Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Schlag Eier auf, tu grüne Kräuter darein, rühre es in eine Erbsenbrühe, die gelb ist, bis es aufkocht, so wird es gut.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Eyer | Eier | - | - | - |
| gruͤne Kraͤuter | Grüne Kräuter | - | Supermarkt, Wochenmarkt | - |
| Erbeßbruͤh | Erbsenbrühe | - | - | - |
| die gelb ist | Safran | - | gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel | - |
Welches Gericht ist das? Eine Suppe aus fertiger Erbsenbrühe, in die aufgeschlagene Eier mit grünen Kräutern eingerührt werden. Beim Aufkochen unter Rühren stockt das Ei zu feinen Flocken und bindet die Brühe leicht; heute käme dem am ehesten eine Eierflöckchensuppe nahe.
Die Brühe. Die Erbsenbrühe setzt Rumpolt voraus, ihre Herstellung steht nicht in diesem Rezept. Gelb ist sie von Safran, wie in den Schwesterrezepten, in denen dieselbe Brühe „gegelbt“ heißt.
Die Kräuter. Rumpolt schreibt nur „grüne Kräuter“. Welche, sagt er nicht, und hier wird auch keine Sorte ergänzt; wer nachkocht, wählt frische grüne Kräuter nach Geschmack.
Praxis. Die Brühe erwärmen, Eier aufschlagen und mit den gehackten Kräutern verquirlen, unter ständigem Rühren in die Brühe geben und aufkochen lassen. Das Rühren sorgt dafür, dass das Ei fein flockt statt in Klumpen zu gerinnen. Mengen und Garzeit nennt Rumpolt nicht.
Rumpolt nennt sie nicht, er schreibt nur „grüne Kräuter“. Eine bestimmte Sorte lässt sich aus dem Text nicht ableiten.
Rumpolt verlangt eine Erbsenbrühe, „die gelb ist“. Gelb machen heißt bei ihm Safran, sofern er kein anderes Mittel nennt, und in den Schwesterrezepten heißt dieselbe Brühe ausdrücklich „gegelbt“.
Ja. Ein Topf und ein Löffel am Feuer genügen. Die Erbsenbrühe muss aber vorher gekocht sein, und Eier und frische Kräuter brauchen Kühlung oder frischen Einkauf.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 2.000 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Eier aufschlagen, also ganze Eier mit Eiweiß und Dotter. In der Nachbarnummer nimmt Rumpolt dagegen nur die Dotter.
Die Brühe gekochter Erbsen. Rumpolt setzt sie in vielen Suppen dieses Kapitels als fertige Grundbrühe voraus, ohne ihre Zubereitung jedes Mal zu beschreiben.
Eine Erbsenbrühe, die schon gelb ist. „Gelb machen“ heißt bei Rumpolt mit Safran färben, solange der Text kein anderes Mittel nennt; in den Schwesterrezepten steht dieselbe Brühe als „gegelbt“. In der Übersetzung bleibt das Wort „gelb“ stehen, als Zutat steht Safran.
Bis es aufsiedet, also aufwallt und aufkocht (Frühneuhochdeutsches Wörterbuch aufsieden).
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| Eyer | chicken egg Q15260613 |
| Erbeßbruͤh | pea stock Q107246700 |
| die gelb ist | saffron Q25434 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
ruͤrs in ein Erbeßbruͤh … biß auffseudt
Gewählte Lesart: Die Eimasse mit den Kräutern wird in die Erbsenbrühe gerührt, und beides wird unter Rühren gemeinsam bis zum Aufsieden erhitzt. Der Wortlaut sagt nicht, ob die Brühe dabei schon heiß ist; „bis es aufsiedet“ lässt auch eine kalte oder lauwarme Brühe zu.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 19.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.