Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Nimm ein Weißbrot, beschneide es und schneide dünne Scheiben davon.
Tauche sie in den Teig, aus dem du die Pfantzel gebacken hast, gib sie in die heiße Butter und backe sie schön langsam.
So werden sie aufgehen und knusprig sein. Bestreue sie mit Zucker und gib sie warm auf den Tisch.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| ein Weck | Weißbrot | 1 | - | - |
| den Teig/ darauß du die Pfantzel hast gebacken | Teig, aus dem die Pfantzel gebacken wurden | - | - | Teig aus süßer Milch und Mehl (ebenfalls rum-1685) |
| heisse Butter | heiße Butter zum Ausbacken | - | - | Butterschmalz |
| Zucker | Zucker zum Bestreuen | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Weißbrotscheiben, durch Teig gezogen, in heißer Butter langsam ausgebacken, mit Zucker bestreut und warm aufgetragen. Das Rezept ist ohne das Vorrezept rum-1685 nicht ausführbar, weil es den Teig nur durch Verweis nennt.
Welcher Teig? Wörtlich ist es der Teig, aus dem die Pfantzel gebacken werden: Eier, mit Mehl und etwas Salz verrührt und durch ein Haartuch gestrichen. Wir folgen diesem Wortlaut. Rum-1685 kennt einen zweiten Teig aus süßer Milch und Mehl, durch den die fertigen Pfantzel gezogen werden; auch er ist möglich. Für Brotschnitten machen beide Teige keinen großen Unterschied.
Hitze. Die Butter muss heiß sein, wenn die Schnitten hineinkommen, danach wird „fein langsam“ gebacken, also bei mittlerer bis schwacher Hitze. So verbrennt die Butter nicht, bevor Teighülle und Brot durch sind. Die Hülle geht dabei auf und wird knusprig.
Praxis. Für heutiges Nachkochen: Scheiben knapp 1 cm dick schneiden, pro Seite einige Minuten backen, bis sie goldbraun sind. Altbackenes Brot nimmt den Teig besser auf; das ist moderne Erfahrung, nicht Rumpolts Angabe. Statt Butter geht Butterschmalz. Die Zubereitungszeit von etwa 25 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie rechnet nur das Anrühren des Teigs, nicht das Backen der Pfantzel aus rum-1685.
Ein Weißbrot. Ob frisch oder altbacken, sagt Rumpolt nicht.
Dünne Pfannkuchen aus Eiern, Mehl und etwas Salz, „wie ein Papier“ (rum-1685, rum-1354). In diesem Rezept werden keine Pfantzel gebacken; Rumpolt verweist nur auf ihren Teig.
Rumpolt schreibt „den Teig/ darauß du die Pfantzel hast gebacken“, also wörtlich den Teig, aus dem die Pfannkuchen in rum-1685 gebacken werden: Eier, mit Mehl und etwas Salz verrührt und durch ein Haartuch gestrichen. Im selben Rezept gibt es einen zweiten Teig aus süßer Milch und Mehl, durch den die fertigen Pfantzel gezogen werden, bevor sie in die Butter kommen. Auch der passt zum Verfahren hier. Mengen nennt Rumpolt für keinen der beiden.
Bei den Goldenen Schnitten (rum-1687) werden die Weckschnitten erst in Milch, dann in verquirlte Eier gelegt und „geschwindt“ ausgebacken. Hier werden sie in einen Teig getaucht und „fein langsam“ gebacken.
Ja. Weißbrot, Mehl und Zucker sind Vorrat; Eier, Milch und Butter brauchen bis zum Backen Kühlung. Gebacken wird in einer Pfanne.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 2.000 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Bei Rumpolt das gewöhnliche Wort für Weißbrot; „ein Weck“ ist ein einzelner Laib.
Pfannzelte, ein dünner Pfannkuchen (FWB pfanzelte: in Schmalz gebackener Kuchen, Pfannkuchen). Rumpolt bäckt Pfantzel aus Eiern mit wenig Mehl „gar duͤnn … wie ein Papier“ (rum-1354, rum-1685). Hier stehen sie nur als Verweis auf den Teig des Vorrezepts; gebacken werden Brotschnitten.
Beim Gebäck: knusprig (FWB resch).
Aufgehen, sich aufblähen. Ein Treibmittel nennt der Text nicht; die Teighülle geht in der heißen Butter auf.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| ein Weck | white bread Q1501889 |
| heisse Butter | butter Q34172 |
| Zucker | unrefined cane sugar Q57656231 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
den Teig/ darauß du die Pfantzel hast gebacken
Gewählte Lesart: Der Eierteig aus dem Vorrezept rum-1685 (Eier mit Mehl und etwas Salz verrührt, durch ein Haartuch gestrichen). „darauß … gebacken“ bezeichnet das Material, aus dem die Pfantzel selbst gebacken werden; die Goldenen Schnitten (rum-1687) zeigen dasselbe Prinzip, Weckschnitten in Ei und heißer Butter.
Andere mögliche Lesart:
fein dünn / fein langsam
Gewählte Lesart: Der Text nennt nur „fein duͤnn“ für die Schnitten und „fein langsam“ für das Backen, keine Maße und keine Zeit.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 19.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.