Kalbfleisch mit Butter, Mehl und Essig
Kunstbuch Von mancherley Essen, Gesotten, Gebraten, Posteten, von Hirschen, Vogelen, Wildtprat, vnd andern Schawessen, so auff Fürstlichen, vnd andern Pancketen zuzurichten gehörich · Wolfenbüttel · 1598
Ebenso mit Butter, Weizenmehl, Weinessig und Pfeffer abmachen.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| (erschlossen) | Kalbfleisch | - | Metzger | - |
| Butter | Butter | - | - | - |
| Weitzen mehl | Weizenmehl | - | - | - |
| Weineſsig | Weinessig | - | - | - |
| Pfeffer | Pfeffer | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Gekochtes Kalbfleisch, das zum Schluss mit Butter, Weizenmehl, Weinessig und Pfeffer fertig gemacht wird; heute erinnert das an ein helles, säuerliches Kalbsragout. Das Rezept beginnt mit „Item“, also „ebenso“, und setzt das Fleisch voraus. Die Reihe beginnt mit Kalbfleisch, das „bald gahr“, also fast gar ist, wenn es abgemacht wird (ron-0406). Wie das Fleisch bis dahin gart, sagt auch dieses Rezept nicht.
Butter und Mehl. Butter und Weizenmehl binden die Brühe, der Weinessig macht sie säuerlich, der Pfeffer scharf. Ob das Mehl vorher in der Butter angeschwitzt, mit ihr verknetet oder in etwas Brühe angerührt wird, sagt der Text nicht.
Aufkochen. Mehl bindet erst, wenn es in der Brühe kurz aufkocht: Dann verkleistert die Stärke, die Brühe wird sämig und verliert den rohen Mehlgeschmack.
Praxis. Moderne Annäherung, nicht aus dem Text: Kalbfleisch in Stücken knapp mit Wasser oder Brühe bedeckt schwach sieden lassen, bis es fast weich ist. Ein Stück Butter mit etwas Mehl verkneten, in die siedende Brühe rühren und kurz aufkochen, bis sie leicht gebunden ist. Mit einem Schuss Weinessig und Pfeffer abschmecken. Mengen und Salz nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa anderthalb Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.
Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?
Ja, eingeschränkt. Der Engpass ist das frische Kalbfleisch, das bis zum Garen durchgehend gekühlt bleiben muss, etwa in Kühlbox oder Camper-Kühlschrank. Gekocht wird in einem Topf oder Dutch Oven am Feuer. Butter, Mehl, Weinessig und Pfeffer sind unkritisch.
Wie viel von den Zutaten soll ich nehmen?
Der Text nennt keine Mengen. Butter und Mehl so dosieren, dass die Brühe leicht gebunden ist, Weinessig und Pfeffer nach Geschmack. Am besten Essig nach und nach zugeben und dazwischen probieren.
Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?
Dieses Rezept stammt aus dem Kunstbuch von mancherley Essen. Kochbuch des braunschweigisch-lüneburgischen Mundkochs Frantz de Rontzier, gedruckt 1598 in Wolfenbüttel. Höfische Bankett- und Schauessen-Küche: Gesottenes, Gebratenes, Pasteten, Hirsch, Geflügel und Wildbret für fürstliche Tafeln. Rontzier konnte nicht schreiben und hat das Buch diktiert.
Normdaten der Zutaten
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| Butter | butter Q34172 |
| Weineſsig | vinegar Q41354 |
| Pfeffer | pepper Q3143131 |
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Stand dieser Fassung: 30.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.
