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Forellenpastete im Roggenteig mit allem Zubehör

Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581

FischHauptspeise · FischLagerkücheLagerküche-tauglichEinfachKorrekturBearbeitungsstand 8/10
BuchEin new Kochbuch (~1581)

Forellenpasteten auch in einen Roggenteig eingeschlagen mit aller Zugehörung.

Welches Gericht ist das? Eine Forellenpastete: Die Forellen werden in einen Roggenteig eingeschlagen, also rundum von Teig umhüllt, und mit Zubehör angerichtet. Mehr sagt der Druck nicht: Zutaten, Würze, Mengen und Backzeit fehlen.

Rückenteig ist Roggenteig. „Rucken“ ist die oberdeutsche Form von Roggen. Rumpolt stellt an anderer Stelle „Rucken oder Weitzenteig“ als zwei Teigarten nebeneinander (rum-0320), und die Fischpasteten dieses Kapitels stehen durchgehend im Roggenteig.

Was ist die Zugehörung? Gemeint ist das Zubehör der Pastete, also Beigaben, Würze oder Sauce. Was genau dazugehört, nennt der Text nicht; hier wird nichts ergänzt.

Praxis. Es gibt keinen überlieferten Arbeitsschritt, den man prüfen oder nachkochen könnte. Ausgeführte Fischpasteten im Roggenteig stehen in der Nachbarschaft, etwa die Hechtpastete (rum-1779) und die Brassenpastete (rum-1784); sie gehören zu anderen Fischen und werden hier nicht übertragen.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 2.000 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.

12. Forellen Pasteten auch in einen Ruckenteig eyngeschlagen mit aller Zugehoͤrung.
Ruckenteig

Roggenteig, nicht „Rückenteig“. „Rucken“ ist die oberdeutsche Form von Roggen; Rumpolt stellt „Rucken oder Weitzenteig“ nebeneinander (rum-0320).

eyngeschlagen

In den Teig eingeschlagen, also rundum von Teig umhüllt.

Zugehoͤrung

Zubehör, das zur Pastete gehört. Was gemeint ist, sagt der Text an dieser Stelle nicht.

Druck
Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle
Teil
Von Pasteten aus Fisch
Sprache
Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)
Entstehung
Frankfurt am Main, 1581

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

LesartRuckenteig

Gewählte Lesart: Roggenteig: „Rucken“ ist die oberdeutsche Form von Roggen (Lexer „rucken-brôt“, Mittelniederdeutsch „ruckenbrôt“ = Roggenbrot), und Rumpolt setzt „Rucken oder Weitzenteig“ als Teigarten nebeneinander (rum-0320). Im ganzen Buch so aufgelöst.

Andere mögliche Lesarten:

  • Teig als Decke auf dem Rücken des Fisches - Nicht gestützt: „eyngeschlagen“ verlangt eine Hülle rundum, und dieselbe Formel umhüllt bei Rumpolt auch ganze Keulen (rum-0272). Wörterbuchbelege für „Rücken“ als Kleidungsteil sind ein gleichlautendes anderes Wort.
  • Wortform „Rückenteig“ beibehalten, Teigart offen - Für das Wort Rückenteig selbst fehlt ein eigener Wörterbuchbeleg; die Deutung hängt am Rückenbrot und am Gebrauch im Buch.

Lesartmit aller Zugehoͤrung

Gewählte Lesart: Mit allem, was zur Pastete gehört: Beigaben, Würze oder Sauce, die Rumpolt hier nicht ausführt. Die Äschenpastete der übernächsten Nummer verweist mit derselben Wendung auf „wie vorhin vermeldet“ (rum-1788).

Andere mögliche Lesarten:

  • Praxis heute: Zubehör unbestimmt lassen - Der Text nennt keine Zutat; jede konkrete Beigabe wäre erfunden.
  • Würze der ausgeführten Nachbarrezepte (Pfeffer, Ingwer, Salz, Butter, wie rum-1784 und rum-1787) - Möglich, aber nicht belegt: Diese Nummer verweist auf kein bestimmtes Rezept.

Originalwerk (~1581) gemeinfrei.

Bildquelle
Bl. CLXXVIa, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, PPN824825497 Quelle öffnen
Transkription
Deutsches Textarchiv (DTA), Transkription Justus-Liebig-Universität Gießen 2013 Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
Permalink
https://w3id.org/fyndling/rum-1786
LagerkücheLagerküche
Eingeschränkt: Pastete mit frischer Forelle als Hauptzutat. Der Fisch braucht bis zum Backen eine durchgehende Kühlkette, die Pastete Roggenteig und eine Backgelegenheit. Der Text selbst nennt kein weiteres Verfahren.
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Stand dieser Fassung: 19.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.