Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Marillenkerne überzogen.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
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| Marillen Kern | Marillen Kern | - | Fachhandel, Online-Handel (Aprikosenkerne) | - |
| (erschlossen) | vberzogen | - | Supermarkt | - |
Welches Gericht ist das? Aprikosenkerne mit einem Zuckerüberzug, heute am ehesten mit Zuckermandeln und dragierten Kernen vergleichbar. Rumpolt nennt zu dieser Nummer nur den Gegenstand. Dass der Überzug aus Zucker besteht, ergibt sich aus dem Kapitel „Von allerley Zucker Confect auß der Apotecken“ und aus dessen letzter Nummer (rum-1865).
Womit überzogen? Der Einzeiler nennt keinen Überzugsstoff und kein Verfahren. Zucker ist die naheliegende Lesart; Läutergrad, Färbung oder Würzung gibt diese Nummer nicht an.
Praxis. Mengen, Hitze und Dauer gibt diese Nummer nicht vor. Das Verfahren steht in Nr. 25 bei den Wurzeln, und Rumpolt sagt dort selbst, dass man so allerlei Körner und Gewürze überzieht: das Konfekt in einem aufgehängten Kupferbecken über Glut erwärmen, geläuterten Zucker zugießen und oft rühren, bis es den Zucker annimmt und weiß und trocken wird. Für Aprikosenkerne ist das die naheliegende Vorlage. Ob süße oder bittere Kerne gemeint sind, sagt der Text nicht; bittere Aprikosenkerne enthalten Amygdalin, deshalb vor dem Nachmachen die aktuelle Verzehrsempfehlung prüfen.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 2.000 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Aprikosenkerne. Marille ist das oberdeutsche, heute vor allem österreichische und bairische Wort für die Aprikose, belegt seit dem 16. Jahrhundert. Gemeint sind hier nicht die Früchte, sondern die Kerne aus ihren Steinen. Nicht zu verwechseln mit den Amarellen (Sauerkirschen).
„Überzogen“, hier ohne Angabe womit. Im Kapitel über Zuckerkonfekt heißt das: mit einem Zuckerüberzug versehen. Wie man solches Konfekt mit Zucker überzieht, beschreibt Rumpolt in der letzten Nummer desselben Kapitels (rum-1865).
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
vberzogen
Gewählte Lesart: Mit Zucker überzogen. Das Kapitel heißt „Von allerley Zucker Confect auß der Apotecken“, und seine letzte Nummer (rum-1865) beschreibt, wie man solches Konfekt mit geläutertem Zucker überzieht; Rumpolt dehnt das dort ausdrücklich auf „allerley Korn“ und „allerley Gewürtz“ aus. Das genaue Verfahren für diese Nummer nennt der Text nicht.
Andere mögliche Lesarten:
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Stand dieser Fassung: 19.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.