Kalbfleischscheiben mit Petersilie und Eigelb
Kunstbuch Von mancherley Essen, Gesotten, Gebraten, Posteten, von Hirschen, Vogelen, Wildtprat, vnd andern Schawessen, so auff Fürstlichen, vnd andern Pancketen zuzurichten gehörich · Wolfenbüttel · 1598
Das Kalbfleisch in Scheiben schneiden und mit Petersilie, Eigelb und Butter abmachen.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| (erschlossen) | Kalbfleisch | - | Metzger | - |
| Peterſilgen | Peterſilgen | - | - | - |
| Eyerdottern | Eyerdottern | - | - | - |
| Buttern | Butter | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Kalbfleisch in Scheiben, mit Petersilie, Eigelb und Butter fertig gemacht: eine helle, mit Eigelb gebundene Petersiliensauce, entfernt verwandt mit dem heutigen Kalbsfrikassee.
Garen des Fleisches. Der Text nennt weder einen Garschritt noch eine Flüssigkeit. Die Nachbarrezepte machen die Scheiben in Rinderbrühe gar (ron-0690) oder bringen sie mit Wein und Rinderbrühe zum Feuer (ron-0695). Ebenso denkbar ist schon gegartes Fleisch, das hier nur noch geschnitten und abgemacht wird; der Text entscheidet das nicht.
Eigelb. Eigelb bindet nur in der Hitze, gerinnt aber, wenn es stark kocht. Deshalb kommt es zuletzt dazu, wenn der Topf vom stärksten Feuer genommen ist.
Praxis. Kalbfleisch in dünne Scheiben schneiden und in wenig Brühe oder Wasser schwach gar sieden. Gehackte Petersilie und ein Stück Butter zugeben. Eigelb mit etwas von der heißen Brühe verrühren, abseits vom starken Feuer unterziehen und unter Rühren kurz anziehen lassen, ohne dass es kocht. Die Zubereitungszeit von etwa 25 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.
Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?
Ja, eingeschränkt. Der Engpass ist das frische Kalbfleisch, das bis zum Garen gekühlt bleiben muss, dazu frische Eier. Sonst genügt ein Topf am Feuer; gesamt etwa 25 Minuten.
Wird das Fleisch vorher gegart?
Der Text sagt es nicht, er nennt nur Schneiden und Abmachen. Die Nachbarrezepte garen die Scheiben in Rinderbrühe oder mit Wein und Rinderbrühe; so lässt es sich auch hier machen. Ebenso denkbar ist schon gegartes Fleisch, das nur noch abgemacht wird.
Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?
Dieses Rezept stammt aus dem Kunstbuch von mancherley Essen. Kochbuch des braunschweigisch-lüneburgischen Mundkochs Frantz de Rontzier, gedruckt 1598 in Wolfenbüttel. Höfische Bankett- und Schauessen-Küche: Gesottenes, Gebratenes, Pasteten, Hirsch, Geflügel und Wildbret für fürstliche Tafeln. Rontzier konnte nicht schreiben und hat das Buch diktiert.
Normdaten der Zutaten
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| Peterſilgen | parsley Q25284 |
| Eyerdottern | yolk Q16336079 |
| Buttern | butter Q34172 |
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Stand dieser Fassung: 02.11.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.
