trinkfertig, etwa wenn du sechs Teile Wasser auf einen Teil Honig nimmst. Manche mögen das Getränk lieber ganz ohne Kräuter und Gewürze, und es wird dann viel weißer. Willst du ihn stärker, nimm nur vier Gallonen und eine halbe Wasser auf eine Honig.

Du kannst Kräuter oder Wurzeln nach Belieben nehmen, ob wegen ihres Geschmacks oder ihrer Kraft, und zwar auf die hier beschriebene Weise.

Hefe oder Sonne, und die Haltbarkeit: Lässt du den Met mit Hefe gären, musst du darauf achten, ihn bald nach Ende der Gärung auf Flaschen zu ziehen, etwa nach zwei oder drei Wochen. Denn das lässt ihn bald schal werden, und davon wird er sauer und leblos, ehe du es merkst. Gärt er aber ganz von selbst mit Hilfe der Sonne, ohne Sauerteig und ohne Hefe, so hält er sich lange im Fass, wenn es bis oben gefüllt und sehr fest verspundet bleibt.

Mit Nelkenblüten: Ich denke, er wird außerordentlich gut so: Hast du ein kräftiges Honiggetränk aus drei Teilen Wasser auf einen Teil Honig, gut gekocht und abgeschäumt, gib lauwarm hinein, besser noch gleich vom Feuer genommen, Gartennelkenblüten. Sie sind zuvor abgewischt, und alles Weiße ist abgeschnitten. Nimm auf jede Gallone eine gute Handvoll oder zwei. Lass sie dreißig oder vierzig Stunden ziehen. Seihe dann den Met von den Blüten ab und lass ihn entweder mit Hefe oder in der Sonne gären. Gegen Ende der Gärung hängst du einen Beutel mit ebensolchen Nelkenblüten am Spund hinein. Sind sie richtig getrocknet, sind sie, glaube ich, noch besser. Gibst du noch Weingeist hinein, der eine kräftige Tinktur aus Gartennelkenblüten gezogen hat (getrocknete halte ich für die besten), dazu einen, der das Gleiche aus Blüten und Spitzen von Rosmarin gezogen hat, und einen, der es aus Zimt und Ingwer gezogen hat, so wird der Met meines Erachtens viel edler und hält länger.

Kräuter statt Hopfen: Ich meine, dass bittere und kräftige Kräuter wie Rosmarin, Lorbeer, Majoran, Thymian und ähnliche den Met besser und länger konservieren, gleichsam an Stelle von Hopfen. Sie dürfen aber, ebenso wenig wie die Nelkenblüten, zu viel gekocht werden, denn der flüchtige reine Geist fliegt sehr schnell davon. Lass sie darum lieber ziehen. Hüte dich, Nelkenblüten in einem Metallgefäß ziehen zu lassen, Silber ausgenommen, denn alle Metalle verderben und dämpfen ihre Farbe. Glasierte Erde ist am besten.

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Take sixteen Gallons of the clear Quellwasser, vorher aufgewallt und abgesetzt 16 Gallonen - -
ten handfuls of Eglantine-leaves Weinrosenblätter 10 Handvoll Gartencenter (Weinrose), nur ungespritzte Blätter -
five of Liverwort Leberkraut 5 Handvoll - -
five of Scabious Skabiose 5 Handvoll - -
four of Baulm Melisse 4 Handvoll - -
four of Rosemary Rosmarin 4 Handvoll - -
two of Bay-leaves Lorbeerblätter 2 Handvoll - -
one of Thyme Thymian 1 Handvoll - -
one of Sweet-marjoram Majoran 1 Handvoll - -
five Eringo-roots splitted gespaltene Mannstreu-Wurzeln 5 - Weglassen; Digby erlaubt ausdrücklich, Kräuter und Wurzeln nach Belieben zu wählen
To every three Gallons of the Clear, take one of Honey Honig auf je 3 Gallonen Sud 1 Gallone - -
a ladle full of cold water Kaltes Wasser, eine Kelle voll von Zeit zu Zeit - - -
some Ale yest Bierhefe - Brauerei, Hobbybrau-Handel -
some good sweet White-wine (as Canary-sack) Süßer Weißwein, etwa Canary-Sack, für das Fass - - -
two parts of Ginger-sliced 2 Teile Ingwer in Scheiben - - -
one apiece of Cinamon 1 Teil Zimt - - -
Cloves 1 Teil Gewürznelken - - -
Nutmegs 1 Teil Muskatnüsse - - -
a Pebble-stone Kieselstein 1 - -
If you like Cardamon-seeds Kardamomsamen (optional) - - -
Mint Minze (optional) - - -
one good handful or two to every Gallon of Liquor Eine gute Handvoll oder zwei Gartennelkenblüten auf jede Gallone Met (Variante) - - -
some spirit of wine Weingeist mit Tinktur aus Nelkenblüten, Rosmarin, Zimt und Ingwer (optional, Variante) - - -

Was ist das? Digbys eigenes Verfahren für einen Kräutermet: ein Kräutersud, darin der Honig, gekocht bis zur Eierprobe, mit Bierhefe vergoren, mit einem Gewürzbeutel im Fass. Dazu kommen Varianten und Überlegungen, die er als Vermutung kennzeichnet („I conceive“), vor allem die Fassung mit Nelkenblüten.

Kräutersud. Das Wasser wallt zuerst nur auf und setzt sich vierundzwanzig Stunden, dann wird das Klare abgegossen. Einen Grund nennt Digby nicht. Die Kräuter kochen eine halbe Stunde, danach setzt sich der Sud noch einmal. Am Schluss warnt er selbst davor, starke Kräuter zu viel zu kochen, und rät eher zum Ziehenlassen. Das Grundrezept kocht sie trotzdem, der Text gleicht das nicht aus.

Lösen und Abschäumen. Der Honig wird mit den Armen im Sud umgeschöpft, bis er sich löst, gekocht wird erst am nächsten Tag. Zuerst ganz sanft, damit der Schaum steigt; die Kelle kaltes Wasser lässt ihn nach Digby noch stärker steigen. Erst wenn der Sud klar vom Schaum ist, darf er kräftiger kochen.

Eierprobe. Digby gibt zwei Endzeichen: Das Ei ragt um die Breite eines Groat heraus, und der Sud wallt in der Mitte des Kessels mit großen Blasen auf. Die Verhältnisse von Honig und Wasser sind also nur der Ansatz, die Probe am Ende des Kochens entscheidet über die Stärke.

Gärung und Fass. Die Hefe kommt in den lauwarmen Sud, eine Menge nennt Digby nicht. Das Spundloch bleibt offen, was überschäumt, wird mit warmem Honiggetränk ersetzt; woher es kommt, sagt er nicht. Gegen Ende der Gärung kommt der Gewürzbeutel hinein, der Kieselstein zieht ihn nach unten. Die Teile der Gewürze haben keine Einheit.

Fass oder Flasche. Das Grundrezept lässt den Met sechs Monate oder ein Jahr im Fass, der spätere Absatz will Hefemet zwei oder drei Wochen nach der Gärung auf Flaschen und nur den ohne Hefe vergorenen lange im Fass. Digby löst das nicht auf.

Stärke. Sechs Teile Wasser ergeben die schwächste Fassung, der Grundansatz mit drei Teilen die stärkste der sicher genannten. Der Satz „stronger“ mit vier und einem halben Teil ergibt nur gegenüber den sechs Teilen Sinn, siehe die Lesarten.

Gärung mit der Fasshefe. Ist keine Hefe zu haben, lässt Digby den Met einige Tage in der heißen Sonne gären, ohne Sauerteig und ohne Hefe („singly of itself“). Der gekochte Sud bringt selbst keine Hefe mit, die Gärung kommt aus dem Fass: Ein Fass, das immer wieder für Met oder Wein dient, trägt im Holz eine eingefahrene Hefe. Über die vielen Ansätze haben sich darin die gärkräftigen Stämme durchgesetzt, und sie gären den Ansatz zuverlässig durch. Die Sonne gibt die Wärme dazu. Weil das Fass kurz vor dem Ende der Gärung fest verspundet wird, gärt der Met unter Druck zu Ende.

Für Metmacher: die Zahlen

Modellrechnung mit Literaturwerten für Honig (Dichte, Zuckergehalt), keine Messung an einem angesetzten Met.

LesartZuckerSG (OG)°Oe°BrixAlkohol bis trocken
1 Gallone Honig auf 3 Gallonen Kräutersud (1 : 3), gekocht bis zur Eierprobe309-476 g/l1,119-1,184119-18427,9-41,018,4-28,3 %
Schwächere Fassung: 1 Teil Honig auf 6 Teile Wasser177-272 g/l1,068-1,10568-10516,6-24,910,5-16,2 %
Stärkere Fassung: 1 Teil Honig auf 4½ Teile Wasser225-346 g/l1,087-1,13487-13420,9-30,913,4-20,6 %

„Alkohol bis trocken“ gilt, wenn aller Zucker vergärt. Liegt der Wert über dem, was die Hefe verträgt, hört die Gärung früher auf, und der Met bleibt süß.

Annahmen: Honig und Wasser stehen jeweils im selben Maß, die Frage nach der Größe der Gallone kürzt sich daher heraus. Digby beziffert das Einkochen nicht, beim Grundansatz bestimmt die Eierprobe das Ende; die Rechnung setzt deshalb einen Einkochverlust von 15-40 % an, der die Spanne erzeugt. Für die schwächere und die stärkere Fassung nennt Digby keine Eierprobe, gerechnet ist dasselbe Einkochen. Die Fassung mit Nelkenblüten hat dasselbe Verhältnis wie der Grundansatz, drei Teile Wasser auf einen Teil Honig. Nicht eingerechnet sind Kräuter, Gewürze, Nelkenblüten, der Weingeist mit den Tinkturen, die Hefe, der Wein aus dem Fass und das Nachfüllen mit Honiggetränk.

Praxis. Die einzige Zeit am Feuer, die Digby nennt, ist die halbe Stunde Kräutersud; dazu kommen zwei oder drei Stunden Umschöpfen und das Kochen bis zur Eierprobe ohne Zeitangabe. Heutiges Wissen: Gärt ein Honigsud im fest verschlossenen Gefäß, baut er Druck auf und kann das Gefäß sprengen. Wer die Sonnengärung nachmacht, verspundet deshalb nicht vor dem Ende der Gärung, sondern lässt den Met unter einem Gärspund gären und verschließt erst, wenn die Gärung ruht. Wer ohne Bierhefe und ohne ein eingefahrenes Fass arbeitet, setzt heute Weinhefe zu.

Muss ich genau diese Kräuter nehmen?

Nein. Digby schreibt selbst, man könne Kräuter oder Wurzeln nach Belieben nehmen, wegen ihres Geschmacks oder ihrer Kraft, und manche möchten das Getränk ganz ohne Kräuter und Gewürze. Einzelne wegzulassen oder zu ersetzen ist also von ihm gedeckt. Welche Pflanze mit Leberkraut gemeint ist, ist nicht sicher, siehe die Hinweise zu den Lesarten.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Nein. Es ist ein Gärgetränk, das nach der Gärung noch Wochen bis zu einem Jahr in Fass oder Flasche braucht. Vorführen lassen sich allenfalls das Abschäumen und die Eierprobe am Kessel.

Wie lange gärt und lagert der Met?

Eine Gärdauer nennt Digby nicht, nur, dass die Sonnengärung einige Tage in der heißen Sonne braucht. Im Grundrezept liegt der Met danach sechs Monate oder ein Jahr im verspundeten Fass. Weiter unten verlangt Digby aber, mit Hefe vergorenen Met schon zwei oder drei Wochen nach dem Ende der Gärung auf Flaschen zu ziehen. Lange im Fass soll nur der ohne Hefe und Sauerteig vergorene Met bleiben. Beide Aussagen stehen im Text nebeneinander.

Wie funktioniert die Eierprobe?

Der Sud wird gekocht, bis ein Ei so darauf schwimmt, dass ein Stück von der Breite eines Groat aus der Flüssigkeit ragt. Digby nennt dazu ein zweites Zeichen: Der Sud kocht hoch mit großen Blasen in der Mitte des Kessels. Eine genauere Zahl gibt er nicht an.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus „Das geöffnete Kabinett des Sir Kenelm Digby“ (London). Posthum 1669 gedruckte Rezeptsammlung von Sir Kenelm Digby: zuerst rund hundert Met- und Metheglin-Rezepte, dazu Ale, Cider und Fruchtweine, danach Speisen, Eingemachtes und Konfekt. Viele Rezepte nennen, von wem Digby sie hat.

MY OWN CONSIDERATIONS FOR MAKING OF MEATHE Boil what quantity of Spring-water you please, three or four walms, and then let it set the twenty four hours, and pour the clear from the settling. Take sixteen Gallons of the clear, and boil in it ten handfuls of Eglantine-leaves, five of Liverwort, five of Scabious, four of Baulm, four of Rosemary; two of Bay-leaves; one of Thyme, and one of Sweet-marjoram, and five Eringo-roots splitted. When the water hath drawn out the vertue of the herbs (which it will do in half an hours boiling,) let it run through a strainer or sieve, and let it settle so, that you may pour the clear from the Dregs. To every three Gallons of the Clear, take one of Honey, and with clean Arms stripped up, lade it for two or three hours, to dissolve the honey in the water; lade it twice or thrice that day. The next day boil it very gently to make the scum rise, and scum it all the while, and now and then pour to it a ladle full of cold water, which will make the scum rise more: when it is very clear from scum, you may boil it the more strongly, till it bear an Egge very high, that the breadth of a groat be out of the water, and that it boil high with great walms in the middle of the Kettle: which boiling with great Bubbles in the middle is a sign it is boiled to it's height. Then let it cool till it be Lukewarm, at which time put some Ale yest into it, to make it work, as you would do Ale. And then put it up into a fit Barrel first seasoned with some good sweet White-wine (as Canary-sack) and keep the bung open, till it have done working, filling it up with some such honey-drink warmed, as you find it sink down by working over. When it hath almost done working, put into it a bag of thin stuff (such as Bakers use to bolt in) fastened by a Cord at the bung, containing two parts of Ginger-sliced, and one apiece of Cinamon, Cloves and Nutmegs, with a Pebble-stone in it to make it sink; And stop it up close for six Months or a year, and then you may draw it into bottles. If you like Cardamon-seeds, you may adde some of them to the spices. Some do like Mint exceedingly to be added to the other herbs. Where no yeast is to be had, The Liquor will work if you set it some days in the hot Sun (with a cover, like the roof of a house over it, to keep wet out, if it chance to rain) but then you must have great care, to fill it up, as it consumeth, and to stop it close a little before it hath done working, and to set it then presently in a Cool Cellar. I am told that the Leaven of bread will make it work as well as yest, but I have not tryed it. If you will not have it so strong, it will be much sooner ready to drink; As if you take six parts of water to one of Honey. Some do like the drink better without either herbs or spices, and it will be much the whiter. If you will have it stronger, put but four Gallons and a half of water to one of honey. You may use what Herbs or Roots you please, either for their tast or vertue, after the manner here set down. If you make it work with yeast, you must have great care, to draw it into bottles soon after it hath done working, as after a fortnight or three weeks. For that will make it soon grow stale, and it will thence grow sower and dead before you are aware. But if it work singly of itself, and by help of the Sun without admixtion of either Leaven or Yeast, it may be kept long in the Barrel, so it be filled up to the top, and kept very close stopp'd. I conceive it will be exceeding good thus: when you have a strong Honey-liquor of three parts of water to one of Honey, well-boiled and scummed, put into it Lukewarm, or better (as soon as you take it from the fire) some Clove-gilly-flowers, first wiped, and all the whites clipped off, one good handful or two to every Gallon of Liquor. Let these infuse 30 or 40 hours. Then strain it from the flowers, and either work it with yeast, or set it in the Sun to work; when it hath almost done working, put into it a bag of like Gilly-flowers (and if they are duly dried, I think they are the better) hanging it in at the bung. And if you will put into it some spirit of wine, that hath drawn a high Tincture from Clove-gilly-flowers (dried I conceive is best) and some other that hath done the like from flowers and tops of Rosemary, and some that hath done the like from Cinnamon and Ginger, I believe it will be much the nobler, and last the longer. I conceive, that bitter and strong herbs, as Rosemary, Bayes, Sweet-marjoram, Thyme, and the like, do conserve Meathe the better and longer, being as it were in stead of hops. But neither must they, no more than Clove-gilly-flowers, be too much boiled: For the Volatil pure Spirit flies away very quickly. Therefore rather infuse them. Beware of infusing Gillyflower in any vessel of Metal, (excepting silver:) For all Metals will spoil and dead their colour. Glased earth is best.
Gallon

Englisches Hohlmaß, deutsch Gallone. Digby sagt nicht, welche Gallone er meint: Die Weingallone fasste rund 3,8 Liter, die Ale-Gallone rund 4,6 Liter. Hier kürzt sich das heraus, weil Honig und Wasser im selben Maß stehen.

groat

Englische Silbermünze zu vier Pence. Die Eierprobe gibt die Größe des herausragenden Eistücks nur über diese Münze an, deshalb steht hier keine Zahl in Millimetern.

Canary-sack

Sack ist ein süßer, gespriteter Weißwein aus Spanien oder von den Kanaren. Digby behandelt damit das Fass vor dem Einfüllen.

Eringo-roots

Wurzeln des Mannstreus (Eryngium), bei Ludwig 1706 „Mannstreu, Brackendistel“. Hier werden sie gespalten im Sud mitgekocht.

bolt

Bäcker beuteln (bolten) das Mehl durch ein feines Gewebe. Ein solches Beuteltuch dient hier als Beutel für die Gewürze.

Clove-gilly-flowers

Gartennelken (Dianthus caryophyllus), die nach Gewürznelken duften. „The whites clipped off“ meint, dass die weißen Ansätze der Blütenblätter weggeschnitten werden.

spirit of wine

Weingeist, aus Wein destillierter Alkohol. Digby lässt darin Nelkenblüten, Rosmarin, Zimt und Ingwer ziehen.

Druck
The Closet of the Eminently Learned Sir Kenelme Digbie Kt. Opened: Whereby is Discovered Several ways for making of Metheglin, Sider, Cherry-Wine, &c. Together with Excellent Directions for Cookery: As also for Preserving, Conserving, Candying, &c.
Teil
Met und Metheglin
Sprache
Frühneuenglisch (London 1669, Restaurationszeit), Rezeptsammlung des Naturphilosophen Sir Kenelm Digby (1603-1665) mit vielen namentlich genannten Gewährsleuten aus England und vom Festland (Lüttich, Antwerpen); Maße nach englischem Weinmaß (Gallon, Pottle, Quart)
Entstehung
London, 1669

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

four of Rosemaryrosemary Q122679
one of Sweet-marjorammarjoram Q22694
To every three Gallons of the Clear, take one of Honeyhoney Q10987
one apiece of Cinamoncinnamon Q28165
Clovesclove Q15622897
Nutmegsnutmeg Q83165
Mintmint Q27640062

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

LesartLiverwort

Gewählte Lesart: Leberkraut, wie in den anderen Digby-Rezepten dieser Sammlung. Welche Pflanze gemeint ist, bleibt offen: Unter dem Namen laufen bei Britten mehrere Pflanzen, auch Lebermoose.

Andere mögliche Lesarten:

  • Leberblümchen (Anemone hepatica) - Passt zu den übrigen Kräutern. Digby nennt Odermennig in dig-013 getrennt neben Liverwort, der ist also nicht gemeint.
  • Brunnenlebermoos (Marchantia polymorpha) - Ebenfalls liverwort genannt, als Kraut unter Handvollen von Blättern aber weniger naheliegend.

Lesartfour Gallons and a half

Gewählte Lesart: Ausgabe 1910: „put but four Gallons and a half of water to one of honey“. Der Text folgt dieser Fassung. Erstdruck 1669: „put but Gallons and a half of water to one of honey“, die Zahl fehlt dort beim Seitenwechsel von S. 19 auf S. 20. „Stronger“ passt zu vier und einem halben nur im Vergleich mit den unmittelbar davor genannten sechs Teilen, denn der Grundansatz von drei Teilen ist stärker.

Andere mögliche Lesart:

  • Zweieinhalb Gallonen („Two Gallons and a half“) - Wäre stärker als der Grundansatz und ist bei Digby als Verhältnis belegt (dig-013: „To every two gallons and a half of this decoction, put one gallon of honey“). Für diese Stelle aber nicht überliefert.

Lesartfirst seasoned with some good sweet White-wine

Gewählte Lesart: Das Fass wird vor dem Befüllen mit dem Wein behandelt, wörtlich „gewürzt“. Wie, sagt Digby nicht.

Andere mögliche Lesart:

  • Wein einige Zeit im Fass stehen lassen - Auch das kann „season“ meinen. Heute würde man das Fass am ehesten mit dem Wein ausschwenken, das ist aber nicht Digbys Angabe.

LesartFor that will make it soon grow stale

Gewählte Lesart: „That“ meint die Hefe bzw. das Vergären mit Hefe: Der folgende Satz stellt dem die Gärung „without admixtion of either Leaven or Yeast“ gegenüber.

Andere mögliche Lesart:

  • Das zu späte Abfüllen - Grammatisch möglich und in der Sache ähnlich, aber der Gegensatz im nächsten Satz spricht für die Hefe.

Lesartby help of the Sun without admixtion of either Leaven or Yeast

Gewählte Lesart: Ohne Hefe und Sauerteig trägt die Fasshefe die Gärung, also die im Holz eingefahrene Hefe des Fasses; die heiße Sonne liefert die Wärme. Der gekochte Sud selbst bringt keine Hefe mit.

Andere mögliche Lesart:

  • Digby setzt eine Hefegabe stillschweigend voraus. - Der Text schließt Hefe und Sauerteig für diese Fassung ausdrücklich aus. Daher wird nichts ergänzt.

Originalwerk (~1669) gemeinfrei.

Bildquelle
S. 17, The Closet of the Eminently Learned Sir Kenelme Digbie Kt. Opened (London 1669), Mikrofilm der Reihe Early English Books 1641-1700 via archive.org
Transkription
Project Gutenberg #16441, nach der Ausgabe von Anne Macdonell (London: Philip Lee Warner 1910) Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
Permalink
https://w3id.org/fyndling/dig-011
LagerkücheLagerküche
Gärgetränk: Nach der Gärung liegt der Met nach Digby sechs Monate oder ein Jahr im fest verspundeten Fass, bei Hefegärung soll er zwei oder drei Wochen nach dem Ende der Gärung auf Flaschen. Gärung und Lagerung über Wochen bis Monate sind im Lager nicht verlässlich zu führen. Vorführen lassen sich höchstens das Abschäumen und die Eierprobe am Kessel.
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Stand dieser Fassung: 31.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.