Gesottenes Spanferkel mit Meerrettich und Butter
Kunstbuch Von mancherley Essen, Gesotten, Gebraten, Posteten, von Hirschen, Vogelen, Wildtprat, vnd andern Schawessen, so auff Fürstlichen, vnd andern Pancketen zuzurichten gehörich · Wolfenbüttel · 1598
Ebenso: Die Brühe davon abgießen und geriebenen Meerrettich und Butter darauf geben.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| (erschlossen) | Spanferkel (im Text „dauon“) | - | beim Metzger vorbestellen | - |
| zerriebenen Maͤrrettig | Meerrettich, gerieben | - | - | - |
| Butter | Butter | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Gesottenes Spanferkel, trocken angerichtet und mit frisch geriebenem Meerrettich und Butter belegt - ähnlich wie Kesselfleisch oder Tafelspitz mit Kren.
Woher die Brühe kommt. Der Text setzt ein Spanferkel voraus, das schon in Brühe liegt. Das Rezept davor in derselben Reihe siedet es in Wasser (ron-0461); diese Fassung schließt daran an und gießt die Brühe ab, statt sie weiterzuverwenden.
Meerrettich und Butter. Der Meerrettich wird roh gerieben und kommt mit der Butter auf das heiße Fleisch. Einen Garschritt für ihn nennt der Text nicht; die Butter schmilzt auf dem Fleisch.
Praxis. Das Spanferkel, ganz oder in Stücken, in leicht gesalzenem Wasser bei kleiner Hitze weich sieden. Die Brühe abgießen, das Fleisch anrichten, frisch geriebenen Meerrettich und Butterflocken darauf geben und sofort auftragen. Die Zubereitungszeit von etwa zwei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; fast alles davon braucht das Sieden des Fleisches.
Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?
Ja, eingeschränkt. Engpass ist das frische Spanferkel: Es muss bis zum Kochen gekühlt werden, und ganz gesotten braucht es einen sehr großen Kessel. In Stücken vom Metzger geht es auch in einem großen Topf oder Dutch Oven. Meerrettich und Butter sind schnell vorbereitet.
Woher kommt die Brühe, die abgegossen wird?
Das Rezept schließt an das vorige der Reihe an, in dem das Spanferkel in Wasser gesotten wird (ron-0461). Hier wird diese Brühe abgegossen, und das Fleisch bekommt nur Meerrettich und Butter.
Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?
Dieses Rezept stammt aus dem Kunstbuch von mancherley Essen. Kochbuch des braunschweigisch-lüneburgischen Mundkochs Frantz de Rontzier, gedruckt 1598 in Wolfenbüttel. Höfische Bankett- und Schauessen-Küche: Gesottenes, Gebratenes, Pasteten, Hirsch, Geflügel und Wildbret für fürstliche Tafeln. Rontzier konnte nicht schreiben und hat das Buch diktiert.
Normdaten der Zutaten
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| zerriebenen Maͤrrettig | horse radish Q2964630 |
| Butter | butter Q34172 |
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Stand dieser Fassung: 30.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.
